Ein Blick hinter die Kulissen ODER Reaktion auf den Best Blog Award

bestblogaward

Was lange währt, wird endlich gut. Außerdem herrscht in der glitzernden Welt des Showbusiness gerade der alljährliche Preisverleihungswahnsinn. Und somit reagiere ich nun, wenn auch sehr verspätet, auf die Verleihung des Best Blog Award.

Corinna von Mein Apulien zeichnete meinen Blog im September mit dem Best Blog Award aus. Danke dafür und auch für deine immer lesenswerten Geschichten, die eine echte Freude sind!

Die Preisverleihung ist mit einer Verpflichtung verbunden – jaja, ZU einfach soll es ja nicht sein. Der Preisträger verlinkt auf den Blog, von dem die Auszeichnung kam, beantwortet elf Fragen, wählt dann einen anderen Blog aus und überbringt die frohe Nachricht. Das Gute daran: Ein Netzwerk kann sich bilden und man lernt fellow bloggers besser kennen: Ein wünschenswerter Zustand in den anonymen Weiten des Internets.

Heben wir also den Vorhang von Neues in Norwegen ein wenig und blicken hinter die Kulissen. Hier meine Fragen und Antworten, so ehrlich wie möglich, so höflich wie nötig.

1. Was magst du beim Kochen lieber? Nachtisch oder deftige Gerichte?

Das fängt einfach an: Ich würde eine Kartoffelsuppe immer einem Schokoladenpudding vorziehen. Habe ich viel Süßes gegessen (kann ja mal passieren), muss eigentlich in unanständig kurzer Zeit ein Käsebrot oder ähnliches herhalten, um den Körperhaushalt wieder auszugleichen. Nachtisch gibt es eh selten bei uns. Im Restaurant, ja, da gehören mindestens drei Gänge dazu, da wähle ich die Hauptspeise schon danach aus, ob und was für ein Nachtisch passen würde. In unserem Lieblingsrestaurant in Victoria, Kanada, dem Paggliacci’s, belohnte der Kellner meine Käsekuchen-Bestellung immer mit einem strahlenden und anerkennenden Lächeln.

Huch.

Nun lese ich gerade die Frage erneut durch und bemerke meinen Fehler: Automatisch und für mich sehr typisch habe ich die Frage unter dem Aspekt des ESSENS beantwortet, dabei dreht es sich ums KOCHEN.

Die Antwort bleibt gleich: Deftig über süß. Nachtisch, so fern nicht aus Tüte oder Plastikgefäß, ist ein tricky business. In meiner Zeit als Köchin/Aushilfe im Harbour House Restaurant in Victoria hat mich karamellisierender Zucker an den Rand der Verzweiflung getrieben. Es gibt diese Nanosekunde zwischen Perfektion und Anbrennen – und ich war oft zu langsam. Was zerstört ist, das ist zerstört bei Nachtisch – bei deftigen Gerichten kann ich allerdings viel retten.

So, nun habe ich Hunger.

2. Was ist dir bei einer Person wichtiger, Persönlichkeit oder Erscheinungsbild?

Was nützt mir ein adretter Mensch mit einer fleckigen Persönlichkeit? Ich kann nichts mit Menschen anfangen, die meinen, dass ihr Äußeres zwangsläufig ihr Inneres spiegelt, obwohl sie in Wahrheit ihr chaotisches und unfreundliches Inneres durch eine oberflächliche Schicht vertuschen wollen. Es gibt auch Menschen, die ihr äußerlich respektables Erscheinungsbild dafür nutzen, andere in höchsten Tönen zu kritisieren oder zu veralbern. Die tun mir immer leid, weil sie so wunderbar durchschaubar sind. Mit einem Riss in der Jeans kann man ihnen eine Freude machen und sie so auf Vergnüglichste manipulieren. Was sie natürlich nicht merken.

Aber ich schweife ab.

Ein Mensch mit einem ehrlichen Lächeln, Mut zur eigenen Meinung und einer Offenheit für die Welt wird mir immer wichtiger sein.

Und darüber bin ich froh.

3. Wann hast du deinen Blog gegründet?

Am Freitag, den 13. – ausgerechnet! Genauer gesagt am 13. April 2012 in der Deichmanske Bibliothek, Filiale Majorstuen. Und ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Aus den von mir vorausgesagten sieben Leser sind viel mehr geworden, momentan haben 62 Leser den Blog abonniert. Ich bin dankbar und begeistert über jeden einzelnen von Euch! You rock!!!!

4. Welche Person hat dich bisher inspiriert, in der Welt etwas Neues anzufangen?

Das kann ich nicht sagen. Darüber muss ich nachdenken. Hat mich eine Person schon zu etwas inspiriert? Oder ihre Taten an sich? Ist das ein Unterschied? Ganz tief in meinem Inneren regt sich die Antwort: Ich. Ich habe mich inspiriert, neue Dinge anzufangen. Aber es gab viele andere Menschen, die mich in die Richtung von Dingen gestupst haben, die mich interessieren. Danke dafür 🙂

Generell inspirieren mich Menschen, die kochen. Nämlich dazu, auch zu kochen. Und Neues auszuprobieren. Dank Jamie Oliver und seiner Saintsbury-Werbung von 2006 ist meine Nudelrezeptsammlung um ein Rezept reicher, Michel Roux, Gordon Ramsey und nicht zuletzt die wunderbare Sarah Wiener haben mich mit fliegenden Fahnen in die Küche rennen lassen, um ein Rezept nachzukochen. Kochen und Essen für mich Basiszutaten für ein glückliches Leben. Also habe ich doch noch eine Antwort gefunden: Köche wie Sarah Wiener inspirieren mich.

Das rettet vielleicht nicht die Welt, aber es macht glücklich.

Was will frau mehr?

Frauen, die sich mit der Welt und ihrem eigenen Geschlecht nicht verbissen-frustriert oder rechthaberisch-verzweifelt sondern witzig-humorvoll beschäftigen, inspirieren mich Tag für Tag dazu, Frauen hochleben zu lassen. Auf die Gefahr der harschesten Kritik hin, hier eine Gruppe von Frauen, die immer in meinem Bücherregal anzutreffen sind: Jane Austen, Margaret Atwood, Elisabeth von Arnim, Sophie Kinsella, die Guerilla Girls, Mascha Kaléko, Dorothy Parker, Rita Mae Brown, Toni Morrison. Und da fehlen Tausende und ich frage mich warum? Ab sofort werde ich mich wieder humorvoll-ehrgeizig um dieses Thema kümmern. Schreiben Frauen anders? lautete der schwachsinnige Titel eines Symposiums an der Uni Hildesheim, als ich dort Studentin war. Mal gucken, was die Welt seitdem an Texten produziert hat. Ich bin gespannt. 🙂

5. Verfolgst du viele Blogs?

Nein, aber ich bin immer auf der Suche. Ich habe mehrere Blogs, die ich mit großer Begeisterung regelmäßig lese – meistens von Bloggern, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich und über ihr neues Leben in fremden Ländern schreiben. Gern würde ich mehr davon lese, doch die Auswahl an wirklich lesenswerten deutschen Blogs ist beschränkt. Es gibt viele ambitionierte Tagebuchblogs mit Fotos, die aber als unterhaltsame Lektüre (außer für Familienmitglieder) nicht taugen. Was sehr schade ist. Dank der Bloglisten meiner vertrauten Blogger bin ich auf einige wirklich gute Blogs gestoßen, aber freue mich über weitere Empfehlungen!

6. Kochst du lieber oder lässt du dich lieber bekochen?

Nach meiner Tirade über Köche als Inspirationsfiguren erscheint diese Frage überflüssig ;). Für mich ist Urlaub, wenn ich bekocht werde. Weswegen ich mittlerweile den Urlaub in einer Ferienwohnung weniger attraktiv finde – außer es gibt eine Menge guter Frühstückscafes und Restaurants in der Nähe. Aber wenn ich wählen sollte, würde ich mich immer fürs selber Kochen entscheiden. Auch wenn es manchmal nicht besonders gut ist. Kennt Ihr das? Da kocht man ein Gericht seit gefühlten hundert Jahren ohne Problem – plötzlich hat man Gäste und zack – die Küche verwandelt sich in Feindesgebiet mit unüberwindlichen Problemen. Es gibt nur wenige Menschen, für die ich problemlos kochen kann und mein Vertrauensgrad zu ihnen lässt sich genau danach ablesen, ob das Essen auf ihrem Teller selber vor Verlegenheit weint oder sich stolz präsentiert :).

7. Welches Buch liest du momentan?

„Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery. Das Tagebuch einer Concierge. Eine französische Pförtnerfrau in einem stinkreichen Apartmentgebäude in Paris ist im Gegensatz zu der üblichen Meinung unglaublich intellektuell und steckt manchen Pseudodenker in die Tasche. Nur merken darf niemand etwas davon, vor allem nicht die Snobs in ihrem Haus. Gefahr droht, als ein neuer Mitbewohner einzieht. – Neben den Berichten von Madame Michel, der Concierge, erfahren wir von den Selbstmordgedanken der zwölfjährigen, hochbegabten Paloma, Tochter eines Ministers, die im Haus lebt. Wie und wo die beiden sich treffen und anfreunden, was sich für Madame Michel alles ändert, wird in diesem wunderbaren Buch beschrieben. Nebenbei nimmt man noch ein bisschen Philosophie und Literatur mit, aber vor allem die Antwort auf die Frage: Was ist wichtiger: Persönlichkeit oder Erscheinungsbild?

Ich liebe das Buch.

8. Welches Kleidungsstück hat es bis jetzt am längsten in deinem Schrank überlebt?

Mein Hochzeitskleid von 1995. Kleider sind bei unseren diversen Umzügen immer als erstes aussortiert worden.

9. Was ist dein Lieblingsgericht?

Schon wieder geht es ums Essen. ICH habe die Fragen nicht ausgesucht, sage ich jetzt mit Bestimmtheit den Mitgliedern meiner Familie, die immer schmunzelnd Urlaubsfotos betrachten und sagen: „Oh guck, da isst du ja schon wieder.“

Lieblingsgericht….also etwas, das ich allem anderen Essen vorziehen würde..immer….überall…..

Gibt es nicht.

Wenn ich mir aber ein Essen wünsche würde, dann immer das Zwiebel-Sahne-Geschnetzelte meiner Mutter, das schmeckt auch ohne Fleisch super, dazu eine Ladung Kartoffeln. Lecker!

10. Welche Eigenschaften einer Person sind dir in einer Freundschaft besonders wichtig?

Ein gesunder, realistischer Blick aufs Leben, vermischt mit spontan-witzigen Aussetzern und großer Toleranz.

11. Was ist dein Lieblingsfilm?

Huch, das ist ja eine antiklimatische letzte Frage. Ich dachte, nun kommt: Was ist dein Lebensmotto? Ok, Lieblingsfilm. Ich bin nicht gut darin, mich zu beschränken bei Büchern, Filmen, Essen oder ähnlichem. Ich liebe Filme von Tim Burton und den Coen Brüdern, die kann ich immer gucken, da bin ich immer begeistert. Es gibt Filme, die ich nur gucken kann, wenn ich eh schon traurig bin (Finding Neverland), wenn ich wütend bin (Die Hard), wenn ich Heimweh nach Frankreich habe (Amelie), wenn ich mit den ganzen Tag mit wertvollem Kram beschäftigt habe und nur noch gut unterhalten werden will (Star Trek – Alternative Reality, Thor, Iron Man oder andere Marvel-Verfilmungen) oder wenn der Frühling anbricht (Notting Hill).

FERTIG!

Was haben wir aus diesen 11 Fragen gelernt? Wie wäre es mit der Antwort auf die imaginäre Frage 12: Was ist deine größte Charakterschwäche? – Arroganz. Denn man muss arrogant sein, wenn man soviel über sich selber schreibt und Spaß daran hat. 🙂

Nun aber weg von mir und hin zu dem Blog, den ich als „Best Blog“ auszeichnen möchte. Gefunden habe ich ihn über die Blogliste eines anderen Blogs und war sofort angetan. Seitdem begleitet mich das liebenswerte, chaotische Alter Ego von Nicole Markfort durch die Woche. Emily Rosensteuz, du bekommst für Emily’s Blog von mir den Best Blog Award! Mach bloß weiter so!

Die 11 Fragen für Emily sind:

1. Wie kam die Idee zu deinem Blog?

2. Wie viel Nicole ist in Emily?

3. Wie ist Emilys Lebensmotto?

4. Wie sieht dein perfekter Tag aus?

5. Wahrheit oder Konse – was wählst du?

6. Liest du viele andere Blogs?

7. Was ist dein(e) Lieblingsfarbe, Lieblingsfilm, Lieblingsbuch, Lieblingsland?

8. Was bedeutet Schreiben für dich?

9. Wie beginnt dein Tag?

10. Wie lange wird es deinen Blog geben?

11. Was wolltest du den Lesern deines Blogs schon immer mal sagen?

+++

Das war es für heute, meine lieben Leser, ein fast vollständig Norwegenfreier Blog, aber ich hoffe, dass Ihr Spaß hattet. Ich wünsche Euch eine tolle Woche, wie wäre es, wenn Ihr die 11 Fragen, die ich beantworten musste, auch beantworten würdet? Einfach nur so! Ich fände es nämlich auch sehr spannend, meine Leser besser kennenzulernen!!!!!

Ha det bra,

2012-01-06 14.46.36_Jean_Bocea

Ulrike

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