Ein Winterspaziergang im Park ODER Hilfe, ist das kalt!

Winter2

Wollenes Unterhemd, wollene Unterhose. Langärmeliges Shirt, Mariusgenser. Gefütterter Winteranzug, Socken, Schuhe. Schal, Mütze, Handschuhe. Fertig! In der Zeit, die ich brauche, um Gesa anzuziehen, fliegen andere in den Urlaub. Und das kann nur eins bedeuten: Der Winter ist da!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Ja, der Winter ist da, mit -8 Grad und glatten Bürgersteigen. Beim legevakt, dem norwegischen Notarzt, fanden sich vor einigen Tagen bereits bis um 11 Uhr 150 Patienten mit Winterleiden. Der Pinguingang hilft eben doch nicht immer. Aber der Winter hat natürlich auch seine wunderschönen Seiten. Kommt mit mir in mein zweites Wohnzimmer, den Frognerpark, der sein Aussehen zum vierten Mal in diesem Jahr verändert hat.

 

Winter14

Winter15Winter13

Winter16

Winter1

Winter17

Winter3

Winter6

Winter7

Winter8

Winter9

Winter11

Winter11a

Winter18

Schön, finde ich, ist so ein Winterspaziergang. Hoffentlich bietet uns der kommende Winter viele schöne Tage, mit Zeit zum Schlittschuhlaufen, Kakao trinken, Schneemann bauen, Schlitten fahren, Skilaufen und und und. Ich freue mich darauf!

***

So, das war es schon für heute, meine lieben Leser. Genießt die Tage, macht es Euch gemütlich und lasst Euch nicht vom Weihnachtsstress anstecken.

Ha det,

Winter4

Ulrike

 

Advertisements

Marius ist da! ODER Ein Strickerfolg…

clipart_breien_animaatjes-9

Auch wenn das mit der Sprache IMMER noch nicht klappt, mein kransekake misslingt, wir keine hytte in den Bergen haben und auch das Skilaufen noch geübt werden muss – heute ist mir etwas echt Norwegisches gelungen:

Mein erster Mariusgenser ist fertig!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Bereits vor ein paar Monaten war das sogenannte Marius-Muster Thema in einem Blogeintrag. Damals hatte ich mich an ein paar Topflappen gewagt, die auch heute noch meine Küche zieren. Aber mein großes Ziel war DER klassische Strickpullover, der Rolls Royce unter den norwegischen Wollprodukten, der Mariusgenser.

Der Plan ist halb gelungen: Da ich momentan pro Tag nicht mehr als zwei bis drei Runden stricken konnte, schied ein „großer“ Pullover schon mal aus. Ich wollte ja nicht drei Jahre an dem Ding sitzen! Wozu hat man aber eine fast 15-monatige Tochter?

Genau, zum Bestricken!

Gesagt, getan. Im Marius-Strickbuch fand ich eine passende Anleitung, der Wollladen gegenüber der Majorstuen T-bane-Station versorgte mich mit Wolle und Nadeln und los ging es.

Ich liebe es, zu stricken. Man sitzt, hat etwas um die Hände und kann die Gedanken schweifen lassen. Naja, wenigstens in der ersten Pulloverhälfte. Norweger stricken alles klassisch rund, das macht es einfach, eine rechte Masche folgt der nächsten. Dann aber beginnt das Mariusmuster und es wird etwas komplizierter. Wer zählen kann, ist hier klar im Vorteil. Auch mit zwei Farben gleichzeitig zu stricken, musste ich erst einmal geduldig üben. Aber es ging. Bald lagen die beiden Ärmel und das Hauptteil vor mir, ich versuchte alles auf zwei Nadeln zu bekommen und zählte Maschen.

Und zählte nochmal.

Und nochmal.

Warum waren auf meinen Nadeln 30 Maschen mehr als vorgesehen?

Nun ein kleiner Vokabelkurs: Das norwegische Wort „felles“ bedeutet „gemeinsam“ und damit in einer Strickanleitung „zusammenstricken“. Es heißt nicht, ich betone NICHT, „zunehmen“.

DAS heißt „øke“.

Statt 30 Maschen ab- hatte ich 30 Maschen ZUgenommen. Auch schön. Wieder etwas gelernt. Dabei war ich so stolz gewesen, wie problemlos die norwegische Strickanleitung und ich zusammengearbeitet hatten.

Pustekuchen.

Ein paar Flüche und zahlreiche Minuten später war alles repariert. Ab jetzt durfte mich niemand mehr beim Stricken ansprechen, ich verfiel in wollige Meditation und murmelte nur noch: „Zwei weiß, zwei blau, zwei weiß, eine blau…“ Tja, und irgendwann war mein Strickdiagramm am Ende, die Fäden vernäht, das fast 15-monatige Kind angezogen und….

SÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜSSS!!!!!!

Ich finde mich ja eh ziemlich klasse, ein echter Persönlichkeitsfehler, den ich Gesa hoffentlich nicht weitergebe, aber ich kann es nicht ändern, manchmal bin ich einfach top und gerade da, in diesem bestrickenden Moment, war ich stolz wie Bolle und wäre am liebsten mit meiner Motte sofort in den Supermarkt oder eine ähnlich vielversprechende Menschenversammlungsstelle gegangen.

Es war schon ein bisschen spät dafür – aber, Zuckerberg sei Dank, es gibt ja Facebook!

Für alle, die das Mariusmuster auch gern probieren möchten, finden sich im Internet Anleitungen oder Ihr sagt mir Bescheid und ich schicke Euch meine. Es ist wirklich nicht soo schwierig, besonders das Stricken in der Runde sorgt dafür, dass das Muster schön ordentlich erscheint. Also, ran an die Nadeln!

Marius

***

Das war es für heute, meine lieben Leser! Ich wünsche uns allen ein ruhiges, erfreuliches Wochenende mit viel Lachen, Liebe und Musik. Feiert, wo immer Ihr könnt!

Hilsen,

20151119_090046

i. A. Ulrike

Elektronische Einräder erobern Oslo ODER La det rulle…..

11949848672135580153interdiction_pietons_yve_01.svg.hi

Wisst Ihr, was ich gesagt habe, als die ersten Handys auftauchten? „Die setzen sich nie durch! Es gibt doch Telefonzellen!“ Ja. Genau. Deshalb werde ich jetzt keine Zukunftsaussagen treffen, sondern nur sagen: Elektrische Einräder. Oho.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Seit einigen Monaten werde ich im Frognerpark oder auf dem Bürgersteig von, meistens jungen, Norwegern auf Einrädern überholt. Wer jetzt an Zirkus denkt, der liegt völlig falsch. Die Einräder, von denen ich berichte, sind kleine, elektrisch betriebene Transportmittel, die aussehen, als hätte Marty McFly sie aus der Zukunft importiert. Auf ihnen steht der hippe Jugendliche und lenkt durch Gewichtsverlagerung. Kurve nach links – nach links lehnen. Kurve nach rechts – na, Ihr ahnt es. Genau, ganz simpel.

In den ersten Wochen hielt ich diese kiloschweren Räder für einen missglückten PR-Gag, der mich an die Standräder von Segway erinnerten – die haben sich auch nie richtig durchgesetzt. In der letzten Zeit ist es aber nicht mehr zu ignorieren: Die Airwheels vermehren sich. Mehrere hunderte Räder pro Woche verkaufe er im Moment, berichtete der Geschäftsführer von Kajakk og Fritid bereits im Juni. Er hatte den Trend als erster richtig eingeschätzt und die britischen Produkte nach Norwegen geholt. Für ungefähr 5000 Kronen kann der Fahrspaß beginnen.

Aber wer Spaß haben will, hat auch Regeln: Erlaubt ist das Fahren der Elektroräder erst ab 16 und die Geschwindigkeitsgrenze liegt bei 20km/h. Bereits nach wenigen Versuchen sollen, so die Aussage von Airwheel, die meisten Nutzer in der Lage sein, das Rad zu bedienen.

Ich mag ja meine Füße.

Ehrlich, bei diesen Airwheeldingern bekomme ich eine Portion Zukunftsangst und sehe eine eh schon bequeme Menschheit NOCH bequemer werden. Wir haben doch schon wunderbare Transportmittel – reichen die denn nicht. Los, Menschheit, die paar Meter von der Haustür bis zur Bushaltestelle, die können wir doch noch zu Fuß gehen. Unsere Füße mögen das. EHRLICH!!!

Das alles interessiert die Osloaner Jugend wenig. Es ist hipp zu rollen. Mehrfach habe ich in den letzten Tagen versucht, einen rollenden Jugendlichen zu fotografieren – aber ohne Erfolg. Whoosch – weg sind sie, lehnen sich nach links und verschwinden aus meinem Blickfeld. Da frage ich mich doch: Wieso können die das alle so gut? Wo sind die wackligen Anfänger, die mehr neben dem Rad liegen als drauf stehen? Gibt es eine geheime, den Blicken der schadenfrohen Außenwelt verborgene, Airwheel-Teststrecke?

Sollte ich irgendwann einen Airwheeler erwischen, frage ich natürlich nach. Bald kommt der erste Schnee – der natürliche Feind des elektrischen Einrads. Aber im Winter steigt die Jugend von Oslo auf Skier um und die Airwheels verschwinden entweder im Keller oder auf Nimmerwiedersehen, denn der Frühling bringt unter Garantie einen neuen Trend.

Bleiben wir gespannt.

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute mit einem kleinen Einblick in das technikverliebte, trendbegeisterte (West)-Oslo. Haben sich die E-Einräder auch in Deutschland gezeigt? Seid Ihr die schon mal gefahren, hier oder dort? Ich habe diesen sehr lustigen Erfahrungsbericht eines britischen Journalisten gefunden. Persönlich würden mich keine hundert Pferde auf ein so Rad bekommen– wer schon beim Rollschuhlaufen neue physikalische Gesetze aufstellt, sollte mit so etwas ganz vorsichtig sein. Dabei macht es bestimmt riesigen Spaß!

Ich wünsche uns allen eine tolle Woche, geht mal wieder zu Fuß und zwar mit Begeisterung, rollt Euch höchstens vom bequemen Sofa runter und begegnet dem grauen November mit einem strahlenden Lachen.

Hilsen,

Füße

Ulrike