Brief an meine neue Heimat ODER 365 Tage in Oslo – Ein Rückblick

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Liebes Oslo,

wir haben heute Jubiläum. Du und ich. 365 Tage leben wir schon zusammen.

Ein ganzes Jahr.

Wow, oder?

Weißt du noch, wie wir vor einem Jahr hier ankamen? Es schneite und ich konnte es nicht fassen, denn in Frankreich hatte der Schnee schon im Dezember seine Sachen gepackt und sich verpieselt. Wir schoben unsere Koffer um den Bahnhof herum, auf der Suche nach einem Taxi. Kurze Zeit später kamen wir an Middelthunsgate 25C an. Unserem neuen Zuhause.  In der völlig leeren Wohnung haben Martin und ich uns angegrinst, froh, endlich hier zu sein.

Und dann ging es los und ich kann nur sagen, Oslo, dass du es uns leicht gemacht hast. Oder immer noch machst. Sprache, Menschen, Orte – alles war so schnell zugänglich.

Gleich in den ersten Tagen haben wir gemerkt, dass Englisch ausreicht, um sich in jeder Situation zu verständigen – na, da fiel mir ein Stein vom Herzen, das kann ich dir sagen. Schon war alles viel problemloser. Aber ich habe mich auch mit deiner Sprache angefreundet und nach wenigen Wochen kristallisierten sich aus dem „snögeldags“-Misch erste verständliche Worte heraus. Jubel!

In der ersten Woche führte mich mein Weg auch gleich in die deutsche Gemeinde, und Oslo, ich sage dir, das war eine gute Entscheidung. Ich stand etwas verloren im Gemeindesaal, wurde aber von Friedbert Baur gleich so herzlich begrüßt, dass alles gut war. Als hätte ich geahnt, dass die Gemeinde der perfekte Anlaufpunkt war, haben wir in den kommenden Monaten tolle Menschen kennengelernt. Nicht nur Deutsche. Auch Norweger, Österreicher, Dänen.   In der Gemeinde, beim Kinderbibeltag, in der Theatergruppe und in der Teestube. Viele Deutschsprachige leben hier und über die Zeit hatten wir zu manchen Kontakt. Deutscher Stammtisch, Goethe-Institut, und und und…..manche habe ich sogar hier über diesen Blog kennengelernt.

Oslo, dich zu erkunden macht Spaß. Ich weiß noch, unsere erste Tour mit der T-Bane Richtung Frognerseteren. Blick auf den Fjord, Sonnenschein und von oben ein genialer Blick über die Stadt. Also dich. Wunderschön. Bygdoy ist einer meiner Lieblingsorte geworden und im Sommer mit der Fähre  zwischen den Inseln zu fahren, ist ein großer Spaß. Deine Museen sind klein, aber nach 5 Jahren Frankreich und regelmäßigen Besuchen im Louvre und Musee d’Orsay wäre es unfair, dich mit anderen Städten zu vergleichen. Du bist eben keine Kulturhochburg, aber dafür….

HAST DU DIE KÖNIGSFAMILIE!

Oslo, ich sage dir, das war ein Jubel, als ich König Harald und Königin Sonja das erste Mal live gesehen habe. Wahrscheinlich hast du kopfschüttelnd in deine Vororte gelacht, als du die Deutsche gesehen hast, die am 17. Mai ganz aufgeregt vor dem Schloss hin- und hergesprungen ist, als sich die Türen am königlichen Balkon geöffnet haben. Aber du musst schon entschuldigen, es ist das erste Mal für mich gewesen und ich bin eben eine Klatschtante.  Am selben Ort habe ich auch das norwegische Geburtstagslied „Hurrah for deg“ gelernt, dass im Juli aus vielen Kinderkehlen Richtung Balkon gesungen wurde, um König Harald zu gratulieren. Siehst du, Monarchie bildet.

Gebildet hast du mich auch in den letzten 12 Monaten.  Oder sagen wir, erzogen. Zu mehr Ruhe. Es muss eben nicht alles hopphopp gehen und wer bin ich, dass ich mich gegen eine ganze Stadt wehren will? Machen wir die Sachen eben ruhiger.  Neue Lebensmittel hast du mir gezeigt und ja, ich mag Lefzen und NEIN, ich esse immer noch keinen Geitost, da kannst du machen, was du willst. Eines der schönsten Dinge, die du mir gezeigt hast, heißt „Winternacht in Rondane“:

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@Kemedinger2011

Ein wahres Wunder ist es, dass du mich zum Joggen gebracht hast. MICH! Das hast du sehr geschickt angefangen. Erst hast du mir die unzähligen Jogger über den Weg geschickt, die den Frognerpark stürmen, sobald das Wetter besser ist. Irgendwann kam ich mir beim Spazierengehen echt albern vor. Dann hast du mich beim Zentrumslauf zuschauen und mitjubeln lassen. Und da auf einmal: ZACK. Wollte ich laufen. Und habe durchgehalten. Auch wenn du meine und Martins Nerven in den kommenden Monaten strapaziert hast, denn, was du nicht wissen konntest: Ich bin nicht lustig, wenn ich Sport mache. Aber es wurde besser. Der erste 10km-Lauf war eine Herausforderung und du hast Ines und mich ganz schön mit deinen teilweise holperigen Waldwegen und zu engen Fußwegen geärgert. Aber trotzdem hat es Spaß gemacht. Und nun fange ich wieder an. Well done, Oslo, du hast mich sportlich gemacht!!

Also, für meine Verhältnisse.

Immerhin!

Chapeau.

Das vermisse ich oft in dir. Das Französische. Die Lebensfreude. Das „savoir vivre“. Du bist keine Genießerstadt. Du bist praktisch, bodenständig, konsumorientiert, effektiv – aber nicht romantisch oder lebensfroh. In dir kann man arbeiten und wohnen, aber das warme Lebensbauchgefühl bekomme ich, wenn ich an Paris denke.  Ma belle.

Das ist aber auch ein unfairer Wettkampf und wo Paris an Stimmung, Kultur und Lebensfreude gewinnt, gewinnst du ganz klar in:  Natur – direkt vor der Haustür! Deine umgebenden Wälder sind wunderschön, der Fjord und die Seen laden zum Baden oder Eislaufen ein und wer die Natur mag, wird sich in dir niemals langweilen.  Wie freue ich mich darauf, wenn im Frognerpark wieder die Bäume blühen und der Songsvann wieder eisfrei ist. Deine Lage ist einfach perfekt und immer wieder eine Freude!

Ich bin froh, dass ich hier lebe. Bestimmt nicht für immer, denn es gibt noch so viele Plätze auf der Welt zu erkunden, aber für den Moment sind wir hier und mögen dich.  Ich bin gespannt, was die nächsten Monate bringen. Aber für heute sei gesagt:

Oslo, lass die Korken knallen und uns anstoßen auf unser einjähriges Jubiläum!

Tusen takk, Oslo. Vi liker deg.

OsloeinJahr

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Flieg, Severin, flieg ODER Ein Sonntag am Holmenkollen

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Ich hasse es, wenn ich verliere. Wer verliert schon gern? Sicher, es gibt diese charakterlichen Überflieger, die aufgrund jahrelanger Sonnenmeditationsgrüße und vierfarbiger Mandelas behaupten, es mache ihnen nichts aus zu verlieren.

Zu denen gehöre ich nicht.

Aber so überhaupt nicht.

Als Kind wurde ich wegen exzessiven Mensch-ärgere-dich-nicht-Brett-Werfens von selbigem Spiel ausgeschlossen und ereiferte mich in lautstarken Streits aufgrund verlorener Kartenspiele. Beim Minigolf laufe ich Gefahr, wegen Sachbeschädigung der Bahn vom Platz verwiesen zu werden und eine Partie Schach mit mir treibt den charakterstärksten Pfeifenraucher in schiere Verzweiflung. Noch schlimmer als das eigene Verlieren ist aber das Mit-Verlieren, das Co-Verlieren, das „Mein-Gott-wie schwierig-kann-es-sein-gib-den-Ball-ab!“-Verlieren, das gerne im Wohnzimmer, auf einem Barstuhl oder auch live im Stadion passieren kann. Wie beispielsweise letzten Sonntag. Am Holmenkollen. Beim Hopp, wie das Skispringen hier genannt wird. Hopp! schrie ich den deutschen Springern entgegen. Stop! müssen sie verstanden haben.

„Dabei sein ist alles!“ lautet das sportliche Motto von Pierre de Coubertin, Vater der Olympischen Spiele der Moderne.

Bullshit.

Hallo meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wiedertreffen. Die Sonne scheint, die Ostertage stehen vor der Tür und die Laune ist gut. Bei mir wenigstens und ich hoffe, dass es Euch auch gut geht. Wie ich gehört habe, läutet mein Blog für manche von Euch das Wochenende ein. Das ist eine Ehre für den Blog und mich und wir starten sofort und nehmen Euch mit auf eine Zeitreise zum letzten Wochenende. Zieht Euch warm an!

Es ist Sonntag, 17. März 2013. Ich stehe ratlos vor einem Berg Anziehsachen und versuche ein vernünftiges Zwiebelsystem zu organisieren. Wollunterhose, Laufhose, Socken, Jeans? Oder lieber Laufhose, Wollunterhose, Socken, Jeans? Merinounterhemd oder nur langärmeliges Laufshirt? Sind die Wollsocken zu dick für die Stiefel? Wo ist meine Mütze eigentlich und warum, warum, WARUM laufen immer alle Wollsachen ein? Ich gebe mir den Titel „schlechteste Wollwäscherin der Welt“ und ziehe mich an. Wollunterhose zuerst. Was für ein Unterfangen und das alles, um zum Skispringen zu gehen. Ich versuche, kurz ärgerlich zu werden, aber ohne Erfolg.

WIR GEHEN ZUM SKISPRUNG! !! Hipphipphurrah!

Cool, wollte ich schon immer mal.

Mit klaren Daumendrück – Anweisungen aus mütterlicher Hand, machen wir uns auf den Weg zur T-Bane, die uns fast direkt zum Holmenkollen im Norden von Oslo bringen wird, dessen angrenzender Sportpark schon das ganze Wochenende Ziel von Sportfans verschiedenster Nationalitäten ist. Auf dem Bahnsteig in Majorstuen flattern an Rucksäcken oder in Händen norwegische, polnische, italienische und österreichische Flaggen. Wir sind bi-national mit deutscher und norwegischer Fahne ausgestattet. Kurze Zeit hatten wir überlegt, unsere komplette Fahnensammlung mitzunehmen, uns aber dann dagegen entschieden.

Nächstes Mal machen wir das, denn dann wären wir auf jeden Fall ins Fernsehen gekommen!

Aber das nur nebenbei.

Nicht, dass das irgendwie wichtig wäre.

Wer will schon ins Fernsehen? Oder sich selber auf dem riesigen Bildschirm im Stadion sehen?

Pff, also WIR nicht!

Wir haben auch nur so enthusiastisch in Richtung der Kameras gewunken, um uns gegen die Horden der polnischen Fans durchzusetzen.

Aus patriotischen Gründen sozusagen. Für Deutschland!

SCHLAND!!!

Wo war ich?

Ruter, der Nahverkehrsbetrieb hier in Oslo, hat Extrazüge eingesetzt, die ohne Halt von Majorstuen zum Holmenkollen fahren. Oben angekommen, begrüßt uns das Läuten von großen und kleinen Kuhglocken, die an einem neuaufgebauten Souvenirkiosk für Aufmerksamkeit sorgen.

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Schals, Flaggen in allen Größen, Kuhglocken mit norwegischer Flagge, Narrenkappen und warme Würstchen werden angeboten und das Geschäft boomt. Die Traube von gutgelaunten Skispringfans stoppt kurz, versorgt sich mit dem Nötigsten und weiter geht der Weg entlang der abgesperrten Straße hinauf zur Schanze. Es ist 12 Uhr, das Langlaufrennen der Frauen ist in vollem Gang, dementsprechend leer sind die Tribünen um die Holmenkollenschanze.

Gut für uns.

Die wichtige Frage lautet: Wo wollen wir hin? Nahe zum Auslauf, das heißt weiter unten auf den Stehplätzen mit der eventuellen Gefahr den Absprung nicht zu sehen? Oder weiter entfernt vom Auslaufbereich der Springer, dafür aber mit vollem Blick auf das Geschehen? Rechts von der Schanze oder links? In der Nähe der Toiletten oder lieber in der Nähe des Kiosks?

Fragen über Fragen. Macht ja nichts. Wir haben ja Zeit.

Nach mehreren unbefriedigenden Versuchen einigen wir uns auf einen Platz rechts von der Schanze mit Blick auf Auslauf und Absprung und beginnen Schnee und Eis von der Tribüne zu entfernen. Hier ist nichts geräumt. Eigentlich sieht die ganze Stehtribüne aus, als hätte sie keine Lust auf Zuschauer, als wollte sie uns sagen: „Tja, das habt Ihr davon, wenn Ihr günstige Tickets kauft!“

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Wir kratzen also Eis und bauen uns einen Sitz. Installieren unsere Flaggen, holen die Thermosflasche aus dem Rucksack und gucken uns um.

Meine Güte, ist das hoch.

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Mal ehrlich, wie verrückt muss man sein, von einer steilen Schanze abzuspringen, um dann so spät wie möglich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben? Irre. Aber wie gut, dass es Verrückte gibt, sonst hätten wir ja heute niemanden zum Anjubeln. Ich rekapituliere die Namen, die Skisprungfan Nr. 1 in unserer Familie, aka „Mutta“, per sms durchgegeben hat: Severin Freund, Andreas Wank, Michael Neumayer und Richard Freitag. Check. Die haben in Lahti das Teamspringen gewonnen und werden sich nun hoffentlich hier nicht gerade ausruhen. Obwohl der Gesamtsieger schon klar steht: Schlierenzauer ist Nr.1. Gut für ihn.

Ok, soweit all mein gesammeltes Wissen über Skispringen. Meine folgende Verwirrung wäre auch um einiges geringer gewesen, hätte ich mehr nützliches Skispringwissen gehabt. Ich sah mich nämlich auf der Tribüne um und stellte erstaunt fest, dass wir anscheinend nicht mehr in Norwegen waren. Sondern in Polen. Rotweiße Fahnen überall, „Polska“, „Krakow“, „Gdaǹsk“ in großen Buchstaben, neben mir rauchende polnische Männer mit ihren blondgefärbten Frauen in Feiertagsstimmung.

Hallo? Ist ja komisch.

Stellt sich heraus: Polen geht mit den erfolgreichen Skispringer, Kamil Stoch und Piotr Zyla, an den Start. UND: es leben viele Polen in Oslo. Ergo: Rotweißes Fahnenmeer.

Wieder was gelernt.

Langsam füllen sich die Ränge. Die pølser werden ausgepackt und auch die Sonne kommt langsam raus. Der Stadionsprecher übt schon mal das Anfeuern und begrüßt die internationalen Zuschauer in fünf verschiedenen Sprachen. Die Polen jubeln am lautesten; wir geben, was wir können.

Wo sind die anderen Deutschen? Verstreut ein paar Flaggen, aber verschwindend im Vergleich.

Nun wird es ernst. Die Kapelle der Königlichen Garde marschiert auf.

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Über die riesige Leinwand sehen wir die Ankunft von König Harald und Königin Sonja, die in der königlichen Kabine Platz nehmen. Der Kongsangen, das Königslied, ertönt, das dieselbe Melodie wie die englische Nationalhymne hat – irritierend. Die Köpfe der Zuschauer schnellen in den Himmel, wo Fallschirmspringer mit norwegischen Flaggen langsam gen Boden gleiten. Ein tolles Schauspiel. Der Stadionsprecher kündigt die norwegische Nationalhymne an, und angeführt vom Gardekorps, verfällt das ganze Stadion in  Ja, vi elsker dette landet.

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Naja, sagen wir das halbe Stadion.

Die internationalen Fans halten sich zurück und ich bin auch nicht textsicher.

Nun ist der Stadionsprecher wieder am Zug und kündigt die teilnehmenden Nationen an. Junge Skifahrer, ausgestattet mit den Fahnen der jeweiligen Nation, schießen, zum Jubel der Zuschauer, den Abhang hinunter. Krönender Höhepunkt: Eine junge Norwegerin in Tracht, die stolz die rotweißblaue Fahne schwingt und samt Bunad und Skiern am Ziel ankommt.

Und dann startet der Wettbewerb!

Davon brauche ich Euch nicht viel zu erzählen, denn den habt Ihr vielleicht live gesehen oder davon gelesen. Die weiblichen Skispringer haben uns am meisten begeistert, es war ihr erstes Springen auf der großen Schanze – ein historischer Augenblick und ein wahres Vergnügen. Wir jubelten uns für Melanie und Katharina die Seele aus dem Leib, aber es war die US-Springerin Sarah Hendrickson, die schließlich gewann.

Dann kamen die Männer und der Jubel stieg. Die deutschen Springer wurden von uns frenetisch angefeuert aber irgendwie sollte es nicht sein.

„FLIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIEG SEVERIN (oder Richard, Michael, Andreas, Karl) , FLIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIEG!

Nix.

Macht ja nichts.

Nicht schlimm.

Nee, ehrlich, verlieren ist ja nicht so schlimm.

*räusper*

WOZU WEDELE UND SCHREI ICH EIGENTLICH, WENN IHR KEINEN BOCK HABT ZU SPRINGEN?

WIE SCHWIERIG KANN ES DENN SEIN????

LOSFAHREN – ABSPRINGEN – FLIIIIIIIEGEN – SIEG!

Mal ehrlich.

Nächstes Mal, das sage ich Euch, da komme ich da hoch und dann feuer ich Euch da mal an und dann wollen wir doch mal sehen.

Ich bin erschöpft.

Am Ende gibt es einen Doppelsieg: Punktgleich teilten sich Schlierenzauer und Zyla den ersten Platz, bester Deutscher wurde Michael Neumayer auf Platz 10.

Noch vor der Siegerehrung machen wir uns auf den Rückweg, denn so toll die Livestimmung auch ist: In der eigenen Wohnung hat man weder kalte Füße noch stehen Schlangen vor der Toilette an. Also hinunter zur T-Bane und ab nach Hause.

Oder auch nicht.

Noch gefühlte 10.000 andere Zuschauer haben denselben Wunsch nach Hause zu kommen. Die Straße ist gerammelt voll, wir drängeln uns Richtung T-Bane-Station, die aber gar nicht zu erreichen ist. Nicht ums Verrecken stelle ich mich hier an oder steige mit all diesen Menschen in eine Bahn.

Never, ever.

Laufen wir also weiter die Straße hinunter. Und wir sind nicht allein dabei. Einziger Nachteil: Wir wissen nicht so ganz genau, wo wir hinlaufen und meine Blase spricht leise, aber energische Warnungen aus. Aber die anderen Leute gehen ganz zielstrebig, gehen wir also hinterher.

Ich erkenne plötzlich ein Schild wieder, das zum Zeltplatz Bogstad führt. Hier waren wir doch schon mal. Zum Skilaufen! Hier verkehrt ein Bus nach Majorstuen!! Freude!Und tatsächlich taucht vor uns die Bushaltestelle auf und die Wartezeit für den Bus sind schlappe 10 Minuten. Eine halbe Stunde später landen wir in Majorstuen und joggen Richtung Wohnung. Ich pelle mich aus meinem Zwiebellook und werfe mich durch die rettende Badezimmertür.

Was für ein Tag!

Das machen wir nächstes Jahr wieder.

Habt Ihr gehört, Severin, Richard, Karl, Michael, und wie Ihr alle heißt: Ich komme wieder. Und ich werde auch dann nicht gut verlieren können. Also….ÜBT!!!!!

Wie schwierig kann es denn sein?????

HOPP!

Das war es schon wieder für heute, meine lieben Leser! Gerade rief Martin an und, juchhee, wir fahren Anfang April für zwei Tage nach Trondheim. Mal gucken, was dort Spannendes auf mich wartet! Ansonsten freuen wir uns auf die Osterwoche und ein paar frei Tage. Die Kälte hat Oslo immer noch in ihren Krallen, aber die Sonne arbeitet dagegen und ich hoffe, der Frühling macht sich endlich auf den Weg! Nächste Woche haben wir einjähriges Jubiläum hier in Oslo, freut Euch also auf den 1-Jahres-Blog am kommenden Donnerstag!

Habt bis dahin eine schöne Zeit, macht Sachen, die Euch gut tun, setzt auch mal Zeichen und Grenzen und bekennt Euch zu Euren Schwächen!

Ha det bra

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Ulrike

Fünfzehn Freunde müsst Ihr sein! ODER Ausflüge in die norwegische Fjordwelt

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Schneeflocken, schon wieder. Ich kann sie nicht mehr sehen. Heißt es nicht immer aus Muttermund: Genieße in Maßen? Und richtet man sich als gehorsame Tochter nicht danach? Ich habe den Schnee in Maßen genossen. Nun ist genug.

Hallo???

Himmel???

ES REIIIIIIIIIIICHT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Diese Woche war prall gefüllt mit neuen Erlebnissen und ich schlage vor, Ihr macht Euch einen Kaffee oder Tee,  holt die Kekse und macht es Euch gemütlich. Das kann dauern heute.

Ich warte so lange.

*aus dem Fenster guck*

*Schneeflocken die Zunge rausstreck*

Lasst Euch ruhig Zeit.

*pfeif*

*Nachrichten les*

(Sind sie wohl bald soweit? HALLO????? Ich hab auch noch andere Dinge zu tun!! Wie lange braucht man denn, um einen Kaffee und einen Keks zu holen? In der Zeit hätte ich eine ganze Wohnung renovieren können!)

Ah, da seid Ihr wieder.

Huch, ja, schön.

Ging ja richtig fix.

Willkommen also zu diesem Freitagsblog, der ein zentrales Thema hat: Fjorde.

Auf dem einen bin ich gewandert und durch den anderen bin ich per Boot gefahren.

Aber eines nach dem anderen.

Da der Winter ja irgendwie nicht enden will, sind auch noch Teile des Oslofjords und seiner Seitenarme gefroren. Zu einem echten norwegischen Winter hier in Oslo scheint zu gehören, dass man auf dem Fjord wandert. Nun bin ich von Natur aus eher, sagen wir, vorsichtig und hätte mich nie im Leben allein aufs Eis gewagt: hinterher verstehe ich die Schilder falsch und statt einer Wanderung fröne ich unfreiwillig dem Eisbaden. Rettung nahte in Gestalt von Christine, die nicht nur seit über 25 Jahren in Norwegen lebt, sondern auch das Fjordeis und alle Informationen darüber im Auge behielt und am Samstag verkündete, wir könnten eine Wanderung wagen.

Nun kann ich nicht genau beschreiben, was ich erwartet hatte, aber eins ist sicher: DAS nicht.

Das Ende des Eises war vom Ufer aus nicht zu sehen und zahlreiche Spaziergänger bevölkerten das Eis mit Skiern, Hunden oder Angeln. Kleine Tannenbäume wiesen den sichersten Weg und so wanderten wir los, dort wo im Sommer nur Boote oder Schwimmer zu finden sind. Ein fieser Wind blies,  sobald wir die schützende Uferzone verlassen hatten. Der Boden fühlte sich erstaunlich fest an, und ich beruhigte mich mit dem Gedanken, dass ja nun nicht gerade genau unter mir das Eis brechen würde. Ich meine, mal ehrlich, wie hoch sind die Chancen? Ich bin mathematisch nicht wirklich auf der Höhe, aber die Chancen fühlten sich verschwindend gering an.

Mitten in meine mathematischen Überlegungen zog der Duft von Waffeln.

Und Kaffee.

Es war Sonntagnachmittag, ich hatte weder Alkohol getrunken noch halluzinationsfördende Schmerzmittel genommen, trotzdem blieb es dabei: Waffelgeruch.

Mitten auf dem Fjordeis, geschätzte 500 Meter vom Ufer entfernt, stand ein Verkaufstisch samt rotweißgestreiftem Sonnenschirm. An diesem verkaufte eine junge Norwegerin Waffeln.

Ich war so froh, nicht verrückt zu sein!

Bald standen wir fröhlich kauend mitten auf dem Eis und bewunderten die Aussicht. Wir wanderten weiter über Bojen und Inseln, die nur im Winter zu Fuß erreicht werden können, grüßten Norweger beim Picknick und Sonnenbaden, erkundigten uns bei den Eisfischern nach ihren Fangerfolgen und versuchten uns warm zu halten. Nach zwei Stunden war die Fjordtour vorbei und ich kann nur jedem empfehlen: Macht das unbedingt auch mal!

Hier nun ein paar Fotos, eine Art Bildergeschichte sozusagen mit einem dicken Dank an Christine für die Bilder und die Idee.

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alle Fotos: @ChristineHöffgen

Oslofjord bei Sandvika

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„Ich rieche Waffeln!“

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Boje erobert! Nächstes Mal im Sommer!

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Zum Eisangeln unerlässlich!

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Petri Heil!

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Fjordtour Teil 2 – Lysefjord bei Stavanger

Am Montagabend ging es dann mit dem Nachtzug von Oslo nach Stavanger. Für mich das erste Mal, sowohl Nachtzug mit Bett als auch Besuch in Stavanger. Die Ölmetropole im Südwesten begrüßte uns am nächsten Morgen um 7.30 mit strahlendem Sonnenschein, was mich nach einer schlaflosen Nacht etwas milder stimmte. Mein Körper fand die Verbindung von Liegen und trotzdem in Bewegung sein derartig spannend, dass er sich die ganze Nacht darüber nicht beruhigen konnte und ich offenen Auges durch das nächtliche Norwegen ruckelte. Ich war müde.  Doch Stavanger rief und nach einem Besuch im Ölmuseum stand um 12 Uhr eine ganz besondere Tour auf dem Programm: Eine Bootsfahrt in den Lysefjord. Drei Stunden sollte die Fahrt dauern und 15 Menschen mussten sich mindestens finden, damit die Tour stattfinden würde.

Es war kurz vor zwölf.

Wir waren 11.

Linda und Scott aus Houston und ich überlegten, ob wir vier Norweger kidnappen und aufs Boot schleifen sollten, während eine andere Gruppe überlegte, einfach noch vier zusätzliche Tickets zu kaufen. Beide Pläne fielen durch. Um Punkt 12 erklärte der Kapitän die Tour für gecancelt, schwarzer Rauch steig sozusagen aus dem Ruderhaus und enttäuscht trollten wir elf Traurigen uns davon. Linda und Scott verabschiedeten sich Richtung Reedereibüro, um sich ihre Tickets erstatten zu lassen, ich beschloss,  eine tröstende warme Schokolade zu trinken. So ein Mist. Ich hatte mich so gefreut. Enttäuscht ließ ich mich auf eine der Bänke am Hafen fallen und tat mir mal kurz leid.

Plötzlich kam Bewegung auf den ruhigen Hafenplatz. Eine Gruppe von vier Frauen sprintete Richtung Wasser an mir vorbei und winkte aufgeregt dem Ausflugsschiff, das sich gerade vom Pier verabschieden wollte. „Stop! Stop! We wanna go to the Fjord too!“ Vier Frauen…..die zum Fjord wollten….

VIER!!!!!!

Wo waren die anderen? Ich blickte mich hektisch nach dem Rest der ehemals elf Freunde um. Waren sie etwa alle schon verschwunden?

Nein, da kamen sie angelaufen: Die drei Holländer mit den gewaltigen Fotoapparaten, die kleine Asiatin, die nicht gut Englisch sprach und gar nicht verstanden hatte, warum wir nicht aufs Schiff durften, die vier älteren Engländer und ich. Alle hatten noch Hoffnung gehabt und als dann die vier Frauen kamen….Der norwegische Kapitän hatte bereits wieder angelegt und den kleinen Steg ausgefahren.

Nun waren wir 13.

Wo waren Linda und Scott aus Houston?

„They went to the office, to get their money back!“ erinnerte ich mich und schon wollte sich ein gut gelaunter und sportlicher Holländer im Dauerlauf auf den Weg machen.

„Stop!“ rief der Kapitän. „I call the office.“

Das tat er auch. Kurze Zeit später kamen die beiden Texaner angejoggt und um zehn nach 12 saßen wir alle überglücklich an Bord und ließen die vier Amerikaner hochleben, deren spätes Erscheinen die Fahrt noch ermöglicht hatte.

Und dann ging es los. Griegs Peer Gynt begleitete uns auf der Fahrt und diese wunderschöne Musik vor der atemberaubenden Kulisse des Lysefjords zu hören – das war ein ganz besonderes Erlebnis. Die Sonne schien am wolkenlosen Himmel, die Kälte an Deck verschlug uns die Sprache und an manchen Stellen am Fjord schaukelte das Schiff so sehr, dass Fotoaufnahmen unmöglich waren. Auch hier lasse ich wieder Bilder sprechen, viel Spaß auf der Reise.

(Peer Gynt Morgenstimmung: http://www.youtube.com/watch?v=5SubzKYtNGE)

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Hengjane-Wasserfall

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Preikestolen (hätte ich nicht erkannt, von oben sieht er ganz anders aus)

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Wow, oder? Ich war und bin zutiefst beeindruckt und verbunden mit der hübschen Stadt Stavanger wäre das eine Ecke in Norwegen, in der ich auch leben könnte!

Das war es schon wieder für heute, meine lieben in 7er-Gruppen versammelten Leser. Es war eine spannende Woche, die gestern  noch in der Premiere von Freund und Regisseur Uwe Cramer am Norske Teatret in Oslo endete. Für alle norwegischen Leser: Guckt Euch noch bis Ende nächster Woche „Over open avgrunn“ an mit einem großartigen Ensemble, angeführt von der wunderbaren Ane Dahl Torp.

Ich verabschiede mich für diese Woche für Euch natürlich nicht, ohne das Gewinnspiel von letzter Woche aufzulösen. Zwei Gedichte zum Thema Süßigkeiten tauchten in den Kommentaren zum letzten Blog auf. Hier sind sie nochmal zum Nachlesen:

Schon immer, wie zu allen Zeiten,
naschen Norweger Süßigkeiten.
Für Marzipan und Zuckerstangen,
besteht ein ständiges Verlangen.

Auch bei Ulli sind Mandeln sehr begehrt,
die sie mit Wonne sofort verzehrt.
Doch Schokolade tut es auch,
wenn nach Süßem schreit ihr Bauch.

Falls Ulli mit Süßem sich verwöhnt,
ist die Nougatcreme nicht verpönt.
Das Zeug trägt oft bei zum Glücklich sein,
und lindert Langeweil und klebt wie Leim.

@VolkerErnst

Wenn’s abends kurz nach Achte is’
und ich auf meinem Sofa sitz,
meldet sich mein gieriger Magen
um mir klar und deutlich zu sagen,
dass es jetzt Zeit für Schokolade sei
oder anderem süßen Allerlei.

Mit dem Hinweis auf meine Waage
sage ich ihm: “Kommt nicht in Frage”!!!

“Ja-nein-ja-nein” – der Kampf geht in die nächste Runde,
mir läuft schon das Wasser zusammen im Munde!!!!!!

Ich weiß, ich komme nicht dagegen an
und HOLE MIR SCHOKOLADE MIT MARZIPAN (hmmmmmmmmm……..) 🙂

@JuttaHimstedt

BRAVO!!!! Beide Gedichte haben mir so gut gefallen, dass sich Montag gleich zwei Pakete mit norwegischen Süßigkeiten auf den Weg machen!

Nun wünsche ich Euch allen ein tolles Wochenende, wir werden am Sonntag zum Skispringen an der Holmenkollenschanze gehen. Drückt die Daumen, dass das Wetter hält. Nächsten Freitag erzähle ich Euch davon.

Bis dahin lasst es Euch gut gehen, freut Euch am Unerwarteten, verliert nie die Hoffnung, erforscht die Sehenswürdigkeiten um Euch herum und tanzt endlich den Frühlingstanz!

Ha det bra og stor klem,

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Ulrike

Werbung für norwegische Süßigkeiten ODER Ich liebe Walter!

Die Waage habe ich nach ganz hinten unter den Badezimmerschrank geschoben. Aus den Augen, aus dem Sinn. Ach, wenn es so einfach wäre. Denn auch wenn ich nicht wirklich Gewichtsprobleme habe, merke ich doch, dass die Hosen enger werden. UND WESSEN SCHULD IST DAS???? Also meine nicht. Die Übeltäter kommen harmlos daher, und schlagen dann erbarmungslos zu. Ihr Name: Smash!

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen! Heute dreht sich alles um norwegische Süßigkeiten und ich kann Euch sagen, sie sind gefährlich. Man kann nämlich nicht aufhören, sie zu essen, bis die Tüte leer ist. Das kennt Ihr bestimmt alle! Manche sind nach Chips süchtig, andere nach Schokolade, wenige Glückliche können nicht von gesundem Obst lassen und ignorieren das kalorienhaltige Knabberkram.

Bei mir sind es im Moment Smash, diese wunderbar widerwärtigen Maishörnchen in Schokolade. Eine große Tüte ist keine besondere Anstrengung für mich, das mache ich mit links, da zucke ich nicht der Wimper, da wird aufgerissen und losgegessen bis nichts mehr da ist. Hier mal ein Bild.

Also von den Smash.

Nicht von mir beim Essen.

Das ist kein schöner Anblick.

Hier also…tatarata……SMASH!

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Ich habe sie das erste Mal im Kino kennengelernt und seitdem sind wir Kumpel. Gut, ich vernichte sie hemmungslos, aber das ist ja auch ihr Zweck, und so sind alle glücklich mit der Beziehung. An dieser Stelle meinen uneingeschränkten Dank an die norwegische Schokoladenfirma Nidar. Well done!

Aber es sind nicht nur die Maisschokohörnchen, die meine Jeans ächzen lassen, Skandinavien bietet eine Menge interessanter Köstlichkeiten.

Bamsemums beispielsweise. Das ist jetzt keine norwegische Kinderkrankheit, sondern bedeutet ungefähr „Bärenmampferei“. Ein Marshmellow-Inneres ist mit Schokolade überzogen und wird in Bärenform gebracht. Eine wunderbar klebrige Angelegenheit. Nach drei Bamsemums ist mir gewöhnlich übel, worauf ich noch drei esse und es besser wird.

Hm, ob ich wohl Werbegelder für mein Product Placement beantragen sollte? Das wäre doch toll, dann würde ich mir davon säckeweise von der nächsten Köstlichkeit kaufen. Hierbei handelt es sich Laban Seigmenn, süß-saure Weingummimänner, die batallionsweise in meinem Magen einmarschieren. Irgendein genialer Norweger hat dafür eine Konsistenz erfunden, die nicht so sehr an den Zähnen klebt wie andere Weingummisorten. Ein ganz wunderbare Köstlichkeit aus dem norwegischen Süßigkeitenregal.

@nidar.no

@nidar.no

Kommen wir nun zu meinem langmonatigen Dauerpartner, ein Typ, ohne den mein Küchenschrank ganz einsam wirkt.

Männer im Küchenschrank! höre ich Euch ausrufen. Wilde Sitten da oben in Norwegen. Aber ich muss ihn immer um mich haben. Es geht nicht anders. Und Martin findet ihn auch lecker.

Sein Name: Walter.

Walter Huber kam in den 1960er Jahren aus der Schweiz nach Norwegen, und arbeitet seit 1971 als Schokoladenerfinder. Eines Tages ritt ihn eine Idee und er schmiss ein paar Mandeln in die köstliche Schokolade seines Arbeitgebers, des norwegischen Schokoladenmonopols Freia,  und zack – Walters Mandler war geboren. Hier ist Walter.

http://www.freia.no/om-freia/freia-walter-artikkel/738?#section_2

Und hier ist seine Kreation:

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Danke. Wir lieben dich.

Soweit also zu meinen absoluten norwegischen Lieblingssüßigkeiten. Aber alles hat ja immer zwei Seiten und es gibt auch einige Zuckerkreationen, die mich zu einer Größe 34 werden ließen, hätte ich nichts anderes zu essen.

Als erstes wäre da ein Schokoladenriegel mit dem harmlosen Namen Hobby. Ich würde ihn eher „Bananenhorror“ nennen. Umhüllt von einer Schicht Schokolade kämpft eine Schicht weiche Marshmellowcreme mit einem darüber liegenden Bananen-Gel. Die Schaumcreme ist weich und glibberig, das Gel ein bisschen körnig und das ganze Ding schmeckt nach Banane. Nein, danke.

hobby

Danke an dieser Stelle an die Blogger von Little Norway, die auch schon was über norwegischen Süßigkeiten geschrieben haben und alles hübsch fotografiert haben. Tusen takk!

Unschlagbar ist aber ein anderer Schokoladenriegel, der von vielen als wahre Delikatesse angesehen wird. Ich schüttele mich beim Verzehr. Die angebliche Delikatesse heißt Trioka und, alle Blitzmerker vermuten es schon, es handelt sich um eine dreigeteilte Süßigkeit. Eine harmlose Schicht Marzipan wird von einer Schicht Schokoladencreme überwältigt, die wiederum unter einer Schicht Himbeergelee zu leiden hat. Ich weiß, dass sich das lecker anhört.

Ist es aber nicht.

Irgendetwas stimmt nicht mit der Konsistenz des Fruchtgelees. Sehr schade.

Kommen wir nun noch zu einer Abteilung im Süßigkeitenregal, für die die Skandinavier eine ganz besondere Vorliebe haben. Lakritz! Weiches Lakritz, süßes Lakritz, scharfes Lakritz, saures Lakritz, Lakritz mit harter Schale und pulverigem Inhalt, das mir die Haare zu Berge stehen lässt. Eigentlich nicht viel anders als deutsche Katzenpfötchen, Katjes, oder Salinos. Aber irgendwie ist die Lakritze hier oben schärfer und reinigt die Speiseröhre. Lakritze muss sein! Für die Skandinavier. Ich esse es mal, ja, okay, aber nicht auf Dauer.

Und nun zu einem Bereich norwegischer Süßigkeitenkunst, die eindeutig …aber seht selbst…

@freia.no

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Kvikklunsj

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Na?? Was denkt Ihr?

Also mal ehrlich, wer denkt da nicht sofort an Mars, Kitekat, Smarties und Treets? Aber der Firma, die mir Walter’s Mandel gebracht hat, verzeihe ich das gerne. So ähnlich die Leckerheiten auch aussehen, sie schmecken immer ein ganz bisschen anders als das Original. Kvikk Lunsj schmeckt besser als sein Original, die Schokolade ist weniger süß . Bei Japp hingegen wünsche ich mir immer, ein echtes Mars zu haben. Gibt es ja auch hier in Norwegen, so ist es ja nicht. Aber Freia ist eine Art nationales Heiligtum und wirbt mit dem Slogan „Et lite stykke norge.“ – „Ein kleines Stück Norwegen“ und deshalb greife ich auch hin und wieder zum Japp. Et lite stykke Norge. Ist doch einfach schön. Aber nichts, rein gar nichts, kommt gegen meine momentanen Favoriten an, den Alptraum aller Waagen und Jeanshosen, die maisige Versuchung Smash. Gerade bemerke ich, dass nur noch fünf kleine Schokohörnchen in der Tüte sind!!! HILFE! Schnell zum Supermarkt und Nachschub kaufen!!!

Das war es schon wieder für heute, meine lieben in 7er-Gruppen-Schokolade-genießenden Leser! Wer gerne mal eine der norwegischen Köstlichkeiten probieren will, schreibt mir einfach und ich schicke was los. Oh, oder noch besser und ganz kulturpädagogisch wertvoll: Wir machen einen Wettbewerb!! Wer also ein kleines Osterpaket bekommen möchte, dichtet ein paar Zeilen, sagen wir maximal drei Strophen, zum Thema „Norwegische Süßigkeiten“ und postet es als Kommentar. Nächsten Freitag starte ich dann eine Abstimmung und der Sieger erhält ein Päckchen! Cool! Ha! So machen wir das!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Dichten, habt eine tolle Woche, genießt Köstlichkeiten aller Art, auch wenn Fastenzeit ist und dieser Artikel zu einer wirklich unpassenden Zeit kommt. Nun ja, mir fiel kein anderes Thema ein. *lach* Nächste Woche bin ich für drei Tage in Stavanger und werde im nächsten Blog davon berichten! Lass es Euch bis dahin gut gehen!

Ha det,

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Ulrike

Fotosafari Oslo Teil 2: Ein Spaziergang auf Bygdøy ODER Ich bin reif für die Insel

Plötzlich ist es ruhig um mich herum. Der Lärm, der von der vierspurigen Autobahn kam, ist kaum noch zu hören. Stattdessen lautes Vogelgezwitscher. Ich klettere die vereiste Anhöhe hinauf, biege um die letzte Kurve und da liegt sie vor mir: Bygdøy. Sommerresidenz der Königsfamilie, vielbesuchte Museumsinsel und ländlicher Zufluchtsort mit Badestränden. Vor mir auf der Wiese wälzt sich ein Hund wohlig im Sonnenschein und ich kann mich gerade noch stoppen, es nicht auch zu tun. Ein Nachmittag auf Bygdøy ist wie ein Tag Urlaub.

@Kontik-Museum

@Kontiki-Museum

Guten Morgen, meine lieben Leser, schön, dass Ihr da seid. Und nein, verschwindet jetzt bitte nicht sofort ins Wochenende, weil Ihr denkt: BLOG! 14.30! Und tschüß!!

STOP!

Es ist 9 Uhr! Noch nicht Wochenende! Außer, Ihr gehört zu den glücklichen Menschen, die nicht mehr arbeiten müssen oder gerade Urlaub haben. Alle anderen: Weitermachen!

Ich entschuldige mich für die zeitliche Verwirrung, die daran liegt, dass ich heute nachmittag verabredet bin. Mit einem Pferd. Jawohl, ich werde heute mal das Glück der Erde suchen und hoffe, dass ich es wirklich auf und nicht unter dem noch ahnungslosen Tier finde. Oder neben ihm. Oder wo mich die Erdanziehung so landen lässt. Bevor ich aber zur Kavallerie wechsele, kehren wir zum eigentlichen Thema zurück.

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Bygdøy ist die Halbinsel im Süden Oslos. Neben schicken Villen mit schönen Gärten finden sich hier die bekanntesten Museen der Stadt:

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Am schönsten ist Bygdøy von Mitte März bis Mitte Oktober zu erreichen, wenn Fähren von Aker Brygge aus übersetzen. Den Rest des Jahres kann man den Bus Linie 30 benutzen, der vom Stadtzentrum knapp 30 Minuten benötigt.

Oder man geht zu Fuß. So wie ich.

Bygdoy

Eine Wanderung über Bygdøy dauert für mich ungefähr 2 Stunden und ich nehme Euch jetzt mit, schweige und lasse die Bilder sprechen. Viel Spaß!

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Der erste Blick, wenn man die Autobahn hinter sich gelassen und die erste Anhöhe überwunden hat. Ich war ganz überrascht, gezogene Loipen zu finden. Endlich mal eine Langlaufstrecke, auf der es keine fiesen Abhänge gibt. Hier muss ich nochmal mit Skiern hin. Schnell allerdings, denn es wird von Tag zu Tag wärmer.Weiter geht der Weg übers Feld, außer mir sind nur noch wenige Menschen unterwegs. Toll! (Ach so, ich wollte ja eigentlich schweigen….pscht!)

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So lässt es sich wohnen, oder?

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1880 wurde das Seebad auf Bygdøy eröffnet und bis heute findet sich hier einer der beliebtesten Strände auf der Halbinsel.

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Gerade vielleicht etwas zu kalt zum Baden. Obwohl Eisbaden in Norwegen beliebt ist. Heute wollte aber anscheinend niemand.

Vorbei an dicken Eisschollen geht der Weg hinein in die Wälder von Bygdøy.

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Kleine Lichtungen mit Bänken sind wunderbare Rastplätze.

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Endlich! Mein absoluter Lieblingsplatz auf Bygdøy: Paradiesbukta, die Paradiesbucht.

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Einfach wunderschön. Und auch überraschend:

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Weiter geht der Weg rund um die Insel und bald kehren wir zurück in die Zivilisation: Willkommen in Huk.

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Auf der anderen Seite dieser wunderschönen Villa liegt das Wikingermuseum, ein Höhepunkt, den man nicht verpassen sollte! Hier sind die am besten bewahrten Wikingerschiffe weltweit zu sehen. Sie stammen aus dem 9. Jahrhundert und beeindrucken mich bei jedem Besuch.

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Oh oh meine lieben Leser, die Zeit rast. Ich muss loooooos. Was machen wir denn nun? Aufhören und später weiter? Oder kommentarlos Fotos posten? Meine Zeitplanung ist nicht gut.

Ok, Fotos ohne Kommentar. Stummfilm.

Weiter: Eindrücke Bygdøy!

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Das kennt Ihr schon, richtig?? Das Norske Folkemuseum! Erinnert Ihr Euch? Ich wollte Bäuerin werden nach meinem ersten Besuch!

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Wir nähern uns der königlichen Sommerresidenz! Übt den Knicks und die Verbeugung!

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Huch, keiner da.

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Scale

Seit 2007 nutzt die Königsfamilie die Sommerresidenz erst wieder regelmäßig. Davor? Tja, irgendwie wollte nach König Olavs Tod 1991 dort niemand Zeit verbringen. Aber nun wieder. Sieht ja auch sehr schön aus, oder?

Ein Blick auf die königlichen Stallungen, samt königlichem Wappen. Natüüürlich!

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Unser Rundgang neigt sich seinem Ende zu. Hier die Wiese vom ersten Foto nun von der anderen Seite. Im Hintergrund Blick auf Skoyen und Majorstuen. Da muss ich wieder hin. Puuh. Bus? NEIN! Weiter marsch, marsch!

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Für dieses Mal verabschiede ich mich von Bygdøy, kehre dem edlen Landleben den Rücken zu und werfe mich wieder in den Rachen der Großstadt!

Ich hoffe, die Fototour hat Euch gefallen!

Für mich ist es Zeit, die Stiefel anzuziehen, den Mut einzupacken und mich auf den Weg zu meiner speziellen Verabredung zu machen.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche, geht raus und entdeckt Unentdecktes, zieht die eigenen Füße alle anderen Transportmitteln vor und genießt den kommenden Frühling!

Ha det bra, stor klem,

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Ulrike