„Adjø, Kneippbad und Dampfsauna!“ ODER Wie mich (diesmal) der Hausmeister überraschte

tonecartoons.uk

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Es gibt vieles, was ich am norwegischen Mietwohnungsmarkt ätzend finde: Die Preise (aktuelles Angebot: 41m² in Frogner für knapp 1700,- Euro), der teilweise marode Zustand der Wohnungen (Badezimmer aus den 30er Jahren), die Verfügbarkeit (freie Wohnung ab sofort, aber Kündigungsfrist 3 Monate). Eines finde ich aber ganz prima: Dass die Wohnungen samt Elektrogeräten vermietet werden. Kühlschrank, Herd, Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner gehören in den meisten Wohnungen dazu. Geht dann mal etwas kaputt, ersetzt es der Vermieter.- Und manchmal erwartet er dabei von seinen Mietern telepathische Fähigkeiten.

In meinem Fall war das wenigstens so.

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Erinnert Ihr Euch an die Geschichte von Herrn Siemens, dem Geschirrspüler? Nun, diesmal streikten nicht die Geräte in der Küche sondern im Badezimmer. Die Waschmaschine plante eine neue Karriere als Fliesenwäscher und der Wäschetrockner bildete sich als Saunaofen weiter. Nach jeder Ladung Wäsche hatten wir, kurz gesagt, einen nassen Boden und Nebel im Bad.

Meine entsprechende Nachricht an die Hausverwaltung brachte die übliche Antwort: „Bitte den Kundenservice von Bosch und AEG anrufen.“ Sollte der dann feststellen, dass es sich nicht mehr lohnt, das Gerät zu reparieren, gäbe es Ersatz. Gesagt, getan. Am kommenden Montag klingelte pünktlich um 9 Uhr der Bosch-Mann an der Tür. Als erstes zog der sympathische Techniker seine Schuhe im Flur aus – eine echt norwegische Sitte. In unserer Anfangszeit in Norwegen guckte ich immer irritiert, wenn unser norwegischer Besuch sich im Flur aus den Schuhen puhlte. HEUTE bin ich irritiert, wenn unser deutscher Besuch das nicht sofort tut.

Auf Socken stiefelte Herr Boschtechniker also ins Badezimmer und hatte nach wenigen Minuten das Problem gefunden: Ein riesengroßes Loch im Gummiteil der Trommel war Schuld am nassen Badezimmer. Eine Reparatur lohne sich bei einer derartig alten Maschine nicht mehr, so seine Aussage. Obwohl der Trockner von der Konkurrenz war, warf er einen kurzen Blick aufs Gerät und kam nach meiner Beschreibung der Sauna-Zustände zum gleichen Resultat wie bei der Waschmaschine.

Ich zahlte 800,- NOK an den besockten Techniker, der seine Schuhe wieder anzog und mir einen Bericht per Email am späten Nachmittag versprach. Die Email kam, wurde weitergeschickt an die Hausverwaltung (plus, die, wenn auch firmenfremde, Aussage zum AEG-Trockner) und am nächsten Tag erhielt ich die Antwort: Jawohl, so die Hausverwaltung ungefähr, das höre sich nicht gut an, beide Geräte werden durch ein Kombigerät ersetzt.

Außerdem bräuchten sie noch meine Kontonummer, um die 800,- NOK zurückzuerstatten.

Na, das waren doch mal gute Nachrichten!

WANN der Austausch der Geräte stattfinden würde, wüssten sie noch nicht, es würde sich aber jemand vorher bei mir melden. Prima! Ich hatte von meinem letzten Geräte-Austausch-Abenteuer gelernt und blickte die kommenden Tage IMMER in mein Spamfach – nur für den Fall, dass sich die entsprechende Email dort versteckt hielt.

Nichts passierte. Fünf Tage lang kontrollierte ich Email- und Spamfach, aber nichts. Fünf Tage lang verwandelte sich das Badezimmer weiter zu Kneippbad und Dampfsauna. Ich wurde langsam etwas ungeduldig und erwartete außerdem jeden Tag meinen Nachbarn aus der Wohnung unter uns vor unserer Tür – in Gummistiefeln und mit Regenschirm, weil Wasser durch seine Decke kam. Aber nichts passierte.Tag 6, Tag 7, Tag 8….. Das Leben nahm so seinen Gang, mittlerweile war meine Mutter zu Besuch gekommen und als wir an Tag 9 nach einem Spaziergang zurückkamen, bot sich uns folgendes Bild:

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Da stand ein kombinierter Waschtrockner vor meiner Wohnungstür.

Und wollte anscheinend hinein.

Ok, beschloss ich, es gab drei Möglichkeiten:

  1. Ich besitze ein weiteres Spampostfach, vom dem ich bisher nichts wusste.
  2. Ich habe die Email mit dem Termin gesehen und SOFORT wieder vergessen.
  3. Dr. Who hatte meine Mutter, Gesa und mich während des Spaziergangs in seine Tardis gelockt und in die Zukunft gebracht – dabei DEN Tag übersprungen, an dem ich die Email gefunden hätte.

Ok, ok, Möglichkeit 3 war nicht sehr wahrscheinlich. – Aber es war definitiv meine Lieblingsmöglichkeit!

Auf der Kombimaschine lag eine Nachricht für mich: „Können Sie mich bitte anrufen? Tel.: 12345678. Gruß, Stina.“ Stina ist unser neuer Hausmeister und sobald ich Kind und Schuhe abgelegt hatte, tippte ich entschlossen und gleichzeitig schuldbewusst Stinas Nummer. Da quält sich der arme Mann in die dritte Etage, um dann unverrichteter Dinge wieder gehen zu müssen. War mir das peinlich!!! Es klingelte. Folgender Dialog ergab sich:

Ulrike: „Hallo Stina, hier ist Ulrike aus der Sorgenfrigata.“

Stina: „Ah, ja! Hei!“

Ulrike: „Ich komme gerade nach Hause und finde einen Waschtrockner vor meiner Tür.“

Stina: „Ja, den habe ich dort hingestellt.“

Ach nee….

Ulrike: „Es tut mir leid, anscheinend habe ich die Email mit dem Termin nicht gesehen.“

Stina: „Es gab keinen Termin.“

Stille. Ich versuchte, diese unerwartete Information zu verarbeiten.

Ulrike: „…äh…“

Stina (lacht): „Und deswegen auch keine Email!“

Das hatte eine gewisse Logik.

Ulrike: „Ja, aber…wie…äh…was?“

Stina: „Ich dachte, ich komme einfach mal vorbei. Aber dann hatte ich keinen Schlüssel und konnte nicht rein. Und Sie waren ja nicht da.“

Wie jetzt, ich war nicht da? Wieso hätte ich denn auch….

Ulrike: „Ich konnte ja nicht ahnen, dass Sie und die Maschine kommen.“

Stina: „Hätte ja sein können.“

An diesem Punkt musste ich tief einatmen und überlegen, ob ich im Mietvertrag angegeben hatte, übersinnliche Fähigkeiten zu besitzen. Oder ob das vielleicht eine Anforderung war, um diese Wohnung zu mieten. Mist, und nun war ich aufgeflogen….Hoffentlich holte mich Dr. Who bald wieder ab!

Ulrike: „Ja, tut mir leid, ich habe das leider nicht geahnt.“

Stina: „Macht ja nichts.“

Stille.

Pause.

Waschtrockner: „Hallo? Ich steh hier immer noch.“

Ulrike: „Ja, und was passiert nun?“

Stina: „Ich komme morgen vorbei.“

Ulrike&Waschtrockner: „MORGEN?“

Stina: „Das Gerät ist so ein Schwergewicht, das nimmt schon keiner mit.“

Waschtrockner: zieht hörbar und empört Luft ein.

Stina: „Ich rufe vorher nochmal an, ja? Bis morgen!“

Wir beendeten dieses merkwürdige Gespräch. Ich berichtete dem Waschtrockner sein Schicksal. Dann schloss ich die Tür wieder und dachte: „Das ist so typisch norwegisch!“

Am nächsten Morgen kam Stina wie versprochen vorbei, ließ seine Schuhe an (es scheint besondere Schuhregeln für schwere körperliche Arbeit zu geben), tauschte die Geräte aus und nach knapp einer Stunde stand Herr Waschtrockner Bosch im Badezimmer. Ich verbringe seitdem viel Zeit mit ihm. Ich helfe ihm einerseits, das Flur-Trauma zu überstehen, andererseits versuche ich, meine telepathischen Fähigkeiten gegenüber Elektrogeräten auszubauen. Wer weiß, wann das mal wieder von mir verlangt wird.

Der Herd hustet seit kurzem auch so komisch.

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß beim Lesen! Habt ein tolles Wochenende und eine noch tollere Woche, lasst Euch überraschen und vergesst nicht zu lachen! In der Deutschen Gemeinde zeigen wir morgen in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Oslo einen absoluten Filmklassiker: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Ab 13 Uhr – kommt zahlreich und habt Spaß! – Meine wöchentlichen Grüße gehen diesmal an unsere Berliner Lieblings-nun-nicht-mehr-Studentin-Nichte Meli, die gerade ihre Masterthesis  erfolgreich verteidigt hat! Klasse! Hipphipphurrah!

Macht es gut, bis nächsten Freitag!

Ha det,

Herr Bosch

Ulrike

Undercover auf Wohnungskauf in Oslo ODER Hahahaha, WIEVIEL soll die kosten???

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Die Reaktionen sind meistens ähnlich: Verständnisvolles Nicken, betretenes Schweigen oder ein Aufschrei der Empörung. „WAS macht Ihr?“ Als wir neu in Norwegen waren, hat uns gerade die empörte Reaktion verunsichert. „Ja, aber das ist doch ganz normal!! In Deutschland machen das ganz viele…“ Ungläubiges Kopfschütteln der norwegischen/skandinavischen Bekannten folgte. Worum geht es hier? Unsere politische Einstellung? Eine ungewöhnliche Freizeitgestaltung? Tischsitten? Nein.

Es geht darum, dass wir unsere Wohnung…mieten.

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Eine Wohnung oder ein Haus zu mieten ist in Skandinavien (fast) verpönt. Studenten wird es noch nachgesehen, aber jeder halbwegs etablierte Erwachsene hat gefälligst zu kaufen. Laut SSB, dem Statistikbüro Norwegen, besitzen fast 80% der Norweger ein Haus oder eine Wohnung (oder beides). Laut Eurostat liegt das skandinavische Land damit auf Platz 9 im europäischen Vergleich. Auf dem ersten Platz im Wohneigentum: Rumänien mit 96%. Auf dem letzten: Deutschland mit 46%. In keinem Land Europas ist der Anteil der Eigentümer so gering wie in Deutschland.

Warum?

Das Thema beschäftigt seit Auftauchen der Statistik die Gemüter (Wer ist schon gern Letzter?). Zwei Gründe scheinen für die hohe Anzahl an Mietern in Deutschland ausschlaggebend zu sein: Zum einen Geschichte und zum anderen der Finanzmarkt. Im zweiten Weltkrieg zerstörten die Alliierten einen großen Teil des Wohnraums in Deutschland und nach Kriegsende fehlten über vier Millionen Wohnungen für die Zerbombten und Vertriebenen. Statt aber Kredite für Hausbau oder Hauskauf zur Verfügung zu stellen, förderte der Staat in den 50er Jahren den sozialen Wohnungsbau. Später wurde der Mietmarkt privatisiert und die Investition in Mieteigentum lohnend. Heute herrscht in Deutschland eine gut funktionierende Mietkultur. Auch, wenn manche Städte wie München nicht genug Wohnraum bieten, ist der Mietmarkt in Deutschland, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, groß und gut reguliert.

Im Ausland (Horrorbeispiel USA) bieten die Banken Menschen mit niedrigem oder unregelmäßigem Einkommen Kredite an – nicht so in Deutschland – und ermöglichen sogenannte Nullfinanzierungen. In Deutschland liegt der Eigenkapitalanteil, wenn ich mich nicht täusche, bei 15 bis 20 %.  Der deutsche Finanzmarkt bestimmt also indirekt die Anzahl von Mietern und Eigentümern. Und gerade das vorsichtige Verhalten der Banken hat uns irgendwie erzogen. Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich bekomme allein bei der Vorstellung hoher Schulden/Kredite mit einer Laufzeit von 25 Jahren das blanke Panikgefühl.

Fazit ist also: Mieten in Deutschland ist geschichtlich und ökonomisch geprägt, völlig akzeptiert und ob wir nun auf dem letzten Platz der Statistik stehen oder nicht, wen kümmert es?

Ganz anders, wie gesagt, in Norwegen. Mieten bleibt hier größtenteils Studenten und Ausländern vorbehalten, aber auch die verwandeln sich irgendwann in Eigentümer. Die meisten Mietwohnungen stehen in Oslo in den Vierteln zur Verfügung, in die es viele Studenten/ (gutverdienende) Ausländer zieht: Majorstuen, Frogner, Grünerløkka. Die Mietpreise sind horrend und viele Wohnungen werden darum als WGs vermietet. Kaum ein WG-Zimmer in den beliebten Wohnbezirken kostet unter 5000,- NOK, umgerechnet rund 625,- Euro. Mieten ist für viele eine vorübergehende Notsituation, bis man irgendwann den ersten Schritt auf den Eigentumsmarkt wagt.

„Wie läuft das wohl ab, so ein Wohnungskauf?“ habe ich mich gefragt. Viel hatte ich vor allem schon über die notorische budrunde gehört und gelesen, die Gebotsrunde, die im technischen versierten Norwegen via Email oder SMS abläuft. Viel wurde mir erzählt von völlig überteuertem Eigentum, von Häusern, die für mehrere Millionen über Einstiegswert verkauft wurden. Zu gern würde ich ja mal an so einem Verkaufsablauf teilnehmen. Einfach so, just for fun.

„Ja, mach doch!“ antwortete mir Freundin Anne beim gemeinsamen Kaffee. Ich müsste mich einfach nur in eine ausliegende Liste bei einer visning (Besichtigung) eintragen und schon würde ich über alle abgegebenen Gebote per SMS informiert.

Echt? Einfach so? Toll! Nichts wie hin!

Noch am selben Tag sitze ich also vor dem Computer und suche nach möglichen Kaufobjekten. Die in Norwegen wichtigste Internetseite für den Wohnmarkt heißt finn.no, ich bin hier regelmäßig zu Besuch und gucke nach Mietwohnungen. (Nächstes Jahr wollen wir umziehen und ich will auf dem Laufenden bleiben, aber das nur nebenbei.) Statt aber bolig til leie (Wohnraum zu mieten) anzuklicken, wähle ich diesmal bolig til salgs (Wohnraum zu verkaufen). Dann erkläre ich finn.no, dass mich Wohnungen mit drei Schlafzimmern und Balkon in Uranienborg und Majorstuen interessieren, also in nächster Umgebung.

Klick.

20 Objekte erscheinen auf dem Bildschirm, unter ihnen ein sogenanntes townhouse mit 239m² für 25 Millionen Kronen. Na, wir wollen es ja mal nicht übertreiben. Um DAS Haus zu besichtigen, muss man wahrscheinlich vorher sämtliche Finanzen offen legen und zum Lügendetektortest. Ich klicke mich von Eigentum zu Eigentum und entscheide mich schließlich für eine Wohnung im Camille Collett vei, einer meiner Lieblingsstraßen in Oslo. Die 78m² Wohnung wird für 4.090.000,- NOK angeboten, umgerechnet rund 510.000,- Euro. Ein Schnäppchen in dieser Gegend. Das visning ist am kommenden Sonntag zwischen 12 und 13 Uhr und offen für alle Interessierten. Die angezeigten Bilder sehen vielversprechend aus, die Wohnung wirkt gepflegt und gut in Schuss. Nichts wie hin da!

Am darauffolgenden Sonntag machen wir uns gut gelaunt auf den Weg. Der Camille Collett vei liegt 15 Minuten Fußweg von uns entfernt, mitten in Frogner und besteht größtenteils aus gut erhaltenen, wunderschönen Altbauten. Das Haus in dem „unsere“ Wohnung liegt, ist häßlich wie die Nacht, aber vom Balkon hat man einen wunderbaren Blick auf einige der schönsten Häuser der Straße. Und wie oft sitzt man schon VOR dem eigenen Haus und guckt es an? Kurz vor dem Ziel werden wir von zwei energischen Paaren in den 50ern überholt. „Ich wette, die gehen auch zum visning“, sage ich zu Martin. Ein blaues Schild der Maklerfirma hilft uns den Eingang zu finden. Die Haustür ist verschlossen, aber auf dem Klingelschild der 2. Etage klebt ein Zettel mit dem Namen des Maklers. Nach einem Augenblick surrt der Türöffner und wir klettern die Treppen hinauf.

Reges Stimmengewirr dringt durchs Treppenhaus, die Tür der Wohnung im 2. Stock ist angelehnt. Rund 15 Leute sind anwesend, zwei weitere drängeln sich schon wieder an uns vorbei nach draußen. Nonchalant, als würden wir uns täglich Wohnungen für 510.000,- Euro  angucken, treten wir ins Wohnzimmer und mein erster Blick fällt auf die beiden energischen Paare von der Straße. Ha, hab ich doch gewusst, dass wir die hier wiedersehen. Im Wohnzimmer flätzen sich zwei gelangweilte Kinder auf dem wollweißen Stoffsofa, während ihre Eltern kritisch den offenen Kamin betrachten. Wir gehen ins angrenzende Schlafzimmer und blicken uns um. Und lernen, dass Fotos, im richtigen Winkel aufgenommen, über vieles hinwegtäuschen: Die Fenster sind alt mit brüchigen Rahmen, die Heizungskörper anscheinend aus dem Baujahr des Hauses 1931. Der begehbare Kleiderschrank könnte noch nicht mal als „shabby chic“ oder „retro“ verkauft werden und die Farbe der Fliesen im angeschlossenen Badezimmer treibt mir das Wasser in die Augen.

Ich will meinen Augen eine Erholung bieten, schwenke sie weg von den gruseligen Fliesen, als sie einen weiteren Schock erleiden: Unbemerkt ist ein solariumgebräunter Mann in rosa Hemd und knallgrüner Hose in den Raum gekommen. Ich springe vor Schreck fast nach hinten. Es ist der Makler, der uns begrüßt und einige Anmerkungen zum Schlafzimmer macht. Mein Blick ist auf das rosa Hemd fixiert und Martin muss den größten Teil des Gesprächs übernehmen.

Der Verkaufskatalog und die Liste lägen auf dem Esstisch, lässt die rot-grün-Kombination uns wissen und dankbar verlasse ich das Schlafzimmer. Die aus edlem Papier und mit güldenen Buchstaben bedruckte Verkaufsmappe wandert in meinen Besitz und ich trage mich auf der Liste der Interessenten mit Namen und Telefonnummer ein. (Nicht ohne natürlich vorher genau zu lesen, ob ich dann eventuell auch mitbieten muss! – Muss ich nicht.) Währenddessen hat Martins handwerkliche Seite Überhand gewonnen und er führt mich von Zimmer zu Zimmer, um mir zu zeigen, was hier alles gemacht werden müsste. Als wären wir wirklich an der Wohnung interessiert. Mein Mann ist ein echter Undercover-Profi! Auch der Makler ist von Martins offensichtlichem Interesse überzeugt und gibt Tipps zu Wandaufbrüchen und Kaminverkleidungen.

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Ich wandere durch die Räume und versuche zu verstehen, aus welchem Grund diese Wohnung für 4 Millionen Kronen angeboten wird. Erstens, natürlich, ist es immer: Location, Location, Location. Wir befinden uns in einem der teuersten Wohngebiete Oslos, das macht einen Teil aus. Dann sind es drei Schlafzimmer und ein nicht zu kleiner Balkon. Der Parkettboden im Wohnzimmer scheint original aus den 30ern zu sein, die Fenster sind doppelt verglast.

Auf der anderen Seite: Alle Heizkörper müssen wenn nicht ersetzt, dann doch wenigstens komplett renoviert werden. Die Fensterrahmen sind brüchig, die Wände mit Bohrlöchern übersät und dringend streichbedürftig. Die Küche ist veraltet, die Armaturen abgenutzt, die eingebauten Schränke noch nicht einmal mehr „shabby chic“. Das Badezimmer ist unmodern, im ersten gibt es keine Toilette, im zweiten dafür eine Toilette, aber nur ein Waschbecken. Alles wirkt alt und abgenutzt. Von den Fliesen wollen wir gar nicht reden. Die ganze Wohnung braucht also Schönheitsreparaturen. Die kosten natürlich nicht die Welt, aber fallen in wirklich jedem Raum an. Und das noch oben drauf auf die eh schon hohe Kaufsumme  – WER macht das?

Ich stelle mir vor, dass hier wäre eine Mietwohnung und ich bei der Besichtigung. Schon nach fünf Minuten wäre ich wieder gegangen. Klar, im Notfall wäre die Wohnung „sofort bezugsfähig“, aber wirklich nur im Notfall. Auch im Vergleich mit unserer momentanen Wohnung schneidet diese hier schlecht ab. Die beiden ähneln sich in Aufbau und Ausstattung, beide Häuser sind aus derselben Zeitperiode, aber unsere Wohnung ist viel besser in Schuss.

Martin hat seine Fachgespräche mit dem Makler beendet, der wahrscheinlich große Hoffnungen in uns hat, nachdem wir das Paar waren, das insgesamt die meiste Zeit hier verbracht hat. Wenn der wüsste! Mit einem letzten Blick auf die wackelige Flurgarderobe verabschieden wir uns, sicher, dass niemand diese Wohnung in diesem Zustand kaufen wird.

Am nächsten Abend bekomme ich eine SMS. „Budvarsel“ lautet die Überschrift, Angebotsnachricht. Oho, da hat tatsächlich jemand auf die Wohnung geboten. Aber bestimmt weit unter gefragtem Preis. 3 Millionen, tippe ich…

Ein Angebot über 4.500.000,- NOK eröffnet die Gebotsrunde. 4,5 Millionen? Aber der geforderte Preis lag laut Annonce doch nur bei 4,09 Millionen! Na, das geht ja gut los. Das Angebot ist vorbehaltlos, das heißt der Bieter verfügt über ausreichende Mittel, die per Finanzierungsbeweis bestätigt sind. Das Angebot ist  bis zum kommenden Tag um 12 Uhr gültig.

Um 11.49 Uhr am nächsten Tag kommt ein Gegengebot: 4,6 Millionen bietet ein Interessierter, auch sein Angebot gültig bis um 12 Uhr. Nur sieben Minuten später die Reaktion: 4,8 Millionen liegen jetzt auf dem Tisch. Die Versteigerungsrunde ist in vollem Schwung, das jeweilige Angebot immer nur 15 Minuten gültig.

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Sechs Minuten später das nächste Angebot, doch der Bieter ist vorsichtig, er erhöht nur um 50.000,- Kronen. Wer mitgerechnet hat, weiß: Wir sind jetzt bei 4,85 Millionen Kronen. Es dauert nur drei Minuten bis zur nächsten SMS: Um 12.09 Uhr liegt das Kaufgebot für die renovierungsbedürftige, 78m² große Dreizimmerwohnung bei 5 Millionen Kronen.

625.000,- Euro.

Und dabei bleibt es. Es kommen keine weiteren Nachrichten und am späten Nachmittag wird die Wohnung bei finn.no bereits als solgt, also verkauft, ausgewiesen.

Ich bin, ehrlich gesagt, von den Socken. Den Ausgangspreis fand ich schon unglaublich, aber dass das endgültige Gebot noch eine Million Kronen darüber lag, ist unvorstellbar. Wie stark wirkt bei diesen Versteigerungen auch der sportliche Ehrgeiz? Das „Ich will das jetzt haben!“-Syndrom?  Ich kann es nicht fassen, aber vielleicht bin ich auch zu naiv und sehe den EINDEUTIGEN Vorteil der Wohnung nicht?

Was verstehe ich schon davon…ich MIETE ja auch…!

Was ich jetzt besser verstehe, ist das norwegische Wohnungskaufsystem und ich muss sagen: Spannend ist es schon. In diesem Fall war die budrunde kurz und schnell vorbei, aber für den ersten Eindruck hat es mir gereicht. Außerdem war es unterhaltsam, einfach mal fremde Wohnungen zu besichtigen. Ich glaube, ich habe ein neues Hobby.  Mal gucken, was für visnings es kommenden Sonntag in der Umgebung gibt……

***

Das war es für heute meine lieben Leser! Was für Erfahrungen habt Ihr mit Haus- oder Wohnungskauf, wie findet Ihr es zu mieten oder warum wollt Ihr es nicht? Es wäre toll, wenn Ihr Eure Erfahrungen mit mir teilt! Danke an dieser Stelle an Anne für die gute Idee, einfach mal zum visning zu gehen. Der nächste Kaffee geht auf mich :). Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, unternehmt mal etwas Ungewöhnliches, bleibt neugierig und lasst es Euch gut gehen – ob in der Mietwohnung oder im eigenen Häuschen.

Ha det bra,

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(Mit Grüßen aus der Mietwohnung!)

Ulrike

„Sie baden gerade Ihre Hände drin…“ ODER Wie mich mein norwegischer Vermieter überraschte

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Ich bin eine Sklavin der Technik. Vielleicht liegt es an den Ingenieurgenen meines Vaters, vielleicht auch an Norwegen, in dem jeder Nicht-Smartphonebesitzer misstrauisch beäugt wird. Ganz egal. Fakt ist: Mein Geschirrspüler war kaputt und das hat mir gestunken. Sollte ich jetzt etwa PER HAND abwaschen??????

Hallo meine lieben Leser, wie schön, uns hier zu treffen. Die Kastanienbäume in der Sorgenfrigata blühen…,

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…Rafa Nadal fegt über den Ascheplatz in Paris und ich sitze im Top am Schreibtisch mit einem Glas gekühlter Limonade neben mir. Noch gestern hätte ich dieses Glas nur unter einem einzigen Aspekt angesehen: Mist, muss ich das nachher wieder abwaschen? Aber, meine lieben Leser, es kommt immer anders als man denkt.

Starten wir am Anfang: Vor vierzehn Tagen, kurz nachdem wir aus Deutschland zurückgekehrt waren, beschloss der Geschirrspüler in unserer Wohnung sein Arbeitsfeld zu erweitern. Nicht nur Geschirr wolle er spülen, nein, auch der Küchenfußboden sollte gereinigt werden. Weshalb er ungefähr die Hälfte seines Wassers dem Boden widmete, ohne uns vorher in irgendeiner Form davon zu informieren. Nachdem Martin das neuangelegte Kneipp-Bad in unserer Küche entdeckt hatte, taten wir das einzig Sinnvolle und setzten den Spüler außer Betrieb. Und wischten den Küchenfußboden, der nun wirklich viel sauberer war.

Das Geschirr allerdings nicht, das mussten wir ab jetzt mit der Hand abwaschen. Ich weiß, ich weiß: Seit Erfindung des Geschirrs haben Menschen für Jahrtausende mit der Hand abgewaschen. Und sind nicht daran zugrunde gegangen. Aber ich wette, niemand hat es wirklich gern gemacht! „Weißt du, was wir jetzt machen???? –  Wir waschen ab!!!! – Juchhuu!!!!!“

Nein, glaube ich nicht.

Rettung nahte aus den USA: Josephine Cochrane hatte Ende des 19. Jahrhunderts auch die Nase voll von schrumpeligen Fingern und entwickelte die erste funktionierende Geschirrspülmaschine. 1929 schaffte es der Geschirrspüler auch in europäische Küchen. Und deshalb….

(Moment, Matchball für Rafa Nadal….gegen Aufschlaf von Martin Klizan….OOOOOOH! Nadals Ball im Netz. Vorteil Klizan. Spiel Klizan. Rafa schlägt zum Match auf. 15:0. Klizans Ball geht ins Netz. 30:0. Noch zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt. Ball im Aus. 30:15. Onkel Toni Nadal zieht eine Grimasse. HA! Wunderbar ausgespielt. Nadals Ball kommt direkt am Netz runter, unerreichbar für Klizan. 40:15. Zwei Matchbälle für Rafa. Langer Ballwechsel. Na, los jetzt. JAWOLL! Klizans Ball im Aus. 4:6, 6:3, 6:3, 6:3 gewinnt der Spanier. Großer Applaus in Paris. – Ich bin besorgt. Es ist erst die zweite Runde bei den French Open und Nadal hat schon jeweils vier Sätze zum Sieg gebraucht. Warten wir ab. Ich sehe ihn nicht im diesjährigen Finale. Aber ich lasse mich nur zu gern vom Gegenteil überzeugen.)

Ob Rafa mit der Hand abwaschen muss? Er lebt im Haus seiner Eltern, trotzdem bezweifele ich, dass Mama Nadal ihren berühmten Sohn an die Spüle diktiert. Außerdem wird Geschirr in der Maschine einfach sauberer. So tiefenrein irgendwie. Kein Wunder, denn niemand wird Geschirr im 65°-heißen Abwaschwasser per Hand spülen. Um nun endlich zu meiner Geschichte zurückzukommen:

Unser Geschirrspüler war also außer Betrieb. Kaputt. Tot. In das Verhältnis Vermieter – Mieter vertrauend, schrieb ich also eine email an PECULIA, unserer Vermieterfirma und klagte mein Leid. Das sei bedauerlich, las ich in der Antwort, ich solle doch einen Techniker bestellen, der sich das Problem angucken würde. Ich solle aber bitte beachten, dass wir die Reparatur selber bezahlen müssten, PECULIA würde nur im Fall einer Neuanschaffung die Kosten übernehmen.

Ach?

Ja, das hätten wir im Mietvertrag unterschrieben.

Ach?

Oh. Stimmt, hatten wir. Tja, ich wollte die Wohnung unbedingt, da wurden solche Kleinigkeiten sorgenlos beiseite gewischt.

Ok, ok, schrieb ich also an Whirlpool Norge und bat um Hilfe.

Ja, sie würden gerne jemanden schicken, ich solle doch nur bitte VORHER die Schläuche hinter der Maschine kontrollieren, nicht, dass der Techniker für so eine Kleinigkeit wie einen eingeklemmten Schlauch kommen muss. Kontrolle, ok…äh. Die Maschine ist eingebaut, kann ich die einfach so rausziehen, nicht dass ich es noch schlimmer mache? Ich nahm also Kontakt zu unserem Hausmeister auf. Nein, schrieb der zurück, er könne auch nicht helfen. Ich solle den Techniker bestellen.

Langsam hatte ich keine Lust mehr und außerdem meine Handabwaschtechnik ausgefeilt. Ich ließ die Sache zwei Tage ruhen und hörte weder von Vermieter, Hausmeister noch Werkstatt.

Gestern Vormittag klingelte es dann plötzlich an der Tür.

Als ich neugierig öffnete, standen vor der Tür: Hausmeister Roger, ein mir unbekannter Peculia-Techniker und eine Geschirrspülmaschine. Ich blickte alle drei verwirrt an. Es ergab sich folgender Dialog (auf Norwegisch, hier also in Übersetzung):

I

Ich verwirrt:                                       Hei!

Hausmeister Roger:                      Hei!

Techniker:                                        Hei!

Geschirrspüler:                                  —

Ich:                                                     Kann ich Ihnen helfen?

Hausmeister Roger:                      Äh, ja sicher. Bei Ihnen ist doch der Geschirrspüler kaputt, oder nicht?

Ich (etwas unsicher):                       Ja…?

H. Roger (erleichtert):                     Na, dann ist ja gut. Wir bringen nämlich den neuen Geschirrspüler.

Ich:                                                    Den … neuen??

H. Roger (langsam):                       Der alte ist kaputt, richtig???

Ich:                                                    Ja.

H.Roger (ganz sanft):                     Wir bringen einen, der NICHT kaputt ist.

Ich:                                                   Das ist überraschend.

Techniker:                                      Haha! Surprise!

H. Roger:                                        Tja. – Können wir dann jetzt?

 

Worauf alle drei die Wohnung betraten. In den kommenden 20 Minuten wird der alte Spüler abgebaut und nach draußen geschoben, der niegelnagelneue Spüler installiert, ich bekomme eine kurze Einweisung und dann sind sie so schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen sind. Martin und ich sitzen lachend im Wohnzimmer und verstehen die Welt nicht mehr. „Wie können die völlig ohne Anmeldung hier auftauchen?“ frage ich mich immer wieder. Ist das jetzt typisch norwegisch, dass man tonnenschwere Küchengeräte auf gut Glück durch die Gegend chauffiert und hofft, dass jemand zuhause ist?

Und jetzt kommt ein guter Tipp von mir an Euch, meine lieben Leser, also Obacht!!!

Kontrolliert nicht nur Eure emails im Postfach täglich.

Kontrolliert auch Euer Spam-Fach!

Ich mache das so alle …pfff….zwei bis drei Tage und entdeckte daher erst am späten Nachmittag nach der Geschirrspüler-Lieferung folgende email:

„Hei, vi bytter oppvaskmaskinen, dette blir gjort på torsdag. Er dere ikke hjemme vil vi låse oss inn i leiligheten. Mvh Roger“

Am Mittwoch bereits hatte Roger Hausmeister mir also geschrieben: „Wir tauschen den Geschirrspüler aus, das wird am Donnerstag gemacht. Falls Ihr nicht zuhause seid, lassen wir uns selbst in die Wohnung. Mit freundlichen Grüßen Roger“. Nun stelle ich mir vor, ich wäre nicht daheim gewesen und wäre zurück gekommen, so gegen 16 Uhr. In der Küche hätte ein neuer Geschirrspüler auf mich gewartet. Ohne Erklärung. Ich zweifele regelmäßig an meinem Verstand, oft grundlos, aber diesmal hätte ich allen Grund gehabt.

Jetzt verstand ich auch, warum Roger Hausmeister meine Überraschung ob seines Auftauchens so irritierend fand. Aber nun mal ganz im Ernst: Einfach so eine email zu schreiben, ohne Terminvereinbarung, ohne Nachfrage ist ja auch ein bisschen naiv. Oder sorglos. Oder…typisch norwegisch??

Wie dem auch sein, Ende gut, alles gut: Der neue Spüler und ich sind schon gute Freunde geworden, das dreckige Geschirr verschwindet ab nun wieder in den Tiefen des wunderbaren Elektrogeräts und die Abwaschbürste geht in Urlaub. Ich kontrolliere mein Spam-Postfach nun jeden Tag und freue mich, dass ich es vor ein paar Tagen nicht getan habe, sonst hätte ich heute keine Geschichte erzählen können. Auf die Frage, warum die alte Spülmaschine nicht kontrolliert wurde, ob sie vielleicht hätte gerettet werden können, ob es eventuell nur ein verdreckter Filter war, der nach kurzer Reinigung wieder neues Leben in die alte Maschine gepumpt hätte – alle diese Fragen beantwortet mir niemand, aber vielleicht ist das auch etwas typisch Norwegisches:

Einfach schnell was Neues kaufen.

Aber ich will nicht kritisieren.

Ich freue mich einfach! Und lache noch eine Runde……

Das war es schon wieder für heute, meine lieben Leser. Eigentlich wollte ich noch von unserem gestrigen Theaterbesuch erzählen, aber das verschieben wir auf nächste Woche. Nur so viel: Wir waren in der Onkel Vanja – Inszenierung von Liv Ullmann am Nationaltheater und haben kaum ein Wort verstanden. Schön war es trotzdem. Ich habe außerdem spannende Theaterpläne für nächstes Jahr und  bereits Kontakt mit einem Theaterverlag in Berlin aufgenommen, um mir drei Stücke näher anzugucken. Mein Favorit: Faust – von zwei Personen gespielt.  Drückt mir die Daumen, dass ich alles so schaffe, wie ich es mir wünsche.

Euch allen wünsche ich eine tolle Woche mit SONNE!! Ich höre nur von Regen, Regen und Regen. Ärgert Euch nicht zu sehr darüber sondern tanzt in Gummistiefeln durch die Pfützen! Nehmt das Wetter mit Humor, ich puste Euch auf jeden Fall etwas von unserer Sonne in den Süden. Meine Grüße gehen diese Woche an Helga, Leonie, Ingmar, Louis und Ajax Hensel, Ihr habt mir eine Woche lang gezeigt, wie schön Niedersachsen wirklich ist! Danke dafür und viel Spaß auf Euren nächsten Deutschlandreisen!

Ha det bra,

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Ulrike & Herr Siemens, der neue Küchenheld.