Schwanger in Norwegen ODER Immer mit der Ruhe!

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Ein Kind zu bekommen ist schon aufregend genug. Es in einem (relativ) fremden Land zu bekommen, dessen Sprache frau nicht hundertprozentig beherrscht, steigert die Aufregung. Dankbar ist frau da um jede Information über das Wie, Was, Wo und Wann. Voilà!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Hier ist er also, wie angekündigt, der rein informative Blog zum Thema „Hilfe, ich bekomme ein Kind in Norwegen – wie geht das hier???“. Alle Leser, die weder schwanger sind, noch planen schwanger zu werden und überhaupt das Thema nicht so prickelnd finden, verweise ich auf das umfangreiche Archiv des Blogs – hier finden sich wahre Juwelen :).

Alle anderen begrüße ich auf der Reise von „Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal meine Regel?“ zu „Der Name Gesa ist eine ungewöhnliche Wahl. Sind Sie sicher, dass kein Schreibfehler vorliegt?“

Die Reise beginnt, wie in Deutschland, mit dem Schwangerschaftstest. Der heißt in Norwegen graviditetstest, kostet ca. 40 NOK und findet sich an der Kasse im Supermarkt oder in Apotheken.

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Nach dem überraschenden oder erwarteten, auf jeden Fall aber schwerwiegenden Auftauchen von zwei blauen Streifen, sollte die Selbstdiagnose „Jeg er gravid!!!“  (Ich bin schwanger!) vom fastlege (Hausarzt) bestätigt werden. Manche Bluttests und einen erneuten Schwangerschaftstests später, steht dann fest: Ein Baby ist auf dem Weg!! Einige Frauen wechseln nun zum Gynäkologen, andere, wie ich, bleiben bei ihrem Hausarzt. Das ist in Norwegen nicht ungewöhnlich und eine Überweisung zum Frauenarzt muss wohl, so habe ich gehört, auch fast erkämpft werden.

(An dieser Stelle ein kurzer Einschub: Ja, es ist mir wohl bewusst, dass es auch Ärztinnen und Gynäkologinnen gibt, aber das doppelte Getippe ist mir zu blöd. Es sollen sich daher bitte, bitte, bitte, ALLE angesprochen fühlen. Männer, Frauen und alle dazwischen und alle Übergetretenen. – Ok, erledigt, weiter im Text.)

Um das ganze offiziell zu machen, erhält die (hoffentlich) glückliche Mutter, neben der Aufforderung ab jetzt täglich Folsäure zu schlucken, eine helsekort for gravide (Gesundheitskarte für Schwangere), das norwegische Gegenstück zum Mutterpass. Das DIN-A4 große Papier ist etwas unhandlich und sieht nach 9 Monaten auch ziemlich abgenutzt aus, aber gut, so lange man noch lesen kann, was drauf steht, ist alles im grünen Bereich. Die helsekort enthält neben den Angaben zu Mutter und Vater den vermuteten Geburtstermin, ein Diagramm, auf dem akribisch die Wachstumsfortschritte des Babies verzeichnet werden und ein Kommentarfeld für jede Vorsorgeuntersuchung.

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Gilt man, wie ich mit 42, als Risikoschwangerschaft, gibt es neben den üblichen noch einige zusätzliche Untersuchungstermine. Ich hatte in der 10. Woche ein Gespräch am Rikshospitalet (Reichskrankenhaus) hier in Oslo und zwar in der Abteilung für Fosterdiagnostikk (Pränataldiagnostik). Eine Hebamme klärte Martin und mich über mögliche Risiken auf, zeigte uns Statistiken zur Wahrscheinlichkeit von schweren Behinderungen bei Spätgebärenden und bot uns verschiedene Testverfahren an. Wir entschieden uns für einen Bluttest, durch den gewisse Risiken festgestellt werden könnten und einen Ultraschall, der noch in derselben Woche durchgeführt wurde. Weitere Tests hätte man uns nur angeboten, wären die Testergebnisse der ersten Tests auffällig gewesen. (An dieser Stelle haben wir uns gefragt: Was sollen wir denn machen, wenn die Ärzte sagen, es bestände eine, sagen wir, 45% Chance auf eine schwere Behinderung? Wie gehen wir damit um? Eine Entscheidung, die ich nicht treffen möchte und die ich auch niemandem wünsche, machen zu müssen.)

Der erste Ultraschall also in der 10. Woche, Gesa war schon als richtiger kleiner Mensch erkennbar, der unglaublich nette Arzt musste erstmal nach Taschentüchern kramen, weil mich Gesas Anblick ganz aus der Fassung gebracht hatte. Mal ehrlich, da geht frau zum Ultraschall, legt sich hin und ohne große Vorbereitung heißt es dann: „Und das ist Ihr Kind!“ Zack. Bumm. Da liefen die Tränen, ist jawohl klar!!! Selbst schuld, dass er dann eine heulende Schwangere im Büro hatte und nach Taschentüchern wühlen musste!

Ehrlich.

Die Hormone fahren schließlich Achterbahn.

Nachdem auch diese Untersuchung ohne Auffälligkeiten war, kam ich in das reguläre Untersuchungsschema: Der einzige, offizielle Ultraschalltermin im Krankenhaus in der 18. Woche und svangerskapskontroller (Vorsorgeuntersuchungen) ab der 24. Woche entweder beim Hausarzt oder bei der jordmor (Hebamme…wörtlich Erdmutter). Dass es nur eine Ultraschalluntersuchung in der gesamten Schwangerschaft geben sollte, hat mich irritiert. Später habe ich gelernt, dass viele Norwegerinnen zusätzliche Ultraschalls machen lassen, für die sie dann eben bezahlen müssen. Und das nicht zu knapp. In einer Privatklinik liegen Ultraschalls bei ca. 200,- Euro.

Eine private Hebamme muss bezahlt werden, alle „öffentlichen“ Arztbesuche oder Besuche auf der helsestasjon sind in der Schwangerschaft kostenlos. Fast jeder Stadtteil in Oslo besitzt ein derartiges Gesundheitszentrum, das von der Stadt Oslo betrieben wird und sich um Schwangerschaftsvorsorge, Postnatale Behandlung, Kinderuntersuchungen und viele weitere Gesundheitsaspekte kümmert. Wir gehören zur helsestasjon in Frogner, die direkt neben dem Arbeitsamt am Solliplatz liegt. Alle vier Wochen, von der 24. bis zur 36., und danach alle zwei Wochen findet eine Untersuchung statt. Die mitgebrachte Morgenurinprobe wird auf Zucker untersucht, Blutdruck wird gemessen, dann einmal ab auf die Waage und am Schluss wird der Bauch gemessen und die Herztöne des Kindes abgehört. Ein bisschen small talk zum Ende und ha det, bis zum nächsten Mal.

In der 28. Woche werden die meisten Schwangeren zum glukosebelastningstest (Zuckertest) geschickt, der beim Arzt oder, in meinem Fall, im Krankenhaus durchgeführt wird. Ziel des Tests ist es, eine mögliche Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Diese eigentlich harmlose Diabetes-Form tritt nur in der Schwangerschaft auf, ist nach der Geburt sofort wieder vorbei, kann aber völlig unbemerkt auftreten und zu Schwierigkeiten bei der Entwicklung des Foetus führen. Der Test ist kein Zuckerschlecken: Auf nüchternen Magen sollte ich morgens um 7 Uhr zwei Gläser Zuckerwasser trinken. Dann zapfte mir der nette Arzthelfer Blut ab und schickte mich für zwei Stunden vor die Tür. Nach den zwei Stunden ohne Nahrung und große Bewegung schlägt der Vampir wieder zu. Die beiden Blutproben werden verglichen und erklären, ob ich weiterhin Schokoladenkuchen essen darf oder nicht.

Ich durfte.

Puuh!

Langsam wurde der Bauch dicker und die Gedanken richteten sich immer mehr auf die Geburt. Es gibt in Norwegen kaum Schwangerschaftskurse (manche Krankenhäuser bieten sie kostenpflichtig an), dafür aber jede Menge Yogakurse für Schwangere. Ich habe auch einen besucht und kann Mammayoga nur jedem empfehlen. In dieser Zeit bekam ich die Bestätigung, dass ich am Ullevål sykehus (Krankenhaus) einen fødeplass (Geburtsplatz) bekommen hatte. Die Krankenhauswahl ist in Norwegen, wie die Arztwahl, frei und regelt sich höchstens danach, ob das gewünschte Krankenhaus oder der Arzt noch freie Plätze hat. Wir fanden das Ullevål prima und buchten dort noch einen Kurs, in dem das Krankenhaus vorgestellt wurde, der Ablauf der Geburt (von Ankunft bis Umzug ins Patientenhotel) beschrieben wurde und in dem alle möglichen Fragen gestellt werden konnten.

Ende August ist die Zeit der höchsten Geburtenrate in Norwegen, was angeblich damit zu tun hat, dass alle Kinder, die VOR dem 31.8. geboren werden, im Jahr darauf einen garantierten Kindergartenplatz hatten. Da unsere Schwangerschaft ja eh nicht geplant war, interessierte mich das nicht sonderlich. Interessant wurde es erst, als ich hörte, dass die Krankenhäuser in der Zeit so voll seien, dass Gebärende manchmal in andere Krankenhäuser verwiesen werden.

Hat mich unruhig gemacht, ist aber nicht eingetreten.

Puuh :)!

Und dann beginnen irgendwann die Wehen. Das ist in Norwegen wie in Deutschland und für alle Erstgebärenden, vermute ich, gleich aufregend. Im Krankenhaus hatte man uns gesagt, wir sollten die Geburtstation anrufen, wenn die Wehen in regelmäßigen Abständen zwischen 7 und 10 Minuten kämen. Gesagt, getan. Ich wurde angehört und beruhigt und aufgefordert, mich weiterhin Zuhause zu entspannen.

Wie jetzt, weiterhin??

„Ruf uns wieder an, wenn die Wehen alle fünf Minuten kommen.“

Das tat ich, wurde wieder beruhigt und aufgefordert, mich weiterhin Zuhause zu entspannen.

„Ruf uns wieder an, wenn die Wehen alle vier Minuten kommen.“

Das tat ich, ließ mich aber nicht beruhigen, sondern kündigte an, wir wären auf dem Weg. Und legte auf. Im Krankenhaus angekommen, wurde bei der Untersuchung festgestellt, jawohl, es bewegt sich was, das CTG zeigte Wehen, aber trotzdem:

„Komm wieder vorbei, wenn die Wehen stärker werden. Hier sind Schmerzmittel. Ha det.“

Und wir sind tatsächlich nach Hause gefahren. Vor allem deshalb, weil andere, die nicht wieder nach Hause gefahren waren, nun auf dem Gang in einem Krankenhausbett lagen und warteten.

Das fand ich blöd.

Nach zwei weiteren Stunden Zuhause, entschied ich dann, genug wäre genug und lieferte mich ohne weitere Diskussionen selbst ein. Nach kurzer Untersuchung kamen wir in den Kreißsaal und sieben Stunden später war Gesa da. Die angeforderte Epidural-Betäubung bekam ich nicht (der Muttermund war schon 10cm offen, also etwas zu spät für eine Betäubung), das Ullevål bietet es aber auf der regulären Geburtstation ohne Probleme an.

Nach der Geburt folgten die Formalitäten und die beschreibe ich jetzt gleich am Stück, um Verwirrungen zu vermeiden. 🙂 Für in Norwegen geborene Kinder von EU-Bürgern gilt folgendes:

– Sie bekommen die Nationalität der Eltern, werden also keine Norweger.

– Das Krankenhaus leitet die Angaben über Geburt, Namen der Eltern, Geschlecht des Kindes an das folkeregister (Einwohnermeldeamt) weiter.

– das folkeregister reagiert darauf mit einem Brief oder email (über Altinn) und fordert die Eltern zur Mitteilung des Namens für das Neugeborene auf. Dieser muss innerhalb von 6 Monaten mitgeteilt werden. Das kann schriftlich oder online geschehen.

– ca. 1-3 Wochen nach Namensnennung schickt das folkeregister das fødselsattest (Geburtsurkunde), das auch die fødselnummer (Personennummer) enthält. Das Kind ist im norwegischen System.

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– nächster Schritt im Fall von deutschen Kindern: Diese brauchen einen eigenen Pass, um reisen zu dürfen. Der Kinderpass wird hier in Oslo von der Deutschen Botschaft ausgestellt und kostet 210,- NOK. Liegen alle Dokumente vor, muss ein Termin bei der Botschaft gemacht werden, zu dem BEIDE Elternteile erscheinen müssen. Einmal dort, dauert das Beantragen und Abholen insgesamt nicht mehr als 20 Minuten. Und zack, hat das Kind einen Pass.

– nächster Schritt: Ausländerbehörde. Um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, muss das Kind bei der UDI angemeldet werden. Das geht NUR, wenn schon ein eigener Pass vorliegt. Über die Seite der UDI konnte ich Gesa „vorregistrieren“ und einen Termin zur Übergabe der Dokumente vereinbaren. Die Internetseite der Behörde ist sehr hilfreich, aber auch umfangreich, es lohnt sich, alles doppelt zu lesen. Unser Termin ist am 2. Oktober und war der früheste, den ich Mitte September bekommen konnte. Der nächste freie Termin wäre am 31.10. gewesen.

Also nochmal zusammengefasst für deutsche Neugeborene: Warten auf Aufforderung von folkeregister zur Namenswahl, Namen angeben, Warten auf Geburtsurkunde. Dokumente für deutschen Kinderpass zusammensuchen, Termin bei Deutscher Botschaft machen. Mit dem neuen Kinderpass Kind über UDI-Seite registrieren und Termin zur Dokumentenübergabe machen.

Fertig…ein Klacks 🙂 Ein paar Tage nach der Namensbekanntgabe kommt ein Brief vom NAV (Arbeitsamt) mit der Info, dass das Kind ab dem nächsten Monat 970 NOK Kindergeld überwiesen bekommt. „Bitte teilen Sie uns Ihre Kontonummer mit.“ Ja, gerne :).

Zurück zum Kreißsaal.

Nach ein bis zwei Stunden kann im Ullevål Krankenhaus der Kreißsaal gegen ein gemütliches Doppelzimmer im Patientenhotel gewechselt werden. Bis zu drei Tagen können Mutter und Kind im Normalfall hier kostenlos bleiben, der Vater muss Tagegeld für Übernachtung und Essen im Speisesaal zahlen. Drei Tage (und Nächte) lang steht eine Hebamme für alle Fragen und Bitten zur Verfügung, erste Untersuchungen werden durchgeführt, wenn nötig auch Windeln, Baden und Anziehen der Babies erklärt.

Die meisten Fragen in diesen ersten Tagen betreffen das Stillen, ein in Norwegen fast heiliges Thema. Nun mein Tipp an alle Mütter im Ullevål Patientenhotel:

WENN IHR NICHT STILLEN WOLLT, IST DAS VÖLLIG IN ORDNUNG!!! SAGT ES NUR LAUT UND DEUTLICH!

Denn die drei Hebammen, deren Sonntagsschicht ich genießen durfte, stellten mich nie vor die Alternative. Ich hatte zu stillen und Ja, das tue weh, und Ja, das sei schwierig, aber Himmel, so sei das nun eben, da sollte ich mich mal nicht anstellen. Als eine Hebamme meine schlafende Tochter durch Zwicken in den Hals geweckt hatte und dem brüllenden Kind meine wunde Brustwarze in den Mund gestoßen hatte, konnte ich nicht mehr. Den restlichen Sonntag verbrachte ich heulend und an mir als Mutter bereits am zweiten Tag zweifelnd.

Drama!

Trotz aller Hilfe und lieber Ratschläge von Freundin Kathrin war für mich bald klar: Ich will nicht stillen. Aber – ich habe mich das am Sonntag nicht getraut zu sagen. Unglaublich, oder? Die geballte Pro-Stillen-Hebammen-Front, die lange Geburt, die Schmerzen…alles zusammen führte dazu, dass ich weiter versuchte und schwieg. Erst am Montag, mit der Ankunft von zwei wunderbaren neuen Hebammen, wendete sich das Blatt. Problemlos konnte ich erklären, was ich wollte. Ab diesem Zeitpunkt bekam Gesa die Flasche.

Ich will hier wirklich keine Diskussion über Stillen und Flasche geben starten. Wirklich nicht. Ich kann nur von mir sagen: Nach neun Monaten Schwangerschaft und 31 Stunden Geburt wollte ich meinem Körper keine Schmerzen mehr zufügen. Und Stillen war schmerzhaft. Ich bewundere jede Mutter, die so sehr stillen will, dass sie sich und ihrem Körper mehr zumutet, als ich es bereit war zu tun. Ich freue mich für jede Mutter, bei der Stillen problemlos klappt. Aber die freie Entscheidung muss möglich sein. Und wenn eine Frau sich bewusst gegen das Stillen entscheidet, hat das, verdammt nochmal, in Ordnung zu sein!

Mein Gruß an dieser Stelle an alle Männer mit entschiedenen Meinungen zum Bruststillen und dem Vorschlag, nichts zu beurteilen, was man selber in so gar keiner Weise nachempfinden kann. So, Zeit den Aufregungsmodus wieder ein paar Gänge runterzuschalten!

Seid Ihr noch da?

Habe ich Euch weggelangweilt oder habt Ihr erschrocken den Blog verlassen??

Ich hoffe nicht.

Nach drei Tagen im Hotel ging es an einem Dienstagmorgen nach abschließender Untersuchung nach Hause. Es folgte noch in der ersten Woche der obligatorische Besuch durch die helsesøster (eine Krankenschwester, die aufgrund einer Zusatzausbildung an helsestasjonen arbeitet) und ab da regelmäßige wöchentliche Besuche im Gesundheitszentrum zum Wiegen. Ein kleiner Ordner informiert uns und die Ärzte über Gesas Fortschritte, ihre Vorsorgetermine usw.

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Und Tag für Tag lernen wir uns besser kennen, sind froh über alle, die wir um Rat und Tat bitten können und wollen kaum einen Augenblick der letzten 10 Monate missen.

So, meine lieben Leser, das war es für heute. Viele Informationen und auch ein paar Meinungen. Ich hoffe, mit diesem Artikel denen helfen zu können, die wie ich am Anfang etwas hilflos waren. Falls Ihr weitere Fragen habt, stellt sie gerne, vielleicht kann ich antworten. Natürlich ist der Artikel wie immer sehr subjektiv und ich hoffe wirklich, dass keine Diskussion über das Thema Stillen entsteht. Mir war wichtig, Euch zu ermutigen, NEIN zu sagen, wenn Ihr das wollt.

Nächste Woche kehrt der Blog zu rein norwegischen Themen zurück: Es geht um „Snus“, den in Norwegen geliebten Oraltabak. „Was…tabak???“ Kommt und lest!

Nun wünsche ich Euch allen ein tolles Wochenende mit viel Mut, Spaß und den richtigen Informationen zur richtigen Zeit. Hier schlägt der Herbst zu und gerade kommt die Sonne durch. Was gibt es schöneres als einen sonnigen Herbsttag? Am Wochenende werden wir drei gemeinsam mit meiner Mutter Bygdøy unsicher machen und hoffen auf Sonne!

Ha det bra,

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Ulrike

 

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Norwegische Nationalgerichte aus Ulrikes Küche ODER Heute gibt es Fårikål!

Am letzten Donnerstag im September feiert Norwegen Fårikålens Festdag. Ganz Norwegen? Nein! Eine von unbeugsamen Deutschen bevölkerte Wohnung in der Sorgenfrigata 10A leistete bislang Widerstand gegen das norwegische Nationalgericht.

Bis heute.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Heute wird gekocht! Und zwar stürze ich mich auf DAS norwegische Nationalgericht, das im Herbst alle Küchen, Restaurantmenüs und Supermarktregale bestimmt: Fårikål. Der Name sieht lustig aus und heißt übersetzt Schaf im Kohl.

Und mehr ist es auch nicht.

Schaf und Kohl.

Da nächste Woche der alljährliche Fårikål -Festtag ist und ich ja versprochen hatte, etwas typisch Norwegisches zu beschreiben, bot sich Fårikål an. Mein erster Gang beim Kochen von norwegischen Nationalrezepten führt, wie immer, in die Deichmanske Bibliothek hier in Majorstuen, um meine beiden Lieblingskochbücher auszuleihen.

Doch, oh Graus!!!!

Irgendein unverschämter Mensch war mir zuvorkommen und statt der breiten Buchrücken springen mir an gewohnter Stelle nur zwei Lücken im Regal entgegen. Also, das ist doch…das ist doch…HALLO!? So geht das nicht! Ich werde mir die Bücher kaufen. Beide. Morgen. Und dann kann mich die Bücherei mal. Oh, Verzeihung, das war nicht hübsch gesagt. Dabei muss ich doch auf meine Sprache jetzt achten. Egal. Desperate times call for desperate measures. In der allergrößten Not….naja und so weiter…wo war ich?

In der Majorstuen Bibliothek, genau. OHNE Buch.

Aber in der Internetwelt von heute dauert es natürlich keine Minute, bis ich unzählige Fårikål-Rezepte online gefunden habe. Ich entscheide mich für das von Wenche (oder eingedeutscht: Wencke) und versuche, mir die unglaublich umfangreiche Zutatenliste zu merken:

1 kg Lammfleisch oder Fårikålfleisch

1 kg Weißkohl

Ganze Pfefferkörner

***

Ja, das war es schon. Dann noch Kartoffeln als Beilage und fertig ist das Nationalgericht. Bin jetzt schon gespannt auf das Rezept. Ist bestimmt wahnsinnig kompliziert!!!

Statt wie üblich zu KIWI gehe ich diesmal zu REMA1000 einkaufen und frage mich, warum ich das nicht öfter mache. Vom Stil her wie das gute alte ALDI: Kultige Billigmarken bestimmen das Angebot. Die Gemüseabteilung ist ordentlich und ohne jeglichen Schimmel – eine Sache, die mich beim KIWI gegenüber immer in den Wahnsinn treibt.

Dass Fårikål Saison hat, erkenne ich auf den ersten Blick (ich Fuchs!) an den Kisten voller Weißkohl. Ein Kohlkopf mittlerer Größe wandert in meinen Einkaufskorb. So, nun Fleisch. Hm. Ich stehe vor einem Regal mit Lammbraten und Lammfilet…das kann es nicht sein. Eine norwegische Hausfrau geht an mir vorbei und legt dabei eine Packung „Fårikålkjott“ in ihren Korb. OHO! Wo hat sie das her? Ich wandele auf ihren Spuren und stehe bald vor dem richtigen Kühlregal.

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Pfefferkörner sind auch noch schnell gefunden, ab geht es zur Kasse, 140 NOK für alles zusammen, das ist günstig! Zuhause angekommen, wird das unglaublich komplizierte Rezept konsultiert. Achtung an alle zum Mitschreiben:

  1. Kohl schneiden.
  2. Fleisch und Kohl in Topf stapeln, jede Lage mit Pfefferkörnern bestücken und gut salzen.
  3. 3 dl kochendes Wasser dazu.
  4. Alles aufkochen.
  5. Auf kleiner Flamme 1,5 bis 2 Stunden köcheln lassen.

Fertig.

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Ich bin irritiert, als ich lese, dass der Kohl in „båter“ geschnitten werden soll. In BOOTE? Schon sehe ich mich fluchend filigrane Wikingerschiffe aus Weißkohl schnitzen und verstehe voller Schrecken, warum das Rezept ansonsten so einfach ist.

Klar, wenn ich stundenlang an norwegischer Kohlkunst verzweifele!

Aber da ich eher grobmotorig veranlagt bin, fabriziere ich kurzerhand Kohl-Boote im Bauhausstil. Funktional. Schlicht. Rein in den Topf.

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Eines der Boote legt sich mit der Schwerkraft an, verliert, ich entdecke beim Aufheben, dass der Küchenschrank mal wieder geputzt werden sollte, erledige das schnell, entsorge den Kohl, stelle den Herd auf 3 und bin mal wieder ein Fan des Multitaskings.

Der Topf ist bis oben hin gefüllt mit Lamm und Kohl. Fertig. Herd auf Stufe 3. Küchenreh auf eine Stunde stellen. Fertig.

Von dieser unglaublichen Arbeit ganz geschafft, gönne ich mir ein zweites Frühstück. Dabei lerne ich, dass Fårikål im Juni 2014 in einer Umfrage von Landwirtschaftsministerium und IPSOS von 45% aller Befragten zu DEM norwegischen Nationalgericht erklärt wurde. So wie schon 1972 als die Radiosendung Nitimen vom NRK dieselbe Frage stellte und dabei ebenfalls die beliebte Kohlkasserolle gewann. Wann genau Fårikål zum ersten Mal auf norwegischen Tellern zu finden war, ist unbekannt. Aber dass es noch für viele Jahre zu finden sein wird, das ist sicher. Und wer nicht nur lecker essen sondern seinen Gästen auch ein bisschen passendes Programm bieten möchte, der ist auf der Fårikål-Website bestens aufgehoben. Hier finden sich neben interessanten Tischsets zum Selberausdrucken auch launige Limericks. Achtung. Hier kommt das Original:

En utgammel vær i fra Kvam

Ble solgt som det møreste lam,

Det kokte en uke,

Men smakte som ruke

Og lukten var minst like stram.

Der alte Widder verdient unser Mitleid, mein Norwegisch auch, denn es reicht nicht für eine komplette Übersetzung. Hier verlasse ich mich auf meine Leser und einen entsprechenden Kommentar.

Ein köstlicher Geruch füllt die Küche. Schnell noch Kartoffeln gekocht und schon bald sitzen wir am Tisch und probieren unseren ersten Fårikål.

SO LECKER! Und so einfach….

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***

So, das war es schon für heute aus meiner Küche. Nächste Woche beantworte ich eine Frage, die mir wiederholt gestellt wurde: „Wie ist das, in Norwegen ein Kind zu bekommen?“ In den Grundzügen so wie in jedem anderen Land, vermute ich :). Aber ein paar Unterschiede in Bezug auf Hebammen, Krankenhaus etc. gibt es natürlich. Und nach vier Wochen habe ich jetzt wahrscheinlich auch eine ganz gute Distanz zu Schwangerschaft und Geburt und kann wirklich Tipps und Infos geben. Und wenn ich schon mal dabei bin, werde ich auch gleich mit Klischees und gut gemeinten, aber falschen, Ratschlägen aufräumen. Und das heilige Thema „Stillen“ angreifen. Natürlich, wie immer, alles rein subjektiv, aber damit nicht weniger wahr ;).

Nächste Woche kommt meine Mutter zu Besuch, was nicht nur klasse ist, sondern auch den Vorteil hat, dass ich den Blog wieder in Ruhe schreiben kann. (Das ist auf alle Fälle mein Plan :)….) So wie heute, wo sich Martin gerade mit seiner quietschenden Tochter beschäftigt.

Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, kocht was Schönes und erzählt mir davon, genießt den Herbst und überlegt mal, wofür Ihr dankbar seid im Leben.

Ha det bra,

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(Fårikål, Ulrike und Gesa….Foto by Martin)

 

Ulrike

 

Pretty in Pink – muss sein??? ODER Immer her mit der Identitätskrise….

„Das ist aber ein süßer Junge“, sagt die Mutter am Wickeltisch nebenan. Ich zwinkere Gesa zu, die auch zu denken scheint: „Oho, ein süßer Junge, den gucken wir uns gleich mal an!“ – „Jawohl“, zwinkere ich zurück, „sobald du still genug hälst, damit ich die Windel festmachen kann.“ Einige Augenblicke später sind wir beide bereit und blicken uns im großen Raum der helsestasjon Frogner nach dem süßen Jungen um.

Keiner da.

Nur die Mutter von nebenan.

Und wir.

„Wie heißt er denn?“ setzt die Nebenan-Mutter nun nach und lächelt Gesa zuckersüß an.

Ich mache große Augen.

Gesa pupst.

„SIE heißt Gesa“, antworte ich.

„Ach, das ist ein Mädchen“, antwortet es nach einer kurzen Pause von der anderen Seite des Tisches, während gleichzeitig Gesas braunweißes H&M-T-Shirt mit Löwen kritisch beäugt wird. Na warte, du Tussi. Ich betrachte das fremde Baby unter ihren Händen, das gerade von der perfekt frisierten Mutter mit Goldarmband in einen rosafarbenen, plüschigen Strampler mit dreilagigen Rüschen gesteckt wird. Nach einer Weile frage ich zuckersüß:

„Und Ihr Kind? Junge oder Mädchen?“

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Die Babypause ist offiziell vorbei, was aber nicht bedeutet, dass auch die Baby-Themen vorbei sind. (NEIN!!!! Nicht den Blog löschen…ich werde auch über rein norwegische Themen schreiben… versprochen… ehrlich.. …Freunde?). Heute also als eine Art sanfter Übergang aus der Babypause in den Alltag ein Thema, das mich völlig unerwartet getroffen hat: Mädchen in Norwegen müssen rosa tragen!

Nun muss ich gleich mal klarstellen: Ich habe nichts gegen Rosa. In Maßen genossen, ist das eine wunderbare Farbe, die sich mit vielen schönen anderen Farben kombinieren lässt, sowohl als Muffindekoration als auch beim Babystrampler finde ich Rosa sehr ansprechend. Aber eben in Maßen. Wir haben zur Geburt ganz wunderschöne rosa Geschenke, Karten und Blumen bekommen. Als geschlechterspezifisches Leuchtsignal finde ich Rosa allerdings völlig daneben. Genauso daneben, wie ein Jungenzimmer mit Bob der Baumeister zu dekorieren, während das Mädchen Einhörner und Prinzessinnen bekommt. Jungen mögen Einhörner bestimmt auch. UND Prinzessinnen. Während Mädchen auch Bagger cool finden.

Nun leben wir aber im Westen von Oslo. Die helsestasjon (so eine Art offenes und kostenloses Gesundheitszentrum), wo wir zum Gesa-Wiegen waren, liegt dort ebenfalls und das Schicki-Micki-Mütter-Mantra scheint zu lauten: Was weiblich ist, trägt rosa. Punktum. Nicht nur die Kleidung ist davon betroffen. In den letzten Tagen habe ich Kinderwagen mit rosa Verdecken, rosa Babydecken und Bettwäsche, rosa Kuscheltiere, rosa Windeltaschen, rosa Schnuller und rosa Kinderwagenspielzeugketten (uhhh, Galgenraten!) entdeckt. Manchmal alles zusammen an einem Wagen. Die Mutter dazu vielleicht noch mit rosa Haarband und der Vater im rosa Oberhemd und schon ist die Zuckergussfamilie perfekt.

Mir tränen schon beim Gedanken daran die Augen.

Im Ullevål Krankenhaus begann die optische Geschlechterzuweisung bereits kurz nach der Geburt. Gesa wurde gemessen und gewogen und dann, ob sie wollte oder nicht, in eine schweinchenrosa Krankenhausdecke gewickelt. Und zwar ganz fest. Im Zimmer des Patientenhotels angekommen, wechselten wir dann die Decken. Die rosafarbene verschwand und unsere eigene, blaue Decke mit Sternen wurde benutzt. Mit welchem Erfolg? Als wir im Restaurant an Baby Alma Louise (ganz in rosa) und ihrer Mutter vorbei schoben, guckte die zu Gesa in den Kinderwagen und sagte…

Na, was wohl???

Alle zusammen!!!

„Das ist aber ein süßer Junge!“

***

So, das war es schon für heute, meine lieben Leser. Die rosa Mutter von Alma Louise erklärte mir wenigstens noch, dass ja, die Norwegerinnen seien ein bisschen „over the top“, also übertrieben, mit ihrem Rosa-Tick. Sie selber könne sich da mit einbeziehen, sagte sie lachend, während Baby Alma Louise auf ihrem rosa Baby-Stirnband kaute. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Gesa und wir hier noch machen werden. Besonders gespannt bin ich auf das erste Treffen der Müttergruppe in der helsestasjon. Für diese Gelegenheit werde ich Gesa ein EXTRA fetziges T-Shirt kaufen. Ich werde davon berichten!

So, das war er nun wirklich, der erste Blog nach der Babypause. Teilt gerne wieder Eure Erfahrungen mit mir. Wie groß ist der Rosa-Tick in anderen Ländern? Welche Erfahrungen habt Ihr hier in Norwegen gemacht? Ich freue mich, von Euch zu lesen!

Nächste Woche wird der Blog wieder kulinarisch. Wir begeben uns in meine Küche und zaubern eine echte norwegische Spezialität: Farikål.

Euch allen wünsche ich bis dahin eine schöne Woche, vergesst Stereotypen, probiert mal gegen den Strom zu schwimmen und genießt den kommenden Herbst. Meine ersten wöchentlichen Grüße nach der Babypause gehen…natürlich…. an unsere wunderbare Tochter Gesa Vibeke, die unsere Herzen im Sturm erobert hat und einen Platz in unserem Leben gefüllt hat, von dem wir gar nicht wussten, dass er so schmerzhaft leer war.

Ha det bra,

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(mit rosa/pink Accessoires am Sognsvann)

 

Ulrike

Babypause 2 ODER Gesa ist eine ungewöhnliche Wahl…

 

Aus unserem kleinen, illegalen Einwanderer (= unserer Babytochter) wird Schritt für Schritt ein Mitglied der norwegischen Gesellschaft. Skatteetaten, das norwegische Finanzamt, hat mir heute um 4.09 Uhr eine „Aufforderung zur Namensgebung des neugeborenen Kindes“ per SMS zugeschickt. Da ich momentan zu dieser Zeit eh immer wach bin (Schlaf ist ja völlig überbewertet), gab ich umgehend zur Antwort, dass das „neugeborene Kind“ Gesa Vibeke Niemann heißen soll. Immer noch bin ich ganz begeistert von dem Namen!!! Gesa Vibeke….sooo schön!! Gut gewählt haben wir da, denke ich, ganz prima gemacht.

Das emotionslose Eingabe-Programm des Finanzamtes teilt meine Begeisterung allerdings nicht, sondern holt mich auf den Boden der norwegischen Tatsachen zurück. „Gesa“, so lese ich verwirrt, sei eine ungewöhnliche, dem Programm unbekannte, Namenswahl für ein Mädchen. „Sind Sie sicher, dass kein Schreibfehler vorliegt?“ – Ja, äh Danke, eigentlich schon. Ich tippe erneut „Gesa Vibeke“ in das mittlerweile alarmierend rot umränderte Feld auf dem Bildschirm. „Gesa ist eine sehr ungewöhnliche Namenswahl für ein Mädchen. Sind Sie sicher…..?“ Langsam werde ich unruhig. Muss ich meiner süßen Gesa jetzt einen anderen, norwegisch kompatiblen, Namen geben??? Ein Sternchen auf der Seite hilft weiter. Um den gewünschten (= total merkwürdigen unnorwegischen) Namen genehmigt zu bekommen, soll ich eine schriftliche Begründung zur Namenswahl abgeben. Herregud!!!!! Ich schreibe also, dass es sich bei „Gesa“ um einen norddeutschen Namen handelt, den die beiden Elternteile ausgewählt hätten, da sie selber deutsche Staatsbürger sind. Logisch, oder? Aber reicht es dem strengen Programm?

Nach kurzer Bearbeitungszeit teilt mir das Programm mit, meine Anmeldung sei akzeptiert. Eureka!!!

Nun werde sie dem Kindsvater zur Verifizierung geschickt.

Was??

Mir traut hier aber auch keiner!

Wahrscheinlich, beruhige ich mich und mein Ego, hat das Finanzamt schlechte Erfahrungen mit Müttern gemacht, die im Babyblues ihre Kinder Apple, Blanket, Hazel oder Kevin genannt haben und mit aufgebrachten Vätern an den Toren des Finanzamtes,  die mit der Wahl leben mussten.

Glücklicherweise bestätigt Martin meine Angaben und nach einem erneuten Klick landet das Formular im (hoffentlich) sicheren Dateneingang des norwegischen Finanzamtes. Das Ganze hat nicht länger als 10 Minuten gedauert, konnte im Nachthemd am Küchentisch erledigt werden und neben einem offiziellen Namen hat Gesa nun auch eine sogenannte Fødselnummer oder Personennummer und ist Teil des norwegischen Systems. Sechs Monate hätten wir uns mit der Namensgebung Zeit lassen können, aber ohne Namensgebung keine Geburtsurkunde und ohne Geburtsurkunde kein deutscher Pass und ohne deutschen Pass keine Reise nach Deutschland. Irgendwo dazwischen müssen wir noch, da Ausländer, zum UDI (Utlendingsdirektoratet/Ausländerbehörde), aber leider habe ich die Email gelöscht, die mir die Prozedur erklärt hat und somit kann ich EUCH das gerade nicht erklären, aber so lange Ihr nicht unbedingt sofort heute ein ausländisches Kind beim UDI anmelden wollt, eilt das ja auch nicht. Oder?

Das war es für heute, nächste Woche kehrt der Blog in gewohnter Länge zurück aus der Babypause und beschäftigt sich mit dem Thema: „Rosa muss sein?? ODER Das ist aber ein süßer Junge!“ Angeregt wurde ich zu dem Thema bei einem supernetten Kaffeeplausch hier in Oslo, danke Suzanne und Ingrid, nicht nur für den Plausch und die Idee zum Rosa-Blog, sondern fürs Blog lesen und mich kontaktieren!!! 🙂

Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, genießt den Spätsommer und lasst Euch nicht von komischen Systemen verwirren.

Ha det bra,

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Ulrike