Norwegischer Fußball ODER Naja, fast ein Artikel über Fußball….

@dagbladet.no

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Es ist der 23. Juni 1998. Sankthansaften – Mittsommernacht. Statt um das Feuer zu tanzen, sitzen die Norweger in diesem Jahr vor dem Fernseher. Und erleben kurz vor 23 Uhr, wie sich Kjetil Rekdal in die Geschichte schießt:

Norwegen schlägt Brasilien bei der WM 2:1.

Davon zehrt das Land noch heute.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Ganz unentschuldigt habe ich den Blog letzte Woche ausfallen lassen – Freundin Sabine sagt, ich solle ihr dafür die Schuld geben.

Ok. Bine ist schuld.

Nun bin ich aber wieder da. Mit Fußball!!!

Die Highlights des norwegischen Fußballs sind – sagen wir – problemlos zusammenzutragen. Das Land ist erfolgreich in zahlreichen Wintersportarten, aber im Fußball tut man sich eher schwer. Der Sieg gegen Brasilien bei der WM 1998 in Frankreich, der Norwegen ins Achtelfinale brachte, ist laut VG „Das Größte, das im norwegischen Sport geschehen ist.“ Aber vielleicht steht nach 15 Jahren die nächste Sensation ins Haus: Norwegen hat die Qualifikationsrunde zur EM in…FRANKREICH!!!…als Gruppendritter beendet und darf in den Playoffs gegen Ungarn ran.

Norwegen schien davon ähnlich überrascht wie seine Gegner.

Auf nationaler Ebene ähnelt der norwegische Fußball anderen Nationen: Es gibt zwei Ligen, eine erste Liga, die sogenannte Tippeligaen, genannt nach dem Hauptsponsor Norsk Tipping und eine zweite Liga, die OBOS-Liga, genannt nach deren Hauptsponsor. Gerade hat sich Rosenborg Trondheim zum 1000. Mal die Meisterschaft in der Gullserie/Tippeligaen erspielt und ist und bleibt damit DIE norwegische Mannschaft.

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***

Ok, ich habe es wirklich versucht. Ehrlich…ganz, ganz ehrlich!!!  Aber eine rotznasige Tochter in „Mammaaaaaa“-Phase, die alles was nach Computer aussieht SOFORT anfassen muss, hat jetzt einfach gewonnen. Ich frage mich, wie andere Mütter das machen. Anscheinend bin ich völlig unbegabt, was Organisation angeht. Vielleicht sollte ich nachts um 3 Uhr schreiben.

Aber ich schlaf auch gern mal….

Also, meine lieben Leser, sobald ich mich neu organisiert und Schreibzeit in meinem Alltag besser integriert habe, melde ich mich wieder!!!

Spätestens im Sommer 2016.

Da geht Gesa in den Kindergarten.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Zeit, ob nun mit Fußball oder ohne und melde mich wieder! Versprochen.

Ha det,

GesaBlog

Ulrike

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Willkommen in meiner Küche… ODER Heute kocht der Zufall!

„Wie, was, wo?“ höre ich Euch rufen. Da kündigt sie letzte Woche großspurig an, über den norwegischen Fußball zu schreiben und was passiert? Nix, nada, nothing. In die Küche geht es. Jaaa, aber das hat auch seinen Grund: Der norwegische Fußball ist komplizierter als erwartet. Da gehe ich lieber kochen.

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Nachdem ich festgestellt hatte, dass in dieser Woche keine Zeit war ein Fußballspiel zu gucken, musste ich das Thema verschieben. Aber es kommt – versprochen! Sonntag um 20 Uhr gucke ich Tromsø gegen Viking Stavanger und werde berichten.

Heute aber gehen wir stattdessen in meine Küche. Auf der Fähre zurück von Kiel hatte ich mir eeeendlich, endlich, endlich mein norwegisches Lieblingskochbuch Norges nasjonalretter zum Schnäppchenpreis gekauft. Aber was sollte heute daraus für Euch gekocht werden? Oder gebacken?

Hm.

Lassen wir einfach den Zufall entscheiden! Buch also in die Hand, Augen zu, eine Seite aufschlagen, Augen auf und…..

Seite 247: 

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Huch.

KÜRBISmarmelade?

Ich kenne Orangenmarmelade und finde die schon ziemlich ungewöhnlich, aber KÜRBISmarmelade? Vorsichtshalber schlage ich im Wörterbuch gresskar nach, nicht, dass vielleicht noch eine andere Frucht diesen Namen trägt. Nein – es stimmt, Kürbis.

Ist Kürbis überhaupt eine Frucht?

Wie definiert sich eigentlich „Frucht“?

Fragen über Fragen, mir schwirrt der Kopf, bevor ich auch nur einen Topf angerührt habe.

Statt das Wörterbuch zu befragen, googele ich nun also und lerne: Obst entsteht aus einer befruchteten Blüte, Gemüse aus anderen Pflanzenteilen. Außerdem ist Obst süßer und stammt von mehrjährigen Pflanzen, während Gemüse aus einjährigen Pflanzen entsteht. Auftritt Kürbis, der Störenfried. Die orange Kugel entsteht zwar aus einer befruchteten Blüte, die aber an einer einjährigen Pflanze hängt. Damit sind Kürbisse (genau wie Paprika, Tomaten und Gurken) eine Mischung und werden Fruchtgemüse genannt.

Tolle Sache, wusste ich vorher nicht.

Ihr auch nicht?

Ja, dieser Blog ist allgemeinbildend.

Gern geschehen.

Nun wieder zurück in die Küche!

Kürbismarmelade also. Erstaunt lese ich erneut den Rezepttitel. Nie hätte ich vermutet, dass Kürbisse in norwegischen Nationalgerichten zu finden wären. Aber, so klärt mich Arne Brimi auf, genauso ist es. Kürbismarmelade gehört zu den Spezialitäten im Vestfold, einer Provinz südlich von Oslo. Tjøme und Verdens Ende gehören zum Vestfold, genauso wie Larvik und Tønsberg. Immerhin waren wir dort schon einmal. Kürbismarmelade war uns dort noch nicht begegnet.

Diese Begegnung würde ich jetzt nachholen.

Die Zutatenliste liest sich, sagen wir, unkompliziert:

1 Kilo Kürbisfleisch

2 Deziliter Wasser

80g Zucker

Zitrone

2-3 Stück eingelegten Ingwer

Das sollte ich schaffen. Beim „Türken um die Ecke“ (im Norwegischen innvandrerbutikk) am Vestkanttorget kaufe ich einen kleinen Kürbis – eingelegten Ingwer finde ich leider nicht. Pfff, dann nehme ich eben frischen Ingwer. Passt schon. Zuhause angekommen nehme ich mir den Kürbis vor.

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Kürbisse gehören nicht gerade zu meinen Lieblingsfrüchten. Lieblingsgemüsefrüchten. Lieblingsfruchtgemüsen. Na, Ihr wisst schon. Esse ich nicht so gerne und noch weniger gerne bereite ich sie zu. Ich habe nämlich das ungewöhnliche Talent den stursten Kürbis des Ladens zu kaufen, den, der sich so überhaupt nicht gern in zwei Teile schneiden lassen will.

Dieser hier war kooperationsbereit.

Zum Dank liegt er kurze Zeit später aufgeschnitten vor mir. So, das wäre geschafft. Nun soll ich ihn schälen. Hm, ob das wohl mit dem normalen Gemüseschäler funktioniert?

OHJA!! Und es geht richtig einfach! Toll.

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Weg mit den Kernen und dem fusseligen Inneren und bald ist nur das reine Fruchtfleisch in dünne Scheiben übrig. Das läuft ja wie geschmiert! War aber auch ein schöner Kürbis. Solche finden sich bestimmt auch im Vestfold, wo es den fruchtbarsten Ackerboden in ganz Norwegen geben soll. Das hellgelbe, apfelartige Fruchtfleisch wandert in einen Topf. Arne Brimi rät, ein paar Apfelscheiben für besseren Geschmack mitzukochen.

Wird gemacht, Chef!

So, nun kocht der Kürbis lustig vor sich hin. Ich lese inzwischen mehr über das Vestfold. Die Nähe zum Meer macht sich in der Vestfoldküche bemerkbar, lerne ich, ebenso wie die Begegnung mit Händlern vom Kontinent oder aus fernen Ländern. Heute noch ist Larvik mit seinem Hafen der Verbindungspunkt zum Rest Europas. Neben mir blubbert der Kürbis-Apfelmix. Was soll ich eigentlich damit später machen? „…kok det i vann til det er mørt og kan moses gjennom et dørslag.“ Also in Wasser kochen, bis er gar ist und durch ein….durch ein WAS püriert werden kann?

Was, um Himmels Willen, ist denn ein dørslag?

Dør ist die Tür, slag ist ein Schlag…ich besitze keinen Türschlag, da bin ich mir sicher. Gesunder Menschenverstand meldet sich und meint, es kann ja nur eine Art Sieb sein. Google meldet: Jawohl, dørslag sei eine Art Sieb. Aber kein feinmaschiges Passiersieb, eher so eine Art Nudelsieb. Aha.

(Ich erzähle jetzt nicht, dass ich später extra ein Sieb kaufe, es ausprobiere und feststelle, dass das Pürieren mit meinem normalen Nudelsieb besser funktioniert. Nee, erzähle ich jetzt nicht. Wäre ja peinlich.)

Flugs also *räusper* das Nudelsieb aus dem Schrank geholt und losgequetscht. Das funktioniert prima und nach wenigen Minuten habe ich sonnengelbes Mus im Topf.

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Zucker und feingeriebenen Ingwer dazu und ab auf den Herd. Hier soll das Ganze ein bisschen einkochen.

Hm.

Im Rezept steht leider nicht, wie lange so etwas dauert. Nach 15 Minuten sagt mein Küchenverstand: „Irgendetwas hätte inzwischen passieren müssen.“ Nichts. Das Mus war noch genauso musartig wie vorher. Ich bin keine Marmeladenköchin, aber selbst ich hatte von Gelierzucker gehört. Von dem wollte Herr Brimi aber nichts wissen. „Zucker“ sollte ich dazugeben. Mehr nicht.

Nach 25 Minuten Einkochzeit habe ich keine Lust mehr zu warten. Das Mus bleibt Mus. Von mir aus. Ich will jetzt endlich probieren. Her mit einem kleinen Löffel, ab in den Topf, pusten und…

UIH, lecker! Süß und kürbissig. Bestimmt köstlich auf Vollkornbrot! Das habe ich nun leider nicht da, aber das würde ich morgen früh gleich besorgen. Martin, kein Kürbisfan, findet die Marmelade zu süß. Super, mehr für mich!!! Ab mit dem Mus in ein Glas und da steht sie nun: Meine erste Kürbismarmelade. Mal sehen, was die anderen morgen beim Frühstück in der Gemeinde dazu sagen!

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Kürbis statt Fußball – na, immerhin habe ich die Form gewahrt!

***

Das war es für heute, meine lieben Leser. Probiert Euch doch auch am Kürbismarmeladenrezept oder schickt mir andere köstliche Rezepte aus Eurer Gegend. Mir hat der Küchentag wieder Spaß gemacht. Habt eine tolle Woche, seid spontan und genießt die wunderbare Herbstsonne!

Hilsen,

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Ulrike

Heute wird es persönlich… ODER Zehnmal: Danke, Norwegen!

upstairs.no

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„Tusen takk“, sage ich der Angestellten bei Fretex, die mir die Tür aufhält und mit „Takk skal du ha!“ lächele ich den älteren Herrn an, der mir mit dem Kinderwagen aus der Straßenbahn hilft. Sich zu bedanken gehört zu meinem Alltag. Dankbar sein auch? Wofür bin ich hier in Norwegen dankbar?

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Am Sonntag feiern wir in der Deutschen Gemeinde Erntedankfest. Eine gute Gelegenheit, mal kurz innezuhalten, dachte ich mir. Uns geht es hier in Norwegen nämlich ganz schön gut. Trotzdem meckere ich auch gern mal herum. Aber heute nicht! Heute wird nur gedankt! Jawohl!

Im Sommer wurde ich gefragt, ein Buch mit dem Titel „111 Gründe, Norwegen zu lieben“ zu schreiben.

Das habe ich abgelehnt.

Aber zehn Gründe, hier in Norwegen Danke zu sagen, das klappt.

Hier meine Danke-Top-Ten 2015!

  1. Smash 

    nidar.no

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Mein Geldbeutel wäre voller und meine Jeansgröße kleiner ohne Smash, eine der köstlichsten norwegischen Süßigkeiten. Aber es würde mir soooooo fehlen! Nach erstem (kurzem) Zögern sind die Taco-Schokoladenhörnchen und ich gute Freunde. Ihr kennt Smash noch nicht? Ich schicke Euch gerne eine Packung zu!

  1. Color Line, Norwegian & Co.
foto-community-de

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Noch nie hatten wir im Ausland so viel Besuch wie hier in Oslo. Wunderbar ist das, heißt es doch, dass Familie, alte Freunde und wir wieder ein Stück näher zusammengerutscht sind. Selbst halbstündige Familientreffen im Frogner Park sind so möglich. Einmal kurz alle Neuigkeiten austauschen und – schwupps – verschwindet die Schwägerin wieder im Stadtrundfahrtsbus und kehrt zurück auf die Color Line. Das war verrückt 🙂

  1. Leben zwischen Meer und Wald
visitoslo.com

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Ich liebe den Blick vom Wasser Richtung Holmenkollen. Das Meer glitzert und der Wald lädt in gar nicht so weiter Entfernung zum Wandern ein. Oslo liegt einfach wunderschön.

  1. Frogner Park

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Mein drittes Zuhause. Hier kenne ich bald jeden Baum mit Namen. Tagtäglich ziehen wir hier unsere Runden und für mich ist es echter Luxus so nahe neben dem Stadtpark zu wohnen. Kennt man die versteckten Ecken und Wege, stören auch die Touristen nicht so sehr ;).

  1. Deutsche Gemeinde

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Mein zweites Zuhause. Wie froh bin ich über dieses gelbe Haus in der Eilert Sundts gate 37. Raum für Kreativität und Glauben, für Feiern und Theater, für Christkindlsmarkt und Erntedankfeste. Dazu tolle, interessante, liebenswerte Menschen, die aus der Gruppe eine echte Gemeinde machen. Ich kann wirklich allen nur empfehlen: Kommt mal vorbei! Ob gläubig oder nicht. Es lohnt sich.

  1. Entspanntheit

Woher dieses norwegische Grundgefühl kommt, kann ich immer noch nicht sagen, aber es ist da. Det ordner seg, slapper av, hyggelig, kose deg – alles Begriffe, die ich hier in Norwegen zu schätzen gelernt habe. Hier geht das Leben etwas langsamer und das tut gut.

  1. Norwegen mit all seiner Schönheit

Viel zu wenig habe ich gesehen von Norwegen – aber das wird sich nächstes Jahr ändern! Es locken unzählige Plätze: Lofoten, Nordkap, Bergen, Telemarkkanal, Fjorde, Fjorde, Fjorde – ach, die Liste würde viel zu lang werden. Was für ein Geschenk, in einem Land zu leben, das derartige Naturschönheiten bietet!

  1. Oslo mit vielen kreativen Möglichkeiten

Hier in Oslo durfte ich schon so viele kreative Ideen umsetzen. Angefangen mit der fantastischen Theatertruppe der Deutschen Gemeinde, über Kinderbibeltage, Hausfeste bis hin zur gelungenen Bloglesung am Goethe-Institut letzten Dienstag – Oslo erlaubt mir vieles, inspiriert mich zu vielem und ich hoffe, dass das noch lange anhält!

  1. Unsere tollen Freunde

Ob Siedler oder königliche Heiratspläne für Gesa, Waffelschlachten oder Hüttentouren, französische Filmabende oder Theaterproben, Grilleinladungen oder barnesang, Flusswanderungen oder Fjordwintertouren – wir haben tolle Freunde und Bekannte hier und das macht das Leben wirklich schön. Bleibt bloß alle hier!

  1. Meine kleine Familie

Lag es nun an der norwegischen Luft oder der generell entspannten Lebenseinstellung hier? Wir wissen es nicht. Aber plötzlich war sie da, die wohl größte Überraschung, die wir hier in Norwegen erlebt haben und mit der wir, nach fast 20 Jahren, nicht mehr gerechnet hatten. Ich bin überzeugt, dass Norwegen seine Finger im Spiel hatte und schicke ein riesiges Danke ins Land für unsere wunderbare Gesa.

Danke also, Norwegen. Du tust mir gut.

***

So, das waren meine Top Ten. Ein sehr persönlicher Blog – ups, seid Ihr überhaupt noch da, liebe Leser? Nächste Woche schreibe ich dafür endlich über die norwegische Fußball-Liga!

Meine wöchentlichen Grüße gehen in dieser Woche an das Goethe-Institut hier in Oslo, in dem Erik und ich so willkommen geheißen wurden am Dienstag. Danke nochmal für die Einladung – toll war es!

Uns allen wünsche ich eine tolle Woche, seid mal wieder dankbar!

Hilsen,

Takk

Ulrike

God morgen alle sammen…ODER Ein Vormittag im „Åpen barnehage“

@fredrikstadkommune

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Also, wäre das Gebäude nicht so schön, der Garten nicht so groß und der Spielplatz nicht so toll, wenn die Erzieher und anderen Eltern nicht so nett wären…wenn also der Disen gård Kindergarten nicht so wäre, wie er ist – dann würde ich hier nicht schwitzend die Berge hochschieben. Puuh. Geschafft. Es ist Mittwoch morgen 10.30 Uhr. Heute ist Kindergartentag.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Jede Gemeinde in Norwegen bietet Eltern und Kindern „åpen barnehage“ an, also einen offenen Kindergarten. Das hat nichts mit dem pädagogischen Konzept zu tun, in dem Kinder selber bestimmen können, was sie machen wollen. In Norwegen ist das ein Treffpunkt für Kinder bis drei Jahre und ihre Eltern. Während sich die Eltern unterhalten, spielen die Kinder gemeinsam und machen erste soziale Kontakte mit Gleichaltrigen. Das Angebot der Gemeinden ist umsonst und darf von jedem, ohne Anmeldung, genutzt werden. In Oslo bietet jeder Stadtteil einen oder mehrere dieser Treffpunkte an. Unser Kindergarten hier in Frogner gefiel mir aber nicht gut. Zu klein erschien mir das Gebäude für die vielen Kinder, die ich dort fast täglich auf dem Weg zum Park sah.

Dass Gesa aber nach dem Sommer in einen åpen barnehage gehen sollte, das stand für uns fest. Per Zufall hörte ich dann von Disen gård. Etwas außerhalb der Stadt sei er, aber offen für alle Eltern, unabhängig, in welchem Stadtteil man wohne. Die Fotos auf der Internetseiten begeisterten mich. Vor drei Wochen machten wir uns das erste Mal auf den Weg.

Eine gute Entscheidung!

(Abgesehen von den Bergen!!! Der Disen gård liegt oben, ganz oben, zu weit oben auf einem Berg inmitten eines Wohngebiets. Das erfordert meine ganze Muskelkraft – aber immerhin ist das dann auch ein gutes Training. Immer positiv bleiben!)

Ab der ersten Minute haben wir uns willkommen gefühlt. Das lag zum einen an Catalina, der chilenischen Kindergärtnerin, die uns herzlich begrüßte. Es lag an dem wunderschönen, alten Gebäude mit seinen gemütlichen alten Möbeln, Bildern voller Geschichte und einem knarrenden Holzfußboden, über den schon so viele Menschen begeistert von Zimmer zu Zimmer gegangen sind. Es lag aber auch an den anderen Kindern und Eltern. Das Besondere am åpen barnehage ist ja, dass die Eltern während der gesamten Zeit dort mit ihren Kindern bleiben.

Besser also, wenn das nette Eltern sind, mit denen man sich gut unterhalten kann.

Gesa war hin und weg – das war schnell klar. Alles war spannend, alles war toll und als wir um 11 Uhr auch noch gemeinsam gesungen haben, war ihr Tag perfekt. „God morgen alle sammen“ schmetterten wir Eltern durch den großen Aufenthaltsraum im Disen gård, schnell gefolgt von „Lille Pedder Edderkopp“ und „Hjulene på bussen“.

Ich werde langsam fit in norwegischen Kinderliedern.

Nach dem Essen gab es lunsj und dann lief Gesa in den Bewegungsraum – ein Zimmer ausgelegt mit Matratzen, voller Bälle und mit Kletterstangen. Ein Riesenspaß!!

Auch für Eltern.

Disen gard

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Auf dem Weg zum Aufenthaltsraum

Auf dem Weg zum Aufenthaltsraum

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Im Bewegungsraum

Zwei Stunden später war sie erledigt und ist mit ihren Schuhen in der Hand zur Tür gegangen. Mein Zeichen zur Abfahrt. Nach kaum zwei Sekunden im Kinderwagen schläft die kleine Tobemaus  glücklich und zufrieden. Für mich ein gelungener Vormittag und ich bin weiterhin froh über die Entscheidung, Gesa erst nächsten Sommer in den „richtigen“ Kindergarten gehen zu lassen. Hier in Norwegen ist es üblich, dass Kinder bereits mit 1 – 1,5 Jahren Kindergartenkinder werden. Dass es dieses Angebot gibt, finde ich für berufstätige Eltern hervorragend. Aber wir haben uns anders entschieden und ich genieße den Luxus, noch ein Jahr mit Gesa zu haben.

Wer das auch so macht oder für Eltern, die noch keinen Kindergartenplatz haben, empfehle ich aus ganzem Herzen den Disen gård åpen barnehage.

Vielleicht sehen wir uns ja mal!

***

So, das war es schon für heute, meine lieben Leser! Ich wünsche uns allen ein tolles Wochenende mit glitzerndem Herbstwetter, Blätterschlachten und viel Lachen. Alle Osloaner lade ich ein: Am nächsten Dienstag, 6. Oktober, um 17 Uhr, darf ich im Goethe-Institut Oslo aus meinem Blog lesen. Kommt doch vorbei! Und außerdem interessiert mich heute: Auf welchen fernen Inseln finden sich meine Leser? Oder gleich um die Ecke hier in Oslo? Schreibt doch mal, von wo aus Ihr meinen Blog lest!

Ha det,

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Ulrike