Monsteralarm in Oslo ODER HAAATSCHIHUSTSCHÜTTEL!!!

Fun germ

Gerade lese ich, Sport solle man treiben, um das Immunsystem zu stärken – ICH glaube, dass die Erkältungsviren hier in Oslo Sport treiben, um besser angreifen zu können! Die, die mich attackiert haben, waren auf jeden Fall fit wie ein Turnschuh.

Hallo meine lieben Leser, schön, dass wir uns wieder treffen. Es ist Erkältungszeit und da ich ja nichts hier in Norwegen verpassen will, schloss ich mich der schniefenden, rotzenden, tropfenden, hustenden Massenbewegung an, die in Apotheken im ganzen Land so beliebt ist. Nun bin ich voller Erkältungsmittel, die hoffentlich rasch wirken…

Oh guck….ein blauer Elefant!!!!!!!

Doof jetzt für Euch, denn ich werde mich stracks zurück auf mein Sofa begeben und den Blog für heute ausfallen lassen – Denken klappt nicht soo toll heute…

Ja, ich weiß, an anderen Tagen auch nicht…

NA, DANKE!!!!!

Ich freue mich also über Eure zahlreichen Genesungswünsche, nehme auch Blumen- oder Schokoladenpräsente bescheiden an (KEINE Nussschokolade, hört Ihr?!) und verabschiede mich  – bis in zwei Wochen. Nächste Woche verweilen wir in der englischen Hauptstadt, um das Altersjubiläum meines Gatten zu begehen (ohje, die Medikamente schlagen an anscheinend….).

Ich wünsche Euch eine schöne Zeit, wehrt Euch gegen Erkältungsattacken, bleibt oder werdet gesund und nehmt alles mit Humor 🙂

Ha det,

(nein, heute kein Foto….zu Eurem eigenen Schutz.)

Ulrike

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Besuch im Ekebergpark ODER Ist das da auch Kunst?

ekebergparken-share„Zieh dich warm an, Frognerpark – du hast echte Konkurrenz bekommen“, war mein erster Gedanke auf dem Nachhauseweg. Seit Ende September hat Oslo eine neue Attraktion – den Ekebergpark. Da mussten wir hin, ist doch klar!

Hallo meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Zuerst einmal bedanke ich mich für Eure positiven Reaktionen auf den Deutschland-Artikel zum 3. Oktober – das hat mich super gefreut und mir Hoffnung gemacht. Und es hat mich darin bestärkt, häufiger mal über den norwegischen Tellerrand zu blicken. Heute aber, an diesem strahlenden 11. Oktober, stürzen wir uns wieder in die norwegische Hauptstadt, die um eine Attraktion reicher ist: Den wunderbaren Ekebergpark im Osten der Stadt, in einem hügeligen Waldgebiet in der Nähe von Nordstrand.

Am Sonntag machten wir uns frohgelaunt auf den Weg. Normalerweise passiert ja meistens etwas, wenn ich für einen Blog-Artikel unterwegs bin. Mal sperren sie den Zugang zur Akerselva, dann hat das Elektroauto, das wir mieten wollten, einen Platten – aber diesmal…diesmal lief alles glatt. Die Straßenbahnlinie 19 brachte uns zur Haltestellte Sjømannskolen und damit direkt zum Haupteingang des Parks. Und nicht nur uns: Halb Oslo schien Lust auf Kunst und Natur zu haben – der Park war gerammelt voll. Das allein ist schon ein Sieg für Christian Ringnes, Immobilienmagnat, Kunstmäzen und Geldgeber des Parks. Fast 300 Millionen norwegische Kronen investierte der gebürtige Osloaner und wurde dafür scharf kritisiert. In einer Gesellschaft wie Norwegen, wo Gleichstellung eines der höchsten Ideale sein soll, werden große Finanzspenden einer einzelnen Person misstrauisch beäugt. Was wohl sein eigentliches Motiv wäre, einen derartigen Park zu ermöglichen, wurde er gefragt. – Er wolle seiner Heimatstadt ein Geschenk machen, lautete die Antwort.

Ist doch eine gute Antwort, reicht mir.

Wäre mir auch schniepsschnurzegal, was er für ein Motiv hätte – der Park ist nämlich grandios. Bergauf und bergab geht es in dem Waldgebiet, das zwischendurch immer wieder fantastische Blicke auf die Stadt und den Oslofjord bietet. Auf der Mappe des Parks sind die 31 Skulpturen verzeichnet, die es zu finden gibt. Gleich am Eingang begrüßt uns Dalis Venus de Milo aux Tiroirs und kurz danach erblicken wir die Venus Victrix von Auguste Renoir, der über Kunst sagte: „Warum sollte Kunst nicht schön sein? Es gibt genug Hässliches in der Welt.“ An einem Sandkasten entdecken wir eine kleine Statue, die ganz verloren inmitten der Menschenmassen wirkt. Reflections heißt die hübsche Statuette von Guy Buseyne und am liebsten nähme ich sie sofort mit.

Weiter geht der Weg den Berg hinauf, wir drehen uns um und werfen einen Blick über Oslo und den Fjord, weichen anderen Besuchern aus und sind, wie immer, geteilter Meinung über die Kunst, die sich uns in den Weg wirft. Ein bisschen erinnert mich der Park an den Laves-Kulturpfad in Holle, eben nur 10x so groß. Die Kombination von Natur und Kunst ist natürlich nicht neu, aber immer wieder schön. Im Gegensatz zum Frognerpark dominieren die Kunstwerke hier nicht, sie fügen sich ein in die Landschaft und überraschen. Angenehm, irgendwie.

Auf einer großen Lichtung angekommen, wundern wir uns über die Menschenmasse, die um eine Gruppe von Kiefern steht. Neugierig wandern wir näher und entdecken eine Skulptur. The couple schwingt dort oben in den Ästen. Noch scheint der Park nicht zum Programm der Touristenbusse zu gehören, denn um uns herum spricht alles Norwegisch. Weiter geht der Weg. Bergab passieren wir eine Laterne und Martin witzelt: „Ist das auch Kunst??“ – als wir plötzlich angesprochen werden. Von der Laterne. Wir bleiben irritiert stehen. Sie spricht weiter. Lachend hocken wir uns hin und lauschen am Laternenpfahl, an dem sich tatsächlich ein Lautsprecher befindet. Wir müssen ein interessantes Bild abgeben, andere Besucher beäugen uns verwirrt und ich winke fröhlich. Selber schuld, wenn sie nicht richtig hinhören. Was genau uns die Laterne erzählt, das haben wir nicht verstanden – das verschieben wir aufs nächste Mal.

Um 14h beobachten wir die Color Line, wie sie sich auf den Weg nach Kiel macht und beenden unsere erste Runde im Ekebergpark. Aber wir kommen wieder!

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Venus de Milo aux Tiroirs

Venus de Milo aux Tiroirs

Sarah Sze: Still life with Landscape

Sarah Sze: Still life with Landscape

Lichtung mit The Couple

Lichtung mit The Couple

Louise Bourgeois: The Couple

Louise Bourgeois: The Couple

George Cutts: The dance

George Cutts: The dance

Richard Hudson: Marilyn

Richard Hudson: Marilyn

Abfahrt Color Line

Blick vom Park auf Oslofjord und die Abfahrt der Color Line

Eingangsbereich mit La Grande Laveuse

Eingangsbereich mit La Grande Laveuse

Klang

Klang

Das war es schon für heute, meine lieben kunstbegeisterten Leser. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß an unserem Spaziergang und besucht den Park auch – das hat er nämlich verdient. Meine wöchentlichen Grüße gehen diese Woche an meine Eltern mit einem Hipphipphurrah zum heutigen Rosenhochzeitstag!!!! Außerdem Gratulation an die OPCW, die den Friedensnobelpreis 2013 erhält, wie das Nobelkomitee hier in Oslo heute erklärte. Was für eine Gratulationsmischung 🙂 Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, sucht mal nach Neuheiten in Eurer Stadt oder besucht einen Ort, an dem Ihr noch nie gewesen seid, habt Spaß und genießt den Herbst.

Ha det bra,

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Ulrike

Hoch sollst du leben, Deutschland ODER Gemeckert wird heute nicht!

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Hoch sollst du leben, Deutschland!

Aus gegebenem Anlass gibt es heute zwei Änderungen: Norwegen wird nur am Rand erwähnt und der Blog erscheint bereits am Donnerstag. Wem das zu früh ist, der kann ihn ja erst morgen lesen. Einfach die Seite schnell wieder schließen!! – Für alle anderen wedele ich mit meiner kleinen Deutschlandflagge und fühle mich dabei ganz allein. Oder wedelt Ihr auch? Es erstaunt mich immer wieder, trotz aller Beachtung der dunklen deutschen Geschichte, wie unterschiedlich Deutschland und Norwegen den Nationalfeiertag begehen. Und nicht nur die Norweger: Kanadier, Schotten, Franzosen – sie alle feiern ihr Land und sich selbst mit Stolz und Freude, Flaggen und Kanonenschüssen.

In Deutschland wedeln die Fahnen bei der WM.

Da sind wir stolz auf unser Land.

Ansonsten? Ich bin mir nicht sicher, aber die Stimmung scheint eher bedenklich zu sein, oder? Klar ist aus der Ferne betrachtet immer alles einfacher. Auch klar, dass viele Menschen in Deutschland mit Problemen zu kämpfen haben, dass es den einen zu gut geht, den anderen zu schlecht und viele sich eben gerade so durchkämpfen. Blickt der Rest der Welt auch beeindruckt nach Deutschland – was wissen die schon? Und selbst wenn auf einmal alles perfekt wäre in deutschen Landen, schliche sich ein kleines genetisches Problem in den Vordergrund und würde attackieren:  das Mecker-Gen.

Wir haben eine Meckerkultur in Deutschland, da müssen wir mal ehrlich sein, das liegt uns irgendwie. Wer meckert, fühlt sich gut.

Ob nun über den Mittagslärm der Nachbarskinder, abstürzende Computer, den verschossenen Elfer von Franck Ribery, Ausländer, steigende Steuern und sinkende Löhne, falsch geparkte Autos, ein Haar in der Suppe, ein Elefant im Porzellanladen – zum Meckern findet sich immer was. Ich spreche da aus eigener, langjähriger Erfahrung.  Meckern verbindet, schafft Aufmerksamkeit, stillt Geltungsbedürfnis und bringt das Blut zum Kochen. Es führt allerdings auch zu hässlichen Falten, Magengeschwüren und Charme-Verlust und schon hat man wieder was zu meckern. Ein teutonischer Teufelskreis. – Doof, irgendwie.

Wir sind nicht alle gleich, wir werden es auch nie sein, aber eines sind wir alle: Wir sind Deutsche. Und das wird jetzt gefeiert!

Wir sind Deutsche. Und das wird jetzt gefeiert!

In der Theatergruppe mache ich zu Beginn immer eine Meditation: Packt alle Eure Sorgen, Probleme, Ängste in eine große Box in Eurem Kopf. Deckel drauf und weg damit, ganz weit hinten in Euer Gedächtnis. Genau das machen wir jetzt auch! LOS! Weg mit dem ganzen Mist! Nur für einen Moment!

Stattdessen fragt Euch: Was liebe ich an Deutschland? Was ist für mich Deutschland? Was vermisse ich in der Ferne?

Erinnert Ihr Euch an die Szene in „Tatsächlich Liebe“, in der Hugh Grant als britischer Premierminister bei einer Pressekonferenz den US-Präsidenten Billy Bob Thornton verbal angreift: „We may be a small country, but we are a great one too … Shakespeare, Churchill, the Beatles, Sean Connery, Harry Potter, David Beckham’s right foot… David Beckham’s left foot.“ (Premier David Cameron versuchte das gestern im britischen Parlament und erntete Spott und Hohn – aber das nur nebenbei,)

So was mache ich jetzt auch und lade Euch herzlich ein, mitzumachen!

Deutschland, das ist oder sind für mich:

Fachwerkhäuser, Kartoffelpuffer, Theater, Goethe, Schiller, Rilke, Dalli Dalli, Nappo, Streuselkuchen, Strand, BMW, Mercedes, Brandenburger Tor, Neuschwanstein, Bodetal, Harz, Wiedervereinigung, Weiße Rose, Oberweserdampfschiffahrtskapitänmützenverein, Harzer Käse, Pumpernickel, Demokratie, Sozialstaat, Freiheit, Sesamstraße, Caspar David Friedrich, documenta Kassel, Nordseeküste, Ostseeküste, Alpen, Adventskranz, Dinner for One, Multikulti, Traditionen, Kegeln, Geocaching, Strandkorb, Hasenbrot, Brunch, Bratkartoffeln, Brot, Stollen, Lebkuchen, Weihnachtsmarkt, Johannes Gutenberg, Martin Luther, Bier, Otto Lilienthal, Conrad Röntgen, Mensch ärgere dich nicht, Siedler von Catan, Albert Einstein, Melitta Kaffeefilter, Mitropa Duschhaube, Hape Kerkeling, Heinz Erhard, Heinz Rühmann, Feuerzangenbowle, HARIBO, Otto Hahn, Konrad Zuse, Currywurst, Herbert Grönemeyer, Reinhard Mey, Adidas, Clara Schumann, Hannah Arendt, Joachim Gauck, Helmut Schmidt, Steiff-Kuscheltiere, Neues aus Büttenwarder, Dialekte, Plattdeutsch, James Krüss, Schullandheime, Kettenkarussell, DUDEN, Ostfriesische Inseln, Atomausstieg, Tatort, Winnetou, Manieren, Höflichkeit, Pünktlichkeit, Effizienz, Organisation, Service, Doppelkopf, Recycling, Prilblumen, Ebbe und Flut, Knödel, VW-Käfer, Sendung mit der Maus, J. S. Bach, Hildesheim, Kultur, Stadttheater, Bundesliga, Autobahn, Glühwein, Wiederaufbau, Trümmerfrauen, Brötchen, STERN, Riesling, Bremer Stadtmusikanten, Brüder Grimm, Milka-Schokolade, Brezeln, Weißwurst, Vaterland und Muttersprache, Freunde und Familie.

Das alles (und viel viel mehr) macht mein Heimatgefühl aus, meine Kultur und meinen Nationalstolz. Und wenn ich das nicht heute, am deutschen Nationalfeiertag, feiern kann – na, wann denn sonst?? Also, her mit der Fahne! Schönen 3. Oktober Euch allen, wo immer Ihr auch seid.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und wünsche mir für heute, dass wir uns auf die schönen Seiten von Deutschland konzentrieren und dann sagen: Tolles Land!

Bis zum nächsten Mal, dann wieder über Norwegen,

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Ulrike