Alle an die Besen! ODER Heute ist dugnad und ich kann nicht hin.

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Stell dir vor, es ist dugnad – und du kannst nicht hin.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen.  Es gibt in jeder Sprache und Kultur Begriffe, die nicht übersetzbar sind. Jedenfalls nicht hundertprozentig. “Heimat” bedeutet sehr viel mehr als nur der Platz, aus dem jemand stammt. “Torschlusspanik” ist ebenso unmöglich zu übersetzen wie “Schadenfreude” und was genau eigentlich “hyggelig” ist, wissen wohl nur die Skandinavier selbst.

Nun also dugnad. Ein typischer norwegischer Begriff. Ein Wort, das einem als Ausländer hier schon nach kurzer Zeit im Land über den Weg läuft, etwas, das alle tun und kennen. Dugnad? Laut Lexikon kommt der Begriff aus der isländisch-norwegischen Mittelaltersprache norrønt und bedeutet: Hilfe. Aha. Kurz gesagt ist ein dugnad eine Art Zusammenkunft, wo Menschen gemeinsam etwas reparieren, sauber machen oder aufräumen. Dugnads finden in Wohnblocks statt, bei Sportvereinen, Kindergärten, in Schulen oder Kirchengemeinden. Meinen ersten dugnad  hatte ich in der Deutschen Gemeinde Oslo und da das Wort dugnad in meinem Kopf das Wort bunad (Tracht) traf, dachte ich zuerst, es ist ein Fest in Tracht. Bis mir dann von einer Frau in Gummistiefeln ein Besen in die Hand gedrückt wurde.

Ein dugnad beinhaltet körperliche Arbeit drinnen oder draußen und wird geleistet von Menschen, die einer bestimmten Gemeinschaft angehören. Dabei handelt es sich um Arbeit, die man schwierig alleine durchführen kann. Und so kann es passieren, dass die Chefin der Osloer Börse mit dem serbischen Busfahrer die Kindergartenfassade neu streicht, denn beim dugnad sind alle gleich.

Naja, jetzt schieße ich vielleicht etwas über das Ziel hinaus. Verzeihung. Aber THEORETISCH wäre das obengenannte möglich.

Im Jahr 2004 veranstaltete der norwegische TV-Sender NRK eine Sendereihe mit dem Titel “Typisk norsk” und die Zuschauer sollten ur-norwegische Begriffe vorschlagen und am Ende einen Gewinner wählen. Es gewann – Ihr ahnt es schon – der Begriff dugnad. (Weitere Kandidaten waren übrigens laut Wikipedia: koselig, matpakke und – das ist jetzt nur zu verstehen, wer schon mal mit einem Norweger gesprochen hat – jah (beim Einatmen). Nicht nur wir Ausländer finden also, dass dugnad etwas typisch norwegisches ist.)

Letzte Woche war in Gesas Kindergarten dugnad. Zwei Wochen vorher erreichte mich eine Email des Elternvorstands, doch bitte den 21.9. von 16-19 Uhr freizuhalten. Ein paar Tage vorher klebten Listen am Ausgang des Kindergartens mit zu verteilenden Aufgaben: Regale sollten geputzt und verrückt werden, der Hof gereinigt, die Fenster geputzt und die große Frage am Tag vorher erreichte mich per SMS: Wer kann einen Hochdruckreiniger mitbringen?

Nun hatten wir aber folgendes Problem: Martin war in Stavanger. Gesa ist in totaler MammaPappa-Phase und gerade nicht babysitterfähig. Wie sollte ich da also beim dugnad mitmachen?  “Na, die Kinder sind dabei!” lautete die selbstverständliche Antwort der Elternvorsitzenden auf meine Frage. “Ab 16.30 haben wir auch Kinderprogramm mit Schminken und Würstchen grillen!”

Ach guck. Wieder was gelernt. Gesa könnte also mitkommen – aber irgendwie hatte ich das Gefühl, es wäre zuviel für die kleine Motte den eh schon langen Kindergartentag noch um einige Stunden zu verlängern. Ich überlegte lange hin und her, entschied mich dann – mit schlechtem Gewissen – gegen den dugnad. Für Norweger vielleicht unverständlich, für Ausländer hier in Norwegen vielleicht nachvollziehbar: ich habe mir wirklich Gedanken gemacht! Wir sind die einzigen ausländischen Eltern in der Gruppe, wir sprechen Deutsch mit Gesa, ich arbeite (noch) nicht – irgendwie hatte ich das Gefühl, es wäre wichtig ein Zeichen zu setzen. Pro-Norwegen usw. Mit schlechtem Gewissen sagte ich also bei einer der Erzieherinnen ab.

“Ja, det er helt greit!” bekam ich als Antwort. Kein Problem! Ob ich vielleicht einen Kuchen backen soll oder ähnliches, fragte ich nach. “Ach, nein, das brauchst du nicht. Ehrlich, kein Problem.”

Hm.

Nun frage ich mich: Ist der dugnad doch nicht mehr so wichtig in der norwegischen Gesellschaft? Sehen wir Ausländer ihn wichtiger, als er tatsächlich ist? Kommt es darauf an, WO und von WEM er organisiert wird – wäre es also “schändlicher” nicht zum dugnad meines Wohnblocks zu gehen als im Kindergarten abzusagen? Was ist mit den Geschichten von Nachbarn, die stummer Ignoranz ausgesetzt waren, weil sie nicht zum freiwilligen…“freiwilligen“(?)… Arbeitseinsatz erschienen sind? Alles übertrieben?

Fragen über Fragen. Eigentlich schade, dass es diesmal nicht geklappt hat. Wann hat man ansonsten die Gelegenheit, die anderen Eltern und Mitarbeiter besser kennenzulernen? Und gemeinsam an etwas zu arbeiten stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl (Hallo, Galgenraten!), ikke sant? Nächstes Mal werde ich bestimmt dabei sein.

***

So, das war es schon für heute, meine lieben Leser. Der  Herbst ist da und hat das letztlich noch sonnige Oslo in graue Regenwolken gehüllt. Ganz viel Sonne schicke ich heute nach Norddeutschland zu Ines und Jan – habt eine ganz wunderbare Hochzeit, wir denken an Euch!!!

Uns allen wünsche ich eine tolle Woche, was tut Ihr für die Gemeinschaft, habt Ihr Erfahrungen mit dugnads, oder was haltet Ihr davon? Mein norwegischer Sprachbuddy und ich gehen jetzt mal lunsj essen.

Ha det bra,

max

Ulrike og Max Kattepus

 

Krankmeldung

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Hallo, liebe Leser, das Kind ist ein bisschen krank, aber noch gesund genug, um es doof zu finden, wenn ich am Computer sitze. Ich bin mittlerweile klüger und gebe gleich nach😉.

Gesa ist also heute nicht frisk som en fisk (wir würden sagen: nicht munter wie der Fisch im Wasser), aber wir hoffen, das legt sich bis Sonntag!

Euch allen ein schönes, sonniges und nicht zuuuuu warmes Wochenende. Wir lesen uns nächsten Freitag!

Ha det,

Ulrike

 

 

Eine lustige Witwe für Opa Einar ODER Norwegisch lernen mit Hindernissen

 

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Bekommt Jan seine Ingenieurausbildung in Norwegen anerkannt? Eröffnet Linn ihre Teestube in Oslo? Wie wird Opa Einar mit seinem neuen Mobiltelefon zurecht kommen? Kauft Kåre ein neues Auto, obwohl Grete dagegen ist? Gewinnt Jakobs Fußballmannschaft das nächste Match? Fragen über Fragen!

Wie soll ich denn dabei noch Norwegisch büffeln?????

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Mein erster Norwegischkurs war auf Englisch (ja, lange Geschichte) und beschrieb in 16 Kapiteln das Schicksal von Sue. Die junge Engländerin war als Touristin nach Norwegen gekommen, hatte sich verliebt, entschloss sich der Liebe wegen in Norwegen zu bleiben, fand einen Job, trennte sich von ihrem Freund, versöhnte sich mit ihm und sorgte am Ende auch noch dafür, dass ihre Schwägerin-in-Spe und deren Ex-Freund sich versöhnten. Was für ein Happy-End! Und ich war während dieses ganzen Dramas von Sprachlevel A1 (“Hei! Jeg heter Sue!”) zu Sprachlevel B1 gekommen.

Nicht so bei “Stein på Stein”. Dieses offizielle Lehrbuch der Volkshochschule mit Online-Lernaufgaben im Internet ist meine momentane Waffe zum Bezwingen der norwegischen Sprache und zum Erreichen von Level B2. So weit, so gut. Die Kapitel sind interessant, die Aufgaben lösbar, die Hörbeispiele verständlich.

Aber die menschlichen Schicksale!

In jedem Kapitel etwas Neues!

Und NICHTS wird aufgelöst!!!!

Hallo, Cappelen Verlag, was soll denn das??

In Kapitel 1 fängt das Drama an. Vier Ausländer beschreiben ihren Alltag in Norwegen, ihre Wünsche und Pläne für die Zukunft. Sonias Kinder fangen bald in der Schule an, Jan wartet auf Anerkennung seiner Ausbildung, Ella will studieren und Amir arbeitet im Pflegeheim, bis er seine Zulassung als Arzt bekommt.

Fertig. Und erhalte ich noch mehr Infos? Nein.

Im zweiten Kapitel lerne ich die Familie von Turid kennen. Sie ist geschieden und lebt mit Sohn Jakob und ihrem neuen Freund Knut zusammen. Etwas am Rand der Stadt wohnt ihr Vater Einar, der mir nicht nur aus dem Oslo der 50er Jahre erzählt sondern auch ein neues Mobiltelefon hat. Opa Einar ist manchmal einsam.

Ich würde am liebsten sofort nach Lambertseter fahren und ihn besuchen.

Richtig dramatisch kommt Kapitel 3 daher: Sorglos, wie Männer manchmal so sind, sagt Kåre am Frühstückstisch (am FRÜHSTÜCKSTISCH, ehrlich Kåre, schon verloren)….er sagt also so nebenbei zu seiner Frau: “Nå synes jeg vi skal kjøpe ny bil.” Er will also ein neues Auto kaufen. Klar, warum nicht, das macht man ja mal so nebenbei. Grete schmettert das ab. Verrückt sei er, das könnten sie sich gar nicht leisten. Es folgt eine hitzige Diskussion: Das alte Auto war schon mehrmals in diesem Jahr in der Werkstatt, argumentiert Kåre (da hat er recht, ein altes Auto kostet viel). Haha, kontert Grete, sie müssten erstmal das Bad renovieren, das sei viel dringender, dauernd laufe Wasser aus dem Becken auf den Boden (da hat sie recht, finde ich)! Sie streiten hin und her, bis Kåre den folgenschweren Satz loslässt (ach, Kåre…): “Det er bare et spørsmål om å planlegge litt bedre.” Sie müssten halt (finanziell) alles etwas besser planen.

Oh oh.

Wo er denn besser planen wolle, fragt Grete. Wo wolle er denn sparen? Vielleicht am Essen? Ja?? Und dann essen sie jeden Tag fiskeboller oder wie habe er sich das vorgestellt?

(Ich kann vor Aufregung kaum an mich halten.)

Grete, bei Frauen so typisch, ich selber nehme mich da nicht aus, redet sich in Rage. Vor allem als sie erfährt, dass Kåre bereits mit der Bank über einen zusätzlichen Kredit gesprochen hat. Sie regt sich auf und endet schließlich mit: “Vielleicht brauchen wir gar kein Auto? Die Bushaltestelle ist nur fünf Minuten entfernt.”

Ohweh.

Männlicher Schock trifft auf weibliche Pragmatik.

Sie habe Angst vor steigenden Zinsen, gibt Grete schließlich zu. Und auf Kåres naiven berechtigten Einwurf, sie solle nicht alles so negativ sehen, sagt sie nur noch: “Jeg prøver å være realistisk. Noen må jo være det også I denne familien.” Sie versuche nur realistisch zu sein. Irgendjemand in der Familie müsse das ja sein.

ENDE.

ENDE?????

Wie, was, wo? Ihr könnt mich doch jetzt nicht hängen lassen. Nicht mitten im Drama!!!

Wie, lieber Cappellen Verlag, sollen Studenten dieses Lehrbuch emotional durchhalten? Ich bin erst in Kapitel 3 und schon am Ende meiner Nerven. Und DANN soll ich mich auch noch auf “nützliche Begriffe” und grammatikalische Formen konzentrieren. MIR DOCH EGAL! Ich will stattdessen, dass Jan einen Job als Ingenieur bekommt, Kåre und Grete sich vertragen und im Lotto gewinnen,  Amir als Arzt arbeiten darf und Opa Einar sich in die nette Witwe im Nachbarhaus verliebt.

So geht das doch alles nicht!! Seufzend frage ich mich: Was kann man denn nur tun, um diese offenen Geschichten zu beenden? Was? Was?? Was????

Ich hab’s!

Natürlich.

Was sonst?

Ich werde eine Fortsetzung schreiben: “Stein på Stein – Das Happy End!”

Natürlich ohne den grammtikalischen Kram drumherum! Nur persönliche Schicksale! Denn seien wir ehrlich: Wen interessiert bei all diesen menschlichen Dramen schon, wann und warum man das Perfekt benutzt? Wir wollen eine lustige Witwe für Opa Einar!

***

So, das war es für heute, meine lieben Leser. Ich büffele also fleißig für meine Norwegischprüfung im November, suche nach Jobs oder Praktikumsplätzen und finde mein neues/altes Leben am Schreibtisch noch etwas verwirrend. Gesa geht jeden Tag in den Kindergarten, der Abschied ist immer noch tränenreich – aber da bin ich hart und gehe einfach weg, was soll ich schließlich auch tun? Still ist es hier auf jeden Fall und daran muss ich mich auch wieder gewöhnen, irre, wie einem so ein kleiner, bockiger, fußaufstampfender, tanzender, lachender Wirbelwind fehlen kann. Na, nun ist ja Wochenende! Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche ohne Dramen. Lernt mal wieder was Neues und schreibt mir Eure Ideen, was mit Kåre und Grete passieren soll!

Ha det,

BlogSteinpastein

Ulrike

 

 

„Norge er dere. Norge er oss. Norge er ett.“ ODER Eine Rede zur Lage der Nation.

 

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aftenposten.no

Als ich gerade im KIWI einkaufen war, unterhielt ich mich mit der asiatischen Kassiererin, das tun wir meistens, sie fragt, wie es Gesa geht und ich erzähle die letzten Dramen aus dem morgendlichen Abschiedsstück, das wir seit einer Woche im Kindergarten spielen. Tja und dann redeten wir so über Kinder und Kindergärten, meine polnische Nachbarin gesellte sich dazu und berichtete, dass es alles noch schlimmer wird, sobald die Schule beginnt. Na, danke, dachte ich.

Und dann, auf dem Weg nach Hause, fiel mir auf: Das war eben ein echter Augenblick aus  Norwegen 2016.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Es gibt ja so Reden, die kennt jeder. Nur sehr ambitionierte Geschichtsliebhaber können den gesamten Text rezitieren, der Rest von uns kennt aber immerhin die bekanntesten Zitate daraus. “Ich bin ein Berliner!” oder “I have a dream!” oder “Mr. Gorbachev, tear down this wall!”

Gestern hielt König Harald eine Rede auf dem Jubiläumsfest im Osloer Schlosspark. (Ich erwähne nur kurz und auch ganz wertfrei, dass ich nicht eingeladen dass meine Einladung bei der Post verloren gegangen sein muss. Kein Problem, ich konnte gestern sowieso nicht. Ich musste Brot backen putzen die Welt retten.) 1500 geladene Gäste wurden vom 79-jährigen Monarchen bei strahlendem Sonnenschein begrüßt.

Man erwartete, denke ich, eine stinknormale Rede, etwas launig, etwas nachdenklich, eben passend zum Anlass.

Was dann aber kam, wird heute in den verschiedenen Medien regelrecht gefeiert, über Facebook und Twitter zehntausendfach geteilt und hat dem König bisher soviel Beifall eingebracht, dass er jetzt bis Weihnachten Pause machen kann.

In dieser Rede sprach der König, klar, von Norwegen. Nach einigen geografischen Beschreibungen, bei denen ich schon nahenden Kitsch befürchtete, kam Harald V. dann zu den Menschen, die Norwegen „bilden“. Und das seien nicht nur Menschen aus dem Norden oder dem Süden des Landes – nein, es seien auch die Einwanderer aus Polen und Pakistan, Schweden und Syrien. Norweger seien Junge und Alte, Reiche und Arme, Sofasitzer und Bergsteiger. Norweger glauben an Allah, Gott, Alles und Nichts. Norweger liebten Grieg und Kygo, Hellbillies und Kari Bremnes. Norweger seien Mädchen, die Mädchen lieben, Jungen, die Jungen lieben und Mädchen und Jungen, die einander lieben.

Und dann kommt der Teil, der bestimmt in die Zitatensammlung eingeht, da bin ich mir sicher, da verwette ich meine Jane-Austen-Kollektion:

“Norge er dere. Norge er vi. Norge er ett.”

“Norwegen seid Ihr. Norwegen sind wir. Norwegen ist eins.”

Und als wäre das noch nicht gut genug, endete der König mit den Worten: “Meine größte Hoffnung für Norwegen ist, dass wir es schaffen, füreinander da zu sein.”

Wow, oder?

Der Beifall war groß und wie immer in solchen Momenten wünsche ich mir den oder die auf die Bühne, von dem/der diese Worte tatsächlich stammen. Ich bin mir (fast) sicher, dass der König diese Rede nicht selber verfasst hat. Irgendwo im Schatten der Schlossbäume stand bestimmt die Verfasserin und sprach lautlos ihre Lieblingszeilen mit, freute sich über die Lacher an den richtigen Stellen und wischte sich gemeinsam mit den 1500 geladenen Gästen (meine Einladung…naja, Ihr wisst ja) eine Träne aus dem Augenwinkel. In der Zeitung Aftenposten begeisterte sich der Rhetoriker Kjell Terje Ringdal und lobte die Rede über alle Maßen als melodisch und modern. So, wie Bruce Springsteen über die USA sänge, so hätte der König über Norwegen geredet.

Aha, ob Bruce Springsteen also…….? Na, ist ja auch egal, von wem die Rede ist. Sie hatte Wirkung. Und wo der König recht hat, da hat er recht: Wenn sich eine Deutsche, eine Chinesin und eine Polin im Supermarkt über ihre Kinder im norwegischen Kindergarten unterhalten, dann ist das im Jahr 2016 ein ganz normaler, norwegischer Moment.

Oder? Was denkt Ihr?

***

So, das war es für heute, meine lieben Leser. Der Spätsommer lebt sich aus in Oslo und langsam spürt man den Herbst kommen. Schön! Wir haben die erste Woche Kindergarten überstanden, etwas zerzaust zwar, aber die Familie befindet sich auf dem Weg der Besserung. Die morgendlichen Dramen werden auch bald aufhören, da bin ich sicher. War ja bei der polnischen Mutter auch so. – Uns allen wünsche ich eine tolle Woche mit viel Lachen, Sonne und Spaß. Passt aufeinander auf und seid füreinander da.

Hilsen,

Kongtale#

(Der König und ich – ganz ohne Yul Brynner)

Ulrike

 

Sommer, nee Herbst, nee Sommer in Oslo….

@radiokiepenkerl

So, gleich geht es los. Habe ich alles eingepackt für einen Nachmittag im Park? Kurz nochmal checken: Picknickdecke, Ball, Sonnencreme, Gummistiefel, Schirm, Schneeanzug, Handschuhe. Ja, alles da, auf geht’s!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Das Wetter in Oslo spielt 2016 echt verrückt. Verlässt man das Haus morgens in sommerlicher Stimmung, kehrt man spätestens mittags frierend zurück. Oder umgekehrt. Ein heilloses Durcheinader! Mehrfach haben wir schon gedacht: “So, das war es mit dem Sommer!”, nur damit er dann am nächsten Tag wieder da war. Das ist verwirrend! Wie soll man sich denn darauf einstellen?

Ich meine, mal ehrlich: Make up your mind, Sommer! Sein oder nicht sein? Strand oder Pfütze? Das würde mir auf jeden Fall den Tagesablauf sehr erleichtern.

Allerdings bemerke ich, dass viele Norweger (und bald auch ich) dieses Hin und Her einfach ignorieren und sagen: “Es ist Sommer. Basta!” Da hüpfen die Kinder im Regen barfuß auf dem Spielplatz, da geht die Familie bei Herbstwetter ins Freibad und Eis schmeckt überhaupt schon mal IMMER. Dazu tragen wir Birkies und Shorts, Blumenkleider und Bikinis und wer im Sommer Socken anzieht ist ein Loser! Sommer ist, weil wir das sagen.

Ein sehr unterhaltsame und positive Einstellung, die Gesa und ich gern übernehmen. Wir sind allerdings noch blutige Anfänger, deshalb quillt der Kinderwagen über von Gegenständen für alle vier Jahreszeiten. Naja, das wird schon! Bis Montag dauert der Zauber noch, dann geht hier in Oslo der Alltag wieder los: Schulstart. Ende des Sommers. Ende der lockeren Tage, des Pokemon-gefüllten Frognerparks und langsamer Anfang vom Herbst.

Schade. Je länger ich in Norwegen lebe, umso mehr mag ich den Sommer. Besonders den norwegischen Sommer: Am See liegen, leichter Wind in den Birken, Sommergeruch in der Nase. Schön ist das. Nur irgendwie zu kurz.

Also, Sommer, falls du noch ein paar Tage bleiben willst, von mir aus gerne. Aber dann entscheid’ dich: Do you wanna stay or wanna go? Weil, ehrlich, ich habe keine Lust mehr, den ganzen Mist immer mitzuschleppen!!!!

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute! Meine wöchentlichen Grüße gehen diesmal an meinen Partner in Crime und Love. Ich wette, du hast beim Lesen die Augen verdreht, den Kopf geschüttelt und hast “Ich will Herbst!” gemurmelt. – Und dann schicke ich ein paar Grüße an den kleinen Sonnenschein, der nebenan seinen Mittagsschlaf hält: Heute, meine kleine Motte, war unser letzter “normaler” Tag. Nur wir beide vormittags mit unserem normalen Alltag. Ab morgen ist Oma zu Besuch, jippie!!! und ab Dienstag, deinem 2. Geburtstag, bist du ein Kindergartenkind!!!

Was hatten wir für zwei tolle Jahre, mein kleiner Lieblingsmensch! Jetzt kommt dein erster Schritt raus aus dem Nest und ich frage mich, wer tapferer sein muss… Als du gerade ein paar Tage alt warst, habe ich geschrieben: “Gesa füllt einen Platz in unseren Herzen, von dem wir gar nicht wussten, dass er so schmerzhaft leer war.” Wahnsinn, wie lange das schon her ist. Ich hab dich trillionenfach mehr lieb als damals, meine kleine Entdeckerin. Und jetzt, los, husch, raus aus dem Nest!

Ha det bra,

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Ulrike

„Karius und Baktus“ im Frognerpark ODER Ab in das blaue Zelt!

 

Sirup

Ich will sofort eine rote Zahnbürste! Eine rote Zahnbürste mit roter Badekappe!! Und diese rote Superbürste soll dann in meinem Mund herumtanzen und alle Bakterien vernichten! HA!!! – Ich war Freitag im Kindertheater. Es hat mich sehr mitgenommen.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Kürzlich fragte mich Freundin Britta am Telefon: “Kann ich mir mal dein Kind ausleihen?” Nun hänge ich prinzipiell sehr an meiner Tochter und hätte als treusorgende Mutter ja erst einmal nachfragen können: “Hm. Wofür denn?” Schließlich verleiht man nicht einfach so sein Kind.

Nun befindet sich Gesa aber gerade in der Trotzphase.

Ohne weiteren Kommentar rief ich deshalb froh aus: “Klar!! Gerne!! Leih‘ sie dir aus! Ich gehe Kaffee trinken!”-“Super, aber du kannst auch gerne mitkommen.” Schon wollte ich ablehnen, dankbar für einen freien, TROTZfreien, Nachmittag, da hörte ich: “ Im blauen Zelt im Frognerpark spielen sie Kindertheater: Karius und Baktus.

Ahsooooooooooooo…..

In jeder Stadt gibt es alljährlich wiederkehrende Dinge. In Oslo, zum Beispiel, beginnt für mich seit vier Jahren der Sommer dann, wenn im Frognerpark das blaue Theaterzelt aufgebaut wird.

blauZelt

Immer am selben Platz und immer zur selben Zeit. Dort spielen dann im Sommer verschiedene Theatergruppen Stücke für Kinder. Den Anfang macht immer der zweite Jahrgang der norwegischen Theaterhochschule. Seit drei Jahren frage ich mich, warum die armen Studenten nun ausgerechnet vor dem schwierigsten Publikum der Welt – Kindern – spielen müssen. Und seit drei Jahren hatte ich mir auch vorgenommen, einmal im Theaterzelt eine Vorstellung zu sehen.

Bei diesem Plan war es aber auch geblieben.

Doch nun kam der Anschub dank Britta und wir entschieden uns, am folgenden Donnerstag eine Vorstellung zu besuchen. Nun hatte aber noch jemand anders am Donnerstag den Plan, den Frognerpark zu besuchen: Bruce Springsteen. Das war uns irgendwie entgangen. Als wir also frohgemut in den Park schlenderten, begrüßte uns die tiefe Rockstimme vom “Boss”, der gerade Soundcheck machte. Der Parkrasen dröhnte. Wir blickten zweifelnd von der riesigen Bühne auf das winzig wirkende Theaterzelt, das in unmittelbarer Nähe der Konzertarena lag. Hm. Die Entscheidung, für oder gegen Theater mussten wir nicht treffen: Beide Tagesvorstellungen waren ausverkauft. Na, gut. Hörten wir also weiterhin dem Boss zu (der später noch Oslo überraschte), genossen die Sonne und verabredeten uns für den nächsten Tag.

Nun gebe ich zu, dass ich Kindertheater immer sehr kritisch gegenüber stehe. Kinder sind ein sehr anspruchsvolles Publikum, das aber nicht unbedingt die (uns Erwachsenen so wichtige) Qualität einer Aufführung beurteilt. Sie wollen vor allem unterhalten werden. Und das geht auch schon mal mit dem größten, dusseligsten und niveaulosesten Quatsch. Ich saß bereits mit offenem Mund fassungslos in Kindertheaterstücken, während sich die Kinder neben mir lachend vom Stuhl warfen. Und ein Stück, das von zwei Zahnbakterien handelt….ich ahnte Böses.

Nee, nix da. Erstmal fand die Aufführung vom Teater Syklus im blauen Theaterzelt statt. DAS allein war schon ein Erlebnis! Endlich war ich drinnen und thronte mit Gesa und Britta hochoben am äußeren Rand des enormen Publikumsraums. Und außerdem ist das Teater Syklus nicht nur eine wunderbar engagierte, enthusiastische und talentierte Gruppe, die schon seit über 15 Jahren diesen Kinderklassiker im Programm haben – sondern sie spielen eben eine Geschichte von Thorbjørn Egner.

Thorbjørn Egner ist ein norwegisches Heiligtum und Verfasser nicht nur von “Karius und Baktus” sondern er schrieb und zeichnete auch “Die Räuber von Kardamomme” und “Klaus Klettermaus”. Und so, wie ich bereits die beiden letzten Bücher mochte, gefielen mir auch die nervigen Zahnmonster Karius und Baktus ausgesprochen gut. Und den Kindern gefielen die strubbelhaarigen Biester in gestreiften Kostümen noch besser. Beklommen fragte ich mich, ob nun die im Zelt anwesenden Kinder abends im hohen Bogen ihre Zahnbürsten aus dem Fenster werfen würden und dabei riefen: “Wir wollen Karius und Baktus im Mund!!!”

So kann Thorbjørn es nicht gemeint haben.

Auftritt: Die rote Zahnbürste. Mein Held! Meine Angst vor dem dramatischen Anstieg kindlicher Zahnfäule in Oslo legte sich, sobald ein Schauspieler in rotem Overall plus roter Badekappe als rote Zahnbürste über die Bühne fegte.

RoteZahnbürste

Schon waren die Guten und die Schlechten auf der Bühne wieder klargestellt und laut beklatschten Groß und Klein den finalen Abzug der beiden Zahnzerstörer. 35 Minuten hatte der Kampf gedauert, es gab viel zu lachen und am Ende durften wir nicht nur das Bühnenbild aus der Nähe betrachten sondern auch die beiden Hauptdarstellerinnen kennenlernen.

BrittaGesaKarius

(Gesa hat es, trotz ihres Gesichtsausdrucks, sehr gut gefallen. Hoffe ich. Auf jeden Fall war sie extremst beeindruckt. Und ja: Britta und Gesa gehen immer im Partnerlook ins Theater ;))))…)

Ich kann wieder einen Punkt auf meiner “Oslo-to-do”-Liste abhaken.

Und morgen kaufe ich mir eine knallrote Zahnbürste!

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute. Ich hoffe, Ihr hattet oder habt einen tollen Sommer mit vielen schönen Erlebnissen. Wir waren drei Wochen in Deutschland und haben Freunde und Familie besucht. Es war lecker und lustig, windig und sonnig, aufregend und schön – wir standen einmal im Stau und zigmal beim Bäcker, haben im Supermarkt gestaunt und im Restaurant jubiliert, sind mit vier Sternen zurück nach Oslo geschippert und hatten eine tolle Zeit.

Hier in Norwegen fängt ab morgen teilweise wieder der Alltag an. Die Schulferien gehen allerdings noch bis zum 19.8. und bei uns beginnt am 23.8. eine neue Etappe im Elternleben: Gesa kommt in den Kindergarten. Bis dahin genießen wir aber noch den Sommer!

Meine wöchentlichen Grüße gehen heute nach Bern, wo Freundin Claudia ihren ersten Abend im neuen Übergangszuhause verbringt. Du fehlst uns! Alles Gute für morgen!!! Kick ass!

Uns allen wünsche ich eine tolle Woche, wir lesen uns dann wieder am Freitag.

Ha det,

GesaichBühne

 

Ulrike

 

 

Ein Wochenende in Bergen ODER Sonne??? In Bergen?

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27. Mai 2016. Es muss ein Traum sein: Riesige Schneefelder vor dem Fenster, Schneeflocken fliegen gegen die Fenster und eine Gruppe Skifahrer schnallt sich das Gepäck auf den Rücken. Ich reibe mir die Augen, aber alles bleibt wie es ist. Willkommen auf der Hardangervidda – willkommen in der Bergenbahn!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Zum Geburtstag hatte ich ein tolles Geschenk bekommen: Ein Wochenende in Bergen. Unglaublich, aber wahr – in der berühmten Stadt an der Westküste war ich in den vier Jahren Norwegen noch nie gewesen. Nun aber sollte es sein! Von vielen Seiten hatte ich gehört und gelesen, dass der schönste Weg nach Bergen der Weg mit dem Zug sei. Knapp sieben Stunden quer durch Norwegen – das wollte ich unbedingt machen!

Heute kann ich sagen: Einmal ist genug. Versteht mich nicht falsch: Es ist super, plötzlich auf Gletscherhöhe zu sein und in eine bizarre Eis- und Schneelandschaft zu gucken. Auch reißende Ströme und Wasserfälle sind spannend – außerdem lernt man nette Leute kennen (ich in diesem Fall ein Amerikanerin auf Nordeuropatour) und hat Geschichten zu erzählen. Aber sieben Stunden sind sieben Stunden und die können echt lang sein.

Der Flug nach Bergen dauert 45 Minuten.

Nur so als Vergleich.

Im Zug hörte ich – bis auf die Durchsagen – kein Wort Norwegisch. Mein Waggon wurde von einem älteren Amerikaner dominiert, der gutgelaunt und mit viel Volumen alle und alles kommentierte, erzählte, wohin er und seine Frau reisen würden und sich auch sehr für das  Leben seiner Mitreisenden zeigte. Ob die das nun mit ihm teilen wollten oder nicht.

Meine Sitznachbarin entschuldigte sich bei mir ständig für ihren polternden Landsmann.

“He is from Florida, you know. – He means well.” (Er ist aus Florida, du verstehst schon. Er meint es nur gut.)

Andere Waggons waren komplett in deutscher Hand – das Schwabenland schien geschlossen auf Hurtigruten-Tour zu gehen. Von Kopf bis Fuß in Jack Wolfskin gekleidet, schwäbelte sich Waggon 6 Richtung Bergen. Ich hatte viel zu lachen und viel zu lauschen und kam äußerst amüsiert in Bergen an.

Dort regnete es.

Logisch.

Über das Wetter in Bergen gibt es viele Witze, wie zum Beispiel den hier: Ein Tourist fragt einen Bergenser Jungen auf der Straße: “Sag mal, regnet es hier eigentlich immer?” Darauf der Junge: “Woher soll ich das wissen? Ich bin erst 13 Jahre alt.”

Ich war auf Regen vorbereitet. Nach einem kurzen Weg durch die Innenstadt erreichte ich mein Hotel in Nähe der Tyskebryggen, einem UNESCO-geschützen Holzhausviertel und einer DER Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es war mittlerweile kurz vor 16 Uhr – aber vor Mitternacht sollte es eh nicht dämmerig werden, ich hatte also noch genug Zeit zum Sightseeing. Und die nahm ich mir dann auch. Mit der Floibahn rauf auf den Berg zur spektakulären Aussicht über die Stadt und die naheliegenden Inseln und Fjorde; über den Fischmarkt und am Hafen entlang; durch die übersichtliche Innenstadt rauf zur Johanniskirche; an die Tyskebryggen und wandern durch die engstehenden Holzhäuser mit ihren Werkstätten und Restaurants. Die Zeit flog dahin.

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Und ich war einfach so mit mir unterwegs. Das war toll! Ich liebe meine Familie und verbringe gerne viel Zeit mit ihnen oder mit Freunden – aber es war einfach mal toll, ganz allein bestimmen zu können, was ich wann, wo und wie mache. Und da mir mit mir selten langweilig ist, genoss ich diese Zeit ganz enorm.

Zurück im wunderschön restaurierten Det hanseatiske Hotel stand abends nur noch Lesen und Fernsehen auf dem Programm. (An dieser Stelle zwei Empfehlungen: Laut gelacht habe ich über die Komikerin und Musikerin Ingrid Bjørnov und ihr Programm “2012 Ouverturen” und unglaublich gerührt war ich von dem Film “Mannen fra Snåsa”, einem Dokumentarfilm über den norwegischen Heiler Joralf Gjerstad.)

Mein Zug ging am Sonntagmorgen bereits um 11.30, entsprechend früh stand ich auf, um noch die Bergen Festung zu besichtigen. Beim Frühstück traute ich meinen Augen nicht: Sonnenlicht flutete durch das Restaurant.

Sonne!

In Bergen!

Trip6

Die eng zwischen bewandeten Hügeln und Meer liegende ehemalige Hansestadt zeigte sich von ihrer Schokoladenseite – ich zückte ungläubig meine Sonnenbrille und lief am Hafen entlang Richtung Festung. Viel Spannendes gab es hier nicht zu sehen, aber ich erfuhr, dass es im Jahre 1665 “Der Kampf um Bergen” sozusagen vor meinen Füßen stattfand.

Was war geschehen?

Salopp gesagt war es ein Kommunikationsproblem: Eine Übereinkunft zwischen dem dänisch-norwegischen König Frederik III. und dem englischen König Charles II. hatte die neutrale Stadt Bergen nicht erreicht. Als eine Flotte holländischer Schiffe also Schutz im neutralen Hafen von Bergen suchte, gaben die Bergenser nicht, wie abgesprochen zwischen den Adligen, eines der Schiffe zum Überfall frei, sondern verteidigten ihre Neutralität gegen den vermeintlichen englischen Angreifer. Die englische Flotte gab sich, nach schweren Verlusten, geschlagen und Bergen verteidigte erfolgreich seine Neutralität und schützte das holländische Schiff.

Wie der König in Kopenhagen getobt hat, erfahre ich leider nicht.

Ähnlich der englischen Flotte machte ich mich nun, viel zu früh, auf den Heimweg. Mein siebenstündiger Rückweg wurde nicht nur durch eine Bergenser Skillingsbolle versüßt…

@www.seriouseats.com

…sondern auch durch Freundin Kerstin verkürzt, die witzigerweise im gleichen Zug saß.

Am Abend kam ich glücklich wieder in Oslo an. Denn, so schön es war alleine unterwegs zu sein, so schön war es auch, wieder nach Hause zu kommen.

Mein Fazit: Bergen ist absolut eine Reise wert – und zwar eine lange. Das nächste Mal will ich auf den Berg Ulrik klettern, eine Fjordtour machen, das Umland erkunden, ins Theater gehen und und und.

Dann werde ich aber unter Garantie das Flugzeug nehmen!

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So, das war es für heute, meine lieben Leser! Der Sommer ist da, vielleicht nicht meteorologisch, aber dafür emotional. Zahlreiche Sommerfeste und Abschiede machen den Juni immer zu einem aufregenden Monat. Meine wöchentlichen Grüße gehen daher an alle, die in diesem Sommer Oslo verlassen – unter anderem Nina, David und Amelie, Sabine und Marie mit Kai und Julian, Sabine mit Lukas und Stefan! Schön, dass wir uns hier getroffen haben und alles Gute für Euch zurück in Deutschland. Ha det bra!

Der Blog und ich gehen jetzt für vier Wochen in Sommerpause. Meine lieben Leser, danke für Euer Lesen und Kommentieren – was wäre Neues aus Norwegen ohne Euch? Habt einen tollen Sommer mit vielen schönen Erlebnissen, mit viel Sonne und mit ganz viel Lachen!

Ha det bra og God sommer,

Bergen4

Ulrike