„Der Hölle Rache kocht in meinen Seiten!“ ODER Vom Versuch, den besten Kuchen der Welt zu backen

So, liebe Ulrike, du hast also beschlossen, dir nicht von mir helfen zu lassen? Tapfer, sage ich dazu, tapfer. Und vielleicht auch ein klein bisschen naiv. Aber du hast deine Entscheidung getroffen. Du hast dich gegen mich, das karierte Kochbuch, entschieden.

Bitte.

Wenn du meinst.

Wirf meine jahrelange, ach was, JAHRZEHNTELANGE, Erfahrung ruhig über Bord und back‘ deinen Kuchen mithilfe dieser….dieser…Internetseite.

Viel.

Erfolg.

Lykke til.

***

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Was lange währt, wird endlich gut und wieder einmal heißt es: Willkommen in meiner Küche! Heute backen wir Verdens Beste – einer der klassischen, norwegischen Backspezialitäten. Wie angekündigt, habe ich diesmal ganz besonders erfahrene Hilfe – das karierte Kochbuch, zusammengestellt von Ingrid Espelid Hovig. DAS Kochbuch Norwegens.

Oh, danke, danke.

Was stimmt, das stimmt. Gut, nun aber los hier. Ich will Verdens Beste backen. Wo finde ich das denn bei dir?

Seite 642. Ich besitze auch ein Inhaltsverzeichnis, aber bitte.

600…614…637…642! Bløtkake, Sukkerbrød, Marengkake….hm, hier steht nichts von Verdens Beste.

Wir mochten den Namen nicht. Verdens Beste…das klang so…überheblich. Deshalb heißt er bei uns Marengkake med Mango. Ganz köstlich. Warte ich lese dir die Zutaten vor: 100g Butter, 5 Eiweiß…

Hm. Das ist nicht dasselbe.

Bitte?

Na, ich wollte Verdens Beste backen und nicht Marengkake med Mango.

Es ist fast das Gleiche.

Aber es STEHT hier nicht. Ich möchte ein Rezept, über dem Verdens Beste steht.

Aber das hier ist das Gleiche!!

Aber es HEISST NICHT SO!!!

ABER ES IST DAS GLEICHE!!!

ABER ES H E I S S T NICHT SO!!!!!!

Stille.

Du bist ein bisschen merkwürdig.

Ach ja?

Naja, du schreist ein Kochbuch an. Das ist merkwürdig  – und nicht sehr nett.

Ich glaube es nicht!!!

Ich habe schließlich auch Gefühle.

Und ich habe Lust auf Verdens Beste. Gibt es auf deinen Seiten ein Rezept, das diesen Namen trägt?

Nun?

Nein.— Was machst du?

Ich gucke im Internet nach einem Rezept. Ah, hier auf der Seite von TINE. Na bitte, da steht es: „Oppskrift Verdens beste – Kvæfjordkake.“

Im Internet.

Ja, super, oder?!!

Du weißt schon, wer ich bin???

Ja, das weiß ich. Vor allem bist du für heute fertig und hast Feierabend.

***

Ich klappe das rot-weiß-karierte Kochbuch zu und schüttele den Kopf. Sachen gibt es. So, nun aber los hier – es ist schon fast 21 Uhr und ich habe jetzt echt Lust auf Kuchen. Das Foto auf der TINE-Seite sieht köstlich aus. Ich bin ja wirklich keine begabte Bäckerin, aber das Rezept wirkt einfach genug – selbst für mich.

Wart’s ab.

Bitte? – Oh prima, ich höre schön Stimmen. – So also, her mit den Zutaten. Zucker, Butter, Mehl, Milch, Eier, Back… Wo ist denn das Backpulver? Ich gucke mich verwirrt um. Gerade stand die runde, rote Dose noch auf dem Tisch. Das ist komisch. Ohne Backpulver geht es nicht, lache ich und frage mich, was ich damit gemacht habe. Ist sie runtergefallen? Ich gucke unter den Tisch.

Kalt.

Nichts. Ich gucke in den Hängeschrank.

Kalt.

Nichts. Ich gucke auf den Kühlschrank

Wärmer.

Nichts. Ich öffne den Kühlschrank. Bei mir weiß man ja nie.

Heiss.

Huch! Was macht denn das Backpulver IM Kühlschrank?

Also wiiiiiirklich, wie komisch!!!

Ich kontrolliere die restlichen Zutaten- alles ist da. Prima, los geht es! Butter und Zucker zu verrühren geht einfach genug, auch wenn mich das Mengenverhältnis etwas erstaunt.

Hihihihihhihihhiihi….

Aber es wird schon stimmen. Als nächstes soll ich 5 Eier trennen. Irgendwie habe ich plötzlich vier linke Hände oder die Zutaten haben ein Eigenleben entwickelt. Das erste Ei fällt auf den Boden. Beim zweiten geht das Eigelb kaputt. Als ich Mehl abwiege, schütte ich die Hälfte daneben und das Backpulver ist zwar da, dafür klemmt aber die Schublade zum Besteckkasten und es dauert ewig, bis ich einen Teelöffel in der Hand habe.

Uihuihui….

Ich reiße mich zusammen, so schwierig hatte ich mir das Backen heute nicht vorgestellt. Immerhin lässt sich der Eischnee ohne Probleme schlagen, auch wenn ich die doppelte Menge an Zucker brauche, damit der Schnee steif wird. So, nun den Teig in der Form verteilen, oben drauf die Eischneemasse und ab in den Ofen. Irgendwie wirkt das alles nicht richtig. Naja, wird schon.

Bestiiiimmmmmt.

Ich schiebe die Form in den Ofen und gucke mich in der Küche um. Also, so viel Chaos habe ich ja selten beim Backen veranstaltet. Das ist wirklich nicht mein Tag heute. Egal, jetzt muss ich Sahne schlagen für die Füllung. Im Kühlschrank suche ich die Schlagsahne (kremfløte) und blicke verwirrt auf die grüne Packung mit matfløte. Aber ich hatte doch ganz bestimmt Schlagsahne eingekauft. – Ob das mit der anderen Sahne wohl auch geht?

Klar.

Klar, wird schon. – Nach fünf Minuten ist sicher: Es geht nicht. Was ist hier bloß heute los? Egal, dann fülle ich den Kuchen eben nur mit Vanillecreme und lasse die Sahne weg. Im Ofen hebt sich der Eischnee zu einem schönen Meringue-Deckel und wird leicht braun. Köstlich.

Tja, aber darunter….

Oh nein, aber was ist darunter los?

Ja, was denn bloß????

Der Teig ist kein Teig, sondern eine merkwürdig geschmolzene Substanz auf der der Eischnee klebt!!! Och nee!!! Ich öffne die Ofentür und hole das Blech raus. Eine Art Butter-Mehl-Schaum verteilt sich auf dem Boden der Form, gefolgt von einer Schicht rohem Eischnee und einem Deckel fester Meringue. Das ist ja ein Desaster!!

Kann man laut sagen. Und es riecht komisch.

Und was riecht denn bloß so komisch???? Ich lese erneut das Rezept von TINE. Ich habe doch alles gemacht, was da steht: 150g Butter und 125g Zucker und dann 150g Mehl und überhaupt…das habe ich doch….oder vielleicht auch nicht….wer weiß, ich habe ja auch das Backpulver in den Kühlschrank gestellt…und das Ei auf den Boden geworfen…die falsche Sahne benutzt…und irgendwie…dabei wollte ich Euch einen leckeren Kuchen zeigen! Und wollte das Rezept von TINE hier im Blog aufschreiben, damit Ihr das alle nachbackt. Aber irgendwie…also irgendwie…..

Ich sollte mich mal setzen.

***

Das ist eine gute Idee. Setz‘ du dich mal. Erhole dich ein bisschen. In der Zwischenzeit zeige ich deinen Lesern das beste Rezept für Verdens Beste – ob es nun so heißt oder nicht.

Und beim nächsten Mal, da überlegst du vorher mit wem du dich anlegst….nicht wahr, Ulrike???

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Meine Seiten 642 und 643. Hier das Rezept:

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Und selbstverständlich kommt mein Rezept für Euch auch auf Deutsch:

Für den Teig

100g Butter oder Margarine (Raumtemperatur)

1,5 dl Zucker

5 Eigelb

4 Esslöffel Milch

2 dl Mehl

2 Teelöffel Backpulver (das mit dem Kühlschrank war brillant!!! Oder?? Los, Ihr habt auch gelacht. Ihr Blick…Ihr hättet ihren Blick sehen sollen…..hahahaha!!!)

FÜR DIE MERINGUE

5 Eiweiß

2,5 dl Zucker

1 dl gehackte Pinienkerne

FÜR DIE FÜLLUNG

1 Beutel (250g) tiefgefrorene Mango in Stücken

3 dl Schlagsahne

1dl gekaufte Vanillekrem

TEIG: Butter und Zucker verrühren. Eigelb dazugeben. Milch dazu. Mehl und Backpulver vermischen. In die Butterzuckermasse geben. 

MERINGUE: Eiweiß mit Hälfte des Zuckers steif schlagen. Behutsam den Rest des Zuckers unterheben.

Eine Backform 30x40cm mit Backpapier auslegen. Teig verteilen. Darauf die Meringue / Eiweißmasse. Zum Schluss die Pinienkerne verstreuen. 

In der unteren Schiene des Backofens für ca. 30 Minuten bei 150° Grad backen. Kuchen abkühlen lassen.

Mango antauen lassen. Kuchenteig teilen. Sahne schlagen und Vanillecreme unterheben. 

Kuchenteile mit Sahnemischung und Mangostücken zusammensetzen.

SO macht man das!

Ha det, 

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Euer kariertes Kochbuch, Ausgabe 2014

 

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Vorfreude ist die schönste Freude….

…und deswegen kommt der Blog jetzt doch erst wieder am Freitag! – Tut mir leid, liebe Leser, aber Gesa und ich sind beide nicht so richtig fit dieses Wochenende. Meine wöchentlichen Grüße an alle, die auch mit Tee und Zwieback auf dem Sofa liegen – wir sehen uns am Freitag. Dann aber mit KUCHEN!

Ha det,

Ulrike

„Mehr Licht!“ ODER Blog wird verschoben wegen Sonnenfinsternis!

@Druckmüller/Aniol

@Druckmüller/Aniol

Hallo, liebe Leser, ab 9.46 Uhr heute Vormittag tut der Mond, unser treuer Trabant, seinem Ego etwas Gutes und beginnt damit die Sonne zu verdecken. Go, moon, go!!

Mir ist es dann zu dunkel zum…..

Ok, ok…die Ausrede zieht WIRKLICH nicht….

Ehrlich?

Na gut!

Martin ist das Wochenende weg, hat heute aber spontan frei und deshalb machen wir einen Familientag (erst ich noch zum Impfen…zitter) und der Blog folgt am Sonntag.

MIT KUUUUUCHEN!!!

Ich backe endlich Verdens Beste UND nutze dafür ein tolles Geburtstagsgeschenk: „Das karierte Kochbuch“ von Ingrid Espelid Hovig – DAS Kochbuch Norwegens. Danke an Claudia und Magnus dafür!!

Euch allen also einen schönen Freitag – viel Spaß mit dem mutigen Mond und für alle in Norwegen hier die Zeiten des himmlischen Phänomens:

OSLO: BEGINN 9.46 Maximum 9.51 Ende 12.04

TRONDHEIM plus 5 Minuten

TROMSØ plus 18 Minuten

SVALBARD komplette Sonnenfinsternis um 11.11 Uhr – Alaaf!! 😉

Mehr Infos finden sich hier –  http://www.himmelkalenderen.com/2015/01/solformorkelse2015/

GUTES GUCKEN!!

Ha det,

Ulrike

Norwegische Kinderlieder – Gesas Hitparade ODER Wo man singt, da lass‘ dich gerne nieder…

Gesa liebt Musik. Schon im Bauch wurde sie besungen, bebrummt und von CDs beschallt. In den letzten Monaten habe ich so viel gesungen wie noch nie in meinem Leben. Und wann immer wir Lust haben, lernen wir ein neues, norwegisches Lied dazu. In sechs Monaten ist schon ein stattliches Repertoire entstanden. Und die Top Five wollen wir mit Euch teilen!

Hallo, meine Leser, schön, dass wir uns zu diesem musikalischen Blog treffen. Während Gesa rückwärts durch die Wohnung robbt und gleich wieder unter den blauen Wippsessel rutscht, blättere ich in Mari Maurstads „De gode, gamle barnesangene“ – eine Sammlung norwegischer Kinderlieder. Seit Oktober begleitet uns dieses Buch und ich habe festgestellt, wie gut Kinderlieder dabei helfen können, eine Sprache zu lernen.

Die Wahl der Lieder fiel mir aber schwer: Ich habe nämlich keine Ahnung, welches Lied hier wirklich jedes Kind kennt. Was ist das „Alle meine Entchen“ Norwegens? Ich googelte norske barnesanger – norwegische Kinderlieder. Die Suchmaschine meines Vertrauens schickte mich beim ersten Mal sofort zu Youtube. Neben ambitionierten, aber leider schiefstimmigen norwegischen Müttern, fand ich eine CD mit dem vielversprechenden Titel: „Favoritt barnesanger“. Und hier entdeckten wir auch den Rolf Zuckowski Norwegens, den norwegischen Musiker, Stimmenimitator und viel zu früh verstorbenen Schauspieler Rolf Just Nilsen. Wir begaben uns also auf musikalische Entdeckungsreise. Manche Lieder gefielen nur mir und lösten bei Gesa höfliches Desinteresse aus, bei manchen quietschte unser Baby in den höchsten Tönen mit und bei „Mikkel Rev“ donnerte sie einen gewaltigen Pups in die Hose.

Klare Ablehnung, oder?

Hier sind nun Gesas Top Five der norwegischen Kinderlieder im März 2015:

  1. Jeg gikk en tur på stien

Bei diesem Kanon ist gute Laune vorprogrammiert, was unter Garantie an dem Laut des Kuckucks liegt, den der Wanderer plötzlich im Wald hört. Ko-ko! (Ja, hier wird das „o“ als „u“ gesprochen….wäre ja sonst ein komischer Kuckuck!) – Ich sehe uns schon durch die Natur wandern und laut diesen Kanon schmettern!

Armer Wald….!

Jeg gikk en tur på stien og søkte skogens ro.

Da hørte jeg fra lien en gjøk som gol ko-ko.

Ko-ko, ko-ko, ko-ko, ko-ro, ko-ko

Ko-ko, ko-ko, ko-ko, ko-ro, ko-ko.

  1. Bjørnen sover

Ohne den schlafenden Bären wird das auch nichts mit Gesas Mittagsschlaf. Zu Alpträumen kann es aber nicht kommen, denn solange man vorsichtig ist, tut der Bär nichts. Ursprünglich stammt das Kinderlied aus Schweden und ist ein Ringspiel: Ein Kind liegt als schlafender Bär in der Mitte, die anderen gehen um ihn herum, während sie das Lied singen. Ist die Musik vorbei, „erwacht“ der Bär und die wilde Jagd beginnt.

Bjørnen sover, bjørnen sover, i sitt varme hi.

Han er ikke farlig, bare man er varlig,

men man kan jo, men man kan jo,

aldri på ham tro! (Es gibt bei fast allen Liedern unterschiedliche Textfassungen. Wie hier. Macht ja nichts ;)…)

  1. Bæ, bæ, lille lam

Vor ein paar Monaten war das Gesas absoluter Favorit. Ihre erste Impfung und manche Träne überstanden wir dank diesem international bekannten Lämmer-Lied. Sogar der Weihnachtsmann hat ihr das Lied auf dem Osloer Weihnachtsmarkt vorgesungen. Im Glühweinzelt. Das prägt. Im Lied wird ein Lamm gefragt, ob es genug Wolle hat und es will fürsorglich gleich die ganze Familie einkleiden. Ein norwegischer und englischer Klassiker, und, glaube ich, das „Alle meine Entchen“ Norwegens.

Bæ bæ lille lam, har du noe ull?

Ja, ja, kjære barn, jeg har kroppen full.

Søndagsklær til far, og søndagsklær til mor,

og to par strømper til bitte lille bror.

  1. Lille Petter Edderkopp

Der Stoff, aus dem Horrorfilme sind: Eine Spinne klettert jemandem auf den Kopf!! Doch mit einem sonnigen C-Dur und im 2/4-Takt wirkt alles nur noch halb so schlimm.

Lille Petter Edderkopp han klatret på min hatt.

Så begynte det å regne og Petter ned han datt.

Så kom solen og skinte på min hatt.

Da ble det liv i Petterkopp som klatret på min hatt.

  1. Jeg satte brillene på mine nese

Die skandinavischen Länder scheinen sich einen Kinderliedschatz zu teilen, was bei der gemeinsamen Geschichte und Sprachähnlichkeit nicht verwundert. Die Melodie zum folgenden Lied wurde auf einer dänischen Elternseite gepostet und ich wette, dass unsere Freunde Catharina und Steffen damit genauso aufgewachsen sind wie viele norwegische und schwedische Kinder. Im Walzertakt fordert ein Brillenträger zum Spiel auf.

Jeg satte brillene på min nese for desto bedre å kunne lese

Jeg leste sånn at det var umulig å leve lykkelig foruten deg.

Å nei, å nei, å nei, å jasså! Å nei, å nei, å nei, å jasså!

Jeg leste sånn at det var umulig, å leve lykkelig foruten deg.

Av alle dem som går her i ringen jeg velger deg, eller altså ingen

For jeg har lært at det er umulig å leve lykkelig foruten deg.

Å nei, å nei, å nei, å jasså! Å nei, å nei, å nei, å jasså!

For jeg har lært at det er umulig å leve lykkelig foruten deg.

***

Das waren sie, unsere Top Five der norwegischen Kinderlieder! Mal sehen, welche Lieder wir nächsten Mittwoch in der Uranienborgkirche beim barnesang, einer Eltern-Kind-Singgruppe, kennenlernen!

Und Ihr? Was sind Eure Lieblingskinderlieder? Mit welchen Liedern seid Ihr aufgewachsen und welche singt Ihr Euren Kindern/Enkeln/Nichten/Neffen/oä. vor? Ich wünsche Euch allen ein musikalisches Wochenende, singt doch mal wieder aus voller Kehle – das tut gut!

Ha det,

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Ulrike    

Eine Übernachtung mit Panoramablick… ODER Was macht schon so ein bisschen Höhenangst?

Om-Holmenkollen

Holmenkollenschanze Foto: Marco Boella

Wir haben ja alle die eine oder andere Phobie. Ich, beispielsweise, leide an Akrophobie. Höhenangst. Aber nur manchmal. Das ist kompliziert, denn es bedeutet, dass ich an einem Tag voller Begeisterung auf dem Eiffelturm stehe – und an einem anderen bäuchlings auf einem spanischen Felsplateau kauere und mich rückwärts in Sicherheit robben muss. Woran das genau liegt – ich habe keine Ahnung. Trotz meiner Höhenangst werde ich mich aber an einem Wettbewerb beteiligen, der mit einem fantastischen Preis lockt: Einer Übernachtung auf der Holmenkollenschanze.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Seit einigen Wochen bekomme ich täglich Aftenposten ins Haus – eine der größten norwegischen Tageszeitungen. Und die berichtete gestern über einen Wettbewerb, ausgerichtet vom norwegischen Skiverband und dem Onlineübernachtungsdienst Airbnb. Wer noch nie davon gehört hat: Airbnb (Airbed and breakfast, also Luftbett und Frühstück) ist ein Internetdienst, bei dem Menschen auf der ganzen Welt ein Gästezimmer, ein Schlafsofa oder auch ihre ganze Wohnung zum Übernachten zur Verfügung stellen. Gerade in einer so teuren Stadt wie Oslo ist das eine kostengünstige Alternative zum Hotel.

Und nun bietet die Seite eine ganz besondere Übernachtungsmöglichkeit in Oslo: Eine Nacht ganz oben auf der Holmenkollenschanze. In dem Bereich, wo sonst die Skispringer warten und wo Glasboden und Glaswände einen fantastischen (und manchmal furchteinflößenden) Ausblick über Oslo bieten.

Cool!!!!

Das will ich!!!

Höhenangst hin oder her!!!!

Schluck.

Naja, wird schon gut gehen. Also, dachte ich, wo buche ich?

Aber nein, ich muss Euch enttäuschen, wenn Euch ähnliche Gedanken angesprungen haben. So einfach ist es nicht.

Um eine ungewöhnliche UND kostenlose Nacht im Sprungturm zu verbringen, müsst Ihr Euch was einfallen lassen. Der Skiverband und Airbnb haben einen Wettbewerb (für die englische Erklärung einfach auf der Seite weiter nach unten scrollen) ausgerufen: Die kreativste Begründung, warum jemand unbedingt auf dem Sprungturm übernachten will, gewinnt. Ist dieser jemand dann noch ein Skisprungfan – noch besser. Na, das hat ja meinen Ehrgeiz geweckt! Und meine Höhenangst in die Ecke gestellt. Wie cool wäre es, HIER zu übernachten:

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Ok, dann brauche ich also nur noch eine kreative Begründung. Vorbereitung ist alles, also lese ich erstmal die Teilnahmebedingungen. Aha. Gut, dass ich nicht in Nord-Korea, Kuba, dem Iran oder Indonesien lebe. Die dürfen nicht teilnehmen.

Weiterlesen.

Es gibt EINE Übernachtung für Teilnehmer aus Norwegen zu gewinnen und EINE für Teilnehmer aus dem Ausland. Gästen aus dem Ausland wird der Flug nach Oslo gezahlt. Norwegische Gäste haben Pech gehabt und müssen die Anreise selber bezahlen. Der Zeitpunkt ist vorgegeben: Am 26. und 27. März wird die Holmenkollenschanze zum Hotel.  Der Wettbewerb läuft seit vorgestern und noch bis zum 16. März um 23.59 Uhr. Von ausländischen Teilnehmern wird also eine gewisse Spontanität erwartet. 🙂

Weiterlesen. Aha! Hier! Meine Siegformel! Ich darf maximal 100 Wörter in Englisch einreichen. Das ist nicht viel. Hundert getippte Wörter sind ungefähr sieben Zeilen bei einer normalen DIN-A4-Formatierung und Schriftgröße 11. Sieben Zeilen?? Uih. Mein Beitrag, so die Teilnahmebedingungen bei Airbnb, wird dann nach zwei Kriterien bewertet:

  1. Wie originell und kreativ ist der eingereichte Beitrag? (70%)
  2. Wie bezieht sich der Beitrag auf die Holmenkollenschanze? (30%)

Ich lese jetzt schon im Geiste die unzähligen „Meine Freundin und ich haben uns das erste Mal auf dem Holmenkollen getroffen/geküsst/gestritten. Ich will ihr auf dem Sprungturm einen Heiratsantrag machen.“ Oder so ähnlich.

Hm, damit kann ich nicht dienen. Erster Kuss, Heiratsantrag und ähnliches liegen erfolgreich und schön hinter mir. Und ich wette, die kontrollieren, ob die Geschichte stimmt. Also, lieber bei der Wahrheit bleiben. Oder, sagen wir, der kontrollierbaren Wahrheit.

Oh Hilfe, mir fällt gar nichts ein. Nichts. Ich will dort oben übernachten, weil ich das eben will. Reicht das nicht? Das ist wenigstens keine tränenrührende (und vielleicht erstunken und erlogene) Liebesgeschichte, sondern die pure Wahrheit: Ich will!

Ja, blöd, ich gebe es zu.

Fällt Euch vielleicht etwas Besseres ein???

Na gut, ich habe noch etwas Zeit. Heute ist ja erst der 6. März. Dann setze ich jetzt meine Denkerkappe auf und warte auf eine Eingebung. Falls Ihr Lust habt, Euch zu beteiligen, ist hier nochmal der Link. Um teilnehmen zu können, müsst Ihr Euch bei Airbnb einloggen, aber das ist es, denke ich, wert. Solltet Ihr gewinnen, treffen wir uns natürlich auf einen Kaffee in Oslo!

Oder…..

…Ihr nehmt MICH mit hoch auf den Sprungturm!!!

***

Das war es für heute, meine lieben Leser. Ich bin sehr gespannt, wie der Wettbewerb ausgehen wird, Aftenposten wird unter Garantie weiter davon berichten. Spätestens am 17. März, hoffe ich. Bis dahin passiert aber auch noch einiges. Beispielsweise ist am 8. März nicht nur Internationaler Frauentag, sondern auch ein großer Tag in unserer Kirche: In der Deutschen Gemeinde wird am Sonntag der neue Pastor gewählt – das ist aufregend und gleichzeitig bedrückend. Meine wöchentlichen Grüße gehen deshalb heute nur ein paar Straßen weiter in die Eilert Sundts gate an Pastor Friedbert Baur: Du wirst uns sehr fehlen! Schön, dass Gesa noch von dir getauft wird!

Allen Leserinnen schicke ich zum Frauentag in Gedanken eine rote Nelke – schön, dass Ihr da seid!

Euch allen wünsche ich ein tolles Wochenende, greift nach den Sternen und seid kreativ!

Ha det,

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Ulrike