König Harald wird 80! ODER Wer wird sich denn da vordrängeln?

https://cf.geekdo-images.com/images/pic1820666_md.jpg

Brauner Mantel mit unechtem Pelzbesatz, schwarze Lederpumps, ein schiefsitzender, kleiner brauner Filzhut. Am rechten Handgelenk schwingt eine Michael Kors-Handtasche. Eine Brille mit starken Gläsern und Hornrand. Und dann kommt ein Lächeln. Ich weiche einen Schritt zurück. Es ist ein Lächeln wie bei Joey, der Gruselpuppe. Ok, ich lasse sie vor. Dann komme ich eben einen Moment später dazu, König Harald zu gratulieren.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen! Das norwegische Königspaar Harald und Sonja feiert 80. Geburtstag dieses Jahr. Er am 21. Februar, sie am 4. Juli. Der Gerechtigkeit wegen gibt es ein großes Fest am 10. Mai, quasi in der Mitte. Und während der König, fit wie ein Turnschuh, seinen runden Geburtstag in Südafrika verbringt, ist das Volk geladen, seinem royalen Staatsoberhaupt zu gratulieren. Aber nicht nur per Post oder email von der heimatlichen Couch – neihein, direkt im Schloss!

Na, da muss ich hin!

Ab 14 Uhr, lese ich auf der königlichen Internetseite, könne man sich im Schloss in ein Gratulationsbuch eintragen.  Prima, das passt mir gut, kurz hin, Glückwünsche eintragen, Selfie für den Blog und rechtzeitig wieder Zuhause sein, um mit Gesa die Mumins zu gucken.

Guter Plan.

Und ich bin auch noch ganz optimistisch, als ich am Schloss ankomme, denn da stehen nur ein paar verstreute Menschen vor dem Haupteingang. Kjell Arne Totland, der TV-Experte in Sachen Königshaus, der norwegische Rolf Seelmann-Eggebert sozusagen (der übrigens dieses Jahr auch 80 wird), Kjell Arne Totland steht also auch vor dem Schloss und lässt sich für seinen Heimatsender TV2 interviewen. Sehr lustig finde ich das, habe ich ihn doch eine Stunde vorher noch im Fernsehen gesehen. VIP-begeistert stelle ich mich also in die kleine Schlange vor dem Schloss.

IMG_20170221_141533_resized_20170310_110601961[1]

Hm.

Bei genauerem Hinsehen fällt mir auf, dass sich die Schlange durch den gesamten unteren Eingangsbereich zieht.

Naja, das wird schon schnell gehen, rein, ein paar Zeilen schreiben und wieder raus in die Sonne. Wie lange kann das dauern?

In den nächsten 15 Minuten bewege ich mich nicht einen Schritt.

Und werde unruhig.

Ich hasse es zu warten. Nicht ein “Oh man, Warten ist doof”-Ding, sondern ein komplett physischer Allkörperhass. Endlich, ein paar Schritte vorwärts. Ich kann zum ersten Mal ins Schloss gucken. Vor mir: Menschen, Menschen, Menschen. Alte und Junge, Männer und Frauen, Familien und Einzelgratulanten aus allen Schichten und Ländern. Rechts eine Treppe, die zur königlichen Bibliothek führt, in der die Gratulationsbücher ausliegen. Die Türen stehen weit auf und dort oben auch Menschen, Menschen, Menschen. Zwei livrierte Schlossangestellte regeln den Verkehr und scherzen mit Besuchern. Ein Fernsehteam vom NRK wartet auf willige Interview-Opfer.

IMG_20170221_143526_resized_20170310_110639514[1]

Ich zähle ca. 50 Leute vor mir. Alle zehn Minuten werden ca. 10 Leute nach oben auf die Treppe und in den nächsten Raum gewunken.

Das wird heute nichts mit den Mumins.

Schade. Mir ist öde. Ich merke, wie ich kindernörgelig werden.

Nörgel, nörgel, ich hab Hunger, ich muss Pipi, ich will Eis.

Und dann kommt sie.

Ich spüre  eine Berührung an meinem linken Ellenbogen und wie aus dem Nichts steht diese alte Dame vor mir. Wo kam die denn so plötzlich her, denke ich? Ganz selbstverständlich stellt sie sich zu der Familie vor mir. Na gut, gebe ich nach, da musste die Dame vielleicht mal die Füße vertreten und kommt eben jetzt zurück zu ihrer Familie. Das ist ja ok.

Aber plötzlich schwenkt sie nach rechts und macht sich auf den Weg zur Treppe. Der livrierte Schlossangestellte stoppt die Dränglerin auf der ersten Stufe. Sie wolle dem König gratulieren, erklärt sie lächelnd. (Mit diesem Lächeln!) Das sei sehr schön, erklärt der livrierte Held, das werde den König freuen, aber da müsse sie sich wie alle anderen auch anstellen. Die Vordränglerin guckt ihn lächelnd und verständnislos an. Er lächelt zurück. Alle halten den Atem an. Schließlich dreht sie um und kommt zurück in die Reihe. Lächelnd. Ihre angebliche Familie hat mittlerweile die Schlange verlassen, die Kinder hatten keinen Bock mehr zu warten.

Sie gehörte also gar nicht dazu!!!

Ab jetzt habe ich die Frau im Blick.

IMG_20170221_145225_resized_20170310_110641190[1]

Ihre Taktik ist professionell: Sie nähert sich der Person vor ihr und rückt ihr unangenehm nah auf den Pelz. Dazu tippeln die kleinen Füße in den schwarzen Lederpumps ungeduldig. So bleibt sie eine Weile stehen. Dann: Attacke! Ein kleiner Huster, ein Schwenk mit der Handtasche und schwupps, steht sie neben der Person und beginnt ein Gespräch. Das Touristenpaar, das sie eben überholt hat, verlässt ebenfalls die Schlange. Nächstes Opfer: Eine Frau in den 60ern, die nett und sympathisch aussieht. Plötzlich steht die Vordränglerin neben ihr. Die sympathische Dame, Line heißt sie, lerne ich später, Line also dreht sich mit hochgezogenen Augenbrauen um zu mir. “Unglaublich!”, flüstert sie. Ich schüttele lachend den Kopf. “Soll ich etwas sagen?” fragt mich Line. “Wir sagen etwas zusammen!” bestimme ich. Also sagen wir der Vordränglerin unsere Meinung und fordern sie auf, in ihrem Platz in der Reihe zu bleiben. Und der ist hinter mir! Das Lächeln wird breiter, aber bevor Worte kommen, stehen Line und ich wie die Chinesische Mauer vor ihr.

So, jetzt ist Ruhe.

Die nächsten 30 Minuten verbringen Line und ich im netten Gespräch. Sie ist Opernsängerin, erfahre ich, das ist natürlich super spannend und wir erzählen uns Anekdoten aus der Theaterwelt, bis wir endlich, endlich, die Treppe hinauf zur Bibliothek dürfen. Oben angekommen werden wir gebeten uns kurz zu halten bei unseren Glückwünschen, der Hof habe bereits zwei Gratulationsbücher ausgelegt, aber nicht mit so viel Andrang gerechnet. Es sei zwar wunderbar, dass so viele Menschen kommen, korrigiert sich die livrierte Angestellte schnell, sprenge aber etwas den Zeitrahmen.

Wir werden in die Bibliothek gebeten. Ich bin neugierig, was der König so liest. Eine riesige Sammlung mit norwegischen Gesetzen sehe ich, dazu die Geschichte der Ski-Nation Norwegen. Die massiven,  deckenhohen Regale sind offen, aber natürlich lassen wir die Bücher am Platz. (Obwohl es mir schon in den Fingern juckt!) Line freut sich über ein Buch aus ihrer Heimatregion, ich entdecke eine Märchensammlung, die so ähnlich bei uns im Regal steht.

Und dann ist es soweit! Wir sind dran!

In beiden Zimmern der Bibliothek steht ein Schreibtisch. Darauf liegt das schlichte Gratulationsbuch direkt neben einem gerahmten Portrait des Königspaares und einer norwegischen Flagge. Leider dürfen im Schloss keine Fotos gemacht werden, ich hätte sooooo gerne eins von mir am Schreibtisch gehabt.

Da sitze ich nun also. Mit Blick auf den Schlossplatz, mit Harald und Sonja rechts neben mir und mit einem Stift in der Hand. Ich schreibe…nein, das sage ich nicht…ich schreibe meinen Gruß, nicke dem König im Rahmen zu und gehe die Treppe hinunter. Auch Line hat ihren Gruß geschrieben und verabschiedet sich von mir. Das war eine nette Bekanntschaft. Ich trete hinaus in die Sonne und betrachte die lange Schlange, die sich mittlerweile auf dem Schlossplatz gebildet hat.

Vor mir geht plötzlich die Drängelerin. Ich frage mich, wie sie nun plötzlich schon wieder vor mir sein kann, aber dann gebe ich es auf und genieße die Sonne.

Gratulerer med dagen, Kong Harald!

IMG_20170221_142516_resized_20170310_110640151[1]

***

So, das war es für heute, meine lieben Leser. Falls Ihr am norwegischen Königshaus interessiert seid, die Internetseite ist sehr informativ und auch bei Facebook gibt es eine eigene Seite. Das Königspaar ist beliebt in Norwegen: 80 Prozent unterstützen, nach einer aktuellen Umfrage von TV2, das Königshaus. Was für ein schönes Geschenk zum 80. Geburtstag. Ich habe zu meinem Geburtstag (NICHT 80!!!) letzte Woche ein tolles Buch über das Königspaar bekommen – herausgegeben zu ihrem 25jährigen Thronjubiläum im letzten Jahr. “Alt for Norge” ist der Titel. Das Buch erzählt von den Reisen und Begegnungen in Norwegen und lässt Norweger mit ihren ganz persönlichen Geschichten zu Wort kommen. Von Kirkenes bis nach Kragerø. Danke, Kerstin!

Uns allen wünsche ich eine tolle Woche. Hier in Oslo strahlt die Sonne vom Himmel, passend zum Holmenkollen Skifestival. Genießt die Sonne, gönnt Euch etwas Königliches und seid nett zueinander!

Hilsen,

IMG_20170221_154630_resized_20170310_110640768[1]

Ulrike

Save

Save

Save

Advertisements

Schweine im Wald! ODER Ulrikes Wochenmix

https://i0.wp.com/www.clipartkid.com/images/214/mixture-20clipart-clipart-panda-free-clipart-images-pdGo81-clipart.gif

clipart

“Und Ihre positiven Eigenschaften?” – Tja, was würde ich da sagen beim Bewerbungsgespräch? …Hm… Ich habe gerade viel Zeit nachzudenken.  Es ist Freitagmorgen, 8.50 Uhr und Gesa und ich sitzen seit einer gefühlten Ewigkeit im Flur. Eigentlich müssen wir los zum Kindergarten. Das wunderbarste Kind der Welt will sich aber selber anziehen. Toll, ehrlich!! Nur: das kann dauern. Gerade zieht Gesa den pinken Winterstiefel, den sie endlich, endlich am richtigen Fuß hatte, wieder aus. “Schuh dumm.” Stellt ihn weg und greift zu den Turnschuhen. Es schneit seit Stunden. “Mamma, Gesa Tuschuh!”(Warum, warum habe ich die Turnschuhe gestern Abend nicht versteckt?) – “Schatz, das geht nicht, es liegt Schnee.” Gedankenpause beim Kind. “Mamma, Gesa TUUUUSCHUHHH!”  21, 22…

”Und Ihre positiven Eigenschaften?”

“Ich bin sehr geduldig!”

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Diesmal zu einem meiner beliebten Mix-Artikel. Was war also los in der letzten Woche?

Ich schreibe Bewerbungen. Das wird ja auch mal Zeit, denkt sich so mancher. Na, eben! Und deswegen geht das jetzt auch los. Mein Plan ist ja, mich als Quereinsteiger in einem Kindergarten zu bewerben und die dann mit meinem theaterpädagogischen Konzept so vom IKEA-Kinderstuhl zu hauen, dass sie mich sofort einstellen. Ich finde, das ist ein prima Plan! Von nav.no, dem norwegischen Arbeitsamt, bekomme ich fast täglich Stellenausschreibungen von Kindergärten zugeschickt und, so toll ich das finde, irritiert es mich irgendwie: Gibt es so viele Kindergärten oder ist die Fluktuation so hoch oder was? Irgendwie finde ich jeden Tag mehrere Stellenanzeigen erstaunlich. Oder?

Nun bin ich aber nicht die einzige, die als Quereinsteigerin versucht, in den Arbeitsmarkt zu kommen und deshalb verlangen die meisten Kindergärten seit einiger Zeit auch für Assistentenstellen “vorherige Erfahrung im Kindergarten”. Nun glaube ich nicht, dass die meine eigene Kindergartenzeit meinen und ich zweifle, ob ich mich auf diese Stellen überhaupt bewerben sollte. Naja, denk denk. Vielleicht finden die ja den Rest von mir so spannend, dass sie denken….Auf jeden Fall surfe ich seit Tagen durchs norwegische Netz und suche mir die besten Tipps, wie man einen norwegischen CV schreibt. Da gibt es beispielsweise cvnerden.no, die fand ich nicht schlecht.

So quasi nebenbei verbessere ich dabei mein Norwegisch und habe mir auch ein Buch ausgeliehen mit dem spannenden Titel: På Jobb. Yrkesrettet norsk for minoritetsspråklige voksne. Nun fühle ich mich nicht als sprachliche Minorität (ich höre manchmal unterwegs in Oslo mehr Leute Deutsch reden als Norwegisch), aber das Buch erfüllt seinen Zweck. Außerdem habe ich bei Facebook die Videos von norsklærer Karense gefunden, die gutgelaunt und interessant über norwegische Grammatik videobloggt. In einigen Episoden erklärt Karense norwegische Sprichwörter und Ausdrücke und betont, wie wichtig es ist, diese in den täglichen Sprachgebrauch einzufügen. Ich habe mal mitgeschrieben für Euch – einige haben wir im Deutschen auch, andere musste ich mir erst erklären lassen:

å brenne alle broer – Alle Brücken hinter sich abbrechen

å ha det sånn midt på treet – mittelprächtig (wem fällt ein deutsches Sprichwort ein?)

å slå to fluer i en smekk – Zwei Fliegen mit einer Klatsche

å henge i stroppen – In den Seilen hängen

å være sulten som en ulv – Hungrig wie ein Wolf sein

å gå på skinnerwörtlich: Es läuft wie auf Schienen, also: Es läuft wie geschmiert

å ta en spansk en – Den einfachen (nicht immer erlaubten) Weg wählen

å ha svin på skogen – Etwas vertuschen

Die beiden letzten finde ich spannend, weil Karense auch die Herkunft des Ausdrucks erzählt: spansk nannte man (oder nennt man) eines des Seile, mit dem das Hauptsegel auf einem Segelboot eingeholt werden kann. Es gibt verschiedene dieser Hilfsseile, das spansk soll aber das sein, mit dem es am einfachsten geht. Es gibt noch eine Herkunftsgeschichte aus dem Prostituiertenmilieu, aber die ist nicht blogg-geeignet…

(Na, wer googelt es schon??? Erwischt!!! :=)..)

Å ha en svin på skogen heißt wortwörtlich „Ein Schwein im Wald haben“ und kommt aus der Zeit, als Bauern Steuern auf die Anzahl und die Art ihrer Tiere zahlen mussten. Kündigte sich also ein Steuereintreiber an, versteckten die Bauern (meistens) Schweine im Wald, um weniger Steuern zahlen zu müssen.

Spannend, oder? Ich werde versuchen, die Begriffe ab jetzt zu benutzen, das wird bestimmt interessant!

Interessant ist auch, was vor kurzem in den russischen Medien kam: Kanal 1, der größte russische Fernsehkanal, berichtete, dass Norwegen unter Gemüseknappheit leide! Das reichste Land der Welt und ohne Grünzeug!!!  Diese Krise auf dem Nahrungsmarkt führe dazu, dass norwegische Verbraucher nur eine begrenzte Anzahl an Salatköpfen oder Broccoli pro Person kaufen dürften!! Oi!

Hm.

Nun will ich es nicht drauf ankommen lassen, aber ich bin mir sicher, dass mich mein KIWI gegenüber widerstandslos mit 20 Broccoli und 15 Salatköpfen abziehen lassen würde. Auch der Chef des größten Gemüsevertreibers BAMA zeigte sich überrascht von den russischen Nachrichten und meinte, sollte es diese Knappheit geben, hätte man ihn sicher darüber informiert.

Hello, fake news!

Vielleicht ist der Artikel über die fake news aus Russland ja auch fake news??? Und vielleicht ist mein Artikel mit den fake news über die fake news AUCH fake news!!

Mir dreht sich alles!

Bevor Ihr nun aber beginnt, Salat-Care-Pakete zu schicken, Selleriebriefe zu schreiben oder Euch mit Körben voller Mohrrüben auf den Weg macht: STOPP! Alles gut, uns geht es prima!!!

Aber danke.

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute! Ich kehre zurück zu meinen Bewerbungen. Falls irgendwer irgendwen kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der mich in Lohn und Brot nehmen würde – ich bin eine sehr geduldige, sprachbewusste, vitamingenährte Theaterpädagogin, die weder en svin på skogen hat noch in den Seilen hängt. Und da die virtuelle Welt ja groß ist, wer weiß….

Ich wünsche uns allen eine tolle Woche und bei denen von Euch, bei denen es gerade nicht gut aussieht, warum auch immer: Kopf hoch! Ich schicke Euch ganz besonders liebe Grüße!

Ha det,

img_20170208_110248_resized_20170210_013200194

(die köstlichste Schokolade EVER – getrunken in Kristines franske fristelser in Marienlyst. Geht und genießt!)

Ulrike

Save

Save

Save

Norskprøve Teil 2 ODER „Bare ta det med ro!“

https://fsinf.at/files/interview-panel.jpg

Die schwarzhaarigste Frau der Welt und ich lachten uns an. Beschwingt stieg ich die Treppen runter zum Ausgang der Schule. Der schriftliche Teil war erledigt! Juchhuuuuuu! – Keine fünf Sekunden hielt die Freude, dann der Gedanke: Und morgen kommt die mündliche Prüfung.

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Heute nehme ich Euch also mit in Raum 324 in Gebäude A der Rosenhoffschule in Oslo. Am Abend vor der Prüfung informierten mich via facebook andere Prüflingen bereits über mögliche Themen: „Braucht die Welt mehr Vegetarier?“ – „Was macht dich im Leben glücklich?“ – „Sind Norweger zurückhaltend?“ – und und und. Viel zu viele Themen, als dass ich mich irgendwie hätte darauf vorbereiten können. Meine mündliche Vorbereitung war eh mager gewesen. Was daran liegt: Ich rede nicht gern Norwegisch. Blöd, was? Es passiert mir immer noch zu oft, dass man mir auf Englisch antwortet oder das Gegenüber nachfragen muss, weil sie mich nicht verstanden haben. Das wird natürlich nicht besser dadurch, dass ich nicht rede.

Ein Teufelskreis!!!

Naja, ich habe es halt ein bisschen sportlich genommen und gedacht: „Das wird schon, im Notfall spielst du ein bisschen Theater und bringst sie zum Lachen – dann habt Ihr wenigstens Spaß in der Prüfung.“

30 Minuten zu früh stand ich vor Raum 324. Das war praktisch, konnte ich mich doch mit den anderen Prüflingen unterhalten (auf Norwegisch, klar) und das war ein bisschen wie Aufwärmen. Machen wir in der Theatergruppe auch immer, das hilft. Dann tauchte auch mein Prüfungspartner auf: Ein sympathischer Mittdreißiger aus Mexico, mit dem ich mich gleich blendend verstand. Wir beschlossen, in der Prüfung einfach eine gute Zeit zu haben. Die Tür öffnete sich und eine Prüferin, die aussah wie die stereotype Klischeelehrerin (doppelt gemoppelt hält besser), rief die nächsten Prüflinge hinein. Oh Himmel, von der wollte ich aber nicht geprüft werden. Dunkler Pagenkopf, schwarzumrandete Brille und ein verkniffenes Lächeln schmückten die im Herzen bestimmt gute Frau.

Mit meinen Theaterspäßen hätte ich bei ihr keine Chance, soviel war sicher.

Mein mexikanischer Partner und ich erzählten uns dann weiter von unseren tollen Kindern und ich wurde von Minute zu MInute nervöser. Aber dann wurden wir aufgerufen – und die Aufregung war weg. Genau wie auf der Bühne.

Gleich beim Eintreten stelle ich beruhigt fest, dass nicht der Pagenkopf sondern eine gemütliche, blonde Dame mit nettem Lächeln unsere Gesprächspartnerin war. Sie stellte sich kurz vor, wir erledigten alle Formalitäten und dann ging es los. Vorstellen sollten wir uns kurz. Ich durfte beginnen, erzählte wer ich bin, warum ich in Oslo bin und was ich hier mache.

Das ging prima, ich hatte sogar Spaß an der Sache.

„Ja, danke!“ beendete mich die Prüferin dann und forderte meinen Prüfungspartner auf, sich vorzustellen. „Aber ganz kurz, bitte.“

Huch. Hatte ich zuviel geredet???

Egal, weiter im Text. Nun bekam jeder von uns eine Frage gestellt, die wir alleine beantworten sollten. Wieder durfte ich anfangen. Meine Frage lautete: „Was ist nötig, damit man sich in einem neuen Land wohlfühlt?“

Hmpf. Die Frage lag mir irgendwie nicht und ich begann von Freunden und Hobbies zu reden, Versuchen zur Integration (in Norwegen also beispielsweise mit dem Langlauf zu beginnen) und wie wichtig es sei, die Landessprache zu sprechen. Viel heiße Luft war in der Antwort – aber es ging ja mehr darum, wie ich antwortete, weniger WAS, hoffte ich.

Dass das WAS man antwortete aber nicht ganz unwichtig war, erlebte ich, als mein mexikanischer Partner seine Einzelfrage falsch verstand. Antworten sollte er auf die Frage, welche kulturellen Ereignisse (Feiertage etc.) er in Norwegen besonders interessant fände und warum. Anscheinend hatte er aber nur verstanden, er solle etwas über die Kultur des Landes sagen. Sehr eloquent verglich er die norwegische Kultur (im Sinne von Mentalität) dann mit der mexikanischen. Und stellte dann als größten Unterschied dar, dass in Mexiko vieles eigenständig geregelt werde, während die Norweger, seiner Meinung nach, einen großen Teil der Verantwortung dem Staat überlassen. Kindergärten und Altersheime waren für ihn beispielsweise ein Zeichen von schlechter Familienmoral.

Hm.

Das Lächeln der Prüferin wurde etwas schmaler, sie wies ihn kurz darauf hin, dass er das Thema aus einem interessanten, wenn auch nicht gefragten Blickwinkel beantwortet hätte. Machte sich eine kurze Notiz und ging über zur nächsten Frage.

Oh boy, war es geschickt, Norwegen zu kritisieren? Oder kam das nur bei mir als Kritik an?

Die nächste Frage ging an uns gemeinsam. Was einen guten Arbeitnehmer ausmache, sollten wir diskutieren. Es folgte ein fröhliches Ping-Pong-Spiel, es machte Spaß, mit ihm zu diskutieren, wir gingen auf das ein, was der andere sagte, verbesserten, wenn etwas falsch lief und die Aufgabe schien gut gelöst zu sein. Die Zeit verflog! Vor der Tür wirkte der Gedanke an eine 25-minütige Prüfung noch ungeheuerlich – nun raste die Zeit nur so dahin!

Die letzte Einzelfrage für uns beide kam. Mein Gegenüber bekam die anfangs erwähnte Frage über Vegetarier – und legte eine derartig strukturierte und gutformulierte Antwort hin, dass ich fast vom Stuhl fiel. Ich hätte ihn völlig entgeistert angestarrt, lachte er hinterher und gab zu, dass sie genau dieses Thema in seiner Norwegischklasse noch kurz vor der Prüfung besprochen hätten.

Na, hatte der ein Schwein!

Ach nee, hatte der Tofu 🙂

Ich sollte, noch völlig beeindruckt ob seiner Leistung, dann die letzte Prüfungsfrage beantworten: „Sollen alle Menschen in Norwegen Stimmrecht erhalten?“

Nein.

Diese vier Buchstaben sagten alles aus, fand ich. Spaß beiseite, das Thema fand ich spannend und legte los – leicht chaotisch und gedanklich hin und her springend, aber immerhin auf Norwegisch. Auch wenn ich in meinem Enthusiasmus ein oder zwei deutsche Wörter einbaute und ein paar norwegische erfand – ich hatte Spaß und versuchte, so flüssig wie möglich zu reden. Das hatte ich nämlich in einem Blogg gelesen: Die Prüfer würden eher mal einen grammatikalischen Fehler verschmerzen als eine stockende, zähe Sprechweise.

Tja, und dann war es vorbei. Wir packten unsere Sachen, verabschiedeten uns von den beiden Prüferinnen und gingen vor die Tür. Lachten erleichtert und erzählten denen, die draußen warteten, alles wäre nur halb so schlimm.

„Ta det med ro,“ hatte man mir vor der Prüfung gesagt. Ruhig bleiben. Ja und das ist wirklich der beste Tipp. Ruhig bleiben und versuchen, Spaß zu haben.

Und im Januar sehe ich dann, ob das gereicht hat!

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute und mit diesem Artikel verabschiede ich mich in die Weihnachtspause. Bestimmt melde ich mich für gute Wünsche nochmal kurz, aber der erste normale Artikel kommt am 6. Januar 2017. Bis dahin wünsche ich Euch und Euren Familien und Freunden ein Frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Danke an Euch alle fürs Lesen und Kommentieren, es ist toll, dass Ihr da seid. Meine wöchentlichen Grüße gehen also an Euch, liebe Leser, wo immer Ihr auch seid. Lasst es Euch gut gehen, wir lesen uns in 2017!

God jul og et riktig godt nytt år!

majorstuen

Ulrike (so sieht es bei uns im Viertel gerade aus, schön weihnachtlicher bondensmarked am Valkyrieplass in Majorstuen)

Schule ohne Noten ODER Ich dachte, ich erzähle Euch etwas Neues……

https://i0.wp.com/www.mcw.li/grossrat/images/schule.gif

@UliStein

Na, toll. Da finde ich ein interessantes Thema hier in Norwegen, will Euch in Deutschland damit etwas “gaaaanz Neues” erzählen und stelle fest: Pustekuchen, das kennt Ihr schon. Old news. Schnee von gestern. Schule ohne Noten – ein alter Zopf ist das!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Eigentlich wollte ich Euch heute davon erzählen, dass es hier in Norwegen bis zur 8. Klasse keine Schulnoten gibt. Stattdessen bekommen die Schüler mehr oder weniger schriftliche Bewertungen, ähnlich wie dem, was ich als Schülerin Ende der 70er-Jahre in der Grundschule bekommen habe: “Ulrike nimmt aktiv am Unterricht teil und malt sehr schön.” Naja, ein bisschen tiefgehender werden die Bewertungen hier schon sein, entscheidend ist: Es sind keine Zahlen. Die werden nämlich von vielen Experten als ungerecht und demotivierend angesehen. Erst im Übergang zur ungdomskole (ab 8. Klasse) werden die Leistungen mit Zensuren von 1-6 bewertet. Oder besser gesagt von 6 – 1, denn in Norwegen hat der Top-Schüler lauter Sechsen auf dem Zeugnis und der leistungsschwächere Schüler viele Einsen.

Seit einigen Jahren gibt es in der Politik die Debatte, Zensuren in bestimmten Fächern ab der 5. Klasse einzuführen, um so den Übergang in das volle Zensurensystem ab der 8. Klasse zu vereinfachen. Die beiden konservativen Regierungsparteien Høyre und FrP sind dafür, die liberalere AP ist dagegen und stützt sich auf Studien und Berichte des Ausbildungsministeriums. Mittlerweile dürfen Schulen und Kommunen selber entscheiden, ob sie ab der 5. Klasse in den Fächern Norwegisch und Mathematik Noten vergeben wollen – entsprechende Anträge liegen aber anscheinend lange unbearbeitet auf zuständigen Schreibtischen.

Das alles wollte ich Euch also erzählen und erwartete sowas wie: “Oh, wow!!! In Skandinavien machen die Sachen, da gibt es keine Noten, uihuihui!”

Und dann stelle ich fest (nicht das erste Mal, nebenbei gesagt), dass mein Wissen über Deutschland ungefähr von 2003 ist. Das Wissen über das Schulsystem in Deutschland scheint in den 80ern zu stecken. Als ich nämlich, nur zur Sicherheit, im Internet den Begriff “Schule ohne Noten” eingebe, überschlägt sich Google fast mit Suchergebnissen. “Die ideale Schule!” – “Schule ohne Noten 2017 an den Start!” – “Länder proben Alternativen zu Zensuren.” – “Sind Noten überflüssig?” – “Hier herrscht angstfreie Lernatmosphäre!” – “Auch in der Schule ohne Noten können Kinder viel leisten!” Ich finde Schulen, die bereits erfolgreich zensurenlos arbeiten, lerne, dass es an bayerischen Grundschulen 2015 bis zur dritten Klasse keine Zeugnisse gab, stattdessen Lernentwicklungsgespräche, Schleswig-Holstein hat die zensurenfreie Grundschule eingeführt und ich sitze vor diesen ganzen Infos und denke: Ach?

So, nun habe ich zwei Möglichkeiten: Weiter mit dem Zensurenthema, das ich eigentlich spannend finde, aber was soll ich Euch da erzählen, anscheinend sind sich Norwegen und Deutschland da mal wieder viel ähnlicher als ich dachte. Oder ich sinniere darüber, wie weit entfernt mir der deutsche Alltag ist und dass ich meine Themen nicht mehr danach aussuchen sollte, was ICH denke, was für EUCH (gerade in Deutschland) wirklich Neues aus Norwegen ist.

Keine Zensuren also.

Hm. Und schon wieder merke ich, wie weit ich von Schule gedanklich weg bin (das Thema kommt ja erst in ein paar Jahren wieder auf uns zu). Noten haben doch nie geschadet, oder? Eher angespornt, oder?

Manche (viele?) Lehrer und andere Bildungsexperten meinen aber, dass reine Notenvergabe auf Schüler demotivierend wirken kann. Dass der Gedanke “Ich bin der Beste!” ebenso schädlich sein kann wie “Ich bin der Schlechteste in Mathe!” Von äußerer und innerer Lernmotivation ist die Rede, von dem Ziel, dass Schüler lernen “wollen”, nicht lernen “sollen”. Zahlen könnten einem Schüler nicht ausreichend bestätigen, wie weit er oder sie im Lernprozess ist. Schriftliche Bewertungen hingegen würden den Schüler dort abholen, wo er oder sie sich gerade befindet und ermutigt, weiter zu machen.

Ich war überrascht, das so von Lehrern zu lesen. Schriftliche Bewertungen bedeuten in meinen Augen für sie sehr viel mehr Arbeit und Arbeit haben sie wahrscheinlich genug. Sprechen sich also Lehrer für diese Art der Bewertung aus, drückt das dem notenfreien System für mich den Stempel “gut” auf. Ich nehme es viel ernster, als wenn ich ähnliche Argumente auf den Seiten politischer Parteien lese.

Ja, was soll ich sagen, so funktioniert mein Kopf eben 🙂

Schule ohne Noten: In Norwegen wird diskutiert, ob man Noten früher einführen sollte. In Deutschland wollen immer mehr Bundesländer in bestimmten Schulformen Noten abschaffen. Spannend – mal sehen, ob sich beide irgendwo in der Mitte treffen.

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute. Ich bin gespannt auf Eure Kommentare zu diesem bildungspolitischen Thema! Erzählt auch gern von Euren Erfahrungen!

Hier in Oslo soll es ab heute schneien, ich bin gespannt und checke regelmäßig auf Facebook – wann erscheint das erste “SCHNEE!!!!”- oder “SNØ!!!!”-Foto? Warten wir weiter ab!

Meine wöchentlichen Grüße gehen heute in zwei Richtungen: Einmal nach Hildesheim, wo Freund Alex heute, hoffentlich schneefrei, Geburtstag feiert: Hipp hipp hurra für dich! Und dann weiter in den Osten nach Berlin zu Nichte Meli und Freund Chris: Wir freuen uns ganz doll!!! Das Paket ist unterwegs!

Uns allen wünsche ich  eine angst- und stressfreie Woche, genießt den dunklen November, den viele ja schon “Yes-vember” getauft haben, genießt ihn mit Tee und Kakao, Zimt-Orange-Schaumbädern, Lesen unter dicken Kuscheldecken, Laubschlachten im Park und und und….Euch fällt schon was ein!

Wir lesen uns nächste Woche,

bis dahin,

ha det,

Mein Zeugnis aus der 4. Klasse. Ne 1 in Mathe.....das kam nie wieder.

(Mein Zeugnis aus der 4. Klasse. Ne 1 in Mathe…..das kam nie wieder.)

Ulrike

Mein kunterbunter Norwegen-Mix ODER “Hodet, skulder, kne og tå, kne og tå!”

https://eirinf21.files.wordpress.com/2013/02/bruksanvisning-finito.png?w=435&h=308

eirinf21.files.wordpress.com

Ich habe Muskelkater. Aber wie. Jetzt könnte ich behaupten (und dabei ganz bescheiden gucken), es käme vom letzten 15-Kilometer-Lauf. Natürlich bergauf. Oder vom letzten Quadrathlon. Vom Karate. Vom Gewichtheben.

Kommt es aber nicht.

Ich habe Muskelkater vom Singen.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Heute zu meinem kunterbunten Norwegen-Mix, meinem norwegischen Studentenfutter. Seit Montag letzter Woche hat Gesa ein neues Lieblingslied. Das ist prima, das unterstützen wir, da singen wir mit. Mit dem Singen ist es bei “Hodet, skulder, kne og tå” aber nicht getan, oh nein! Die angesprochenen Körperteile (Kopf, Schulter, Knie und Zeh) müssen natürlich auch berührt werden – und zwar immer schneller und schneller und schneller bis der Mittvierzigerrücken knackt und sich der Rest der Körpers fragt, was der Mist eigentlich soll. Waren wir nicht durch mit Sport?

Für alle, die mitsingen möchten, tobt Euch gerne hier aus.

Ausgetobt hätte sich auch Therese Johaug gern. Und zwar am liebsten ihrem Teamarzt gegenüber. Die norwegische Star-Athletin überraschte/schockierte die Norweger nämlich letzte Woche mit einem positiven Doping-Test. Eine verbrannte Lippe forderte im italienischen Trainingslager medizinische Behandlung und Teamarzt (nein, EX-Teamarzt) Fredrik Bendiksen kaufte ein rezeptfreies Medikament in der örtlichen Apotheke. War es auch frei käuflich, enthielt es doch trotzdem den verbotenen Wirkstoff Clostebol. Weder Arzt noch Sportlerin hatten anscheinend den Beipackzettel gelesen. * Es ist alles etwas verwirrend, es gibt viele Fragen, vielen erscheint die von Johaug gegebene Erklärung, wie der Stoff in ihren Körper gekommen sei, zu unglaubwürdig. Fredrik Bendiksen ist mittlerweile zurückgetreten, Johaug für zwei Monate gesperrt und es gibt Stimmen, die fragen: Was, wenn das alles nur ein Ablenkungsmanöver war, um bewusstes Doping zu vertuschen? Besonders, nachdem vor wenigen Monaten auch der Langlaufstar Martin Johnsrud Sundby nach einer extrem erfolgreichen Saison Dopingprobleme hatte, aber immer wieder seine Unschuld beteuerte. Man möchte ihnen wirklich gerne glauben: Aber ein schaler Beigeschmack bleibt.

Ganz schal wird mir auch beim Gedanken an meine Norwegischprüfung. Die soll Ende November stattfinden. Hilfe! Gleich am ersten möglichen Anmeldetag, Punkt 9 Uhr, saß ich am Computer. Nur zweimal im Jahr finden diese Prüfungen statt, anmelden kann man sich genau eine Woche lang, danach: Pech gehabt. 1870,- Kronen kostet mich der Spaß und jetzt sitze also am Schreibtisch und lerne und lerne und lerne. Rede mit jedem, der nicht schnell genug auf dem Baum ist und quäle Freunde mit meinen norwegischen Texten, die die Armen dann Korrektur lesen müssen. * Es gibt im Internet einige sehr gute Übungsseiten, für norsklab muss man 90,- NOK bezahlen, sie ist aber jede Krone wert, beim Cappelen Verlag sind die Arbeitsaufgaben umsonst (allerdings richten sie sich nach den jeweiligen Arbeitsbüchern, wenn man die nicht hat, ist es etwass komplizierter zu folgen, klappt aber auch, finde ich). Möglichkeiten zum Sprachtraining finden sich im Goethe-Institut, bei den Jungen Erwachsenen der Deutsch-Norwegischen Gesellschaft und natürlich überall im Alltag. Und nachdem Gesa jetzt schon zwei norwegische Wörter spricht und, zu unserer Überraschung, SEHR viel mehr versteht, wird es auch Zeit, dass ich loslege: Nicht, dass sie bald besser Norwegisch spricht als ich!

Zum Abschluss dieses Norwegen-Mixes noch ein Buchtipp: “Kon-Tiki. Ein Floß treibt über den Pazifik” von Thor Heyerdahl. Ich bin kein Fan von testosterongetränkten Abenteuergeschichten, aber diese hier hat mich gepackt. Die Geschichte der unglaublichen Fahrt auf einem selbstgebauten Floß, die Heyerdahl 1947 unternimmt, um zu beweisen, dass es den Ureinwohnern Südamerikas technisch möglich gewesen wäre, Polynesien zu besiedeln, ist spannend und lustig und dramatisch und menschlich. Und dabei bin ich erst auf Seite 47! * Besucht hier in Oslo unbedingt das Kon-Tiki Museum, in dem das Floß ausgestellt ist. Viel erfährt man in diesem interessanten Museum auch über die polynesische Geografie und Kultur. (Blogleserin Andrea Fuchs, die seit Jahren samt Segelboot und Mann über die Weltmeere fährt, war übrigens gerade auf den Osterinseln und hat mir eine Postkarte von dort versprochen! Toll, oder?)

So, meine Lieben, das war ein kunterbunter Mix aus….hodet, skulder….pscht…Mix aus interessanten und vielleicht nicht interessanten….kne og….AUF JEDEN FALL WAR ES EINE GUTE ABLENKUNG GEGEN…Hodet, skulder, kne og tå, kne og tå, hodet skulder, kne og tå, kne og tå….das verfluchte schöne Lied sitzt mir im Ohr!!!! Da hilft nur ein Kaffee und ein Keks und dann weiter Norwegisch lernen!

***

Das war es für heute, meine lieben Leser! Gestern habe ich im Radio noch einen Beitrag über “typisch norwegische” Begriffe gehört. Und habe mal ein paar für Euch ausgesucht. Vielleicht habt Ihr ja Lust ein bisschen zu raten, was sie bedeuten könnten. Klar könntet Ihr das auch googeln, aber erstmal raten!!!! Hier kommen also: Utepils, matpakke, dugnad, harry, bunad, russebuss, koselig, skibinding und oppholdsvær. (Ein paar kennt Ihr bestimmt schon Dank des Blogs, naja und für Leser hier in Norwegen oder Ex-Norwegen-Bewohner ist es einfach. IHR könntet ja vielleicht die Liste ergänzen!!)

Uns allen wünsche ich eine tolle Woche, bleibt oder werdet gesund, lacht viel und macht Euch das Leben kunterbunt! Die Tage werden kürzer, drinnen ist es warm und gemütlich, wir kuscheln uns aufs Sofa und gucken die Sendung mit der Maus! An das tolle Team des WDR gehen heute auch meine wöchentlichen Grüße: Ihr seid die Besten und ohne Armin, Christoph, die Maus und den Elefanten wäre unser Sonntag nicht komplett!

Macht es gut, liebe Leser und bis nächsten Freitag,

Ha det,

mausgesaich

Ulrike

Knockout nach 35 Jahren! ODER Die First Lady kommt nach Hause.

0404453001461689287_filepicker“Ach echt, die amtierende Boxweltmeisterin kommt aus Norwegen?” Ich gucke meinen Gesprächspartner bei der Weihnachtsfeier in der Deutschen Gemeinde 2013 interessiert an. “Hast du sie schon mal hier in Norwegen boxen sehen?” – “Nein, natürlich nicht!” lautet seine Antwort. “Da würden wir uns ja alle strafbar machen.”

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Profiboxen war tatsächlich in Norwegen verboten. “Unakzeptabel” erschien in den 80er Jahren der Gedanke, dass Sportveranstalter mit einem lebensgefährdenen Sport Geld machen könnten. 1981 stimmte das Parlament für ein Verbot des Profi-Boxsports in Norwegen. Im selben Jahr entstand auch das sogenannte “Knockout-Gesetz”: Organisierte Wettbewerbe oder Trainingskämpfe von Sportarten wie Boxen oder Taekwondo, in denen ein Knockout den Kampf entscheiden kann, wurden vom Parlament in Oslo verboten.

Im selben Jahr, 1981, kommt in Kolumbien ein Mädchen zur Welt. Sie verbringt die ersten zwei Jahre ihres Lebens in einem Waisenhaus, bevor ein Sozialarbeiter und seine Frau das kleine Mädchen adoptieren. Ab da heißt die Kleine Cecilia Brækhus, wächst in Bergen auf und wird eines Tages von ihren Eltern beim Boxtraining erwischt. Trotz Verbots hatte sich die mittlerweile 13jährige aus dem Fenster und in den Ring des Trainingszentrums darunter geschlichen. Die Eltern geben nach. Die talentierte Jungboxerin gewinnt in den nächsten Jahren 75 ihrer 80 Amateurkämpfe, wird 2005 Europameisterin und will, logisch, professionelle Boxerin werden. Doch Brækhus hat ein Problem: In Norwegen ist nur Amateurboxen erlaubt. Ein deutscher Boxpromoter wird schließlich auf Cecilia aufmerksam und nimmt sie unter Vertrag. Er verspricht, seine “First Lady” zur ersten norwegischen Boxweltmeisterin zu machen.

In Norwegen hat man sich in der Zwischenzeit irgendwie mit dem Knockoutgesetz und dem professionellen Boxverbot arrangiert. Immerhin ist das Amateurboxen erlaubt, allerdings agieren die Boxer hier mit Helm, besser gepolsterten Handschuhen und die Kämpfe sind auf drei Runden begrenzt. Das norwegische Gesundheitsministerium unterstützt weiterhin das Verbot und argumentiert, dass im Fussball beispielsweise Fouls geahndet würden, während das Verletzen des Gegners beim Boxen belohnt würde. Die Gesundheit zu schützen sei aber das oberste Ziel und Boxen damit, in meinem O-Ton, “raus”.

2013 wählt Norwegen sich dann eine neue Regierung. Da ist Cecilia schon seit 4 Jahren Weltmeisterin. Ihre Landleute konnten die sportliche Karriere entweder nur durch Reisen ins Ausland oder am heimatlichen Fernseher verfolgen (ja, Kämpfe werden im norwegischen TV übertragen, etwas unlogisch, oder?). Auf norwegischem Boden konnte die “First Lady” ihr Können aber nicht zeigen. Doch Erna Solberg, neue Staatsministerin Norwegens, hat sich das Wort Freiheit auf ihre politische Flagge geschrieben und zu dieser geplanten Befreiung des norwegischen Volks von konservativen Fesseln gehört für sie, das über 30 Jahre alte Profi-Box-Verbot aufzuheben.

Am 16. Dezember 2014, knapp ein Jahr nach Regierungsübernahme, ist es soweit: Mit 54 zu 48 Stimmen hebt die blau-blaue Regierung, mithilfe einiger Oppositionsstimmen, das Gesetz auf. Und diese historische Entscheidung der schwergewichtigen Regierung soll gebührend gefeiert werden: Am 1. Oktober 2016 findet in Oslo der Boxkampf zwischen Cecilia Brækhus und der Französin Anne Sophie Mathis statt. 10.000 Zuschauer vor Ort und knapp eine Million vor den Fernsehschirmen feiern das “Homecoming” der “First Lady”. (Ich frage mich: Wäre das Gesetz aufgehoben worden, wenn eine Französin/Amerikanerin/Deutsche/etc Weltmeisterin gewesen wäre?)

Während der norwegische Rapper OnkLP das eh schon angeheizte Publikum noch mehr anheizt, macht sich eine hochkonzentrierte Brækhus auf den Weg zum Ring. Boxen ist ein Show-Sport, lerne ich, bei dem Auftritt, Musik, Bodyguards, langbeinige Schönheiten und stimmgewaltige Ansager wie Michael Buffer wichtige Elemente sind. In der ersten Reihe ist ein Großteil der norwegischen Regierung vertreten: Staatsministerin Erna Solberg und Kultusministerin Linda Hofstad Helleland, die den Abend, der mit einer bewusstlosen Französin endet, später auf Facebook kommentiert als: “Det er helt magisk!”

Wahre Magie sei das Ganze. Naja.

Helleland musste natürlich vor Ort sein, denn Boxen unterliegt dem Kultusministerium (genauso wie die restlichen Sportarten, Glücksspiel und Religion). Die Stimmung war, wie gesagt, gut, Erna Solberg entließ zur Begrüßung die aufmunternden Worte: “Take it away!” und hätte bestimmt selber im Ring keine schlechte Figur gemacht.

Am 1. Oktober 2016 um 22 Uhr startete der erste Profiboxkampf auf norwegischem Boden nach 35 Jahren.

Er dauerte genau 3 Minuten und fünf Sekunden. Dann hing die Französin bewusstlos in den Seilen und eine jubelnde Norwegerin hüpfte Adrenalin-geladen durch den Ring. Unter dem Jubel auch von Vladimir Klitschko erhielt die “First Lady” ihre Trophäe aus den Händen Erna Solbergs, die den Kampf kommentierte mit: “Jeg synes egentlig det gikk litt for fort!“ Zu schnell sei es vorüber gewesen, fände sie.

Norwegen feierte. Ganz Norwegen? Nein. Schnell wird Kritik laut. Kritik an der Anwesenheit der Regierungsmitglieder, Kritik an der Aufhebung des Verbotes überhaupt, Kritik daran, dass während des Kampfes Alkohol verkauft wurde, Kritik daran, dass Kinder im Publikum waren. “Peinlich und tragisch” nennt Per Sigurd Sørensen, der frühere Bürgermeister von Stavanger, den Auftritt Erna Solbergs im Oslo Spektrum. Dass die Staatsministerin jubelt, wenn eine Sportlerin durch einen Schlag bewusstlos wird, sei einfach nur peinlich. Und in der Satiresendung “Nytt på nytt” fragt man sich: Für den Fall, dass diese Regierung nach Profiboxen nun Prostitution legalisiere – säße Erna Solberg dann auch in der ersten Reihe im Bordell und würde rufen: “Take it away!”?

Ich kann mir zu der ganzen Sache irgendwie keine rechte Meinung bilden. Den tatsächlichen dreiminütigen Boxkampf habe ich nicht geguckt, weil ich Blut nicht gut sehen kann. Die Faszination vieler für den Boxsport ist mir auch fremd. Dabei sind viele meiner Lieblingsautoren große Boxfans: Ernest Hemingway bespielsweise oder Bertolt Brecht. Und auch im Familienkreis war Boxen ein Thema:  Meine Oma Hertha, eine kleine Dame mit schönen Händen, stellte sich nachts den Wecker, um im Fernsehen Mohammed Ali live in den USA boxen zu sehen. Diese Gene habe ich wohl nicht geerbt. Naja, dafür gucke ich Tennis. Die Faszination verstehen viele auch nicht.

Was ich aber spannend finde, sind die Geschichten und Geschehnisse vor und nach diesem Kampf. Profi-Boxen ist seit 2014 übrigens nur noch in einem Land  der Erde verboten: In Nord-Korea. Macht mit dieser Info, die als letztes auf meinem Recherchezettel stand, was Ihr wollt. Ich gehe jetzt mal einen Tee kochen. Und lasse ihn 3 Minuten und 5 Sekunden ziehen. Und bin danach hoffentlich noch bei vollem Bewusstsein.

***

So, das war es für heute, meine lieben Leser! Meiner Oma hätte dieses Thema bestimmt gut gefallen und deswegen schicke ich heute Grüße und Küsse nach oben und stelle mir vor, wie meine Oma neben Max Schmeling und Muhammed Ali auf einer Wolke sitzt. Uns allen wünsche ich eine tolle Woche, kämpft für das, was Euch wichtig ist und lasst Euch weder von Eltern noch von Traditionen aufhalten. Hier in Oslo wird es kalt, aber auch gemütlich: Die Zeit ist da für Mariusgenser, farikål und warme Schokolade. Ich büffele weiterhin für mein Norwegisch-Examen und schreibe an der Reformations-Revue unserer Theatergruppe, die im nächsten Jahr sogar auf Tournee nach Göteborg gehen wird! Lasst es Euch gut gehen und kuschelt Euch warm ein!

Ha det,

omaundich

(Meine Oma Hertha und ich)

Ulrike

Alle an die Besen! ODER Heute ist dugnad und ich kann nicht hin.

https://i1.wp.com/baroyknausene.no/wp-content/uploads/2016/03/dugnad2.jpg

Stell dir vor, es ist dugnad – und du kannst nicht hin.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen.  Es gibt in jeder Sprache und Kultur Begriffe, die nicht übersetzbar sind. Jedenfalls nicht hundertprozentig. “Heimat” bedeutet sehr viel mehr als nur der Platz, aus dem jemand stammt. “Torschlusspanik” ist ebenso unmöglich zu übersetzen wie “Schadenfreude” und was genau eigentlich “hyggelig” ist, wissen wohl nur die Skandinavier selbst.

Nun also dugnad. Ein typischer norwegischer Begriff. Ein Wort, das einem als Ausländer hier schon nach kurzer Zeit im Land über den Weg läuft, etwas, das alle tun und kennen. Dugnad? Laut Lexikon kommt der Begriff aus der isländisch-norwegischen Mittelaltersprache norrønt und bedeutet: Hilfe. Aha. Kurz gesagt ist ein dugnad eine Art Zusammenkunft, wo Menschen gemeinsam etwas reparieren, sauber machen oder aufräumen. Dugnads finden in Wohnblocks statt, bei Sportvereinen, Kindergärten, in Schulen oder Kirchengemeinden. Meinen ersten dugnad  hatte ich in der Deutschen Gemeinde Oslo und da das Wort dugnad in meinem Kopf das Wort bunad (Tracht) traf, dachte ich zuerst, es ist ein Fest in Tracht. Bis mir dann von einer Frau in Gummistiefeln ein Besen in die Hand gedrückt wurde.

Ein dugnad beinhaltet körperliche Arbeit drinnen oder draußen und wird geleistet von Menschen, die einer bestimmten Gemeinschaft angehören. Dabei handelt es sich um Arbeit, die man schwierig alleine durchführen kann. Und so kann es passieren, dass die Chefin der Osloer Börse mit dem serbischen Busfahrer die Kindergartenfassade neu streicht, denn beim dugnad sind alle gleich.

Naja, jetzt schieße ich vielleicht etwas über das Ziel hinaus. Verzeihung. Aber THEORETISCH wäre das obengenannte möglich.

Im Jahr 2004 veranstaltete der norwegische TV-Sender NRK eine Sendereihe mit dem Titel “Typisk norsk” und die Zuschauer sollten ur-norwegische Begriffe vorschlagen und am Ende einen Gewinner wählen. Es gewann – Ihr ahnt es schon – der Begriff dugnad. (Weitere Kandidaten waren übrigens laut Wikipedia: koselig, matpakke und – das ist jetzt nur zu verstehen, wer schon mal mit einem Norweger gesprochen hat – jah (beim Einatmen). Nicht nur wir Ausländer finden also, dass dugnad etwas typisch norwegisches ist.)

Letzte Woche war in Gesas Kindergarten dugnad. Zwei Wochen vorher erreichte mich eine Email des Elternvorstands, doch bitte den 21.9. von 16-19 Uhr freizuhalten. Ein paar Tage vorher klebten Listen am Ausgang des Kindergartens mit zu verteilenden Aufgaben: Regale sollten geputzt und verrückt werden, der Hof gereinigt, die Fenster geputzt und die große Frage am Tag vorher erreichte mich per SMS: Wer kann einen Hochdruckreiniger mitbringen?

Nun hatten wir aber folgendes Problem: Martin war in Stavanger. Gesa ist in totaler MammaPappa-Phase und gerade nicht babysitterfähig. Wie sollte ich da also beim dugnad mitmachen?  “Na, die Kinder sind dabei!” lautete die selbstverständliche Antwort der Elternvorsitzenden auf meine Frage. “Ab 16.30 haben wir auch Kinderprogramm mit Schminken und Würstchen grillen!”

Ach guck. Wieder was gelernt. Gesa könnte also mitkommen – aber irgendwie hatte ich das Gefühl, es wäre zuviel für die kleine Motte den eh schon langen Kindergartentag noch um einige Stunden zu verlängern. Ich überlegte lange hin und her, entschied mich dann – mit schlechtem Gewissen – gegen den dugnad. Für Norweger vielleicht unverständlich, für Ausländer hier in Norwegen vielleicht nachvollziehbar: ich habe mir wirklich Gedanken gemacht! Wir sind die einzigen ausländischen Eltern in der Gruppe, wir sprechen Deutsch mit Gesa, ich arbeite (noch) nicht – irgendwie hatte ich das Gefühl, es wäre wichtig ein Zeichen zu setzen. Pro-Norwegen usw. Mit schlechtem Gewissen sagte ich also bei einer der Erzieherinnen ab.

“Ja, det er helt greit!” bekam ich als Antwort. Kein Problem! Ob ich vielleicht einen Kuchen backen soll oder ähnliches, fragte ich nach. “Ach, nein, das brauchst du nicht. Ehrlich, kein Problem.”

Hm.

Nun frage ich mich: Ist der dugnad doch nicht mehr so wichtig in der norwegischen Gesellschaft? Sehen wir Ausländer ihn wichtiger, als er tatsächlich ist? Kommt es darauf an, WO und von WEM er organisiert wird – wäre es also “schändlicher” nicht zum dugnad meines Wohnblocks zu gehen als im Kindergarten abzusagen? Was ist mit den Geschichten von Nachbarn, die stummer Ignoranz ausgesetzt waren, weil sie nicht zum freiwilligen…“freiwilligen“(?)… Arbeitseinsatz erschienen sind? Alles übertrieben?

Fragen über Fragen. Eigentlich schade, dass es diesmal nicht geklappt hat. Wann hat man ansonsten die Gelegenheit, die anderen Eltern und Mitarbeiter besser kennenzulernen? Und gemeinsam an etwas zu arbeiten stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl (Hallo, Galgenraten!), ikke sant? Nächstes Mal werde ich bestimmt dabei sein.

***

So, das war es schon für heute, meine lieben Leser. Der  Herbst ist da und hat das letztlich noch sonnige Oslo in graue Regenwolken gehüllt. Ganz viel Sonne schicke ich heute nach Norddeutschland zu Ines und Jan – habt eine ganz wunderbare Hochzeit, wir denken an Euch!!!

Uns allen wünsche ich eine tolle Woche, was tut Ihr für die Gemeinschaft, habt Ihr Erfahrungen mit dugnads, oder was haltet Ihr davon? Mein norwegischer Sprachbuddy und ich gehen jetzt mal lunsj essen.

Ha det bra,

max

Ulrike og Max Kattepus