Das Ende

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„WAAAAAAAS?“

„Ja.“

„Aber, das kannst du mir nicht antun, ich werde gerade berühmt!“

„Bitte?“

„Die Leser lieben mich, ich bin witzig, bald kommen T-Shirts und Autogrammkarten und….und….“

„Gewissen, du verstehst deinen Job falsch. WENN du mich schon aufhalten willst, dann nicht aus so egozentrischen Gründen. Du solltest verzweifelt versuchen mich aufzuhalten, mir soziale, intellektuelle oder sonstwelche Gründe geben.“

„Keinen Bock.“

Na gut. Dann ist es also so:

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Zum letzten Mal. Der Blog und ich sagen heute ein finales „ha det“.

„WAAAAAAAS?“

„Ja.“

„Aber, das kannst du mir nicht antun, ich werde gerade berühmt!“

„Gewissen, wir wiederholen uns.“

„Hach, menno, na dann sag DU doch was Neues.“

Ich sage nichts Neues, aber ich sage ein dickes, riesiges, schokoladenüberzogenes und wirklich von Herzen kommendes DANKE und zwar an jeden einzelnen Leser. An die ersten sieben, die im März 2012 dabei waren, als ich in die norwegische und die virtuelle Welt stolperte. An alle Leser, die dazu gekommen sind, die gelesen und/oder kommentiert haben, die mir Geschenke geschickt und mich auf der Straße angesprochen haben, die zur Geburt von Gesa gratuliert und mir die Daumen bei der Norwegischprüfung gedrückt haben, die mir emails und Weihnachtskarten geschickt haben, die für mich gedichtet und gerätselt haben, ein dickes Danke an alle, die bei der Lesung im Goethe-Institut waren, an alle, die mich auf Ausflügen begleitet haben und die ich für den Blog „benutzen“ durfte, einfach an Euch alle, die Ihr da draußen gerade lest:

D A N K E!!!!

Jetzt ist Zeit für etwas Neues. Nein, wir werden Norwegen nicht verlassen und nein, ich werde auch nicht aufhören zu bloggen, weil, das macht viel viel viel zu viel Spaß. Aber nach fünf Jahren Norwegenblog ist jetzt Zeit für etwas anderes.

„Ach, ja. Und das wäre?“

„Gewissen, ich habe keine Ahnung.“

„Ich sach nix.“

Naja, eine Ahnung habe ich schon, seid gespannt, ich werde den neuen Blog auf jeden Fall hier ankündigen und vielleicht kommen ja ein paar von Euch mit auf eine neue Reise. Ich würde mich freuen. Es ist immer gut, ein neues Abenteuer mit bekannten Gesichtern zu starten.

Hach, menno, das ist schwieriger als ich dachte und deswegen höre ich jetzt auch auf. Neues aus Norwegen und ich verabschieden uns nach 5 Jahren, 224 Beiträgen und 96231 Besuchern aus 131 Ländern (der Wahnsinn!). Macht es gut, meine lieben Leser, meldet Euch, wenn Ihr mal nach Norwegen kommt, lacht viel und besucht mich und meinen neuen Blog.

Ein letztes

ha det,

Ulrike

 

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Auf die Weide, fertig, los!!! ODER Kuslipp auf Bygdøy

https://gfx.nrk.no/BfrttZvUJCRRqMtkYTKsAgizQNpHOVLBfOC7JU5lv4fg

NRK.no

So, jetzt ist es soweit: Ich jubele einer Kuh zu. Alta Falta, bin ich peinlich oder was? Gut, warum nicht, ist ja auch eine schöne Kuh. Und wie sie da so über die Wiese hüpft, das ist schon einen Jubler wert. Findet das Kind neben mir irgendwie nicht – es guckt mich an, als hätte ich einen an der Waffel. Dumme Göre. Ich jubele gleich nochmal. Die Kuh freut sich bestimmt!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wiedertreffen. Am vorletzten Sonntag waren wir mit Freundin Kathrin und Gesas Kumpel Niklas auf dem königlichen Bauernhof auf Bygdøy. Nur eine halbe Stunde Fußweg und schon ist man dem Stadtleben entfleucht und findet sich mitten auf dem Land wieder – wir lieben es! Neben dem Landleben findet sich auf der Halbinsel aber auch viel Kultur, beispielsweise das Kontiki-Museum oder das norwegische Freiluftmuseum, dessen jährlicher Weihnachtsmarkt ein absoluter Hit ist.

Diesmal aber auf zum königlichen Bauernhof. Seit 1905 liegt die königliche Sommerresidenz auf Bygdøy und das heute zum Bauernhof gehörende Land gehörte zu eben dieser Residenz, die sich heute nur noch auf der rechten Seite der Straße befindet.

(Ok, das war jetzt ein wirklich merkwürdiger Satz. Entschuldigt, ich nehme gerne Korrekturen an.)

So, also Kühe.

Bygdø Kongsgard ist heute der größte ökologische Milchproduzent in Oslo (ich bin nicht sicher, wieviel Konkurrenz sie haben, aber gut…) und zur Milchproduktion braucht man….

…jawoll, Kühe.

Und die haben lange, lange, lange Monate im Stall verbracht, hatten es da zwar schön kuschelig, aber irgendwan ist es ja auch mal gut, da will auch die geduldigste Kuh mal wieder an die Luft und damit sie das nicht ganz alleine machen muss, luden die Verantwortlichen die Osloer Bevölkerung ein und wir folgten der Einladung und gingen zum…

KUSLIPP!

Was sich anhört wie gemusterte Unterwäsche ist der Begriff für den Moment, wenn die Kühe das erste Mal auf die Sommerwiese hinauskommen. „Es ist wunderbar zu sehen, wie glücklich die Kühe sind,“ schreibt der Bauernhof und wir seien herzlich eingeladen, das mitzuerleben.

Sie haben nicht gelogen: Es WAR wunderbar. Die Sommerwiese war noch etwas verwintert, als sich am 7. Mai 2017 um 12.30 die Stalltore öffneten, aber das war den Tieren erstmal egal.  Die massigen Milchkühe galoppierten auf die Weide, vollführten Bocksprünge wie kleine Zicklein, kämpften mit gesenkten Häuptern um die besten Plätze, drehten sich um die eigene Achse, schlugen mit den Hinterbeinen aus und wenn sie hätten jubeln können, dann hätte es sich so angehört:

WUUUUUUHUUUUUUUUUMUUUUUUHUUUUUUUUWUUUUUUUUUUMUUUUUHUUUUUU!!!

Toll war es.

***

Nach fünf Minuten Party wollten sie wieder rein.

Es war nämlich empfindlich kalt und über den Köpfen der geschlossen gen Stall marschierenden Herde war zu lesen:

„War nett. Gerne morgen wieder. Tschüß!“

Ich bin vor Lachen fast in den Elektrozaun gekippt. Die resolut blickenden Bauern bildeten aber eine undurchdringliche Mauer und nach kurzem Überlegen drehten die kompromissbereiten Vierhüfer um und verteilten sich auf der Wiese. Langsam legte sich die Aufregung, die Umgebung wurde in Ruhe betrachtet und Gemütlichkeit machte sich breit. Es wurde ein bisschen hier geknabbert und da geschubbert und die eine ließ sich in eine Schlammpfütze fallen, zwei andere guckten die Menschen am Zaun an und es fehlte nur noch Beethovens Pastorale und das Landleben wäre perfekt gewesen.

Haaaaach.

Und dann joggten plötzlich zwei Bauern über die Weide. Kühe und Menschen blickten gleichermaßen irritiert. Was war denn nun???

Tja, da hatten zwei ganz schlaue Kühe ein Loch im Zaun entdeckt und standen plötzlich direkt neben den irritiert blickenden Zuschauern: „Huhu. Muh.“

Wir malten uns schon die schlimmsten Situationen aus: ALLE Kühe ab durchs Loch und dann auf die Autobahn Richtung Innenstadt…..oder ab zur königlichen Sommerresidenz…oder alle an den Strand und ab ins Wasser. Die beiden Ausreißer ließen sich aber schnell überzeugen, auf die Weide zurückzukehren – aber ich wette, sie sind die absoluten Helden der Herde für den Rest des Sommers:

„Weißt du noch, als Hellwine im Mai ausgebüxt ist?“

„Die verrückte Kuh, die – wieder typisch!“

„Ist ja auch immer die Erste, die mit der Massagebürste kämpft.“

„Du sagst es. Draufgängerin, die.“

Naja, oder so ähnlich.

Tja und irgendwann standen alle achtundvierzig Milchkühe samt Teenager-Nachwuchs auf der Weide, freuten sich an Gras und Luft und wir haben uns gutgelaunt auf den Heimweg gemacht.

Nächstes Jahr wieder. Und dann jubele ich NOCH lauter!

Ha det,

(vor dem großen Moment)

Ulrike

Buddhistischer Bergführer gesucht! ODER Planänderung

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Schnee im August, geführte Tour über Gletscher, kalte Winde….hm.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Seit wir in Norwegen leben, habe ich viele Dinge getan, die ich schon immer mal machen wollte: Theatergruppe gründen – check. Blog schreiben – check. Kind bekommen – check. Heute Abend lese ich dann noch beim Offenen Bühnenabend in der Gemeinde „Der Walzer“ von Dorothy Parker – ein weiterer Haken auf meiner Liste von Dingen, die ich immer mal machen wollte.

Dann aber gibt es auch Dinge, von denen ich gesagt habe, dass ich sie tun werde und was ist passiert?

NIX!

Im Jahr 2014 beispielsweise habt Ihr mich per demokratischer Abstimmung auf den höchsten Berg Norwegens geschickt – aber war ich seitdem dort?

NOPE!

Im Jahr 2012 (!!!) habe ich angekündigt, eine norwegische Molkerei zu besuchen, um mehr über Brunost zu lernen.

NICHTS IST PASSIERT!

Da hättet Ihr mich aber auch mal in den Hintern treten müssen, mal ehrlich, alles muss man selber machen. Nun habe ich mich also heute bei strahlendem Frühlingssonnenschein sehr kräftig in den Allerwertesten getreten und kann folgendes berichten:

Ich klettere erstmal nicht auf den Galdhøpiggen – AUSSER, es findet sich ein buddhistisch geduldiger Mensch mit Bergerfahrung, der mich bergunerfahrene Stadtpflanze behutsam an die Hand nimmt und auf den Gipfel führt. Freiwillige vor! Bis dahin biete ich Euch eine Alternative: Ich klettere nicht auf den höchsten Berg Norwegens (2469 Meter) aber bezwinge stattdessen den höchsten Berg Oslos!!

Na, wie wäre das???

Super wäre das, genau!

Nun muss ich erstmal herausfinden, wo der liegt und wie der heißt und wie hoch der ist! Aber das Internet ist und bleibt unschlagbar…schwupps habe ich eine Liste mit den höchsten Bergen (naja, oder Hügeln) jeder norwegischen fylke (Landesteil). AHA!!! Der höchste Berg Oslo ist….

..der Kirchenberg (kjerkeberget)! Der hat immerhin stolze und imponierende…2070…

…Fuß….also…

631 Meter!

IMMERHIN!

Ich habe schon fleißig gegoogelt und Fahrstrecken rausgesucht, habe eine erfahrene Wanderfreundin als Begleitung ergattert (Hallo, Christine!) und sobald wir einen Termin gefunden haben, geht es los. Wahrscheinlich von der Bahnstation Stryken in ca. drei Stunden auf das Dach Oslos. Falls jemand dort schon einmal war, schreibt gerne Eure Erfahrungen als Kommentar!

Ok, der Berg ist einigermaßen abgehakt. Jetzt der Brunost. TINE hat seit 2012 die Internetseite verbessert und ich finde sechs Molkereien in Norwegen, die Brunost herstellen. Die eine liegt in der Nähe von Tromsø, zwei weitere westlich von Jotunheimen, aha, aber hier ist eine, in Tretten, das liegt nördlich von Lillehammer, das wäre ein guter Tagestrip! Geschmückt mit meinem besten Norwegisch setze ich mich also hin und schreibe eine, wie ich finde, sehr sympathische Email an den ebenfalls sympathisch aussehenden Chef der Molkerei und bitte um einen Besuch. Erkläre ihm, dass ich einen wöchentlichen Blog schreibe in dem der braune Käse immer wieder vorkommt (verschweige allerdings meine persönliche Haltung dazu und nein, Sebastian, du darfst jetzt NICHT erzählen, dass ich bei Katharinas Party Waffeln mit brunost gegessen habe…pscht!)

Auf eine Antwort aus Tretten bin ich auf jeden Fall sehr gespannt!

Ihr seht also, ich habe meine Versprechen nicht ganz vergessen und freue mich auf die Tour zum kjerkeberget (oder/und auf galdhøppigen falls mich jemand führt) und in die Molkerei nach Tretten!

***

So, das war es schon für heute, meine lieben Leser! Meine wöchentlichen Grüße gehen dieses Mal nach Berlin an Levin: Willkommen auf der Welt, kleiner Mann, wie schön, dass du da bist!

Uns allen wünsche ich eine tolle Woche, nächsten Dienstag gehen Gesa und ich dem Königspaar ein Ständchen singen, am 9. und 10. Mai feiern Sonja und Harald ihren 80. Geburtstag mit vielen royalen und noch mehr bürgerlichen Gästen auf den Straßen Oslos, in der Oper und an der Festung. Ich werde berichten!

Für heute Tschüß,

ha det,

Schönstes Frühlingswetter an der Bucht in Fornebu

Ulrike