Eine Übernachtung mit Panoramablick… ODER Was macht schon so ein bisschen Höhenangst?

Om-Holmenkollen

Holmenkollenschanze Foto: Marco Boella

Wir haben ja alle die eine oder andere Phobie. Ich, beispielsweise, leide an Akrophobie. Höhenangst. Aber nur manchmal. Das ist kompliziert, denn es bedeutet, dass ich an einem Tag voller Begeisterung auf dem Eiffelturm stehe – und an einem anderen bäuchlings auf einem spanischen Felsplateau kauere und mich rückwärts in Sicherheit robben muss. Woran das genau liegt – ich habe keine Ahnung. Trotz meiner Höhenangst werde ich mich aber an einem Wettbewerb beteiligen, der mit einem fantastischen Preis lockt: Einer Übernachtung auf der Holmenkollenschanze.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Seit einigen Wochen bekomme ich täglich Aftenposten ins Haus – eine der größten norwegischen Tageszeitungen. Und die berichtete gestern über einen Wettbewerb, ausgerichtet vom norwegischen Skiverband und dem Onlineübernachtungsdienst Airbnb. Wer noch nie davon gehört hat: Airbnb (Airbed and breakfast, also Luftbett und Frühstück) ist ein Internetdienst, bei dem Menschen auf der ganzen Welt ein Gästezimmer, ein Schlafsofa oder auch ihre ganze Wohnung zum Übernachten zur Verfügung stellen. Gerade in einer so teuren Stadt wie Oslo ist das eine kostengünstige Alternative zum Hotel.

Und nun bietet die Seite eine ganz besondere Übernachtungsmöglichkeit in Oslo: Eine Nacht ganz oben auf der Holmenkollenschanze. In dem Bereich, wo sonst die Skispringer warten und wo Glasboden und Glaswände einen fantastischen (und manchmal furchteinflößenden) Ausblick über Oslo bieten.

Cool!!!!

Das will ich!!!

Höhenangst hin oder her!!!!

Schluck.

Naja, wird schon gut gehen. Also, dachte ich, wo buche ich?

Aber nein, ich muss Euch enttäuschen, wenn Euch ähnliche Gedanken angesprungen haben. So einfach ist es nicht.

Um eine ungewöhnliche UND kostenlose Nacht im Sprungturm zu verbringen, müsst Ihr Euch was einfallen lassen. Der Skiverband und Airbnb haben einen Wettbewerb (für die englische Erklärung einfach auf der Seite weiter nach unten scrollen) ausgerufen: Die kreativste Begründung, warum jemand unbedingt auf dem Sprungturm übernachten will, gewinnt. Ist dieser jemand dann noch ein Skisprungfan – noch besser. Na, das hat ja meinen Ehrgeiz geweckt! Und meine Höhenangst in die Ecke gestellt. Wie cool wäre es, HIER zu übernachten:

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Ok, dann brauche ich also nur noch eine kreative Begründung. Vorbereitung ist alles, also lese ich erstmal die Teilnahmebedingungen. Aha. Gut, dass ich nicht in Nord-Korea, Kuba, dem Iran oder Indonesien lebe. Die dürfen nicht teilnehmen.

Weiterlesen.

Es gibt EINE Übernachtung für Teilnehmer aus Norwegen zu gewinnen und EINE für Teilnehmer aus dem Ausland. Gästen aus dem Ausland wird der Flug nach Oslo gezahlt. Norwegische Gäste haben Pech gehabt und müssen die Anreise selber bezahlen. Der Zeitpunkt ist vorgegeben: Am 26. und 27. März wird die Holmenkollenschanze zum Hotel.  Der Wettbewerb läuft seit vorgestern und noch bis zum 16. März um 23.59 Uhr. Von ausländischen Teilnehmern wird also eine gewisse Spontanität erwartet. 🙂

Weiterlesen. Aha! Hier! Meine Siegformel! Ich darf maximal 100 Wörter in Englisch einreichen. Das ist nicht viel. Hundert getippte Wörter sind ungefähr sieben Zeilen bei einer normalen DIN-A4-Formatierung und Schriftgröße 11. Sieben Zeilen?? Uih. Mein Beitrag, so die Teilnahmebedingungen bei Airbnb, wird dann nach zwei Kriterien bewertet:

  1. Wie originell und kreativ ist der eingereichte Beitrag? (70%)
  2. Wie bezieht sich der Beitrag auf die Holmenkollenschanze? (30%)

Ich lese jetzt schon im Geiste die unzähligen „Meine Freundin und ich haben uns das erste Mal auf dem Holmenkollen getroffen/geküsst/gestritten. Ich will ihr auf dem Sprungturm einen Heiratsantrag machen.“ Oder so ähnlich.

Hm, damit kann ich nicht dienen. Erster Kuss, Heiratsantrag und ähnliches liegen erfolgreich und schön hinter mir. Und ich wette, die kontrollieren, ob die Geschichte stimmt. Also, lieber bei der Wahrheit bleiben. Oder, sagen wir, der kontrollierbaren Wahrheit.

Oh Hilfe, mir fällt gar nichts ein. Nichts. Ich will dort oben übernachten, weil ich das eben will. Reicht das nicht? Das ist wenigstens keine tränenrührende (und vielleicht erstunken und erlogene) Liebesgeschichte, sondern die pure Wahrheit: Ich will!

Ja, blöd, ich gebe es zu.

Fällt Euch vielleicht etwas Besseres ein???

Na gut, ich habe noch etwas Zeit. Heute ist ja erst der 6. März. Dann setze ich jetzt meine Denkerkappe auf und warte auf eine Eingebung. Falls Ihr Lust habt, Euch zu beteiligen, ist hier nochmal der Link. Um teilnehmen zu können, müsst Ihr Euch bei Airbnb einloggen, aber das ist es, denke ich, wert. Solltet Ihr gewinnen, treffen wir uns natürlich auf einen Kaffee in Oslo!

Oder…..

…Ihr nehmt MICH mit hoch auf den Sprungturm!!!

***

Das war es für heute, meine lieben Leser. Ich bin sehr gespannt, wie der Wettbewerb ausgehen wird, Aftenposten wird unter Garantie weiter davon berichten. Spätestens am 17. März, hoffe ich. Bis dahin passiert aber auch noch einiges. Beispielsweise ist am 8. März nicht nur Internationaler Frauentag, sondern auch ein großer Tag in unserer Kirche: In der Deutschen Gemeinde wird am Sonntag der neue Pastor gewählt – das ist aufregend und gleichzeitig bedrückend. Meine wöchentlichen Grüße gehen deshalb heute nur ein paar Straßen weiter in die Eilert Sundts gate an Pastor Friedbert Baur: Du wirst uns sehr fehlen! Schön, dass Gesa noch von dir getauft wird!

Allen Leserinnen schicke ich zum Frauentag in Gedanken eine rote Nelke – schön, dass Ihr da seid!

Euch allen wünsche ich ein tolles Wochenende, greift nach den Sternen und seid kreativ!

Ha det,

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Ulrike