Von zugelassenem Heimweh, eingeschweißten Zucchini und der lang ersehnten Fødselsnummer

4 Wochen sind wir heute schon in Oslo, die Zeit rast. Pünktlich zu diesem Jubiläum habe ich heute Heimweh. Blöd, oder? Rotzheulendes, taschentücherschleuderndes und norwegische-Flaggen-angiftendes Heimweh. Die anerkannte Reaktion wäre jetzt, den ganzen Rotz herunterzuschlucken, ein strahlendes Lächeln aufzusetzen und vorzugeben, alles wäre toll. Das zeigt wahre Stärke, sagt man.

Blödsinn, sage ich.

Menschen, die ständig vorgeben alles unter Kontrolle zu haben, Probleme weglächeln und die Schlechtigkeit der Welt nicht an sich heranlassen, sind nicht stark, sie sind schwach. So einfach ist das. Wer nicht zugeben kann, dass die Stimmungslage auch mal bescheiden ist, wer nicht mal heulend Freunde oder Familie nachts aus dem Schlaf reißen kann, der bekommt vielleicht Punkte auf der „Knigge-Benimm-Liste“, verliert aber auf der „Ich-bin-ein-Mensch-Liste“.

Finde ich.

Deshalb also nun: ICH HABE HEIMWEH! Ich vermisse mein Zuhause oder das Zuhause-Gefühl und meine Katze und alle meine gewohnten Dinge und Wege. Ganz schrecklich gerade! *Prust*

Fertig. Besser. Danke.

War gar nicht schlimm, oder?

Hallo? Seid Ihr noch da?

Ich bin wieder ok, versprochen!

Nun zu den guten Nachrichten:

Wir haben unsere Fødselsnummern!!! Wir sind offiziell im System des norwegischen Staates und dürfen jetzt hier fast alles machen, was normale Menschen machen dürfen..und wollen. Konto eröffnen. Telefon beantragen. Sprachkurs beginnen. Und eben weitere spannende Dinge, die man nur darf mit der Fødselsnummer.  Was auch immer das ist…wir werden es heraus finden. Nun fehlt nur noch die Lohnsteuerkarte, auf die wir sehr warten, denn norwegische Firmen machen kurzen Prozess mit Angestellten, die (unverschuldet oder nicht) keine Lohnsteuerkarte vorweisen können. Steuerabzug: 50%. ZACK! AUA!

Wir rutschen also immer mehr hinein in das norwegische Leben, machen neue Freunde und fühlen uns Stück für Stück mehr zuhause. Aber manchmal eben doch nicht. Da stellt sich die Frage: Was macht ein Zuhause aus? Die vertrauten Möbel? Die gemeinsamen Erlebnisse? Für mich ist immer da zuhause, wo Martin ist und trotzdem stellt sich manchmal das Heimweh ein. Was meint Ihr? Was macht eine Wohnung zu einem Zuhause? Was macht ein Land zu einer Heimat?

Was ist denn heute los? Diese philosophischen Fragen, das ist ja lästig. Soll doch lustig sein hier! Also jetzt mal alle zusammenreißen, meine lieben in 7er-Gruppen versammelten Leser! Trööööööööööööööt! Hier kommt was Lustiges: „Nighttime, Daytime!“ „Alan! Alan!“

http://www.youtube.com/watch?v=f-Kt_kuYVtU&feature=related

Zu lustig fällt mir natürlich spontan die norwegische Sprache ein und unsere kleine Aufgabe vom letzten Mal. Romana hatte den Barberhøvel brilliant gelöst, scheiterte aber am Hestkuk. Ich teile die Worte auf: Hest ist das Pferd und kuk(k) ist ein … nun ja…sind Kinder anwesend?….sagen wir es höflich…ein…männliches Geschlechtsorgan. Zusammensetzen müsst Ihr schon selber! Unsere Kenntnisse der norwegischen Sprache nehmen also Tag für Tag zu und wir verstehen schon etwas mehr als ein ständiges „snöselbrödsnags“, was allerdings auch sehr unterhaltsam ist. Die Norweger halten uns bestimmt für fröhliche Menschen, da wir in ihrer Gegenwart so oft lachen müssen. Diesen Eindruck hatte ich bei einem älteren Paar, in dessen Nähe wir auf der letzten Wanderung den Weg entlang liefen. Ich verstand wirklich nicht mehr als „snöselsnags“ und war nur am Kichern, was natürlich Martin angesteckt hat und so gnickerten wir uns durch die Natur. Die schöne, schöne Natur. Deren Schutz den Norwegern wichtig ist, so versicherte man mir.

Wirklich?

Hm.

Ich poste mal ein Foto, das ich von einem Bürogebäude bei uns gegenüber aufgenommen habe.

Nichts besonderes, richtig? Ein gut beleuchtetes Bürogebäude am frühen Abend. Schließlich müssen die Mitarbeiter auch sehen können.

Das Foto habe ich letzten Freitag gemacht. Um 22 Uhr.

Samstags wird dort nicht gearbeitet.

Sonntags auch nicht.

Und wir haben hier viele, viele Bürogebäude und alle sind so schön beleuchtet.

Ähnlich verwirrt stehe ich täglich im Supermarkt in der Gemüseabteilung. Jede Zucchini oder Paprika beispielsweise ist einzeln verpackt in Plastikfolie. (Ein Hallo an Babs an dieser Stelle!) Plastiktüten werden großzügig und kostenlos an der Kasse verteilt. Ökoputzmittel werden für Machwerke des Teufels gehalten und Mülltrennung existiert, ist aber noch im Anfangsstadium. Jedenfalls habe ich Gerüchte gehört, dass sie existieren soll. Ich habe lange Expeditionen in die Untiefen unserer Kellerräume unternommen, um die Müllbehälter für Recycle-Müll zu finden, aber da war nichts. Glas, Pappe, Rest. Nach Augenzeugenberichten lassen Norweger auch gern mal den Kühlschrank offen, wenn sie kochen (ist praktisch!) und das Licht auszuschalten scheint ein Symbol für Armut zu sein. Wie ist das möglich??

Der Großteil der zu nutzenden Stromenergie hier im Land wird durch Wasserkraft erzeugt. Das macht den Strom nicht nur günstig, sondern nach norwegischen Ansichten auch sauber. Norwegen verzichtet vollständig auf Kernenergie. Wahrscheinlich sehen sich die Norweger schon als „grünes“ Land und klar, da ist was dran. Aber das entschuldigt keine Stromverschwendung. Es juckt mir jeden Abend in den Fingern, die zahlreichen, unbenutzten Lichtschalter zu drücken, die in meiner Nachbarschaft auf Arbeit warten. „Drück mich!! DRÜCK MICH!“ schreit es mir entgegen. Und wie gerne würde ich sie drücken, vor allem, da mir die Büroflutlichtanlagen Nacht für Nacht ins, schon gut verhängte, Schlafzimmerfenster knallen. Falls es denn überhaupt Lichtschalter gibt. In unserem ökologisch wertvollen Wohnkomplex gibt es beispielsweise keinen Schalter für das Flurlicht. Ist halt immer an. Duh??

Auf der anderen Seite scheinen Norweger bereits mit einem tiefen Respekt und einer großen Liebe für die Natur auf die Welt zu kommen. Wandern, Bootfahren, Skifahren sind ein wesentlicher Bestandteil des norwegischen Lebens und viele Norweger besitzen eine „hytte“ in den Bergen oder an einem See, in der, teilweise sehr rudimentär ausgestattet, die Natur genossen wird.

Ein Rätsel also, warum der Umweltschutz hier nicht alltäglicher ist.

Natürlich setzt die der norwegische Staat für den Umweltschutz ein: Eine Ökosteuer auf Benzin existiert, der Nahverkehr bekommt enorme Subventionen und bis 2030 will das Land klimaneutral sein. Ministerpräsident Stoltenberg meinte allerdings auch, es werde „Zuckerbrot und Peitsche benutzt“, um den Norwegern ein stärkeres Umweltbewusstsein anzuerziehen. Und das ist nötig. Wäre Norwegen so dicht besiedelt wie Deutschland, gäbe es hier bereits enorme Probleme.

Ist es aber nicht.

Verläuft sich alles irgendwie.

Trotzdem!

Norweger, die Ihr mich hört: Der Letzte macht das Licht aus!!! Wortwörtlich!

Ist schon komisch, wie dieses Umweltverhalten in uns bereits verankert ist. Licht aus, Papier trennen, Plastik sortieren. Vielleicht etwas typisch deutsches? So wie Pünktlichkeit, Effizienz und Nörgeln.

DOCH!

SEID EHRLICH ZU EUCH!

Wir sind manchmal ein Volk der Nörgler und Besserwisser. Es freut uns tierisch, jemanden verbessern zu können oder uns zu echauffieren, weil jemand etwas falsch macht/falsch sagt/anders macht/anders sagt als wir es tun und denken. Dabei fühlen wir uns überlegen und in Kontrolle. „Ätsch!“ sagt der kleine böse Teufel in uns. „Ich bin besser als du!“ Ist mir so noch bei keinem anderen Volk aufgefallen und ich setze es damit auf die Liste der typischen deutschen Charaktereigenschaften. Vielleicht lebt sie nicht jeder aus. Aber es ist da! Doof irgendwie.

Was macht Norweger norwegisch?

Ich werde es herausfinden und in zwei Wochen darüber berichten. Nächste Woche trage ich meine etwas heimwehgeplagte Seele in die alte Heimat, feiere die Konfirmation meines Patensohn, mache mit meiner Mutter Hildesheim unsicher (Hallo Mama!) und versorge Martin und mich mit Schokolade, Schokolade und Schokolade für die nächsten Monate!

Damit komme ich zum Ende meiner verwirrenden Gedankenversammlung und habe ein ganz besonderes Schmankerl meiner Freundin Imke aus Hannover. Irgendjemand hat sich meinem Anti-Geitost-Protest angeschlossen und einen tollen Weg gefunden, Norwegen Geitost-freier zu machen.

Wir schicken das Zeug einfach nach Deutschland!!!

BRILLIANT!!

Danke fürs Zuschicken, Imke! Euch allen ein dickes Danke fürs Kommentieren hier oder auf facebook. Das freut mich wirklich sehr! Und wenn Ihr irgendwas findet, das hier in den Blog sollte, dann schickt es mir!

Das wär es also für heute. Ich wünsche Euch zwei tolle Wochen, genießt Euer Zuhause, lasst auch mal Schwächen zu, esst ein Stück Schokolade für mich und macht abends das Licht aus!

Bis dahin, meine lieben Leser!

Ha det bra!

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14 Kommentare zu “Von zugelassenem Heimweh, eingeschweißten Zucchini und der lang ersehnten Fødselsnummer

  1. Eigentlich wollte ich ja schon während des lesens etwas über Heimat schreiben, über das Vermissen, einfach jemanden auch nur vom Sehen her zu kennen, und das seit immer. Über kurze Gespräche mit Nachbarn oder alten Schulfreunden, bei denen es um die Vergangenheit geht. Über „schnell-mal-im-Café-vorbeischauen“, ob jemand da ist, mit dem man kurz was trinken kann, und und und . Diese Gedanken wurden jäh überrumpelt von der Feststellung : mein Mann hat nicht nur zufällig einen skandinavischen Namen!! Er MUSS einer sein!! Er wird die Mülltrennung NIE verinnerlichen und Strom? Ja Strom kommt aus der Steckdose. ( aber hier gibt es Schalter, die ich dann betätigen kann)

    • heee, Moment, Helga, ich hab auch nen skandinavischen Namen, aber Mülltrennung beherrsche ich (fast) perfekt ;o) Und Lichtschalter kenn und nutze ich auch ;o)

    • Ich denke, das „seit immer“ ist ein wichtiger Faktor beim Zuhause-Gefühl. Ingmar ist also ein Recycle- und Umweltsünder?? Gut, dass du aufpasst :)))

  2. Ach Ulli!

    Ich kann es so gut verstehen, dass dich ab und an das Heimweh plagt! *dich mal lieb drücke*
    Ich kann dir auch nicht erklären, was ein zuhause zu einem Daheim macht, aber ich stelle fest, es hat u.a. mit Gerüchen, Ritualen und den Menschen in der Umgebung zu tun.

    Von Herzen wünsch ich dir, dass du bald ein richtiges Heim hast und dich das Heimweh nicht zu sehr schüttelt.

    Vielleicht ergibt sich am Sonntag die Möglichkeit, 2 oder 3 Worte zu wechseln, wenn der Gottesdienst vorbei ist. Ist ja nicht so weit und ich kann ja sehen, wenn es vorbei ist…

    Und der Umweltschutz… ja…ich erinner mich noch an unsere Einkäufe, auf dem Weg zum „Fjord“, dessen Name ich leider nicht mehr weiß, als die „Jungs“ wandern waren, da haben wir auch die „Schaubäume“ am Wegesrand gesehen und dahinter war abgeholzt.. ich weiß nicht, ob du dich noch erinnerst…
    Aber das ist doch ein Ziel, das du dir setzen kannst, Norwegern den Umweltschutz näher bringen ;o)

    Und ja, ich glaub, mit deiner Liste der deutschen Charaktereigenschaften liegst du gar nicht sooo verkehrt….

    Alles Liebe für Euch,

    Barbro

    • Ich hoffe doch, wir sehen uns am Sonntag, ich dachte du guckst beim Gottesdienst vorbei? Unterstützt Britta und mich beim Rumheulen ;))) Freue mich! Danke fürs Drücken 🙂

      • Ulli, nein, bei 20 Konfirmandenkindern + Eltern, Paten, Verwandtschaft u.s.w. wird jeder Platz in der Kirche gebraucht… war doch zu unseren Zeiten schon so, dass sie drum gebeten haben, dass „normale“ Gottesdienstbesucher bitte nicht kommen mögen… aber vielleicht am Samstag beim Beichtgottesdienst? Oder geht ihr da nicht hin?

  3. Nur als kleine Anmerkung… Ich weiss nicht, wo im Buero der Lichtschalter ist und fuer einmal pinkeln gehen, spuelen zwei Pissoirs acht mal. Not joking.
    Geitost Gruesse von da oben, wo langsam der Fruehling tach sagt.

  4. Hallo Ulrike,
    Habe dein Geschriebenes genüsslich in mich reingesogen. Klasse geschrieben und sehr Informativ. Ich bin dafür, das du ab jetzt jeden zweiten Tag dein Block ergänzt.
    Mach weiter so und hab nicht soooooo viel Heimweh…
    Liebe Grüße aus Bosseborn

  5. Ulrike, jetzt weiss ich was du in den Nachmittagsstunden, Kaffee trinkend und auf dem Balkon sitzend, tust….. schreiben. Wunderbare Artikel verfassen, dein Leben und das anderer beschreiben und dadurch widerum zum Schmunzeln und Nachdenken einlädst! Veldig fint!

  6. Hallo Ulrike,

    kann Dich soooooooo gut verstehen mit Deinem Heimweh. Hab mich schon gefragt, ob Du wohl Heimweh haben wirst. Für mich ist zuhause auch, wo mein Mann ist. Aaaaaaaber (und was wäre das Leben ohne „aaaaaaaaaaber“), ich glaube, wenn man eine Zeit lang wo wohnt, dann schlägt man, bildlich gesprochen, auch ein bisschen Wurzeln. Man kennt jeden Stein, jede Ecke, man findet sich blind in der Wohnung zurecht, hat rundherum Leute die man kennt (nicht alle mag man, hihi), versteht die Sprache, weiß so ziemlich von allen Dingen genau, wo man sie kaufen kann. Und das alles zusammen genommen, gibt einem Sicherheit und Sicherheit gibt Geborgenheit. So, jetzt seid ihr her gegangen und habt euch, wieder bildlich gesprochen, umgetopft. Eure Wurzeln wurden teilweise gekappt, die vertraute Erde abgeschüttelt. Jetzt steht ihr da in eurem neuem Topf, wackelig und total unsicher. Aber jeden Tag verwurzelt ihr euch mehr in der neuen Erde. Und damit wird auch das Heimweh weniger werden, Du wirst sehen. Du wirst wieder sicherer in den Alltagsdingen werden, die Sicherheit wird zurückkommen und somit auch die Geborgenheit. Wann bekommt ihr denn euer Katzentier wieder zu euch? Das würde Dir wohl auch etwas den Tag erleichtern;).

    Das mit dem nicht vorhandenem Umweltbewusstsein finde ich echt schockierend. Bin aus dem Staunen nicht raus gekommen, als ich Deinen Blog gelesen habe. Bei uns brennt abends genau ein Licht, und das ist eine Leselampe. Habe die gleiche Einstellung wie Du und kann wirklich nur den Kopf schütteln. Das hätte ich von so einem doch naturverbundenem Volk nicht gedacht! Vielleicht ist es ja wirklich Deine Berufung, zumindest Dein zukünftiges Umfeld zu mehr Umweltbewusstsein zu erziehen?

    Liebe Grüße und eine dicke Umärmelung:)

  7. Ist schon eine Weile her, dass du diesen Artikel verfasst hast – und doch muss ich hier noch mal einhaken.
    Der Norweger liebt die Natur? Wieso schmeisst er dann seinen Müll, den er so bei den Wanderungen produziert einfach in die Selbige? Und Oslo selbst hat doch auch überall seine unrechtmäßigen Mülllagerplätze.
    Eines kann ich aber bestätigen – und du hoffentlich auch mittlerweile: der Hausmüll wird getrennt. Plastik in blaue Tüten, Bio in grüne, Papier in die Papiertonne, Glas und Metall in einen gemeinsamen Behälter und der Restmüll in neutrale Tüten. Bei den Tüten ist aber eines unerlässlich: der DOPPELKNOTEN! Und dann kannst du nur in Oslo kostenlos deinen übrigen Müll im Recyclinghof entsorgen. Gut es darf nicht mehr als 1 m³ sein -dafür darf man aber xmal am Tag vorbei kommen. 🙂
    Die Müllverwertung ist sehr effektiv: aus dem Biomüll wird Kompost und Biogas gewonnen; Papier, Plastik, Glas und Metall werden wiederverwertet und der Restmüll wird auch zur Energieerzeugung verbrannt.

    Oh, und in Bezug „Licht ausmachen“ gibt es durchaus umweltbewusste Norweger: meine Nachbarin z.B.. Wenn ihre Nichte zu Besuch ist, dann sagt die immer, dass es ihr zu dunkel ist. Oder bei mir auf der Arbeit. Da hängt ein Zettel an der Tür der Umkleide, dass das Licht beim Verlassen auszumachen ist – und es wird sich auch meistens dran gehalten.

    Also so ganz ist hier doch noch nicht Hopfen und Malz verloren 😉

    Hilsen Kerstin

    • P.S. Fast vergessen: Gut geschrieben. Musste mehrfach grinsen, da es uns genauso wie euch hier in Norge erging.

  8. Hallo Namensschwester,

    danke erstmal für Deinen Kommentar in meinem strikkeblog. Na, ob Du allerdings gerade bei mir Norwegisch verbessern kannst, daran habe ich ernsthafte Zweifel. Wir mit unserem gestaksten Urlaubernorwegisch nutzen ja selbst noch das Wörterbuch und haben keine Ahnung z. B. von in diesem oder jenem Landstrich gebräuchlichen Redewendungen. Das Oslo-Bokmål lernt sich ja noch ganz locker, aber komm mal etwa nach Stryn oder ganz nach „oben“ in den Norden. Nynorsk ist halt auch wieder überall anders. Erst im Sommer 2012 kamen wir in das Ivar Aasen Museum in Volda. Er wurde 1813 in Møre og Romsdal geboren und starb in „Deiner“ Stadt 1896. Sein Lebenswerk bestand in der Zusammenführung aller Dialekte zu einer Sprache, dem Nynorsk. Das Museum eröffnete interessante Aspekte seines Lebens und ich bekam dadurch (mehr als 20 Jahre nach der Erstbegegnung mit Norge!) einen Zugang zu dieser für mich immer fremd klingenden Sprache, die in Reinform außerdem nirgends gesprochen wird.

    Jetzt bin ich übrigens bei Dir so richtig festgezutzelt … hach, so schön, wie Du schreibst! Ich bleibe dran – bis ich ganz oben angekommen bin – und dann natürlich immer noch.

    Zum Begriff Heimweh ist mir nur eingefallen: Ach guck mal, bin ich irgendwie verkehrt? Ich habe nämlich Heimweh NACH NORWEGEN. Es gab mal eine Zeit, da wollte ich gern auswandern. Okay, inzwischen haben wir Land und Leute doch so gründlich kennen gelernt, dass wir wissen, welche Probleme wir dort zu bewältigen hätten.

    Schon ganz schön heftig, wenn man z. B. erzählt bekommt, dass die Kinder unserer norwegischen Freunde mit dem pseudokrupphustenden Enkelkind zwei Stunden bei Schneegestöber über einen Pass fahren mussten, um das nächste Krankenhaus zu erreichen, in dem man Kinder behandeln konnte.

    Das mit der Mülltrennung wird auch gerade „auf dem Lande“ nicht so eng gesehen. Auch wir vermissten die für uns Deutsche inzwischen selbstverständlichen spezifischen Müllbehälter. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wenn ich dagegen an China denke in der Nacht … was da auf die Welt noch zukommen wird – au weia!

    Ich mag übrigens Geitost ganz gern … ab und zu mal … vor allem auf Knäcke, ganz dünn, oder auf Crackern. Es gibt ihn auch im Lipperland auf dem Markt. Und den Høvel gleich dazu. Der darf ja auch nicht fehlen.

    Mit Deinem Blog bist Du ein richtiger Speichellocker für mich. Ob ich von unseren vielen Urlaubsfahrten mal blogge? Alles ist da – Tagebucheinträge, tolle Fotos … aaaaber (es gibt immer ein aber … ha ha) … NOCH EIN BLOG???
    Ich werd‘ noch mal drüber nachdenken.

    So, für heute war’s das … man „sieht sich“ …
    ha det kjempefint i den norske blåtimen om kvelden. Jeg ELSKER DEN!
    Har du mailadressen til meg?
    Kan av og til sende deg veldig fine bilder fra vinterstemning i Norge!
    Hjertelig helsing fra NRW – ULL-Rike

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