Von Weihnachten im Juli, Erlebnissen am Oslofjord und ganz allgemein von: Hohoho!

Jingle bells, jingle bells, jingle all the way…oh what fun, it is to ride, in a one-horse open sleigh…

HEJ!

Vorweihnachtliche Grüße, meine lieben Leser!

Ho-Ho-Ho!

Wen kümmert es, dass Juli ist? Den Sommer anscheinend nicht und mich darum auch nicht. Mir ist weihnachtlich! Das kann einerseits mit den frostigen Temperaturen draußen zu tun haben, andererseits mit unserem letzten Wochenendausflug. Wir waren nämlich in Drøbak. Das sagt den Nicht-in-Oslo-lebenden unter Euch jetzt wahrscheinlich nichts.

Neben seiner fantastischen Lage direkt am Oslofjord und dem Untergang des deutschen Kriegskreuzers Blücher ist der Ort dafür bekannt, Wohnsitz des Weihnachtsmannes zu sein.

Das ist natürlich kindischer Unsinn.

Der Weihnachtsmann wohnt am Nordpol.

Das weiß doch jeder.

Das Christkind hingegen wohnt in Himmelsthür.

Das weiß jeder Hildesheimer.

Highlight in Drøbak ist das „Julehuset“, das Weihnachtshaus. Ein etwas in die Jahre gekommenes gelbes Holzhaus, das, von einem lustigen Wichtel bewacht, am Marktplatz steht.

(Der Wichtel steht rechts. – Doch doch.)

Beim ersten Schritt über die Schwelle begann mein Weihnachtsherz zu klopfen, meine sich in Sommerschlaf befindende Weihnachtsseele aufzuwachen und gemeinsam jubelten wir drei: „Frö-hö-liche Weihnacht überall!“

Ein Schlaraffenland für Weihnachtsfreunde lag vor meinen leuchtenden Augen; alles wichtelte, sternte und glitzerte in rot-weiß-grün; Tannenschmuck aus Jute und Holz, Adventskalender voll alter Spielsachen, Weihnachtsmäuse mit roten Hüten…

Die Hölle für Weihnachtshasser.

Der Himmel für mich.

Lass doch draußen Juli sein, hier in der Stube ist Dezember und ich will Kekse backen.

Das haben sie leider nicht angeboten. Also habe ich eine Weihnachtsmaus gekauft. Die heißt Lotta und steht jetzt in der Küche vor dem Weihnachtselch.

Möchte irgendwer irgendwas sagen?

Gut.

Zurück im strahlenden Julisonnenschein in Drøbak konnte ich mich nur schwer aus meiner Weihnachtsstimmung lösen. Aber Drøbak ließ mich nicht im Stich und in unmittelbarer Nähe vom Julehuset traf ich auf das Postkontor der Weihnachtsstadt. Tausende von Weihnachtsbriefen aus der ganzen Welt erreichen die kleine Poststation, Julenissens Postkontor, Jahr für Jahr.  (Ich hoffe, die Wunschlisten werden von dieser Zweigstelle an den Nordpol weitergeleitet. Wäre ja sonst eine Schweinerei irgendwie. Fehlte Euch in den letzten Jahr was unter dem Weihnachtsbaum? Tja, da würde ich mal nachdenken, wo der Brief hingeschickt wurde!!!) Gelernt habe ich im Postkontor in Drøbak auch etwas sehr Wichtiges:  Glücklich kann ich berichten, dass der wichtigste Teil des norwegischen Weihnachtsfestes…(Trommelwirbel)

HEILIG ABEND IST!!!!

HEILIG ABEND!!

IST DAS NICHT TOLL????

Ich sehe Euch müde mit den Achseln zucken, meine lieben Leser, deshalb hier die Erklärung meiner Euphorie:

Seit mittlerweile 8 Jahren ziehen wir von einem Heilig-Abend-verpönenden-Land zum nächsten. Kanada, Schottland, Frankreich – alle feiern den ersten Weihnachtstag mit Pomp und Getöse, Geschenken und Gestreite. Am Heilig Abend wird sich höchstens betrunken. Jahr für Jahr für Jahr feierten wir unsere deutsche Tradition entweder allein oder mit am 24. Dezember irritiert auf Geschenke blickenden Mitbewohnern.

Damit ist Schluss!!! In Norwegen bekommt der Heilig Abend wieder seine Bedeutung zurück!!

Überhaupt scheint Norwegen ein Weihnachtsfest ganz in unserem Sinn zu feiern: Es gibt in der Vorweihnachtszeit Adventskränze und Adventskalender, am Heilig Abend wird der Baum geschmückt, der Kirchbesuch gehört ebenso dazu wie das gemeinschaftliche Singen am Weihnachtsbaum. Ich habe bereits Ausstechformen en masse im Weihnachtsladen gesehen und muss sie nicht verzweifelt suchen wie in Frankreich. Die deutsche Gemeinde veranstaltet einen Christkindlmarkt (Stollenpflicht!) und ich werde schon ganz hibbelig, wenn ich an die beleuchtete Karl-Johans-Gate oder das Norske Folkemuseum im Winterzauber denke!

Hip hip hurra Norge!!!

Bisher ist das natürlich alle graue Theorie und ich bin gespannt auf Kommentare erfahrener Einheimischer/Expats, die meine Recherche hoffentlich bestätigen!

Um meinen Bericht aus Drøbak zu beenden:  Nach einem extensiven Bummel im Postkontor und einem ausgiebigen Schwätzchen mit dem Postmeister, ging es zurück in die sonnige Realität und wir erfreuten uns im nahe gelegenen Café am sommerlichen Sonnenschein.Ein anschließendes Picknick am Fjord brachte mich schließlich vollständig in die Juli-Realität zurück. Aber trotz allem:

Drøbak war ein weihnachtlicher Spaß, eine verwirrende Zeitreise und eine schöne Überraschung. Eine historische Verbindung zwischen Weihnachten in Norwegen und dem Ort am Oslofjord scheint nicht zu bestehen, die wahren Verbindungen liegen wohl eher im Werbebereich, aber ich will Euch nicht mit marketingstrategischen Ideen gewitzter Norweger langweilen. Schließlich sind wir in Festtagsstimmung!

Ho-ho-ho.

Das war es schon wieder für heute meine lieben Leser. Ich wünsche Euch eine tolle Woche, springt mal aus dem Rahmen, seid kindisch und vergesst das Freuen nicht.

Ha det bra,

Ulrike

Advertisements

8 Kommentare zu “Von Weihnachten im Juli, Erlebnissen am Oslofjord und ganz allgemein von: Hohoho!

  1. On a more serious note:
    Am kommenden Sonntag, dem 22.7.12, jährt sich der Tag des schrecklichen Attentats in Oslo. Die deutsche Künstlerin Male Rinswald ist mit ihrem Sohn und einem riesigen Mosaik aus Deutschland nach Oslo gekommen. Gerade in diesen Minuten legt sie das von Kindern und Erwachsenen in Deutschland gefertigte Mosaik an der Domkirche in Oslo aus. Hier könnt Ihr über ihre Erfahrungen lesen. Nehmt Euch die Zeit. Es lohnt sich: http://www.facebook.com/MosaikUtoya

  2. Ulli! Ich will SOFORT in dieses Weihnachtsdorf! Wie kannst du nur so schöne Sachen posten und ich sitz hier… *Merkzettel schreib* Museumsdorf, Weihnachtsdorf, der Park, Fjorde… das schaff ich nie bei einem Besuch 😦

  3. Hallo Ulli,
    Ich bin Sprachlos!! Weihnachten!! So ein Mist. Sollten wir nicht die Reihenfolge einhalten? Erst kalt, dann langsam wärmer werdend, und im Sommer auch Sommerwetter. Moment, was ist jetzt falsch?? Richtig!! Sommerwetter. Hatten wir noch nicht. Falls es auch nicht mehr kommt, dann können wir über Weihnachten reden, Ähhh schreiben…

    Bis nächsten Freitag….. Volker und der Rest.
    Nächste Thema dann Nikolaus? 🙂

    • „So ein Mist!“???? Das von dir…Volker ich bin entsetzt. Soll ich den Artikel rausnehmen? Nächste Woche schreib ich über meinen Sprachkurs 🙂

  4. Pingback: Taschenmonster in Weihnachtsstimmung « TaschenmonsterOnTour

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s