Von olympischen Medaillen, skurrilen Sportarten und norwegischen Handballfrauen

JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!

Norwegen hat Gold!!!

Einik Verås Larsen heißt der norwegische Goldmann und hat sich in der fantastischen Zeit von 3:26 Minuten in den Olympischen Medaillenhimmel gekajakt. (Das ist wahrscheinlich kein weltweit akzeptiertes Verb, aber man möge mir meine grammatikalischen Patzer entschuldigen. Ich bin mit Jubeln beschäftigt!)

GOLD!!!!!

Das wurde ja auch Zeit.

Hallo, meine lieben, in 7er Gruppen kajakenden, Leser! Das Olympiafieber hat seinen Höhepunkt erreicht und es bis in diesen Blog geschafft. Ich hätte auch über nichts anderes schreiben können, da ich seit Tagen am TV klebe wie die Bärenzunge am Honigtopf. Es ist aber auch zu spannend, was in London passiert. Nach der etwas enttäuschenden Eröffnungsfeier hatte ich zugegebenermaßen so meine Zweifel, aber alles wurde gut. Ich frage mich jetzt schon, was ich nach Ende der Olympischen Spiele tun soll. Ob es Wiederholungen gibt? Ich bin wirklich ein Sport-Junkie geworden, aber ich bin nicht allein: Hier im Appartmentkomplex jubelte und schrie es gestern abend aus allen Richtungen, als Norwegen im Handball gegen Süd-Korea gewann. Im Norwegischkurs nutzen wir unser beschränktes Vokabular, um die Silbermedaille von Bartosz Piasecki zu feiern. Olympia ist überall!

Es gibt ja auch soviel zu entdecken bei Olympischen Spielen. Irrwitzige Athleten, deren Ego größer ist als das gesamte britische Königreich. Ehrgeizgetriebene Regierungen, die ihre Sportler als politisches Machtmittel missbrauchen. Echte Olympia-Momente mit überwältigten Sportlern und jubelndem Publikum. Es gibt auch neue Sportarten zu entdecken. Keirin zum Beispiel. Habt Ihr davon schon gehört? Im Alltagsleben würden wir es „100jähriger auf Klapprad hält Berufsverkehr auf“ nennen. Im Radsport ist es eine faszinierend skurile Disziplin, bei der ein Fahrer auf einem motorbetriebenen Rad vor den Radathleten herfährt. Nach einigen Runden verlässt er die Bahn und die Radler geben Gas – der Schnellste gewinnt.

Nein, es hört sich nicht nur komisch an.

Ein bisschen schwieriger ist es, norwegische Athleten bei diesen Olympischen Spielen zu entdecken. Zugegeben, Norwegen gehört zu den kleineren Ländern und reiste mit gerade einmal 64 Athleten nach London. Bei der überwältigenden Masse von chinesischen und US-amerikanischen Sportlern haben es die kleinen Länder auch wirklich nicht leicht. Der Vorteil ist: JEDE Medaille wird wie eine Goldmedaille gefeiert! Jawohl. Bisher konnten wir hier im Land dreimal jubeln. Bronze für Alexander Kristoff im Straßenrennen, Silber für Bartosz Piasecki im Fechten und schließlich Gold für Einir Larsen im Kajaksprinten.

BRAVO!!! VELDIG BRA!! KJEMPEFINT!!

Nun könntet Ihr, meine lieben Leser, aufhorchen und bemerken: Das sind ja alles Männer! Gewinnen in Norwegen nur Männer Gold??

Die Rettung naht in Gestalt der norwegischen Handballfrauen.

Die Frauen um Mannschaftskapitän Marit Fram Malfjord stehen morgen Abend im Finale gegen Montenegro und wollen ihr Olympiagold von Peking verteidigen! Notiert Euch: Morgen abend 21.30 (20.30 Londonzeit!). Wehe, Ihr guckt nicht! Bisher fand ich Handball ja immer zum Sterben langweilig, aber ich bin ja lernfähig. Irgendwie ist es ja ein ganz nettes Spiel. Der Torwart ist zwar überflüssig. Ansonsten: Doch, nett, irgendwie. GOOOOO NOOORWAYYYYY!!!

In den anderen Disziplinen sind die Norweger leider nicht so weit gekommen. Im Bogenschießen gab es ein frühes Aus, ebenso im Badminton, Volleyball, Ringen, oder in der Leichtathletik. Im Schwimmsport verarbeitet das Team, zusammen mit dem Rest Norwegens, den tragischen Tod von Alexander Dale Oen. Dieser Mannschaft hätte ich eine Medaille von ganzem Herzen gegönnt. Im 1500-Meter-Lauf hat Henrik Ingebrigtsen den norwegischen Rekord eingestellt, ist dann aber auf dem 5. Rang gelandet. Die Segler Eivind Melleby und Petter Mørland Pedersen segelten auf Rang 4 im Starbootrennen. Dabei sein ist alles, das ist natürlich wahr. Aber die eine oder andere Medaille mehr wäre doch ganz nett gewesen.

Es ist aber auch kein Wunder, dass Norwegen nicht zu den erfolgreichsten Nationen dieser Olympischen Spiele gehört. Das sind schließlich die SOMMER-Spiele. Gibt es hier Sommer? Nein, es gibt keinen Sommer, nur einen etwas erschöpften Winter. Kein Wunder also, das Norwegens Sternstunde eher in den Winterspielen liegt. 23 Medaillen waren es 2010 in Vancouver. 3 bisher in London.

Aber morgen spielen ja die Handballerinnen………..

Das war es schon wieder für heute, meine lieben Leser! Ich wünsche Euch eine tolle Woche und dann noch eine tolle Woche und dann noch eine tolle Woche….ich gehe nämlich in Urlaub! Am 31. August melde ich mich wieder bei Euch.

Bis dahin lasst es Euch gut gehen, nutzt die letzten Sommertage, habt Spaß an allen skurillen Dingen im Leben und drückt morgen Abend die Daumen für Norwegen!

Ha det bra,

Ulrike

P.S.: Habt Ihr schon meinen neuen Blog entdeckt? Ein Fotoblog mit wechselnden Aufgaben. Guckt doch mal vorbei oder noch besser: Macht mit! http://ulrikeniemann3.wordpress.com/

Advertisements

3 Kommentare zu “Von olympischen Medaillen, skurrilen Sportarten und norwegischen Handballfrauen

  1. Keinen Blog gibt’s ja gar nie nich!! Können wir keine Olympiade mehr gucken UND KEIN BLOG??!! Das geht nicht!! Worüber sollen wir uns amüsieren? Na ja, gut – es gibt einige andere Dinge. Aber der Mensch ist halt ein (Blog)Gewohnheitstier!

  2. Hei hei Ulrike,

    en dag når vi var til Flekkefjord – vi ville kjøre videre til Helleren – …

    ach, ich schreib’s jetzt in Muttersprache, dann können es alle Deine in 7er-Gruppen geordneten (oder war es etwas anders – egal) Blogleser lesen.

    Es war ein Tag – der 10.8.12 – in Flekkefjord, wo wir Halt machten um einen Kaffee zu trinken. Anschließend wollten wir weiter nach Helleren. Auf dem Rückweg kamen wir wieder durch Flekkefjord und dort standen alle Kopf. Es wurden im Außenbereich eines beliebten Cafés große Tortenschachteln gestapelt. Mehr und immer mehr wurden angeliefert.

    Wir zogen weiter, wundertren uns nur und vergaßen … bis …

    Am Abend dann, als wir zurück ins Ferienhaus in Lindesnes kamen, schauten wir uns die Abendnachrichten an.
    Norwegen hatte GOLD geholt! Von einem in Flekkefjord geborenenen Kajakfahrer! Und wir Trottel hatten ja so gar nichts kapiert. Denn … zur Feier dieser Medaille ihres so sportlichen Mitbürgers bekamen alle Flekkefjorder ein Stück Kuchen geschenkt. Und wir? Sind einfach weiter gefahren, weil wir nicht ahnten, worum es ging.
    Bestimmt hätten wir auch ein Stück Kuchen bekommen …

    Und jetzt lese ich hier wieder von diesem Ereignis … obwohl mich ja Sport nicht die Bohne interessiert.

    Sind übrigens seit Freitag (26.9. dieses Jahres 2013) wieder zuhause. Stryn, Lindesnes … 4 Wochen geliebtes Norwegen. Tolles Wetter … meistens … auf jeden Fall tolle Unternehmungen. Auch Flekkefjord war wieder dabei, Kristiansand, Hidra (wo ich hinziehen würde, wenn ich jünger wär), Helleren, Skrelia, Bøensbakken bei Farsund … ich mach jetzt Schluss, bevor ich ins Schwärmen gerate.

    Hätten uns ja an der Fähre beinahe kurz treffen können … na, vielleicht beim nächsten Mal.

    Liebe Grüße und schreib schön weiter – ich liiiiiiiiieeeebe Dein Blog!
    Ulrike

    • Hei Ullrike 🙂 was für eine tolle Geschichte, so ein Zufall, dass Ihr gerade dort wart….das hätte ich ja gerne gesehen diese ganzen Torten! Danke fürs Lesen und Kommentieren!!!! Liebe Grüße

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s