Eine Mutter packt aus ODER Elsa, let me go!

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Es ist soweit. Ich werde Kind und Mann nehmen und in die Wildnis ziehen. Weg aus der Zivilisation, weg aus dem Kapitalismus –  weg von FROZEN!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Jedes kleine Mädchen kommt in die Prinzessinnen-Phase. Das ist nunmal so, das ist irgendwie so drin, da kann man nix machen, nur Augen zu und durch. Cinderella und Schneewittchen, Arielle und dingens hier, die andere Blonde – ach weiß ich jetzt auch nicht, wie die heißt, Mutter verliert den Überblick. Nun kann man von Prinzessinnen halten, was man will, nur entkommen, entkommen tut man ihnen nicht.

Bei uns heißt die Prinzessin der Wahl seit einigen Wochen Elsa.

(Aus dem Film Frozen oder Frost, falls hier irgendwelche Fragen auftauchen sollten.)

Elsa gehört mittlerweile zur Familie, zumindestens bekomme ich das Gefühl, so oft, wie ich täglich mit ihr telefoniere. Die blonde Eisprinzessin hat nämlich tatsächlich magische Kräfte:

Das Kind hat keinen Bock zu baden?

“Ich habe gerade mit Elsa telefoniert, die geht jetzt auch baden.” Tapp tapp tapp und ab in die Wanne hüpft das Kind.

“Diese Augentropfen hat Elsa extra für dich gemacht, warte ich rufe kurz an…ja, du sollst die unbedingt nehmen.” Tropf tropf, fertig.

“Elsa isst total gerne Broccoli.”

Unmöglich, höre ich Euch schreien, diese Art von Manipulation, so geht das gar nicht!!! Aber mal ehrlich – sie erleichtert das Leben ungemein! Sogar unser Hausarzt hat behauptet, er wäre gerade mit Elsa am Telefon gewesen, als der kleine Wirbelwind bei der letzten Untersuchung so gar nicht in die Nähe des Doktors wollte.

Lug und Betrug wohin das Auge blickt.

Das bleibt nicht ungestraft. Natürlich nicht. Denn seit bei uns in der Sorgenfrigata das Prinzessin-Elsa – Fieber ausgebrochen ist, guckt mich die blond-türkise Animationsschönheit in jedem Laden an.  Man kann ihr nicht entkommen: Elsa-Kleider, Elsa-Tasche, Elsa-Puzzle, Elsa-Joghurt, Elsa-Trinkflasche, Elsa-Bücher, Elsa-Muffinformen, Elsa-Aufkleber, Elsa-Stempel, Elsa-Schuhe, Elsa, Elsa, Elsa!!!!!!!!!

Vor einigen Tagen wollte ich dem Kind in Kiel eine neue Frühlingsjacke kaufen. Meine eigentlich kompromissbereite Tochter betritt den Laden, ihr Blick fällt auf eine türkise…naaa?….genau Elsa-Jacke und wir waren fertig mit Shoppen. Also Gesa. Ich habe 30 Minuten lang den albernen Versuch unternommen, sie von ihrer Entscheidung abzubringen und präsentierte zahlreiche andere Jackenmodelle.

“Mamma, die für BABIES!” bekam ich als Antwort.

Ja und heute im Kindergarten war sie der ungekrönte Star des Tages mit ihrer neuen Elsa-Jacke.

Und hier nun meine verzweifelte Bitte an Disney:

STOOOOOOOOOOOPPPPPPPPPPPPP!

Ich möchte nicht in die Wildnis ziehen!

Ich will der Zivilisation nicht den Rücken kehren!

Ich mag Kapitalismus!!

Hört auf, alles was nicht bei drei auf dem Baum ist, mit der blonden Eisprinzessin zu verzieren oder mit Anna oder Kristoffer oder Sven oder Olaf oder…

WIESO KENNE ICH ALLE DIESE NAMEN, OBWOHL ICH DEN FILM NOCH NIE GESEHEN HABE???????

***

“Naja, du MUSST das ja nicht kaufen.”

Gewissen, du hast mir gerade noch gefehlt.

“Kuckuck. Oder soll ich sagen: Let it go?”

Du fliegst jetzt raus.

***

Klar, natürlich muss man diese Sachen überhaupt nicht kaufen. Klar, toller pädagogischer Ansatz. Besonders bei einer Zweijährigen mit Trotzphase, die händelt das prima, wenn wir im Supermarkt an gefühlten fünfhundert Elsa-Produkten vorbeifahren und ich permanent sage: “Nein.”

Ich mache das.

Natürlich.

Immer dann, wenn ich zwei Valium dabei habe. Dann bin ich Mrs. Konsequenz. An den anderen Tagen nicht. Meine neueste Idee war: Ich kaufe gaaaaaanz viel von Elsa und es wird Gesa irgendwann langweilig.

*räusper*

Deshalb also die einzige Möglichgkeit: Wir steigen aus. Es war schön mit Euch, liebe Leser, vergesst mich nicht und falls irgendwann die Zeit kommt, in der blonde Eisprinzessinnen aus der Mode sind – schickt mir einen Brief, eine Taube oder kommt persönlich vorbei und sagt mir Bescheid.

Ha det,

UlrikeDiadem

Ulrike

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5 Kommentare zu “Eine Mutter packt aus ODER Elsa, let me go!

  1. Diese „Manipulationen“ kenne ich. Gab es schon vor ca. 43 Jahren (mit Ulrike und Barbie 🙂 ). Hat immer funktioniert. Schlechtes Gewissen ist überflüssig, da „Kind“ auch Spaß dran hatte!!!!

  2. Jo, macht jeder… meine Mama hat immer behauptet Oma wäre da gewesen und hätte das Essen gekocht, wenn ich mal was nicht mochte. Dann wars lecker *lach*
    Gutes Durchhalten von wegen Elsa. Irgendwann wir die bestimmt wieder ihrer eigenen Wege gehen…
    Ach ja, zu Zeiten der Jungs von ner Freundin waren es Pokemon. Und plötzlich kennt man die alle mit Namen mit ihren Eigenschaften und Umwandlungen „upgrades“. Da ist so ne Elsa doch recht überschaubar 😉

  3. Realitätscheck. Fahrt doch einfach mal nach Arendal und schaut euch den Ort an, der im Film als Arendelle auftaucht. 😉 Viel Spaß noch mit Elsa!

  4. Ich kann dir Nr. 10855 oder 10736 von Duplo/Lego empfehlen.
    Genieß die Zeit mit dem Frosch. Sie vergeht so schnell. Dann liebt sie Olaf, Tim oder Sven.
    Liebe Grüße aus der Ferne – Tina

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