Auf die Weide, fertig, los!!! ODER Kuslipp auf Bygdøy

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So, jetzt ist es soweit: Ich jubele einer Kuh zu. Alta Falta, bin ich peinlich oder was? Gut, warum nicht, ist ja auch eine schöne Kuh. Und wie sie da so über die Wiese hüpft, das ist schon einen Jubler wert. Findet das Kind neben mir irgendwie nicht – es guckt mich an, als hätte ich einen an der Waffel. Dumme Göre. Ich jubele gleich nochmal. Die Kuh freut sich bestimmt!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wiedertreffen. Am vorletzten Sonntag waren wir mit Freundin Kathrin und Gesas Kumpel Niklas auf dem königlichen Bauernhof auf Bygdøy. Nur eine halbe Stunde Fußweg und schon ist man dem Stadtleben entfleucht und findet sich mitten auf dem Land wieder – wir lieben es! Neben dem Landleben findet sich auf der Halbinsel aber auch viel Kultur, beispielsweise das Kontiki-Museum oder das norwegische Freiluftmuseum, dessen jährlicher Weihnachtsmarkt ein absoluter Hit ist.

Diesmal aber auf zum königlichen Bauernhof. Seit 1905 liegt die königliche Sommerresidenz auf Bygdøy und das heute zum Bauernhof gehörende Land gehörte zu eben dieser Residenz, die sich heute nur noch auf der rechten Seite der Straße befindet.

(Ok, das war jetzt ein wirklich merkwürdiger Satz. Entschuldigt, ich nehme gerne Korrekturen an.)

So, also Kühe.

Bygdø Kongsgard ist heute der größte ökologische Milchproduzent in Oslo (ich bin nicht sicher, wieviel Konkurrenz sie haben, aber gut…) und zur Milchproduktion braucht man….

…jawoll, Kühe.

Und die haben lange, lange, lange Monate im Stall verbracht, hatten es da zwar schön kuschelig, aber irgendwan ist es ja auch mal gut, da will auch die geduldigste Kuh mal wieder an die Luft und damit sie das nicht ganz alleine machen muss, luden die Verantwortlichen die Osloer Bevölkerung ein und wir folgten der Einladung und gingen zum…

KUSLIPP!

Was sich anhört wie gemusterte Unterwäsche ist der Begriff für den Moment, wenn die Kühe das erste Mal auf die Sommerwiese hinauskommen. „Es ist wunderbar zu sehen, wie glücklich die Kühe sind,“ schreibt der Bauernhof und wir seien herzlich eingeladen, das mitzuerleben.

Sie haben nicht gelogen: Es WAR wunderbar. Die Sommerwiese war noch etwas verwintert, als sich am 7. Mai 2017 um 12.30 die Stalltore öffneten, aber das war den Tieren erstmal egal.  Die massigen Milchkühe galoppierten auf die Weide, vollführten Bocksprünge wie kleine Zicklein, kämpften mit gesenkten Häuptern um die besten Plätze, drehten sich um die eigene Achse, schlugen mit den Hinterbeinen aus und wenn sie hätten jubeln können, dann hätte es sich so angehört:

WUUUUUUHUUUUUUUUUMUUUUUUHUUUUUUUUWUUUUUUUUUUMUUUUUHUUUUUU!!!

Toll war es.

***

Nach fünf Minuten Party wollten sie wieder rein.

Es war nämlich empfindlich kalt und über den Köpfen der geschlossen gen Stall marschierenden Herde war zu lesen:

„War nett. Gerne morgen wieder. Tschüß!“

Ich bin vor Lachen fast in den Elektrozaun gekippt. Die resolut blickenden Bauern bildeten aber eine undurchdringliche Mauer und nach kurzem Überlegen drehten die kompromissbereiten Vierhüfer um und verteilten sich auf der Wiese. Langsam legte sich die Aufregung, die Umgebung wurde in Ruhe betrachtet und Gemütlichkeit machte sich breit. Es wurde ein bisschen hier geknabbert und da geschubbert und die eine ließ sich in eine Schlammpfütze fallen, zwei andere guckten die Menschen am Zaun an und es fehlte nur noch Beethovens Pastorale und das Landleben wäre perfekt gewesen.

Haaaaach.

Und dann joggten plötzlich zwei Bauern über die Weide. Kühe und Menschen blickten gleichermaßen irritiert. Was war denn nun???

Tja, da hatten zwei ganz schlaue Kühe ein Loch im Zaun entdeckt und standen plötzlich direkt neben den irritiert blickenden Zuschauern: „Huhu. Muh.“

Wir malten uns schon die schlimmsten Situationen aus: ALLE Kühe ab durchs Loch und dann auf die Autobahn Richtung Innenstadt…..oder ab zur königlichen Sommerresidenz…oder alle an den Strand und ab ins Wasser. Die beiden Ausreißer ließen sich aber schnell überzeugen, auf die Weide zurückzukehren – aber ich wette, sie sind die absoluten Helden der Herde für den Rest des Sommers:

„Weißt du noch, als Hellwine im Mai ausgebüxt ist?“

„Die verrückte Kuh, die – wieder typisch!“

„Ist ja auch immer die Erste, die mit der Massagebürste kämpft.“

„Du sagst es. Draufgängerin, die.“

Naja, oder so ähnlich.

Tja und irgendwann standen alle achtundvierzig Milchkühe samt Teenager-Nachwuchs auf der Weide, freuten sich an Gras und Luft und wir haben uns gutgelaunt auf den Heimweg gemacht.

Nächstes Jahr wieder. Und dann jubele ich NOCH lauter!

Ha det,

(vor dem großen Moment)

Ulrike

Von eindeutigen aber fragwürdigen Wahlergebnissen, herbstlichen Inselwanderungen und einer überraschenden Taufe im Fjord

Di dudel dö diri du di dudel dö.

Ich übe schon mal.

Der Berg ruft nämlich.

Meine lieben Leser, Ihr habt entschieden:  Auf Platz 1 der „10 crazy things to do in Norway“ habt Ihr den Berg gesetzt. 32,39% von Euch wollen mich auf dem Dach Norwegens sehen. Platz 2 gehen gleichberechtigt an die Dunkelheit und den Preikestolen. Im Klartext: 15,49% möchten, dass ich mich an die Kante des Preikestolens stelle. Also Bergspitze und Felsenkante. Das bringt mich zu meiner ersten Frage:

WAS HABT IHR DENN GEGEN MICH?????????

Wie froh bin ich über meine Entscheidung, „Schwimmen mit Orcas“, „Basejumping“ und „Freier Fall im Canyon“ NICHT zur Wahl gestellt zu haben – Euch ist ja ALLES zuzutrauen! (Danke an dieser Stelle an alle, die mich etwas harmloseren Abenteuern aussetzen wollten!)

Der Berg also.

Meine erste Reaktion auf Eure Wahl?

„GENIAL! COOL! WOOHOO! KLASSE!!“

Ehrlich, vergesst mein Gemecker von weiter oben: Da habt Ihr eine tolle Entscheidung getroffen und ich bin aufgeregt und freue mich wie ein Schneekönig. Das wird suuuper! Ich scheine auch nicht alleine gehen zu müssen –  eine tapfere Männertroika will sich mit mir gemeinsam in luftige Höhen begeben.

Di dudel dö.

Zur Planung:  Die Saison auf dem Galdhopiggen endet Mitte Oktober und ich stehe gerade in Kontakt mit dem Tourismusverband Jotunheimen und einigen Hütten im Jotunheimen-Park und frage an, wie lange man denn noch auf den Berg steigen kann. Ich peile das vorletzte Oktoberwochenende an, warte aber noch auf die Antworten aus dem Park. Die Fotos, die ich im Internet gefunden haben, bringen mich dazu, jetzt, sofort und schon weg loszufahren. Es muss toll da oben sein! Ich sehe es schon vor mir:

Alles weitere, sobald ich einen Termin habe.

Damit Ihr so kurz vorm Wochenende etwas zu lachen habt, kommt hier noch meine Geschichte des Tages: Oslo erstrahlt heute in wunderschönstem Herbstsonnenschein, was mich zu einem Spaziergang nach Bygdoy inspirierte. Die Halbinsel ist von uns aus in knapp 20 Minuten zu Fuß erreichbar und ein wirklich wunderschöner Fleck zum Spazieren, Joggen, Picknicken oder….

….in den Fjord fallen.

Ja.

Ich dachte noch: „Ob die Steine wohl rutschig….“

PLATSCH.

Das Gute vorneweg: Das Wasser war wärmer als vermutet.

Was von Vorteil ist, wenn man drinsteht.

Mein erster Versuch, mit von den rutschigen Steinen zu entfernen, endete in….

PLATSCH.

Nun war auch mein Hintern nass.

Mit so viel Würde wie möglich hob ich mich aus dem Wasser und winkte dem Kanuten zu, der feixend an mir vorbeipaddelte. Ich suchte und fand alle Körperteile intakt, begab mich auf den nächsten trockenen Felsen und machte ein Foto. Klar.

Nach ausgiebigem Auswringen von Socken und Hosenbeinen setzte ich meinen Spaziergang fort. Was sonst?

Quitschquatschquitschquatsch.

Vorübergehende Spaziergänger blickten irriert auf meine dreckigen und nassen Hosenbeine, aber wie heißt es so schön im Schauspielunterricht: „Du musst es nur gut verkaufen!“

Nonchalant quietsche ich also vor mich hin, als wäre nichts geschehen. Was blieb mir auch übrig…hätte ich so in den Bus steigen sollen? Knapp 5 Kilometer später kam ich zuhause an und verlor erstmal ein Stück Seetang im Flur. Egal.

Nun sitze ich trocken und mit etwas aufgeschabtem Knie (Mitleid!) am Schreibtisch.

Morgen geht’s wieder nach Bygdoy.

Diesmal in Regenhose!

So, meine lieben Leser, das war es für heute!

Ich wünsche Euch zwei tolle Wochen, genießt den Herbst, die Ferien (falls Ihr welche habt!) und passt auf, wo Ihr hintretet! Ich fliege Sonntag nach Deutschland (schooooon wieder, ich weiß! Meine armen Eltern….*lach*) und freue mich schon riesig auf die Party am 5.10.! Bei Euch melde ich mich wieder am 12.Oktober! Bis dahin!

Ha det bra,

(noch trocken am Seebad auf Bygdoy)

Ulrike