Jeg velger meg april! ODER Frühlingsgrüße aus Oslo…

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Jeg velger meg april
I den det gamle faller,
i den det ny får feste;
det volder litt rabalder,-
dog fred er ei det beste,
men at man noe vil.

Jeg velger meg april,
fordi den stormer, feier,
fordi den smiler, smelter,
fordi den evner eier,
fordi den krefter velter,-
i den blir somren til!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen! Der Frühling kommt mit Riesenschritten und auch wenn meine Nachbarn das Haus mit Skiern über der Schulter verlassen, auch wenn jetzt am Wochenende Biathlon World Cup am Holmenkollen ist – ich bin in Frühlingsstimmung. Und zwar ganz genau so, wie Bjørnson das in seinem Gedicht beschreibt. Für mich stürmt und fegt, lächelt und schmeckt, umstürzt und lärmt nicht nur der April sondern der ganze Frühling.

Geht Euch das auch so?

Alles fängt von vorne an und ich bin voller Energie! Habe Lust auf Abenteuer, unzählige Ideen für neue Theaterprojekte, will reisen und lachen und einfach auf und los und weg…oder hin…wie man es eben nimmt! Und da mich bisher immer noch niemand anstellen will (echt deren Verlust, seien wir mal ehrlich ;)…) habe ich auch alle Zeit der Welt, um meine Ideen in die Tat umzusetzen. Das Tolle an Oslo ist für mich: Ich habe hier in den letzten fünf Jahren so viele Projekte starten und Ideen umsetzen können. Niemand hält mich ab, im Gegenteil, es finden sich lauter gutgelaunte Menschen, die sich beteiligen.

Und während also die Norweger glücklich ihr ute-pils genießen, das Straßenleben erwacht und die Sonne vom Himmel strahlt, tüftle ich über meinen Kulturideen. Das ist echter  Luxus, glaubt mir, das weiß ich! Das Neue (also auch eine neue Idee) wird gefeiert, schreibt Bjørnson und recht hat er. Ich bin ja nicht gerade als Lyrik-Fan unterwegs, aber manchmal treffen Gedichte ein Gefühl so genau, dass es mich fast umhaut. Rilke kann das bei mir, Mascha Kaléko oder die wunderbare Dorothy Parker. Rilkes Satz “In meinen Armen schlafen Wälder ein” gibt mir jedes Mal eine Gänsehaut. Ha, und schon habe ich ein neues Projekt für mich selbst: Mehr Gedichte lesen, wer weiß, was an Gänsehaut da draußen auf mich wartet! Hm… und dann vielleicht eine Fotoausstellung mit Gedichten!

Ob Bjørnson auch zum Frühjahrsputz motiviert? Es gibt Menschen, die putzen gerne – mir muss man eine große Belohnung versprechen oder mich währenddessen mit Gummibärchen bei Laune halten. Aber vielleicht schafft der norwegische Nationaldichter ja das Wunder und ich rücke frühlingsenthusiastisch mit Lappen und Eimer dem Winterschmutz zu Leibe. Denn schließlich soll auch hier drinnen Frühling sein. Nille und Clas Ohlson überbieten sich mit gut in Sichthöhe platzierten Putzartikeln, deren Verpackungen frühlingshaft rosa und lindgrün sind und fast Lust auf Putzen machen. (Naja, eine Tüte Gummibärchen daneben würde noch besser wirken!)

Und so schwelge ich also durch diesen frühlingshaften Freitagmorgen und schicke Euch allen, egal wo Ihr seid, die wunderbarste norwegische Frühlingssonne.

Jeg velger meg april,
fordi den stormer, feier,
fordi den smiler, smelter,
fordi den evner eier,
fordi den krefter velter,-
i den blir somren til!

***

Das war es für heute, meine lieben Leser. Ich wünsche uns allen eine wunderbare Woche und schicke beste Wünsche an alle, die selbst der Frühling im Moment nicht trösten kann.

In der Kleinen Deutschen Szene Oslo steigt die Aufregung, denn in knapp zwei Wochen ist Premiere und nach einer sehr geglückten musikalischen Probe gestern freue ich mich noch mehr auf unsere Aufführungen am 1. und 2. April. In der Rasselbande, der Kindergruppe in der Deutschen Gemeinde, haben wir den Frühling schon gefeiert und ich freue mich auf viele weitere Treffen mit diesem lustigen, lauten, bunten Haufen. Hier Zuhause freue ich mich auf unsere Fahrt mit der Color Line, auf lange Touren in Wald und Feld und über ein quasseliges, wirbelwindiges Wunder, dessen Lieblingswort im Moment “Puuups!” ist.

Ob ich das irgendwie auf “Frühling” ändern kann? – Nee, oder? Langweilig!!! Und Langeweile wollen wir im Frühling nicht!

In diesem Sinne: Seid stürmisch und mutig, verliebt und vergnügt, kreativ und neugierig. Es ist Frühling!

Ha det,

Jeg velger meg

Ulrike (und ab geht es nach draußen!)

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In meiner Küche herrscht Weltgebetstag ODER Hola aus Oslo!

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(zeitreisen.zeit.de)

“Was ist denn jetzt los?” fragt Ihr Euch vielleicht. “Schreibt sie plötzlich einen religiösen Kochblog…auf Spanisch?” Die Wellen schlagen hoch, das Kommentarfeld füllt sich, bis endlich die erlösende (ganz unreligiös gemeinte) Nachricht kommt: Alles bleibt wie es war.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Das Gemeindeleben der deutschen Gemeinde in Oslo ist vielfältig und seit der Ankunft des neuen Pastors auch um einige Veranstaltungen reicher. Dass ich sehr aktiv in der Gemeinde bin, ist Euch bekannt – auch wenn ich immer noch keinen Blog darüber geschrieben habe.

(Steht ganz oben auf meiner Agenda. Eine evangelische Gemeinde im Ausland kann nämlich nicht nur ein zweites Zuhause sein – sie ist auch etwas ganz anderes als eine heimatliche Kirchengemeinde.)

Eine der neuen (oder für mich neuen) Veranstaltungen ist der Weltgebetstag. Der Name spricht für sich. Jedes Jahr richtet ein anderes Land diesen Tag thematisch aus und die ausführenden Gemeinden in aller Welt feiern den Tag soz. im Namen dieses Landes. Es wird gesungen, gebetet, erzählt und…GEKOCHT!

Dieses Jahr ist das ausführende Land Kuba. Was bedeutet, dass wir morgen einen Kinderbibeltag und im Anschluss einen Gottesdienst zum Weltgebetstag haben werden, in dem es auch um Kuba geht. Nach dem Gottesdienst kommt der kulinarische Teil des Weltgebetstags: Kubanische Küche.

Lange Rede, kurzer Sinn: Statt also heute amüsant über Norwegen zu berichten, stehe ich in der Küche und koche picadillo corriente – kubanischen Hackfleischtopf und backe Orangenmuffins. Ganz norwegisch läuft im Wohnzimmer die Zusammenfassung der Biathlon-WM von heute.

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(unscharf…aber lecker!)

Ha! Da kommt also doch noch etwas Norwegisches in den heutigen Blog!

Seit Donnerstag läuft in Oslo nämlich die Oslo2016 – die Biathlon-WM, an der 34 Nationen beteiligt sind. Passend dazu schneit es seit drei Tagen, und das perfekte Wetter führte auch gleich zu einer Silbermedaille des deutschen Teams im ersten Wettbewerb. Die Stadt ist im WM-Fieber: Tagsüber oben am Holmenkollen und abends in der Innenstadt, wo am Universitätsplatz ab 20 Uhr die Medaillenverleihungen sind.

Aber dazu nächste Woche mehr.

Weltgebetstag und Biathlon – diese Mischung bekommt Ihr nur bei mir zu lesen 🙂

Lasst es Euch gut gehen, liebe Leser und verzeiht den (fast) nicht vorhandenen Blog dieser Woche. Vielleicht findet bei Euch auch irgendwo der Weltgebetstag statt – geht doch mal hin! Uns allen wünsche ich eine schöne Woche, wo immer Ihr seid!

Ha det bra,

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Moooojito!!!!

Ulrike