WARNUNG: Dieser Artikel enthält Spuren von Grand-Prix-Begeisterung!

NORWEGEN IST IM FINALE DES GRAND PRIX EUROVISION 2012!!!

JAAAAAAAAA!!!

JAAAAAAAAA!!!

Doofer Song.

Früher, ja früher, da gab es noch wahre Eurovision-Songs. Da gewann Norwegen 1985 beispielsweise mit einem der besten Grand-Prix-Songs ever. Erinnert Ihr Euch? Bobbysocks? Los, alle zusammen: „La det swinge, la det rock’n roll! La det swinge til du mister all kontroll! Oh hi oh…La det swinge, la det rock’n roll!“ Da wippten die Füße, da kreisten die Salzstangen, da lag sich Europa singend in den Armen.

Romantisch-verklärt kam Norwegen 1995, dem Jahr 1 nach Riverdance, daher: Nocturne schleifte selbst die tanzwütigsten Grand-Prix-Fans mit Geige und Enya-Gesang in die Feenabgründe Norwegens. Sieg!

Und da das mit der Geige so prima geklappt hatte, stellte das Land 2009 den Schwarm aller Schwiegermütter und Teenagermädchen Alexander Rybak mitsamt seiner Geige auf die Bühne. Der geborene Weißrusse siegte in Moskau mit der höchsten jemals erreichten Punktzahl und sein „Fairytale“ stand in Norwegen 22 Wochen auf Platz 1 der Charts.

Nun also Tooji und „Stay“. Klingt ein bisschen nach türkischer Disko und könnte ebenso gut aus Schweden, Malta oder Slowenien kommen. Gääähn. Interessanter die Frage, warum der Typ dauernd eine Kapuze trägt: Religiöse Gründe? Ist ihm kalt? Hat er Schuppen? Oder hat ihm irgendwer erzählt, das sähe cool aus?

Tut es nicht. Ist albern.

Die gleiche Frage stellt sich beim deutschen Mann für Oslo, Roman Lob. Was ist los mit der Strickmütze? Trägt er die am Samstag auch? Nicht, dass unser Mann zusammenklappt auf der Bühne wegen Überhitzung. Viel wichtiger aber die Frage: Drücke ich nun ihm oder Tooji die Daumen? Aufgrund unserer ständigen Umzieherei könnte ich mich sogar mit vier Ländern verbunden fühlen. Super Idee! Ich freue mich also über einen Sieg Frankreichs, jubele mit dem 75jährigen Engelbert Humperdinck für Großbritannien, klatsche patriotisch für Roman „Strickmütze“ Lob und wünsche Tooji, dem Multikulti-Botschafter Norwegens, viel Glück.

Toll, auf diese Art und Weise muss ich mich wenigstens nicht entscheiden.

Bei meinem Talent, den Sieger des Grand-Prix vorherzusagen, landen die vier höchstwahrscheinlich auf den letzten Plätzen. Lordi hatte ich beispielsweise mit höhnischem Gelächter abgetan und Lena völlig abgeschrieben.

Tut mir wirklich leid.

„Meine Güte, wen interessiert das?“ höre ich einige Leser entnervt rufen.

„MIHICH!“ rufe ich zurück.  Das ist MEIN Blog, da darf ich nämlich schreiben was ich will und schließlich will ich norwegische Kultur kennenlernen und Tooji und der Grand Prix gehören nun mal gerade dazu. So! *smiley*

Vielleicht schalte ich aber auch nach der Hälfte der Übertragung aus, weil mich diese völlig nervigen Moderatorinnen in den Wahnsinn treiben. Das ist ja das Nette, wenn man zuhause guckt: Umschalten ist immer möglich. Letztes Jahr gab es eine höchst spaßige Facebook-Livediskussion, die in der Gründung einer „Peter Urban rockt“-Gruppe endete.  Wer darauf dieses Jahr auch Lust hat…ich werde online sein.

“Die ganze Veranstaltung muss boykottiert werden!” höre ich. Stimmt, müsste man eigentlich. So wie die EM. Oder damals die Olympischen Spiele in Peking. McDonalds. H&M. Sucht sich mal jeder was raus, bitte. Ich boykottiere die EM zum Beispiel.

Grand Prix geht nicht. Sorry. Das ist wirklich zu unterhaltsam.

Seid Ihr noch da? Oder habe ich Euch schon vergrault?

Nächste Woche, meine lieben in 7er-Gruppen positionierten Leser, werde ich von meinem Besuch in der Nationalgalerie berichten und damit mal endlich etwas Niveau in diesen Blog bringen. Das ist doch eine Aussicht, oder?

„Das wird aber auch Zeit!“ schallt es mir entgegen.

Pffff, lest doch die ZEIT, wenn Ihr Euch hier langweilt. So.

Jetzt freue ich mich erst mal auf ein langes Wochenende mit Musik und Tennis, weiterhin strahlendem Sonnenschein und leckerem Essen.

Euch allen wünsche ich schöne Pfingsten, immer einen guten Ohrwurm und ganz viel Sonne. Go, Roman, go!!

Ha det bra,

Ulrike

P.S.: Ich warte gespannt auf Kommentare zum Thema Grand Prix!

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16 Kommentare zu “WARNUNG: Dieser Artikel enthält Spuren von Grand-Prix-Begeisterung!

  1. Ich freu mich schon sehr auf den Grand Prix! Und wenigstens nimmst du noch den „echten“ Namen und nicht dieses neumoderne Eurovisionscontest… *schüttel*
    Den deutschen Beitrag find ich nicht so doll, gestern konnten „wir“ ja abstimmen, ich hab für Malta angerufen. Das hat mir gut gefallen. Und die mit den lustigen Tanzschritten… die sind auch mit dabei.
    ob ich morgen allerdings online bin, bezweifel ich, ich sitze mit Salzstangen, Mai-Ur-Bock oder Sektchen vorm Fernseher. Und der steht nebenan….

    Ich wünsche Dir und allen Mitguckern ganz viel Spaß!!

  2. Wunderbar.
    Ich hoffe sehr, das wir morgen mehr als nur pures Grauen erleben. Laut Vorschau wird das zwar nichts, aber ich habe Hoffnung. Oder auch nicht, denn am Ende kommt sowieso wieder das grosse aufregen, wo auf einmal 12 Punkte an Laender vergeben werden, die komischerweise direkt nebenan liegen und die man vor ein paar Jahren noch bekriegt hat…. Es geht schon wieder los, und deshalb hoer ich auf und sage nur noch „HARDROCK HALLELUJAH!!!!!!!!!!“.

  3. Jawoll: Ich will die Babuschkis aus Buranowo!!!!!!!!! DAS ist doch was für mein Alter, wobei ich nichts gegen den wollmützenbestrickten Roman-Hasen habe. Viel Chancen gebe ich ihm nicht (obwohl er doch heute sooo schön vor der Deutschen Botschaft in Baku gesungen hat! .) ) Aber eigentlich ist es auch egal, da ich schon „seit ???“ diese nervtötende Punktevergabe nicht mehr gucke.

    • Ja, aber dann weiß ich ja nicht wer gewinnt :)….also entweder alles oder gar nichts, halbe Sachen gibts nicht! Das Ärgern über die Punktevergabe gehört mittlerweile ja fast schon dazu 🙂

  4. Also ich bin kein so ein großer Song Contest „Freak“. Liegt wahrscheinlich daran, dass Österreich selten mitmacht*ggg*. ABER heuer war ich irgendwie gespannt, das Lied von den Trackshittaz, Woki mit dein Popo (oder so ähnlich), hat in Österreich total polarisiert. Ich bin der Meinung, das war mal wieder etwas, für was sich Österreich schämen muss/soll! Entsprechend groß war auch meine Schadenfreude, dass sie es nicht einmal ins Finale geschafft haben (Schadenfreude ist eben immer noch die schönste Freude). Roman Lob find ich irgendwie süß, anscheinend bin ich schon alt genug, um für Erwachsene Männer Muttergefühle zu entwickeln. Schlimm! Dass Du mittlerweile mit vier Ländern mitfiebern kannst, finde ich toll. Wie du geschrieben hast, Ulrike, man braucht sich nicht entscheiden, das hat was!

  5. Hei Ulrike,
    zu jenem Grand Prix d’Eurovision komme ich ja nun eigentlich etwas spät, aber da es hier mal gerade gut passt, möchte ich zum Thema „norwegische Musik“ auch meinen Senf abgeben.
    Seit wir nach Norwegen reisen, gingen jedes Mal einige CD’s über die Grenze. Darunter ein ganzer Packen von CDs, die in einem aussterbenden Urmaker-Geschäft jahrelang als Ladenhüter galten. Nicht für uns … wir haben dort den großen musikalischen Schatz des Nordens gehoben – so empfinden wir es jedenfalls. Gut – Geschmäcker sind verschieden.
    Was diesen Schatz ausmacht? Ach herrje … ich will nur einige davon nennen:
    Jan Garbarek (international bekannt)
    Mari Boine (Joik)
    Annbjörg Lien (vergleich mal mit Alexander Rybak, sicher nicht ganz unähnlich, aber viel archaischer – Kostprobe hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=GquiFbPswT4 )
    Bukkene Bruse – Steinstølen
    Kari Bremnes
    Jan Eggum
    Stein Ingebrigtsen
    Cantus (Chorgesang)
    SISSEL!!!
    Herborg Kråkevik (die auch ganz toll schauspielern kann – Julekongen-Adventskalender gesehen? mit sowas lsst sich Norwegisch lernen oder warmhalten)
    und viele, viele mehr …

    Heute mal musikalische GRüße
    ULL-Rike

    • Hei Ullrike. ich kann nicht glauben, dass du NICHT in Norwegen lebst, du weißt mehr darüber als die meisten, die ich hier kenne 🙂 Ihr solltet umziehen! Lieben Dank für deine Liste, da werde ich mal reinhören!

  6. Lustig!
    Fotos vor Opernhaus Oslo gibt’s von mir auch!
    Mit Regenbogenschirm.
    Schickst mir Mailaddi, schick ich Foto.

    „Vær varsom!
    Taket har mange avsatser og kan være glatt.
    Bruk av sykkel eller skateboard er forbudt.
    Ferdsel på eget ansvar.“
    😉

    Nochmals Gruß von Ulrike

  7. In den Grand Prix habe ich – wenn überhaupt – mal reingesehen, aber ihn nie wirklich verfolgt. Irgendwie haben Musiksendungen generell eine abschreckende Wirkung auf mich. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass die Musiker/ Bands, die ich mag, schon entweder tot, nicht mehr existent, zu alt zum Auftreten oder live nicht zu ertragen sind. Und alles das, was nachkommt… na, ja… da sind mal ein oder zwei Songs hörbar, aber nie das ganze Album… und schon gar nicht aus diesem Pop-Bereich wo, wie Du oben auch angemerkt hast, die Songs beliebig sind und jeder alles singen könnte. Ich bin mir sicher, das auch der nächste Grand Prix ohne mich laufen wird.

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