Sommer, nee Herbst, nee Sommer in Oslo….

@radiokiepenkerl

So, gleich geht es los. Habe ich alles eingepackt für einen Nachmittag im Park? Kurz nochmal checken: Picknickdecke, Ball, Sonnencreme, Gummistiefel, Schirm, Schneeanzug, Handschuhe. Ja, alles da, auf geht’s!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Das Wetter in Oslo spielt 2016 echt verrückt. Verlässt man das Haus morgens in sommerlicher Stimmung, kehrt man spätestens mittags frierend zurück. Oder umgekehrt. Ein heilloses Durcheinader! Mehrfach haben wir schon gedacht: “So, das war es mit dem Sommer!”, nur damit er dann am nächsten Tag wieder da war. Das ist verwirrend! Wie soll man sich denn darauf einstellen?

Ich meine, mal ehrlich: Make up your mind, Sommer! Sein oder nicht sein? Strand oder Pfütze? Das würde mir auf jeden Fall den Tagesablauf sehr erleichtern.

Allerdings bemerke ich, dass viele Norweger (und bald auch ich) dieses Hin und Her einfach ignorieren und sagen: “Es ist Sommer. Basta!” Da hüpfen die Kinder im Regen barfuß auf dem Spielplatz, da geht die Familie bei Herbstwetter ins Freibad und Eis schmeckt überhaupt schon mal IMMER. Dazu tragen wir Birkies und Shorts, Blumenkleider und Bikinis und wer im Sommer Socken anzieht ist ein Loser! Sommer ist, weil wir das sagen.

Ein sehr unterhaltsame und positive Einstellung, die Gesa und ich gern übernehmen. Wir sind allerdings noch blutige Anfänger, deshalb quillt der Kinderwagen über von Gegenständen für alle vier Jahreszeiten. Naja, das wird schon! Bis Montag dauert der Zauber noch, dann geht hier in Oslo der Alltag wieder los: Schulstart. Ende des Sommers. Ende der lockeren Tage, des Pokemon-gefüllten Frognerparks und langsamer Anfang vom Herbst.

Schade. Je länger ich in Norwegen lebe, umso mehr mag ich den Sommer. Besonders den norwegischen Sommer: Am See liegen, leichter Wind in den Birken, Sommergeruch in der Nase. Schön ist das. Nur irgendwie zu kurz.

Also, Sommer, falls du noch ein paar Tage bleiben willst, von mir aus gerne. Aber dann entscheid’ dich: Do you wanna stay or wanna go? Weil, ehrlich, ich habe keine Lust mehr, den ganzen Mist immer mitzuschleppen!!!!

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute! Meine wöchentlichen Grüße gehen diesmal an meinen Partner in Crime und Love. Ich wette, du hast beim Lesen die Augen verdreht, den Kopf geschüttelt und hast “Ich will Herbst!” gemurmelt. – Und dann schicke ich ein paar Grüße an den kleinen Sonnenschein, der nebenan seinen Mittagsschlaf hält: Heute, meine kleine Motte, war unser letzter “normaler” Tag. Nur wir beide vormittags mit unserem normalen Alltag. Ab morgen ist Oma zu Besuch, jippie!!! und ab Dienstag, deinem 2. Geburtstag, bist du ein Kindergartenkind!!!

Was hatten wir für zwei tolle Jahre, mein kleiner Lieblingsmensch! Jetzt kommt dein erster Schritt raus aus dem Nest und ich frage mich, wer tapferer sein muss… Als du gerade ein paar Tage alt warst, habe ich geschrieben: “Gesa füllt einen Platz in unseren Herzen, von dem wir gar nicht wussten, dass er so schmerzhaft leer war.” Wahnsinn, wie lange das schon her ist. Ich hab dich trillionenfach mehr lieb als damals, meine kleine Entdeckerin. Und jetzt, los, husch, raus aus dem Nest!

Ha det bra,

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Ulrike

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Fotosafari Oslo Teil 5: Aker Brygge und Tjuvholmen ODER Wo Touristen und Yuppies sich treffen…

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Als Justin Bieber bei seinem letzten Besuch in Oslo im „The Thief“ übernachtete, musste die Polizei das Viertel absperren – zu viele kreischende Teenager waren auf der Jagd nach ihrem Idol. Ansonsten geht es gesittet zu in Tjuvholmen. Der neueste Stadtbezirk Oslos ist bekannt für moderne Architektur, moderne Kunst und moderne Menschen, die ihre gutgefüllten Brieftaschen in den zahlreichen Restaurants und Bars zücken. – Gucken und flanieren ist aber selbst auf Aker Brygge und in Tjuvholmen umsonst: Auf geht’s!!!

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Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen! Der Frühling ist mit wunderbarer Sonne und fast sommerlichen Temperaturen in Oslo angekommen. Im Frognerpark beginnen die Bäume zu blühen, die Terrassen der Bars und Restaurants werden entstaubt und hinter unserem Haus baut sich ein Elsterpaar ein Nest. Das schöne Wetter muss man nutzen, dachte ich, und wanderte mit Gesa und Freund Christian auf Fotosafari durch Tjuvholmen und über Aker Brygge.

Früher Teil eines Werftgeländes ist Aker Brygge heute DIE Flanierpromenade der Stadt. Am Rathaus und dem Nobelzentrum vorbei und schon ist man da. Und da beginnen die schweren Entscheidungen: Eiswaffel und auf die Bänke am Wasser setzen? Ins Astrup Fearnley Museum und moderne Kunst gucken? Schuhe ausziehen und mit den Füßen im Fjordwasser planschen? Bei Lekter’n einen Cocktail trinken und Segelschiffe beobachten oder versnobte Yachtbesitzer? Obwohl die Aker Brygge nicht sehr lang ist, kann ich hier locker einen Tag verbringen, ohne mich zu langweilen.

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Lekter’n mit Blick auf die Festung und das erste Kreuzfahrtschiff der Saison 2015!

Aker Brygge

Aker Brygge

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Im Sommer beginnt der Kampf um die beliebten Holzbänke an Aker brygge!

Erster Blick auf's Astrup Fearnley Museum

Erster Blick auf’s Astrup Fearnley Museum

Astrup Fearnley  Museum

Astrup Fearnley Museum

Astrup Fearnley Museum

Astrup Fearnley Museum

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Für Fotofans bieten sowohl Aker Brygge als auch das moderne Büro- und Wohngebiet Tjuvholmen tolle Motive. Und wer noch eine Wohnung sucht: Für knapp 90.000 Norwegische Kronen ist die fünfte Etage eines der modernen Gebäude direkt am Wasser zu vermieten! Aber das ist ja noch gar nichts: Der Color-Line-Reeder Olav Nils Sunde hat für unglaubliche 240 Millionen Kronen eine Wohnung in Tjuvholmen gekauft. 1187 m² groß und mit Blick auf seine eigenen Schiffe und den Fjord, sah der Geschäftsmann darin nicht eine unglaubliche Absurdität (wie ich beispielsweise) sondern meinte: „Andere investieren in Kunst, ich in Immobilien.“

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Aber auch wenn das Viertel vom Geld seiner Bewohner oder Geschäftsleute geprägt ist, genutzt wird es von allen. Familien baden am Kieselstrand beim Astrup Fearnley Museum, Touristen sitzen mit Eiswaffeln am Ufer und machen Fotos, Manager treffen sich auf einen Espresso und mittendrin wandern Gesa, Christian und ich und genießen die Sonne.

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Der Sommer ist natürlich Hochsaison an Aker Brygge, wo unzählige Restaurants und Bars draußen Plätze anbieten. Mein Lieblingsort ist Lekter’n mit einer Terrasse AUF dem Wasser und supergemütlichen Liegewiesen (oder wie immer man diese riesigen Stühlen mit meterdicken Kissen nennen will). Es macht auch Spaß auf der kleinen Brücke Richtung Astrup Fearnley zu stehen und sich eine Yacht auszusuchen. Unglaublich große „Boote“ legen an Aker Brygge an, getreu dem Motto: Sehen und gesehen werden! Klappt bei mir, ich gucke gerne hin. Was da allerdings manchmal für Schnösel an Land kommen – DAS ist fast noch unterhaltsamer!

Ihr seht also: Dieser verhältnismäßig kleine Teil Oslos bietet viel Unterhaltung! Wer hat Lust, sich mit mir auf einen Cocktail zu treffen?

***

So, das war es schon für heute, meine lieben Leser. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß an unserer kleinen Fotosafari. Wir wandern in ungefähr einer Stunde wieder nach Aker Brygge, um Martin abzuholen. Der fährt nämlich jetzt jeden Tag mit dem Linien-Boot zur Arbeit. Funktioniert wie der Stadtbus oder die U-Bahn, nur auf Wasser. Eine tolle Art, den Tag zu beginnen und zu beenden!

Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, mit viel Sonne, viel Lachen, gutem Essen, netten Leuten und allem, was Ihr Euch so wünscht. Nehmt die Kamera in die Hand und guckt Euch mal wieder in Eurer Stadt um – ich wette, es gibt viel zu entdecken!

Ha det,

Moderne Kunst und ich :)

Moderne Kunst und ich 🙂

Ulrike

Sehnsucht nach Frankreich… ODER Ein Abend in der Brasserie Blanche in Oslo

Frankreich

Es gibt Tage, da habe ich Sehnsucht nach Frankreich. Eigentlich komisch, denn hätte ich in den vier Jahren, die wir dort gelebt haben, einen Blog geschrieben, wäre der höchstwahrscheinlich von der französischen Regierung als „Frankreich-feindlich“ abgestempelt und ich des Landes verwiesen worden. Trotzdem: Manchmal vermisse ich das verrückte, konservative, lebensbejahende, weinliebende, sich aufregende, positive und häufig streikende Land. Statt aber in den nächsten Flieger nach Paris zu springen, habe ich mich hier in Oslo auf frankophone Spurensuche begeben. Et voilá: Das ist gar nicht so schwierig!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier treffen! Sollten sich in diesen Text merkwürdige Schreibfehler oder abrupte Themenwechsel einschleichen, bitte ich dies zu entschuldigen: Ich kreische nebenbei und das lenkt ab. Warum? Och, nicht nur, dass die Hauptstraße vor unserer Tür seit Monaten mit Schlagbohrern und Baggern bearbeitet wird, nein, nun ist auch noch die fünfte Etage in unserem Haus zur Großbaustelle geworden und es hämmert und bohrt lustig seit einigen Tagen von 8 bis 17h. Abends beginnt dann der Nachbar von nebenan mit seinen privaten Renovierungsarbeiten. Noch schlappe 2 Monate soll der fünfte Stock bearbeitet werden und um zu verhindern, dass unser Baby als Bobby-die-Baumeisterin zur Welt kommt, werde ich wohl ab Montag einen neuen Arbeitsplatz finden müssen.

Oh, himmlische Ruhe! Ist etwa schon Wochenende? Mittagspause? Stromausfall? Moment, das muss ich kurz genießen….

Aber ich schweife ab.

Zurück nach Frankreich!

Oslo hat verschiedene Angebote für Frankreichfreunde: Das Institut Français de Norvège (das französische Goetheinstitut sozusagen), in dem neben Sprachkursen auch ein interessantes Kulturprogramm angeboten wird, die französische Buchhandlung Zazie, die französische Schule René Cassin oder die Alliance Française d’Oslo, eine private Organisation zur Verbreitung der französischen Kultur.

Und dann..dann gibt es noch französische Restaurants in Oslo.

Mais oui!!!!

Es folgt also: Ulrike auf französischer Spurensuche in der Brasserie Blanche am Bogstadveien.

Ich bin schon unzählige Male an dem weißen, etwas zurückgesetzten Gebäude kurz vor der Josefines gate vorbeigegangen. Es fällt nicht weiter auf und wer nicht weiß, dass…

Ahhh, es wird weiter gebohrt…….

Ommmmmm……

…wer also nicht weiß, dass sich hinter den weißgetünchten Hauswänden ein Restaurant verbirgt, kommt auch nicht darauf. Wir hatten es auf unserer Onlinesuche per Zufall entdeckt. Das Menü liest sich köstlich, ein Tisch ist schnell gebucht und gespannt machen wir uns einige Tage später auf den Weg. Bereits im Eingangsbereich fühlen wir uns am richtigen Platz: Die niedrigen Decken mit den weißen Holzbalken und die auch innen weiß getünchten Wände wirken gemütlich. Weinflaschen in langen Regalen säumen die Wände, die Bar ist mit den Deckeln französischer Weinkisten dekoriert und die Bedienung begrüßt uns mit einem strahlenden „Bonsoir!“

Schön wäre es gewesen, aber wie viele norwegische Lokale ist auch dieses in schwedischer Kellnerhand und, wie uns die sympathische Schwedin erklärt, sie spräche leider auch gar kein Französisch. Dem Ambiente tut es keinen Abbruch. Wir werden an einen der quadratischen, braunen Tische des Restaurants geführt. Im Ofen flackert ein Feuer, auf den Tischen verbreiten dicke, weiße Kerzen Gemütlichkeit. Es sind noch drei weitere Tische besetzt, der Rest füllt sich im Laufe des Abends. Mein Wasser wird samt Eiskühler serviert, der sich hübsch neben dem Tisch macht. Gut hydriert wenden wir uns der Karte zu: Escargots gratinés servi avec des champignons, Huitres naturelles, Salade de Chèvre chaud, Langoustines grillés, Soupe à l’onion lesen sich köstlich – obwohl ich weder Schnecken noch Ziegenkäse oder Austern essen möchte. Hm, was nehmen? Mein knurrender Magen fühlt sich nach einigen Minuten Lesens ausreichend provoziert und bittet um schnellstmögliche Entscheidung der Speisenfolge. Als wäre das so einfach:  Auch die Hauptgerichte lesen sich so köstlich. Schaffe ich Vorspeise UND Hauptgericht? „Aber OUI!“ gibt sich mein Magen siegessicher, „und Nachtisch auch!!!!“ Nach mehreren, rein vegetarischen Jahren esse ich seit ein paar Wochen gelegentlich wieder Fleisch und das erleichtert nun die Auswahl erheblich. Vegetarier oder Veganer haben in Oslo weiterhin einen schweren Stand. Ich entscheide mich also für eine Zwiebelsuppe als Vorspeise, gefolgt von Choucroute – Sauerkraut mit Pellkartoffeln und selbstgemachten Würsten. Mein Lieblingsgericht aus Frankreich, daher eine schwere Prüfung für die Küche, denn es muss so schmecken wie in Frankreich, sonst werde ich knatschig. Unbeeindruckt ob des schweren Drucks, der aufgrund meiner Bestellung auf ihnen lasten sollte, dringt just in diesem Moment entspanntes Gelächter aus der Küche.

Und nicht nur in der Küche geht es gutgelaunt daher: Es herrscht eine freundliche, warme Atmosphäre im ganzen Restaurant. Die kleinen Fenster des Restaurants, dessen Gebäude ursprünglich ein Pferdestall der Josefines gate 23 war, lassen die Außenwelt dort wo sie hingehört – nämlich außen. Drinnen herrscht gemütliche Vorfreude.

Bald schon kann das Fest beginnen: Meine Vorspeise ist da!

Eine grandiose Zwiebelsuppe. Der Käse ist perfekt überbacken, nicht zu stark, aber doch stark genug, dass eine braunknusprige Käseblase mitten auf der Haube entstanden ist, die sich mit leisem Knistern meinem Löffel ergibt. Unter der Haube finde ich eine dicke Scheibe Weißbrot, vollgesogen mit der süßlich-scharfen Suppe, die ich jetzt dampfend ins Licht hole. Glänzende Zwiebelringe schwimmen in der weißen Schüssel und ich versuche den perfekten Mundvoll – Zwiebelring, Brühe, Brot, Käse – auf meinem Löffel zu kreieren, was mir auch gelingt. Köstlich! Mein Magen und ich ergeben uns wohlig dem Rest der Suppe, die, das vermute ich stark, manchen als Hauptspeise reichen würde. Auf der anderen Seite des Tisches genießt Martin, ähnlich begeistert, seine gratinierten Muscheln. Wunderbar, einen Partner zu haben, der auch gerne isst. Viel und gerne und gut. Eigentlich hätten wir uns irgendwo beim Essen kennenlernen müssen….

Wir stoßen strahlend an und versichern unserer schwedischen Kellnerin, alles wäre „superb!“ Sie freut sich gleich mit. Ich finde, die besten Kellner (sagt man das überhaupt noch? Bedienung klingt komisch…) sind die, bei denen ich das Gefühl habe, als freuen sie sich über meinen guten Appetit. Die begeistert oder noch besser, anerkennend, nicken, wenn ich zwei Vorspeisen bestelle und nicht so reagieren wie etwa eine Bedienung in Frankreich vor einigen Jahren, die im Sushi-Restaurant entsetzt nachfragte, ob das etwa alles für mich sei, was ich da gerade bestellt hätte.

Nach angemessener Zeit kommt unser Hauptgang: Choucroute für mich und Truite de montaigne – Bergforelle – für Martin. Die Essen sehen so köstlich aus, dass wir für einen Moment davor sitzen und nur gucken. Das Auge isst eben mit. Meine Portion ist gewaltig und mehr als genug, Martins ist ausreichend, aber nur knapp. Das passt sich gut – ich gebe gerne ab. Dampfendes Sauerkraut mit Wacholderbeeren und Lorbeerblättern, daneben Pellkartoffeln und auf dem ganzen die selbstgemachten Würste, die ein wahres Gedicht sind. Milde gewürzt und wunderbar knackig. Ich fühle mich nach dem ersten Bissen zurück in Frankreich und nicke, das nagende Gewissen ob der Würste ignorierend, zu Edith Piafs Non, je regrette rien, das gerade leise im Raum ertönt. Außer der Musik hört man nicht viel an unserem Tisch, wir genießen in Ruhe. Ich darf ein Foto machen:

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Bald schweigt mein vorher ungeduldiger Magen stille und wir stellen uns die immer wiederkehrende Frage im Restaurant: Nachtisch – ja oder nein? In manchen Restaurants fällt die Entscheidung leicht: Dort gibt es nur Eis oder Pudding, beides esse ich nicht so gern, also, nein danke. HIER aber….ohjeohje…: Tarte tatin, Pain perdu, Fondant au chocolat, Creme brulée, Sorbet au citron – allein die Namen lassen mir (entschuldigt das Klischee) das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auf Französisch hören sich Apfelkuchen, Armer Ritter oder Schokoladenkuchen gleich noch viel köstlicher an.

Ich möchte sooo gerne.

Aber es geht nicht.

Nicht mal das klassische Pfefferminzplätzchen würde noch in mich hineinpassen.

„Hej“, protestiert mein Magen, „was ist denn mit dir los? Weichei!“

Ok, ok.

Bestellen wir also die petit four au chocolat, drei Schokoladenpralinen, die wir bei ihrer Ankunft an unserem Tisch gar nicht für den Nachtisch, sondern für die Schokolade, die den Espresso begleiten, halten. Ein bisschen Deko hätte hier Wunder gewirkt. Kaum im Mund angekommen, wächst die Begeisterung für die kleinen Kalorienbomber: Dunkle, aber trotzdem noch süße Schokolade umhüllte einen Kern aus Birnengelee – eine tolle Kombination, vor allem zum Espresso.

Ich bin selig.

Die aufmerksame, aber den ganzen Abend hindurch wunderbar unauffällige Kellnerin, bringt uns die Rechnung und wir schicken ein Kompliment in die Küche. Ich finde das eigentlich immer etwas peinlich, aber diesmal musste es sein.

Wir kommen wieder, soviel ist sicher!

Wer in Oslo auf einen gemütlichen oder romantischen Abend in französischer Atmosphäre Lust hat, sollte die Brasserie Blanche wirklich ausprobieren. Meine Sehnsucht nach Frankreich ist auf jeden Fall aufs Beste bedient worden.

Das war es schon wieder für heute meine lieben Leser! Die Handwerker haben das Feld geräumt, dafür hat nun mein Nachbar die Anlage auf volle Pulle gedreht. Langweilig wird es hier nie! Ich wünsche Euch ein störungsfreies und erholsames Wochenende, schwelgt mal wieder in Urlaubserinnerungen und holt Euch ein Stück Spanien, Italien, Frankreich oder auch Norwegen nach Hause – viel Spaß dabei. Martin und ich fahren am Sonntag mit der Fähre nach Kiel und freuen uns schon, am Montag ein paar Stücke Deutschland mit zurück zu nehmen.

Lasst es Euch gut gehen,

ha det bra,

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(nicht in der Brasserie Blanche, aber immerhin im Fransk Cafe der Nationalgalerie Oslo)

Ulrike

2013 – das Blog-Quiz ODER Wer hätte gern Post von mir?

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Noch knapp 36 Stunden, dann haben wir 2013 geschafft. Und? Wie bewertet Ihr das, nun schon fast alte, Jahr? Gut, schlecht, so lala? Hier im Blog war einiges los! Habt Ihr Lust Euch zu erinnern?

Die richtige Antwort lautet hier: „JAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!“

Hallo, meine lieben Silvesterfeierbereiten Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Nicht nur ARD und Stern, auch mein Blog und ich schwingen uns also auf zum Jahresrückblick. Was haben wir nicht alles erlebt dieses Jahr! Manches allerdings auch nicht…Ja, ich WEISS, dass ich auf den Berg klettern sollte, aber der Sommer war so kurz und die Beine so schwer und der Weg so weit und überhaupt….2014 wird es aber passieren! Ganz sicher!!!!

Nun habe ich noch nie einen Jahresrückblick geschrieben und weiß irgendwie auch gar nicht, wie das gehen soll? Soll ich einfach die einzelnen Monate aufzählen? Hm…irgendwie öde…

UHHHHH, ich habs!

Wie wäre es, wenn wir ein Quiz machen?

SUPER, ich liebe Quizze.

Quizzes.

Quiz.

Also Ratespiele.

Ich stelle also einfach 12 Fragen und Ihr müsst die Antworten im Blog suchen. Also, Ihr MÜSST natürlich gar nichts, und falls Ihr Euch jetzt schon entscheidet, das Spiel fürchterlich blöd zu finden, dann wünsche ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr! Wir lesen uns am Freitag 🙂 Ha det bra!

Noch wer da?

AH, hallo, wie schön, für alle, die noch da sind, kommt jetzt also das Rätsel, ich nenne es auch zärtlich: der handlungsorientierte Jahresrückblick. Natürlich gibt es auch einen Preis: Die ersten drei Leser, die mir per email…PER EMAIL!!!! (Adresse siehe unten)….die 12 richtigen Antworten zuschicken, bekommen jeweils Post von mir! Ist das toll, oder wie??? Eine ganze Karte voller guter Wünsche für 2014 direkt per Post zu Euch nach Hause :).

(„Pff, beim letzten Wettbewerb gab‘s Schokolade….“ – aber Euer guter Vorsatz für 2014 ist bestimmt, weniger Süßes zu essen, also!)

Hier nun also das Neues-aus-Norwegen-Jahresrückblicks-Quiz 2013!!

TUUUUUUSCH!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

1. Mit welcher Buslinie sind wir im Januar nach Røa zum Skilaufen gefahren?

2. In welcher Gegend liegt der Neubau des Astrup Fearnley Museums?

3. Was ist Japp?

4. In welcher Stadt wurden wir morgens von einem Bahnarbeiter und einer Schüssel Süßigkeiten begrüßt?

5. Womit überraschte mich mein Vermieter im Mai?

6. Welcher radikale Selbstversuch fand im Juni statt?

7. In welchem Osloer Pub lebt ein Don Juan – Geist?

8. Wo befindet sich das Fundbüro in Oslo?

9. Welchen Fluss sind meine Mutter und ich entlang gewandert?

10. Wie heißt die kleine Statue am Sandkasten im Ekebergpark?

11. Bei welcher Familie wäre ich seit einem Besuch im Friedensnobelpreiszentrum gerne zum Essen eingeladen?

12. Womit empörte Therese Johaug die Nation…naja, Teile davon :)?

Zwölf Monate, zwölf Fragen, da sind sie also und warten auf Eure Antworten. Wer ratlos davor sitzt und die Antworten aus unerfindlichen Gründen NICHT aus dem Kopf weiß, der oder die kann einfach rechts auf der Seite durch die einzelnen Monate klicken. Bis zum 9.1. könnt Ihr Eure Antworten per email an mich schicken (per Kommentar wäre unpraktisch, da könnte, wer wollte, die Antworten abschreiben :)….). Meine email-Adresse lautet ulrike_niemann@yahoo.no und ich freue mich auf Post von Euch!

Das war es also, das Jahr 2013. Beim Lesen der Artikel wird mir mal wieder bewusst, in was für einem schönen Flecken wir hier leben und wie viel es zu entdecken gibt. Für 2014 wünsche ich mir, dass das so weiter geht: Spannende Menschen und Orte treffen, kreative Ideen haben, tolerant bleiben (…werden?), endlich auf den Berg steigen und nach Tromsø fahren…und und und.

Vor allem aber: Weiter so zu schreiben, dass Ihr, meine wunderbaren Leser, Spaß an diesem Blog habt. Ich danke Euch von ganz tief drinnen fürs Lesen und Kommentieren, Lachen und Stirnrunzeln, fürs Neu-dazu-kommen und Bleiben. Ohne Euch würde mir der Blog keinen Spaß machen. Ihr seid toll, ach was, Ihr seid die allerbesten Blogleser weltweit. So.

Ich wünsche Euch allen einen guten und sicheren Rutsch in 2014 und ein glückliches, zufriedenes und wunderbares neues Jahr. Bleibt neugierig, mutig und immer voller Hoffnung.

Ha det bra,

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Ulrike

Ausstellung im Nobelpreiszentrum: Hva spiser verden? ODER Ej, wieso gibt es nur drei Sorten Joghurt im Supermarkt?

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Es gibt so Tage, da stehe ich im Supermarkt um die Ecke und denke: „Maaaaaaannn, warum gibt es denn IMMER dieselben Sorten Joghurt und Käse? – Wo ist denn hier die Abwechslung?“ oder ich klicke ungeduldig mit dem Kuli vor der Einkaufsliste, weil mir partout nicht einfallen will, was denn heute gekocht wird. Nervig finde ich diese Situationen, eingeschränkt die Auswahl an Lebensmitteln hier in Norwegen und überhaupt…dann gibt es heute eben Nudeln.

Ich bin so verwöhnt, dass die Frage gerechtfertigt ist: „Hast du sie noch alle?“

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Am letzten Donnerstag waren wonderful Ines und ich im Friedensnobelpreiszentrum (tolles Wort für Galgenraten), um die Ausstellung Hva spiser verden?/Was isst die Welt? zu besuchen. Ein Tipp an alle: Hingehen und zwar geschwind!!

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Seit dem Jahr 2000 reisten Fotograf Peter Menzel und Autorin Faith D’Aluisio durch die Welt mit nur einer Frage im Gepäck: Was habt Ihr in dieser Woche gegessen? Familien von Kalifornien bis Japan, von Grönland bis Mali öffneten ihre Küchen und präsentierten ihre Lebensmittel. Und eines kann ich Euch sagen: Da musste ich teilweise tief durchatmen. Wann habt Ihr das letzte Mal über Euer Essen nachgedacht? Was Ihr esst? Wo die Nahrung herkommt? Wie gesund das ist, was Ihr zu Euch nehmt? Was bedeutet es für die Umwelt, dass wir hier in Norwegen auch Mangos im tiefsten Dezember haben? Wie esse ich? Was esse ich? Und eine ganz spannende Frage: Wie sehr repräsentiert mein Essen mich, meine Herkunft, meine Weltanschauung und mein Verhältnis zu meinem Planeten?

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Schnell könnte man die Ausstellung  auf nur einen einzigen Aspekt schmälern: Manche haben zu viel und manche haben zu wenig. Leicht fällt das, betrachtet man eine US-Familie aus North Carolina, deren Küchenanrichte unter dem Gewicht von Chipstüten, Hamburgern, Milchflachen und Tiefkühlprodukten zusammenzubrechen droht und im Vergleich dazu eine sechsköpfige Flüchtlingsfamilie im Tschad, die vor drei Säcken Mehl und Körnern und einigen Schälchen mit Gemüse sitzt. Das wird einem flau im Magen, da will man helfen, da weiß man nicht wie. Aber die Ausstellung ist viel mehr: Sie zeigt ebenso viel über den Platz in dem wir leben, als auch davon, wie wir leben. Sie zeigt, welche Lebensmittel wo vorhanden sind und welche Essrituale in den einzelnen Ländern existieren. Wo wird viel Kaffee getrunken, wo mehr Tee? In welchem Land wird wie gefrühstückt? Welche Familien investieren Zeit und Liebe ins Essen, welche tauen nur Tiefkühlgerichte auf?

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Es ist eine Reise um die Welt, die Peter Menzel und Faith d’Aluisio uns erlauben und wir sind gerne mit ihnen unterwegs. Wir kriechen fast in die Bilder, um genauer zu erkennen, welche Lebensmittel konsumiert werden, oder um bestimmte Gemüsesorten zu bestimmen. Wir lachen über die schiere Lebensfreude einer 100jährigen Japanerin, die im Rollstuhl in der Küche ihrer Tochter neben einem Haufen Essen sitzt. Ich bekomme es bei einer australischen Familie mit der Angst zu tun: Nach der Masse von Fleisch auf ihrem Tisch zu urteilen, scheinen sie allein verantwortlich zu sein für das Aussterben bestimmter Tierarten. Und die Frage, die wir uns immer wieder stellen, ist: Essen WIR auch so viel? Wie viel essen wir eigentlich in einer Woche? Denn das war die Vorgabe: Jede Familie präsentiert die Nahrung einer Woche. Ist es möglich, dass eine norwegische Familie mit fünf Personen 21 Liter Milch pro Woche verbraucht? Eine deutsche Familie 18 Liter Saft? Und die Masse an fester Nahrung – essen wir etwa auch so viel?

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Wisst Ihr, welche Mengen Ihr pro Woche esst? Und was Ihr so esst? Ich glaube, ich esse zu ungesund. Zucker, Kohlenhydrate und unzählige Zusatzstoffe vergiften meinen Speiseplan. In der ersten Januarwoche werde ich also jeden Einkaufszettel sammeln, um Euch am Ende meine Nahrungswoche zeigen zu können. Nicht nur Euch – vor allem mir! (Die Weihnachtszeit eignet sich wirklich nicht dafür, finde ich. Gibt ja ein vöööööllig falsches Bild! Stimmt’s?) Und dann werde ich mir ein Kochbuch aus Guatemala kaufen, denn dort saß meine Lieblingsfamilie der Ausstellung. Bei Familie Mendoza wäre ich gern mal zum Essen eingeladen!

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Nach dem vielen Herumlaufen mussten wir uns mal setzen. Wie nett, dass das Nobelzentrum eine Unterhaltungsecke geplant hatte. Die fanden wir nicht nur zum Sitzen hervorragend! Holzwürfel mit Tastfächern ließen uns verschiedene Gemüse- und Obstsorten raten – unsere Favoriten waren aber die Geruchswürfel, in denen man – Nase voraus – Gewürze erkennen sollte. Ein großer Spaß! Abschließend erfuhren wir die Lieblingsgerichte verschiedener Nobelpreisträger und ich bin nun im Besitz der Rezepte von Jimmy und Rosalynn Carters Auberginenkasserollen, Shirin Ebadis Bohneneintopf und Barack Obamas Familienchili.

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„Hva spiser verden? Was isst die Welt?“ macht nachdenklich. Viele Herausforderungen, die unsere Erde heute zu stemmen hat, resultieren aus unserem Bedürfnis nach Nahrung. Nach zuviel Nahrung. Nach Nahrung, die Weltreisen unternehmen muss, um mir und meinem Körper etwas Energie zu geben. Wahnwitzige Energie wird verbraucht, um meinen 60-Kilo-Motor anzutreiben. Da sollten wir alle wirklich mal genauer drüber nachdenken.

Finde ich.

***

Das war es für heute, meine lieben Leser! Allen in Oslo und Umgebung lege ich die Ausstellung ans Herz – im Moment ist der Eintritt sogar kostenlos. Am 10.12. wird der Friedensnobelpreis an die OPCW verliehen, gefolgt von einem abendlichen Fackelzug von Oslo S zum Grand Hotel an der Karl-Johans-Gate und einem Konzert am 11.12., dieses Jahr moderiert von Claire Danes. Teilnehmende Musiker sind unter anderem Mary J. Blige, James Blunt, Morrissey und der syrische Sänger Omar Souleyman. Eine ganz besondere Woche wird das hier in Oslo.

Ich werde auch eine ganz besonders schöne Woche haben –  in Hildesheim 🙂 Von Mittwoch zu Mittwoch fliege ich in die Heimat. Nächste Woche wird es also keinen Blog geben und wir lesen uns wieder am 13.12. Irgendwer hier abergläubisch?? 🙂 Meine wöchentlichen Grüße gehen in dieser Woche an Euch alle meine lieben Leser, danke, dass Ihr da seid. Ich wünsche Euch einen wunderschönen ersten Advent, genießt die Zeit, vergesst den Stress und guckt häufiger mal auf Euren Teller oder in Euren Kühlschrank und realisiert, wie gut es uns allen geht.Und dann teilt mit denen, die nichts haben.

Und wenn Ihr jetzt denkt: „Ich hab nichts.“ – dann denkt nochmal.

Ha det bra,

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Ulrike

Monsteralarm in Oslo ODER HAAATSCHIHUSTSCHÜTTEL!!!

Fun germ

Gerade lese ich, Sport solle man treiben, um das Immunsystem zu stärken – ICH glaube, dass die Erkältungsviren hier in Oslo Sport treiben, um besser angreifen zu können! Die, die mich attackiert haben, waren auf jeden Fall fit wie ein Turnschuh.

Hallo meine lieben Leser, schön, dass wir uns wieder treffen. Es ist Erkältungszeit und da ich ja nichts hier in Norwegen verpassen will, schloss ich mich der schniefenden, rotzenden, tropfenden, hustenden Massenbewegung an, die in Apotheken im ganzen Land so beliebt ist. Nun bin ich voller Erkältungsmittel, die hoffentlich rasch wirken…

Oh guck….ein blauer Elefant!!!!!!!

Doof jetzt für Euch, denn ich werde mich stracks zurück auf mein Sofa begeben und den Blog für heute ausfallen lassen – Denken klappt nicht soo toll heute…

Ja, ich weiß, an anderen Tagen auch nicht…

NA, DANKE!!!!!

Ich freue mich also über Eure zahlreichen Genesungswünsche, nehme auch Blumen- oder Schokoladenpräsente bescheiden an (KEINE Nussschokolade, hört Ihr?!) und verabschiede mich  – bis in zwei Wochen. Nächste Woche verweilen wir in der englischen Hauptstadt, um das Altersjubiläum meines Gatten zu begehen (ohje, die Medikamente schlagen an anscheinend….).

Ich wünsche Euch eine schöne Zeit, wehrt Euch gegen Erkältungsattacken, bleibt oder werdet gesund und nehmt alles mit Humor 🙂

Ha det,

(nein, heute kein Foto….zu Eurem eigenen Schutz.)

Ulrike

Dies und das und jenes…ODER Frost? Ich will keinen Frost!!!!!

Gestern Morgen war es soweit. Ich hörte, wie Martin sich fertig machte für die Arbeit. Plötzliches ein glückliches Juchzen. Nun ist mein Mann nicht gerade ein begeisterter Frühaufsteher und Juchzen ist ihm um diese Uhrzeit eher fremd. Kurze Zeit später kam er mit einem strahlenden Lächeln ins Schlafzimmer und verkündete: „Wir haben Frost!!!!!!!“

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Hallo meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Es ist also wieder soweit. Nach einem kurzen, viel zu kurzen, Ausflug in den Wärmebereich des Thermometers, geht es nun wieder abwärts.

ICH.WILL.DAS.NICHT! Hörst du, Wetter? Ich will keinen Frost, keinen Schnee, keine Kälte! Wahrscheinlich wird mein Wunsch nicht beachtet und deshalb habe ich heute offiziell die kalte Jahreszeit eingeläutet.

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Toll, oder? Dank der hilfreichen Facebook-Gruppe „Where in Oslo“ erfuhr ich heute morgen von einem guten Deal beim Sportladen XXL, die angeblich drei Paar Merinosocken für den unglaublichen Preis von nur 19 NOK anboten. Nichts wie hin da! Das super Angebot war leider schon ausverkauft – habe ich eben pro Paar 19,- bezahlt und gleich noch Unterwäsche dazu erstanden. Soooo sexy! Egal – Hauptsache warm, die Tangas lasse ich im Winter den H&M-Mädels :). Und weil ich schon mal so dabei war, wanderten auch gleich die wohl kuscheligsten Hausschuhe der Welt in den Korb. Der Winter kann kommen!

Viel habe ich Euch in dieser Woche leider gar nicht zu berichten. Bei textbroker ist ein neues Verkaufsteam am Werk und die sorgen für ordentlich Aufträge, was natürlich toll ist, aber die kurzen Deadlines lassen nicht viel anderes zu, als am Schreibtisch zu sitzen.

NEIN! Ich beschwere mich nicht…ich wollte nur erklären, warum heute nichts Spannendes von diesem Blog zu erwarten ist.

Ich würde also verstehen, wenn Ihr jetzt gelangweilt wegklickt.

Ehrlich.

No hard feelings.

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Ihr seid aber hartnäckig. Ok! Nach meinem Kransekake-Desaster von vergangener Woche habe ich die Formen nicht mehr angerührt, stattdessen aber köstliche Muffins und einen veganen Käsekuchen gebacken. Und der war so richtig lecker. Seidentofu, Tofu und Brombeeren waren eine himmlische Mischung und das Rezept war absolut einfach. Momentan versuche ich, soviel Milchprodukte wie möglich zu ersetzen, leider schmecken die veganen Brotauflagen nicht gut. Lecker ist allerdings veganer Überbackkäse, das war eine echte Entdeckung. Das Angebot ist in Norwegen eher begrenzt, einen der größten Bioläden haben wir hier glücklicherweise fast um die Ecke und gerade hat Helios auch umgebaut und vergrößert – Hurra!

Eine gute Alternative für ökologische Lebensmittel und Milch von glücklichen Kühen sind die Bauernmärkte oder „bondens marked“. Bauern aus der Umgebung bieten an Ständen so ziemlich alles an, was die Scheune und die Felder hergeben. Gerade am Sonntag haben wir per Zufall einen Markt auf dem königlichen Bauernhof entdeckt (nein, die Kühe tragen keine Kronen!). An einem wunderbaren Gemüsestand wanderten Rote Beete, Mörder-Karotten und Sellerie in meine Tasche und der Geruch von fast frisch geerntetem Gemüse begleitete uns auf dem Weg nach Hause. Am nächsten Tag habe ich alles zu einer vegetarischen Borscht verarbeitet – es schmeckte wie Herbst!! Dank der roten Beete und der Karotten hatte der Eintopf tolle Farben und schmeckte dazu einfach toll. Herbst ist fürs Kochen einfach die allerbeste Jahreszeit! Neben Gemüse bieten bondens marked auch Eier, Rentierfleisch, echt gelungene Kransekake, Honig oder Kräuter an.

Das Wetter will mich anscheinend gerade milde stimmen, die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel und lockt mich nach draußen. Heute habe ich meine ersten Kastanien gefunden. Wir haben das Ritual, die erste Kastanie des Jahres zu behalten, sozusagen als Glücksbringer für den Winter. Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich kann an den braunen, glänzenden Früchten einfach nicht vorbei gehen. Hier in der Sorgenfrigata stehen mehrere Kastanienbäume und heute haben sie endlich mit mir geteilt. In Compiegne standen ab Mitte Oktober immer die Straßenverkäufer mit gerösteten Esskastanien am Marktplatz und auch wenn ich kein großer Fan von Esskastanien bin, war es doch sehr gemütlich, sich an dem kleinen Stand die Finger aufzuwärmen.

Hier in Norwegen wärmt uns bald wieder der Kamin, denn noch ein Zeichen der nahenden Kälte: Unser Kiwi-Supermarkt verkauft wieder Holz und wir werden am Wochenende die ersten Vorräte anlegen. Vielleicht wäre es jetzt auch mal an der Zeit, den Keller zu entrümpeln, um statt alter Umzugskartons lieber Holz zu stapeln.

Braucht jemand ca. 100 Umzugskartons? Noch super in Schuss!!!

Ich gucke also der Kälte gefasst ins Auge und werde mich im Notfall am Schreibtisch warm tippen. Diese Woche war das Themenangebot echt unterschiedlich. Ich schreibe ja über fast jedes Thema, denn bis auf abgefahrene Sachen wie String-Theorie oder Dialekte im Himalaya lautet mein Motto: (Fast) Alles kann recherchiert und beschrieben werden. Diese Woche lernte ich also viel Neues über Brunost, den braunen Norwegerkäse, kann Euch eine Menge über Chrysler, Mitsubishi und Lexus erzählen und war gedanklich in Marseille und Nantes unterwegs. Langweilig wird es nie und jeden Tag kommen neue Aufträge. Die aktuellen entführen mich weiter nach Südfrankreich und gleichzeitig weg von diesem Blog. – Vorher werde ich mir wahrscheinlich noch kurz die Haare abrasieren. MAAANNNN!! Wisst Ihr, was passiert, wenn frau sich die kurzen Haare wieder länger wachsen lassen will? Nein? Es kommt der Moment, wo es einfach nur noch s*****e aussieht. Da bin ich jetzt! Wie schaffen es diese kurzgeschorenen Hollywood-Stars selbst im Übergangsstadium noch gut auszusehen? Rasieren werde ich wohl nicht, denn Hilfe ist nah: Meine Freundin Britta, als hätte sie es geahnt, hat mir im Mai eine wunderschöne Mütze gestrickt. Die werde ich ab jetzt aufsetzen und erst wieder absetzen, wenn die Haare auf Kinnlänge sind. So in 4 Monaten etwa.

Mit diesem Entschluss verabschiede ich mich für heute. Ich wünsche Euch allen eine wunderbare Woche, packt Euch warm ein, holt Kekse, Tee und ein gutes Buch oder den Lieblingsfilm hervor und macht es Euch gemütlich! Meine wöchentlichen Grüße gehen heute mal an meinen Stiefvater Dieter, einen treuen Blogleser! Wir sehen uns im Dezember 🙂

Ha det bra,

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Ulrike