Norwegischer Adventskalender der anderen Art ODER Jeden Tag eine gute Tat!

@Casper Cornelius Roalsvig Vasbotten

@Casper Cornelius Roalsvig Vasbotten

In manchen findet sich Schokolade, in anderen ein literarisches Zitat, einige bieten Bilder für jeden Tag bis Weihnachten und andere sind mit viel Liebe selbstgemacht: Adventskalender! Seit über 100 Jahren verkürzen sie uns die Zeit bis zum Weihnachtsfest. Hier in Oslo startete nun ein ganz besonderer Kalender unter dem Motto: „Jeden Tag eine gute Tat!“

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Der erste weihnachtlich angehauchte Blogartikel 2014 *TUSCH*!! Und interaktiv wird es am Ende auch noch.

Das nur schon mal als Vorwarnung!

Vor einigen Tagen bekam ich über mein soziales Lieblings-Netzwerk Facebook eine interessante Meldung: Ines lud mich ein, mich am Oppmuntrende Julekalender 2014 zu beteiligen. Adventskalender muntern mich generell auf (vor allem die mit Schokolade) und ich klickte begeistert auf die Seite der Aktion. Doch nein, der Kalender wollte nicht MICH aufmuntern, ICH sollte das Aufmuntern unternehmen. Und zwar 24 Tage lang. Eben vom 1. bis 24. Dezember.

Interessantes Konzept, fand ich, und las weiter.

„(…) In der Weihnachtszeit geht es zu oft um Geschenke, Stress und Nörgeleien. Ich hätte lieber, dass es darum geht, den Menschen um mich herum zu zeigen, was sie mir bedeuten, wie wichtig sie für mich sind und wie sehr ich sie liebe. (…)“

Ohne religiös zu werden, hat der Initiator hier doch den Kern des jährlichen Weihnachtsstresses getroffen. Genau, es geht um die Menschen um uns herum! Nicht um Geschenke, Menüs, Dekoration oder Einkaufslisten. Versteht mich nicht falsch: Ich liiiebe Geschenke. Ich schenke gern und werde gern beschenkt. Und da ist ja auch nichts gegen einzuwenden. Aber die Prioritäten müssen stimmen. Und wenn ich die Adventszeit wegen organisatorischer Großprojekte nicht genießen kann, dann läuft etwas falsch!

Hier greift der Kalender ein. Denn was soll ich tun in den 24 Tagen?

Ich soll Menschen oppmuntrener… aufmuntern also oder ermutigen.

Und wie?

“Es funktioniert ziemlich einfach. Jeden Tag im Dezember (vom 1. bis 24.) munterst du Menschen in deiner Nähe auf: Geschwister, Freunde, Großeltern oder wen auch immer du willst. WIE du das machst, entscheidest du. Natürlich kannst du auch jemanden aufmuntern, den du nicht kennst: Bettler auf der Straße, die Person neben dir im Bus oder wen ganz anders. Kauf ihnen Schokolade, mach ihnen ein Kompliment oder tu etwas, von dem du denkst, dass es sie ermutigen und freuen würde. Das muss keine große Aktion sein. Eine kurze, freundliche Bemerkung kann bereits den ganzen Tag einer anderen Person besser machen.“

Nun muss ich nochmal nachgucken, ob der Initiator wirklich Norweger ist: Ich soll einfach eine Person IM BUS ansprechen???? Hier in Oslo, wo Augenkontakt in der T-Bane fast schon sexueller Belästigung gleich kommt?? Bettler auf der Straße haben wir allerdings genug, die werden sich wundern, was in den nächsten Wochen vor ihren Pappbechern und Hüten los ist.

Pfui, das war sarkastisch. Ich konnte nicht widerstehen. Entschuldigung.

Ich finde die Aktion wirklich ganz prima. Ein ganz klein bisschen naiv, aber was wäre die Weihnachtszeit ohne eine Portion Naivität und für gute Taten ist schließlich fast jedes Mittel recht. Und vielleicht hilft in unserer leistungs- und besitzverrückten Industriewelt auch nur noch Naivität weiter.

Die Aktion schlägt auf jeden Fall ein wie eine Bombe.

Ob ich in einem adventlichen Blog ein derartig kriegerisches Bild verwenden darf?

Ha! Ich hab’s!

Die Aktion schlägt auf jeden Fall ein wie eine WASSERbombe.

Geht doch.

In nur zwei Wochen haben sich über 10.000 Facebooker angemeldet. Das seien 240.000 Aufmunterungen, rechnet Ole Jose Norum, der den Adventskalender 2010 startete, in einem Kommentar vor. Damals waren es 500 Teilnehmer, eine Zahl, die der Kalender 2014 in wenigen Stunden erreicht hatte. Nun könnte man wieder kritisch werden und fragen: „Naja und WIE VIELE davon werden sich auch wirklich jeden Tag für 24 Tage die Zeit nehmen?“

ALLE, sage ich. Weil ich heute nämlich optimistisch bin. Und weil gestern eine Raumsonde nach 10jähriger Reise auf einem Kometen gelandet ist und ich daher der Meinung bin: Wir Menschen können alles, was wir wollen!

So.

Ich finde den Oppmuntrende Julekalender eine ganz fantastische Idee! Hier im Blog wird es ab dem 1.12. eine Extraseite dafür geben, auf der ich meine Ermutigungen notieren werde.

Und nun wird es interaktiv! DENN:  Für Euch ist da auch Platz! Denn schließlich ist nicht jeder bei Facebook und kann sich der Aktion dort anschließen.

Was völlig okay ist.

Doch, doch.

Nein, wiiirklich!

Obwohl…warum seid Ihr denn nicht dabei? Wir könnten uns prima befreunden. Ich poste auch unglaublich witzige Sachen! Gestern beispielsweise habe ich….

„ULRIKE!“

Zurück zum Punkt.

(Das war übrigens mein Gewissen, das darf jetzt auch beim Blog mitmachen.)

„Ulrike, weiter!“

Ich wollte dich ja nur vorstellen!

„DAS war meine Vorstellung?“

Äh..ja?

„Ulrike…“

Nein, nein…natürlich nicht. Dir gebührt ein ganzer Artikel. Mindestens.

„Genau. Und nun weiter im Text.“

(In unsichtbarer Geheimschrift nur für Leser lesbar: Hilfe, mein Gewissen terrorisiert mich.)

Da also nicht alle Leser bei Facebook sind, fordere ich Euch einfach hier auf: Macht mit!! Schickt mir einfach jeden Tag per Kommentar EURE „Gute Tat des Tages“. Ich werde Ole per Facebook informieren, vielleicht verlinkt er uns ja mit seiner Seite!

Man wirft den Norwegern gerne vor, sie seien reservierte Mitmenschen und ähnlich kalt wie das Land, aus dem sie stammen. Aber diese Aktion und auch die landesweite Teilnahme zeigt mal wieder: Vorurteile sind eben nichts wert!

***

So, das war es schon für heute. Die norwegische Internetwelt bietet viele interessante Fundstücke wie heute den Oppmuntrende Julekalender und ich werde mich 2015 weiter im norwegischen Netz für Euch umgucken. Hier in Oslo wird es immer früher dunkel und immer später hell, im Park jagen Gesa und ich die letzten Sonnenstrahlen, die Weihnachtsbeleuchtung erhellt den Bogstadveien und wir haben „Die Feuerzangenbowle“ schon rausgeholt. Uns allen wünsche ich eine tolle Woche, seid doch jetzt schon mal nett zu anderen (aber das seid Ihr bestimmt sowieso schon, oder? ;)…) und kauft Kerzen, Kerzen, Kerzen!

Ha det,

20141106_122828

 

Ulrike

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3 Kommentare zu “Norwegischer Adventskalender der anderen Art ODER Jeden Tag eine gute Tat!

  1. Die Idee zum „oppmuntrende julekalender“ gefällt mir sehr gut – und was der Initiator über die hektische Adventszeit schreibt, sollte man sich auch öfter zu Herzen nehmen. Das mit dem „die letzten Sonnenstrahlen jagen“ hat ja dem Foto nach zu urteilen gut geklappt – hier war leider die ganze Woche über richtiges Novemberwetter…😞 Viele Grüße nach Oslo!

  2. Ich stehe auf Adventskalender! Sie sind großartig und stecken voller (süßer) Überraschungen und aus dem Grund finde ich die Idee, die du beschreibst, noch viel besser! Glück ist doch auch süß und jemandem eine Freude zu bereiten, bedeutet, sie zu verdoppeln. Ich mache da mit!
    Liebe Grüße, Emily

  3. Pingback: Hallo, Tante Pose! ODER Von Plastiktüten und dem norwegischen Staatshaushalt | Neues aus Norwegen!

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