God morgen alle sammen…ODER Ein Vormittag im „Åpen barnehage“

@fredrikstadkommune

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Also, wäre das Gebäude nicht so schön, der Garten nicht so groß und der Spielplatz nicht so toll, wenn die Erzieher und anderen Eltern nicht so nett wären…wenn also der Disen gård Kindergarten nicht so wäre, wie er ist – dann würde ich hier nicht schwitzend die Berge hochschieben. Puuh. Geschafft. Es ist Mittwoch morgen 10.30 Uhr. Heute ist Kindergartentag.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Jede Gemeinde in Norwegen bietet Eltern und Kindern „åpen barnehage“ an, also einen offenen Kindergarten. Das hat nichts mit dem pädagogischen Konzept zu tun, in dem Kinder selber bestimmen können, was sie machen wollen. In Norwegen ist das ein Treffpunkt für Kinder bis drei Jahre und ihre Eltern. Während sich die Eltern unterhalten, spielen die Kinder gemeinsam und machen erste soziale Kontakte mit Gleichaltrigen. Das Angebot der Gemeinden ist umsonst und darf von jedem, ohne Anmeldung, genutzt werden. In Oslo bietet jeder Stadtteil einen oder mehrere dieser Treffpunkte an. Unser Kindergarten hier in Frogner gefiel mir aber nicht gut. Zu klein erschien mir das Gebäude für die vielen Kinder, die ich dort fast täglich auf dem Weg zum Park sah.

Dass Gesa aber nach dem Sommer in einen åpen barnehage gehen sollte, das stand für uns fest. Per Zufall hörte ich dann von Disen gård. Etwas außerhalb der Stadt sei er, aber offen für alle Eltern, unabhängig, in welchem Stadtteil man wohne. Die Fotos auf der Internetseiten begeisterten mich. Vor drei Wochen machten wir uns das erste Mal auf den Weg.

Eine gute Entscheidung!

(Abgesehen von den Bergen!!! Der Disen gård liegt oben, ganz oben, zu weit oben auf einem Berg inmitten eines Wohngebiets. Das erfordert meine ganze Muskelkraft – aber immerhin ist das dann auch ein gutes Training. Immer positiv bleiben!)

Ab der ersten Minute haben wir uns willkommen gefühlt. Das lag zum einen an Catalina, der chilenischen Kindergärtnerin, die uns herzlich begrüßte. Es lag an dem wunderschönen, alten Gebäude mit seinen gemütlichen alten Möbeln, Bildern voller Geschichte und einem knarrenden Holzfußboden, über den schon so viele Menschen begeistert von Zimmer zu Zimmer gegangen sind. Es lag aber auch an den anderen Kindern und Eltern. Das Besondere am åpen barnehage ist ja, dass die Eltern während der gesamten Zeit dort mit ihren Kindern bleiben.

Besser also, wenn das nette Eltern sind, mit denen man sich gut unterhalten kann.

Gesa war hin und weg – das war schnell klar. Alles war spannend, alles war toll und als wir um 11 Uhr auch noch gemeinsam gesungen haben, war ihr Tag perfekt. „God morgen alle sammen“ schmetterten wir Eltern durch den großen Aufenthaltsraum im Disen gård, schnell gefolgt von „Lille Pedder Edderkopp“ und „Hjulene på bussen“.

Ich werde langsam fit in norwegischen Kinderliedern.

Nach dem Essen gab es lunsj und dann lief Gesa in den Bewegungsraum – ein Zimmer ausgelegt mit Matratzen, voller Bälle und mit Kletterstangen. Ein Riesenspaß!!

Auch für Eltern.

Disen gard

Disen gard

Auf dem Weg zum Aufenthaltsraum

Auf dem Weg zum Aufenthaltsraum

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Im Bewegungsraum

Zwei Stunden später war sie erledigt und ist mit ihren Schuhen in der Hand zur Tür gegangen. Mein Zeichen zur Abfahrt. Nach kaum zwei Sekunden im Kinderwagen schläft die kleine Tobemaus  glücklich und zufrieden. Für mich ein gelungener Vormittag und ich bin weiterhin froh über die Entscheidung, Gesa erst nächsten Sommer in den „richtigen“ Kindergarten gehen zu lassen. Hier in Norwegen ist es üblich, dass Kinder bereits mit 1 – 1,5 Jahren Kindergartenkinder werden. Dass es dieses Angebot gibt, finde ich für berufstätige Eltern hervorragend. Aber wir haben uns anders entschieden und ich genieße den Luxus, noch ein Jahr mit Gesa zu haben.

Wer das auch so macht oder für Eltern, die noch keinen Kindergartenplatz haben, empfehle ich aus ganzem Herzen den Disen gård åpen barnehage.

Vielleicht sehen wir uns ja mal!

***

So, das war es schon für heute, meine lieben Leser! Ich wünsche uns allen ein tolles Wochenende mit glitzerndem Herbstwetter, Blätterschlachten und viel Lachen. Alle Osloaner lade ich ein: Am nächsten Dienstag, 6. Oktober, um 17 Uhr, darf ich im Goethe-Institut Oslo aus meinem Blog lesen. Kommt doch vorbei! Und außerdem interessiert mich heute: Auf welchen fernen Inseln finden sich meine Leser? Oder gleich um die Ecke hier in Oslo? Schreibt doch mal, von wo aus Ihr meinen Blog lest!

Ha det,

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Ulrike

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12 Kommentare zu “God morgen alle sammen…ODER Ein Vormittag im „Åpen barnehage“

  1. Hm. Ob ich den ersten Preis gewinne für die entlegenste Insel? Hoffentlich ist nicht noch jemand aus den Kerguelen dabei…
    Ich bin 600 Seemeilen von Java entfernt, 1200 Seemeilen von Australiens Nordwestkap und 2400 Seemeilen von unserem nächsten Ziel, Rodrigues/Mauritius. Die Insel ist ein Vorort von Perth, Western Autralia, und das liegt 1750 Meilen in Richtung Südost von hier.
    AKKA, unser Schiff, liegt vor Anker vor der Insel Direction Island im Cocos Keeling Atoll. Und, was niemand erwartet hat, seit 4 Monaten gibt es hier Internet. Klasse. Da kann man dann gleich den Norwegenblog lesen!

    • Hallo Andrea, das ist ja der Hit, ich musste erstmal bei Google Earth suchen und dann noch mehr staunen. Was machst du denn dort unten??? Nun bin ich ja neugierig. Ich glaube, dass du auf jeden Fall den ersten Preis machst und schicke extra herzliche Grüße nach ganz ganz ganz weit da unten 🙂
      Ulrike 🙂

  2. Der Kindergarten hat bei mir sofort Assoziationen zu „Bullerbü“ geweckt – schön, dass es für euch so ein Volltreffer war!

  3. Nachtrag: leider bin ich nicht um die Ecke in Oslo, sondern im Schwabenland – sonst hätte ich jetzt am Dienstag um 17 Uhr schon was vor… 😉
    Viele Grüße!

  4. Ich und mein Sohn waren 2005 in einem aapen barnehage in Moholt/ Trondheim und fanden es auch supertoll. Diese Konzept stimmt einfach: Musiktage montags, Backtage dienstags, ….usw. Ich habe nur nette Leute kennengelernt und denke gerne an diese Zeit zurück.
    Nun geht er aufs Gymnasium :-O
    Wir wohnen nun in Hessen und ich erkenne uns oft in „unserer Kleinkinderzeit „in Norwegen wieder . Damals dann jalt in Trondheim……dem wunderschönen Trondheim…

  5. Ein tolles Konzept! Ich wünsche Dir ein weiteres schönes Jahr mit Deiner kleinen Maus! Bei uns in Italien ist es vorgesehen, dass Mütter nach drei Monaten wieder arbeiten gehen. Wohl dem, der eine Oma hat!

  6. Also mit den Kerguelen kann ich auch nicht mithalten (würde die aber schon gerne mal sehen)……ich sitze hier quasi „fast um die Ecke“ von Oslo, naja, wirklich nur fast 🙂

    Und nun bin ich schon seit über 7 Jahren in Norge und arbeite sogar genauso lange in einem Barnehage……..aber ich gestehe, dies ist das erste Mal, daß ich von einem Åpen Barnehage in Norge höre. Ich kenne dies von meiner Zeit in England (fand das Konzept auch immer super), aber hier in unserem norwegischen Dorf haben wir sowas anscheinend nicht. Vielleicht findet man diese eher in großen Städten…..
    Aber toll, daß Du solch eine Möglichkeit für Dich und Gesa entdeckt hast !

    Wünsche Dir/Euch noch einen schönen Sonntag !

  7. Hallo, ich lese dein Blog hier in Lillestrøm. Mein Schule-Deutsch ist nicht so gut, aber ich verstehe, und du schreibst gut, finde ich.:) Ich habe eine Frage: hast du viele Norwegische Leute gekennt, oder ist das schwer?

    Viele Grüsse,
    hilsen Heidi

    • Hallo Heidi, danke fürs Lesen 🙂 Seit unsere Tochter auf der Welt ist, habe ich durch barselgruppe und apen barnehage einige Norweger kennengelernt. Das ging ganz problemlos. Norwegische Freunde habe ich allerdings wenige, ob das nun an mir liegt oder ob das einfach schwer ist, kann ich nicht sagen. Was meinst du? Hilsen, Ulrike

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