Von verrückten Norwegern, blauen Weihnachtsmännern und dem neuen Konzept: Ich stelle mich zu Wahl!

Guten Morgen, liebe Leser!

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. In unserem Fall sind es gleich zwei Ereignisse und ihre großen Schatten sorgen dafür, dass der Blog heute ungewöhnlich früh erscheint. Aber nicht nur das: Die Schatten sorgen auch dafür, dass ich heute eine ganz moderne und pädagogisch wertvolle Form der Kulturarbeit an den Start schicke – den aktionsorientierten Blog. Woah! (Habe ich Euch erschreckt? – Entschuldigung….) Heißt nichts anderes als: Heute seid Ihr mal dran!!! Jawoll. Und zwar nicht nur, weil das Zeit spart, sondern auch, weil ich es lustig finde. Egoismus pur.

Aber mal von vorne: Morgen ist ein großer Tag hier in Oslo. Rund 17000 Menschen versammeln sich im Stadtzentrum, bringen die Stadt zum Erliegen und sorgen für gewaltiges Chaos. Demo? Nein, Oslo Marathon. Wir sind 2 der 17000. Ich bekomme jetzt schon Platzangst und muss mich laaange mental vorbereiten. Ab 14h dann das zweite Event, nicht ganz so umfangreich, aber nicht minder wichtig: Der Flohmarkt in der deutschen Gemeinde! Heute bin ich noch zum Sortieren und Aufbauen eingeteilt und morgen wird einer meiner köstlichen, veganen Käsekuchen das Buffet zieren. Es gibt also viel zu tun.

Der dritte und wichtigste Grund, warum der Blog heute interaktiv sein wird:

Ich habe ein wunderbares Buch gekauft und möchte es unbedingt mit Euch teilen. Nun können Buchkritiken fade sein und in diesem Fall bietet sich eine schnöde Kritik auch nicht an. Das Buch heißt nämlich:

„50 crazy things to do in Norway!“

Das scheint erstmal ein erstaunlicher Widerspruch zu sein. So schön es hier in Norwegen auch ist, „crazy“ ist nicht das erste Adjektiv, das ich mit unserer neuen Heimat in Verbindung setzen würde. Aber „oho!“ – was hatte ich mich getäuscht. Beim Durchblättern stieß ich auf zahlreiche, wirklich verrückte, Dinge. Aber auch auf machbare. „Uh..das würde ich auch gern machen!“ – „Aha, das……DAS MACHE ICH NIE!“ – „Was mache ich zuerst?“. Beim Grübeln kam mir dann ein wunderbarer Gedanke:

IHR entscheidet, was ich machen soll!

Ist das toll, oder was? Ich begebe mich und meine Zeit in Eure Hände. Per Umfrage und damit per Mehrheitsentscheid bestimmt Ihr, welches der „crazy“ Dinge ich hier in Norwegen machen und dann darüber schreiben soll. Natürlich habe ich eine Vorauswahl getroffen. Ich wollte nicht riskieren, dass Ihr mich zum „Basejumping aus 11500 Meter Höhe“ schickt oder zum „Schwimmen mit Orcas“. Manche Aktionen fallen aus jahreszeitlichen Gründen aus und werden im Frühjahrsblog wieder aufgenommen…versprochen! (Falls Ihr mich also zum Baden im Meer VOR dem 1. Mai schicken wollt, achtet auf die Blogs ab Februar!).

10 mehr oder weniger verrückte Dinge haben es aber geschafft, und hier sind sie:

Den Halling tanzen

Eine anscheinend sehr alte norwegische Tradition. Aus mir bisher noch unbekannten Gründen muss dabei ein Hut, der zwei Meter über dem Tänzer hängt, mit akrobatischen Tanzbewegungen von einem Stock gekickt werden. Im Idealfall gelingt dies mit einem Tritt und der Hut landet auf dem Kopf des Tänzers. Bei meinem athletischen Können eine wahre Herausforderung.

@Ingevalds

Auf der Kante des Preikestolen stehen

Hört sich jetzt erstmal nicht crazy an. Ich zeige Euch mal kurz den Preikestolen.

@Ritchyblack

Kante heißt ganz vorne. Okay?

Zu einem Rentierrennen gehen

Ein traditioneller Sport der samischen Bevölkerung Norwegens. Das wohl wichtigste Rennen findet um Ostern herum statt, aber es gibt weitere Rennen im Winter.  Der interessante Punkt an diesen Rennen ist die Tatsache, dass die Rentiere nicht gezähmt sein dürfen und nicht immer kommen Rentier und Fahrer gemeinsam ins Ziel. Hier müsste ich mich nochmal genauer informieren, was mit den Rentieren geschieht, aber ich stelle es trotz allem mal zur Wahl.

Ein blauer Santa werden

Nein, wir reden nicht von einem betrunkenen Weihnachtsmann! Blue Santas oder „blå nisse“ finden sich in Nord-Norwegen in der Region Målselv. Sie tragen blaue Hüte, färben den Himmel im Winter blau und verüben Streiche. Es scheint sich um eine harmlose, aber lustige Wichtelart zu handeln.

Die vier großen norwegischen Schriftsteller lesen

Das wäre einfach, dachte ich. Ibsen, Jostein Gaarder…na da habe ich doch schon mal zwei abgehakt. Banause, ich. Es handelt sich, laut meiner Quelle, um: Bjørnstjerne Bjørnson, Alexander Kielland, Jonas Lie und..puuh…Henrik Ibsen. Die vier haben anscheinend gemeinsam die Basis der norwegischen Literatur geschaffen. Aus ihren Werken ganz nebenbei auf einer Party zu zitieren, brächte Respekt von den anwesenden Norwegern. Um Diskriminierung vorzubeugen, erwähnt das Buch auch Amalie Skram, Magdalene Thoresen und Camilla Collett. Wer also möchte, dass ich meine Zeit dem Lesen opfere (wie schrecklich!!!), wählt diese crazy(?) Aktion.

In die Hölle fahren

In Norwegen kann man seinem Gegenüber gefahrlos an den Kopf werfen: „Go to Hell!“ und dann, kurz bevor der Streit eskaliert, hinzufügen: „ Na, nach Hell in Trøndelag!“ Der kleine Ort mit dem ungewöhnlichen Namen hat es zu einiger Berühmtheit gebracht und ist ein beliebter Platz für Eheschließungen. Berühmteste Tochter der Stadt ist Mona Grudt, die ehemalige Miss Universum.

Den inneren Engel finden

Kronprinzessin Märtha-Louise hat ihn bereits gefunden und gibt ihr Wissen in der von ihr gegründeten „Astarte Education“ –Schule in Oslo weiter. Ein kurzer Ausschnitt aus dem Kursprogramm macht Angst…ach nein…Lust auf mehr. „With the help of the angels we can potentially release old habits, blockages, fears, cords etc., both within the other person and within ourselves. This may free us to act on our own impulses instead of in response to other people’s ingrained patterns and fears that we have always thought were our own.” (Quelle: http://www.astarte-education.com/eng/qa.html) Die Tages- bis Dreitagekurse sind unverschämt teuer und falls ihr diese Aktion wählen sollte, schicke ich Euch meine Kontonummer.

Dem Weihnachtsmann MILCHBREI geben!

Nur noch 3 Monate bis zum Julfest! In Norwegen gibt es sechs unterschiedliche Weihnachtsmänner oder- wichtel und sie alle lieben Porridge. KORREKTUR: Dank Thea bleibt mir der Zorn des Weihnachtsmannes erspart, denn sie hat mich früh geug darauf hingewiesen, dass der Weihnachtsmann NUR MILCHREIS akzeptiert. Na, das wäre ja eine Katastrophe geworden! Da pflastere ich halb Oslo mit Porridge!! DANKE THEA! Am Heilig Abend wird also eine Schale mit MILCHREIS vor die Tür gestellt und am nächsten Morgen ist sie leer! Ich würde die Stadt mit MILCHREIS-Schalen verzieren.

Quäl deine Beine!

Der höchste Berg Norwegens liegt in Jotunheimen (der „Heimat der Riesen“),  heißt Galdhøpiggen und ist 2469 Meter hoch. Und wozu sind Berge da? Richtig: Zum von unten angucken! Aber mein Buch meint, ich sollte mal auf den höchsten klettern und mich wie eine echte Norwegerin fühlen. Wer also möchte, dass ich mich auf das Dach Norwegens schleppe, klickt entsprechend. Auf geht’s!  Call me Ulrike Messmer-Trenker.

http://www.amtsberg-wetter.de/norway07/norway07.htm

In totaler Dunkelheit leben

In Nordnorwegen geht die Sonne im Oktober unter und schafft es  erst wieder vier Monate später wieder über den Horizont. Ein Wochenende in totaler Dunkelheit soll ein Erlebnis sein, wenn nur manchmal ein leichter türkiser oder gelber Schimmer am Himmel erscheint. Ich packe dann vorsichtshalber meine „Glücklichmachlampe“ ein!

SO, das war es!! Eine spannende Auswahl, ich entschuldige mich bei allen, die es gern sehen würde, wenn ich mich kopfüber in einen Canyon stürzen würde. Vielleicht ein anderes Mal!

Nun liegt es an Euch! Die Abstimmung ist für eine Woche geöffnet, jeder hat zwei Stimmen (einfach auf das Kästchen neben der gewünschten Aktion klicken) und die siegreiche Aktion wird so schnell wie möglich durchgeführt! (Bei Gründen, die nicht in meiner Macht liegen und mich von der Aktion abhalten sollten, rutscht Platz 2 nach!)

Ich bin unglaublich gespannt!!!!

Habt eine wunderschöne Woche, lauft mal wieder ein bisschen durch die Natur, stellt Euch verrückte Aufgaben und seid dankbar. Einfach mal so.

Klem und ha det bra,

Ulrike

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20 Kommentare zu “Von verrückten Norwegern, blauen Weihnachtsmännern und dem neuen Konzept: Ich stelle mich zu Wahl!

  1. Bitte denkt daran, das ich hoechstwahrscheinlich dazu gezwungen werde mitzumachen, bei was auch immer ihr nun wollt! Also uebt Nachsicht beim Abstimmen :))
    Danke.

  2. Auch wenn es nicht gewählt werden sollte, mach den Preikestolen. Ich selber habe Höhenangst und stand trotzdem an der Kante und – ich würde es wieder tun. 🙂

  3. Auch ich habe das Tanzen gewählt, NATÜRLICH in der Annahme, dass Martin „den Partner“ abgibt. Nur so ist das dann doch sehenswert!!!!! Außerdem ist Martin aufgrund seiner Länge/Größe hervorragend geeignet, den Hut dahin zu bugsieren, wo er hin soll!!! Kann ich mir sooo gut vorstellen: Martin kickt durch lässiges Hochwerfen seines (durchtrainierten!) Beines den Hut und der landet zielsicher auf Ulrikes „erwartungsvoll hingehaltenem Köpfchen“. 🙂 .) .) Ich wär soooo gerne dabei!

  4. Ich kann mich nicht entscheiden… möchte ich dir eine echte Aufgabe stellen, die dich an deine Grenzen bringt, oder etwas Gutes tun…

  5. Melde mich auch mal wieder zu Wort…wäre sehr für an die Kante Preikestolens stellen! Hab mich natürlich für das entschieden, was ich selber gerne machen würde. Ich hoffe Du bist schwindelfrei! Aber so wie es aussieht, wirst Du eh den Berg besteigen müssen, höhö. Sollte es mich mal nach Norwegen verschlagen, ist ein Treffen ja hoffentlich eine Selbstverständlichkeit. Dann stellen wir uns zu viert an die Kante und genießen das Gefühl der Freiheit;)

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