Marius ist da! ODER Ein Strickerfolg…

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Auch wenn das mit der Sprache IMMER noch nicht klappt, mein kransekake misslingt, wir keine hytte in den Bergen haben und auch das Skilaufen noch geübt werden muss – heute ist mir etwas echt Norwegisches gelungen:

Mein erster Mariusgenser ist fertig!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Bereits vor ein paar Monaten war das sogenannte Marius-Muster Thema in einem Blogeintrag. Damals hatte ich mich an ein paar Topflappen gewagt, die auch heute noch meine Küche zieren. Aber mein großes Ziel war DER klassische Strickpullover, der Rolls Royce unter den norwegischen Wollprodukten, der Mariusgenser.

Der Plan ist halb gelungen: Da ich momentan pro Tag nicht mehr als zwei bis drei Runden stricken konnte, schied ein „großer“ Pullover schon mal aus. Ich wollte ja nicht drei Jahre an dem Ding sitzen! Wozu hat man aber eine fast 15-monatige Tochter?

Genau, zum Bestricken!

Gesagt, getan. Im Marius-Strickbuch fand ich eine passende Anleitung, der Wollladen gegenüber der Majorstuen T-bane-Station versorgte mich mit Wolle und Nadeln und los ging es.

Ich liebe es, zu stricken. Man sitzt, hat etwas um die Hände und kann die Gedanken schweifen lassen. Naja, wenigstens in der ersten Pulloverhälfte. Norweger stricken alles klassisch rund, das macht es einfach, eine rechte Masche folgt der nächsten. Dann aber beginnt das Mariusmuster und es wird etwas komplizierter. Wer zählen kann, ist hier klar im Vorteil. Auch mit zwei Farben gleichzeitig zu stricken, musste ich erst einmal geduldig üben. Aber es ging. Bald lagen die beiden Ärmel und das Hauptteil vor mir, ich versuchte alles auf zwei Nadeln zu bekommen und zählte Maschen.

Und zählte nochmal.

Und nochmal.

Warum waren auf meinen Nadeln 30 Maschen mehr als vorgesehen?

Nun ein kleiner Vokabelkurs: Das norwegische Wort „felles“ bedeutet „gemeinsam“ und damit in einer Strickanleitung „zusammenstricken“. Es heißt nicht, ich betone NICHT, „zunehmen“.

DAS heißt „øke“.

Statt 30 Maschen ab- hatte ich 30 Maschen ZUgenommen. Auch schön. Wieder etwas gelernt. Dabei war ich so stolz gewesen, wie problemlos die norwegische Strickanleitung und ich zusammengearbeitet hatten.

Pustekuchen.

Ein paar Flüche und zahlreiche Minuten später war alles repariert. Ab jetzt durfte mich niemand mehr beim Stricken ansprechen, ich verfiel in wollige Meditation und murmelte nur noch: „Zwei weiß, zwei blau, zwei weiß, eine blau…“ Tja, und irgendwann war mein Strickdiagramm am Ende, die Fäden vernäht, das fast 15-monatige Kind angezogen und….

SÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜSSS!!!!!!

Ich finde mich ja eh ziemlich klasse, ein echter Persönlichkeitsfehler, den ich Gesa hoffentlich nicht weitergebe, aber ich kann es nicht ändern, manchmal bin ich einfach top und gerade da, in diesem bestrickenden Moment, war ich stolz wie Bolle und wäre am liebsten mit meiner Motte sofort in den Supermarkt oder eine ähnlich vielversprechende Menschenversammlungsstelle gegangen.

Es war schon ein bisschen spät dafür – aber, Zuckerberg sei Dank, es gibt ja Facebook!

Für alle, die das Mariusmuster auch gern probieren möchten, finden sich im Internet Anleitungen oder Ihr sagt mir Bescheid und ich schicke Euch meine. Es ist wirklich nicht soo schwierig, besonders das Stricken in der Runde sorgt dafür, dass das Muster schön ordentlich erscheint. Also, ran an die Nadeln!

Marius

***

Das war es für heute, meine lieben Leser! Ich wünsche uns allen ein ruhiges, erfreuliches Wochenende mit viel Lachen, Liebe und Musik. Feiert, wo immer Ihr könnt!

Hilsen,

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i. A. Ulrike

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8 Kommentare zu “Marius ist da! ODER Ein Strickerfolg…

  1. Da kannst Du Dich ja nun an einen „großen“ Mariusgenser wagen…..für Dich 😉
    Wirklich süß Deine Kleine……und das liegt sicherlich nicht nur an dem schönen Pulli !

    Seit wir in Norwegen leben habe ich auch wieder das Stricken für mich entdeckt (gehört in diesem Land wohl irgendwie zum Leben dazu…..) allerdings so einen chicen Pulli……das schiebe ich immer wieder vor mir her. Bei grösseren Projekten habe ich die Befürchtung, daß ich auf halber Strecke dann die Lust verliere. Daher entstehen bei mir immer nur Socken, Handschuhe und Mützen. Aber wenn ich Deinen Erfolg so sehe……juckts mich doch wieder in den Fingern……also irgendwann muß ich das einfach mal in Angriff nehmen.

    Und Du hast Recht…..beim Stricken kann man ganz wunderbar die Gedanken schweifen lassen…….oder einem guten Hörbuch lauschen (mach ich auch sehr gerne).

    Schöne wollige Zeiten noch !

  2. Hallo Ulrike! Der Mariusgenser ist Dir wirklich super gut gelungen! Sieht toll aus und Gesa sieht darin entzückend aus. :o) Ich wohne auch in der Nähe von Oslo und habe mir auch die Strickanleitung für den Mariusgenser gekauft. Leider ist mein Norwegisch noch echt schlecht und ich verstehe leider einiges nicht – insbesondere wenn es um das Stricken des Mariusmusters geht. Es wäre super lieb, wenn Du mir helfen könntest. Könntest Du mir vielleicht erklären wie Du das Muster gestrickt hast? Habe schon wie wild mit Google Translate versucht die Anleitung zu übersetzen – das Result macht leider wenig Sinn….Fuer Deine Hilfe wäre ich Dir sehr dankbar!

    Ganz liebe Grüsse,
    Kathi

  3. Hallo Ulrike, der Pulli ist echt toll geworden. Bin gerade auf Deinen Blog gestoßen, als ich versucht habe aus dem www herauszubekommen, wie man in Deutschland an das Marius Strikkebok kommen könnte. Hast Du einen Tipp für mich? Danke und viele Grüße TINE

      • Hallo Ulrike,

        das wäre super, magst du es mir einfach per mail schicken?

        Danke Danke Danke und liebe Grüsse aus Deutschland Tine

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