Elektronische Einräder erobern Oslo ODER La det rulle…..

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Wisst Ihr, was ich gesagt habe, als die ersten Handys auftauchten? „Die setzen sich nie durch! Es gibt doch Telefonzellen!“ Ja. Genau. Deshalb werde ich jetzt keine Zukunftsaussagen treffen, sondern nur sagen: Elektrische Einräder. Oho.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Seit einigen Monaten werde ich im Frognerpark oder auf dem Bürgersteig von, meistens jungen, Norwegern auf Einrädern überholt. Wer jetzt an Zirkus denkt, der liegt völlig falsch. Die Einräder, von denen ich berichte, sind kleine, elektrisch betriebene Transportmittel, die aussehen, als hätte Marty McFly sie aus der Zukunft importiert. Auf ihnen steht der hippe Jugendliche und lenkt durch Gewichtsverlagerung. Kurve nach links – nach links lehnen. Kurve nach rechts – na, Ihr ahnt es. Genau, ganz simpel.

In den ersten Wochen hielt ich diese kiloschweren Räder für einen missglückten PR-Gag, der mich an die Standräder von Segway erinnerten – die haben sich auch nie richtig durchgesetzt. In der letzten Zeit ist es aber nicht mehr zu ignorieren: Die Airwheels vermehren sich. Mehrere hunderte Räder pro Woche verkaufe er im Moment, berichtete der Geschäftsführer von Kajakk og Fritid bereits im Juni. Er hatte den Trend als erster richtig eingeschätzt und die britischen Produkte nach Norwegen geholt. Für ungefähr 5000 Kronen kann der Fahrspaß beginnen.

Aber wer Spaß haben will, hat auch Regeln: Erlaubt ist das Fahren der Elektroräder erst ab 16 und die Geschwindigkeitsgrenze liegt bei 20km/h. Bereits nach wenigen Versuchen sollen, so die Aussage von Airwheel, die meisten Nutzer in der Lage sein, das Rad zu bedienen.

Ich mag ja meine Füße.

Ehrlich, bei diesen Airwheeldingern bekomme ich eine Portion Zukunftsangst und sehe eine eh schon bequeme Menschheit NOCH bequemer werden. Wir haben doch schon wunderbare Transportmittel – reichen die denn nicht. Los, Menschheit, die paar Meter von der Haustür bis zur Bushaltestelle, die können wir doch noch zu Fuß gehen. Unsere Füße mögen das. EHRLICH!!!

Das alles interessiert die Osloaner Jugend wenig. Es ist hipp zu rollen. Mehrfach habe ich in den letzten Tagen versucht, einen rollenden Jugendlichen zu fotografieren – aber ohne Erfolg. Whoosch – weg sind sie, lehnen sich nach links und verschwinden aus meinem Blickfeld. Da frage ich mich doch: Wieso können die das alle so gut? Wo sind die wackligen Anfänger, die mehr neben dem Rad liegen als drauf stehen? Gibt es eine geheime, den Blicken der schadenfrohen Außenwelt verborgene, Airwheel-Teststrecke?

Sollte ich irgendwann einen Airwheeler erwischen, frage ich natürlich nach. Bald kommt der erste Schnee – der natürliche Feind des elektrischen Einrads. Aber im Winter steigt die Jugend von Oslo auf Skier um und die Airwheels verschwinden entweder im Keller oder auf Nimmerwiedersehen, denn der Frühling bringt unter Garantie einen neuen Trend.

Bleiben wir gespannt.

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute mit einem kleinen Einblick in das technikverliebte, trendbegeisterte (West)-Oslo. Haben sich die E-Einräder auch in Deutschland gezeigt? Seid Ihr die schon mal gefahren, hier oder dort? Ich habe diesen sehr lustigen Erfahrungsbericht eines britischen Journalisten gefunden. Persönlich würden mich keine hundert Pferde auf ein so Rad bekommen– wer schon beim Rollschuhlaufen neue physikalische Gesetze aufstellt, sollte mit so etwas ganz vorsichtig sein. Dabei macht es bestimmt riesigen Spaß!

Ich wünsche uns allen eine tolle Woche, geht mal wieder zu Fuß und zwar mit Begeisterung, rollt Euch höchstens vom bequemen Sofa runter und begegnet dem grauen November mit einem strahlenden Lachen.

Hilsen,

Füße

Ulrike

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4 Kommentare zu “Elektronische Einräder erobern Oslo ODER La det rulle…..

  1. Haha, hier fahren die Dinger auch überall lang. Hatte ich vorher noch nie gesehen, finde die Dinger aber mega spannend.
    In Deutschland gibt es die meiner Meinung nach nicht. Zumindest habe ich sie selbst nicht mal in den Großstädten gesehen.

    Und du meinst Segways haben sich nicht durchgesetzt? Dann hast du offenbar noch keine Touristen-Tour in irgendeiner Touristengegend/Stadt gemacht. Die Dinger gibt es überall. Selbst für Rollstuhlfahrer.

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