Überraschung beim Einkaufen ODER Wieso hat die meine Jacke an??

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@antenne.de

Oho, eine neue Käsesorte im Sortiment meines Supermarkts. *Freude!* Dann stutze ich: Wieso fällt mir das eigentlich auf? Willkommen in Norwegen – dem Land der (manchmal) begrenzten Möglichkeiten.

Hallo, liebe Leser, schön, dass wir uns hier heute wieder treffen. Natürlich bieten sich in Norwegen unendlich viele Möglichkeiten – nur was das Einkaufssortiment angeht, leben wir hier etwas hinter dem Mond. Geringe Auswahl hat natürlich seine Vorteile, z.B. geht das Einkaufen schneller: Anstatt unentschlossen vor 37 Nudelsorten zu stehen, packe ich die Sorte in den Korb, die ich immer kaufe. Gleiches gilt für andere Warengruppen.

Bei Bekleidung hat das eingeschränkte Warenangebot beispielsweise zur Folge, dass (gefühlt) jedes zweite Kind mit der gleichen Wintermütze wie Gesa herumläuft oder jede (gefühlte) dritte Frau mit meiner Winterjacke durch den Winter kommt. Anfangs dachte ich noch: “Was für Nachmacher – einer kauft es und alle kaufen hinterher!!” aber nein, es gab einfach nicht so viele Modelle zur Auswahl.

Norwegen beschützt seinen Markt und seine eigenen Marken durch teilweise horrende Einfuhrzölle sehr gut vor zuviel Produkten aus dem Ausland. Und die norwegischen oder skandinavischen Produkte sind hier, wenn nicht günstiger, so doch wenigstens genauso teuer wie beispielsweise in Deutschland. Dafür schaffen es aber manche Marken oder Produktsorten gar nicht erst auf den norwegischen Markt. Unvergessen die absurde Erhöhung des Einfuhrzolls auf Käse: Erbost darüber, seinen Kunden keinen französischen Köse anbieten zu können, verwies ein Osloer Käsehändler den für Zölle zuständigen Minister kurzerhand aus seinem Laden.

Richtig bewusst wird mir das kleinere Angebot immer erst wieder in Deutschland oder auf einer harry tur nach Schweden. Da stehe ich dann mit großen Augen vor Kühlregalen voller Joghurt, Joghurt und nochmals Joghurt; packe (gefühlte) 100 Schokoladentafeln ein – in 100 VERSCHIEDENEN Geschmacksrichtungen; kann mich beim Duschgel ebensowenig entscheiden wie beim Tee und lande schließlich in der Käseabteilung und bin erledigt. – Naja, so ungefähr, aber alle Osloaner mit Einwanderungshintergrund werden mich verstehen.

Aber nun wollen wir mal nicht übertreiben: Alles, was man zum Leben braucht, gibt es hier in Oslo. Und viel mehr. Es ist eben nur etwas übersichtlicher im Angebot. Aber dafür fällt mir eben SOFORT auf, wenn es im Supermarkt eine neue Käsesorte gibt.

Und die wandert dann auch umgehend in meinen Korb!

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute. Wir haben nach vielen Besuchen und Beratungen unsere Kindergartenwunschliste an die Stadt Oslo geschickt. Nun hoffen wir, dass Gesa einen Platz in einem der vier Kindergärten bekommt. Danke an dieser Stelle an alle Lieben, die uns bei der Suche geholfen haben – in Nah und Fern!

Ich wünsche uns allen eine schöne Woche mit viel Spaß und netten Begegnungen, Sonne und guter Laune. Öffnet in Eurem Supermarkt mal wieder die Augen – toll, was es alles zu kaufen gibt!

Ha det bra,

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Ulrike

 

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6 Kommentare zu “Überraschung beim Einkaufen ODER Wieso hat die meine Jacke an??

  1. Liebe Ulrike, du hast so recht! Das Tragische ist, dass wir in Bergen wohnen und nicht mal eben schnell über die Grenze hüpfen können – und mich macht das künstlich begrenzte Angebot echt wahnsinnig. Größtenteils wahrscheinlich, weil es so einfach und sinnvoll wäre, das zu ändern. Während also unsere Gäste genau das machen, was wir auch im Urlaub immer geliebt haben (sich nämlich an den Sachen freuen, die man eben nur hier kriegt), vermeide ich es, einkaufen zu gehen. Das deprimiert mich und dann will ich meine Koffer packen und wieder heimziehen. Unfassbar, wie sich der Supermarktbesuch auf meine Psyche auswirkt. Nicht, dass irgendjemand das Überangebot bräuchte, das wir in Deutschland haben, aber einfach das Wissen, nicht das und das haben zu können, wenn man wollte … Auch das Ambiente lässt (zumindest in Bergen) etwas zu wünschen übrig (und das sagt eine, die „daheim“ auch gerne im Aldi eingekauft hat ;-). Supermärkte sind hier einfach eine viel zu traurige Angelegenheit! „Im Supermarkt an Heimweh verkümmert“ – das werde ich sein. Wenn ich es vorher noch schaffe (also vor dem Verkümmern), muss ich mich mal durch dein Archiv lesen – kommt mir vor, als wenn ich in einen Spiegel sehen würde, gerade auch mit Kind. Sehr lustig, so eine fremdgesteuerte Selbstreflexion 😉 Liebe Grüße von-übern-Berg, Andrea

    • Hallo Andrea, wunderbare Beschreibung, wie lange lebst du schon in Norwegen? Es wird besser mit der Zeit! NachBergen komme ich Ende Mai und werde mir dann mal die Supermärkte anschauen:) lg aus dem Osten

      • Hallo Ulrike, das hat WordPress aber verbockt! Wurde entgegen aller Versprechungen nicht darüber informiert, dass ich einen Kommentar (von dir) auf meinen Kommentar bekommen habe. Daher auch die mangelnde Antwort – bitte entschuldige! Da mein Computer im Moment des Kommentarabgebens auch eine Fehlermeldung abgegeben hat und ich den Kommentar nicht wiederfinden konnte, dachte ich, ich hätte auch nie einen geschrieben (oder eher: veröffentlicht). Also habe ich eben, als ich gestern von deiner Reise nach Bergen heute las, nochmal neu kommentiert (also dort, beim gestrigen Eintrag, nicht hier). Das nur als laaange Erklärung dafür, dass ich nicht so unhöflich-ignorant bin, wie es wirkt, so ganz ohne Antwort und dann nochmal ein neuer Kommentar, als wär ich ganz neu hier 😉 Alles klar jetzt, oder? 😉 😉 Sehr schade, dass ich jetzt (inzwischen ist es ja nun schon Ende Mai) ausgerechnet nicht in Bergen bin, ich kenne echt ein paar Supermärkte, die einen ganz, ganz runterziehen. Hätte ich dir selbstverständlich persönlich gezeigt! Musst du halt nochmal kommen. Jetzt aber erstmal viel Spaß!

  2. ….und ich dachte immer die Schweden haben wenig Auswahl.
    Mir ist erst hier in Schweden aufgefallen, wie sehr Österreich von dem großen Deutschen Markt profitiert. Allerdings frage ich mich immer öfters, ob diese riesige Auswahl überhaupt notwendig ist. Wobei, zwischen mehr als drei Sorten Spülmittel zu wählen ist natürlich schon nett 😉
    Liebe Grüße nach Oslo – Michaela

  3. Probiere es doch mal bei Jacobs in Oslo, du wirst staunen, was man in dieser Stadt so alles an Feinkost kaufen kann!

  4. Ich drück die Daumen für den Kindergarten und kann vor allem im Hinblick auf die Nudelsorten ein wenig osloische Beschränkung nur befürworten. 😉

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