Gesas Bibliothek ODER Auf der Suche nach norwegischen Kinderbüchern…..

Gesa liebt Bücher. Jeden Morgen kuscheln wir uns auf den Korbsessel in ihrem Zimmer und begrüßen ihre neuen Freunde:  Findus, Mamma Muh, König Elch oder die glücklichen Fische von Mies van Hout. Wir gucken die bunten Bilder an und folgen den Geschichten. Nachmittags liest Martin Winnie Puuh vor, während wir zu dritt auf dem Sofa liegen. Und bei jeder Lesestunde freue ich mich auf die riesige Geschichtenwelt, die Gesa noch entdecken wird. Aus dieser Freude heraus entstand die Idee zu Gesas Bibliothek. Und dafür brauche ich Eure Hilfe.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Gesas Bibliothek also. Eine Sammlung von Büchern, ohne die es nicht geht. Die man kennen MUSS. Weil sie dazu gehören, weil wir damit aufgewachsen sind und weil man ohne sie einfach ärmer wäre. Glücklicherweise gibt es aber nicht die EINE Liste von solchen Büchern – jeder und jede hat eine eigene Liste. Letzte Woche habe ich bei Facebook nach den beliebtesten Büchern gefragt und schon eine ganze Menge toller Vorschläge bekommen. Aus Deutschland. Nun wollte ich aber auch wissen, mit welchen Büchern und Figuren norwegische Kinder aufwachsen (oder aufgewachsen sind). Welches Buch kennt hier also wirklich „jedes Kind“?

In manchen Punkten unterschieden sich die Antworten nicht von denen aus Deutschland: Astrid Lindgren war dabei, die Abenteuer von Petterson und Findus und die Märchen der Gebrüder Grimm. Dann aber kamen die norwegischen Autoren und damit Neuland für uns. Mit der Liste in der Hand sind Gesa und ich zur Bücherei unseres Vertrauens gegangen und kamen mit folgenden Büchern zurück:

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Hakkebakkeskogen og andre fortellinger (Der Hackebackewald und andere Geschichten)

Thorbjørn Egner ist der anscheinend bekannteste und beliebteste norwegische Kinderautor und die Geschichten Folk og røvere i kardemomme by (Die Räuber von Kardemomme) haben Kultstatus in Norwegen. Viele Textstellen, sowie die Moral hinter Kardemomme sind in das norwegische Bewusstsein eingedrungen und von dort nicht mehr wegzudenken. Schreibt Anders Heger, norwegischer Schriftsteller, im Vorwort zu der Egner-Sammlung, die wir ausgeliehen haben. Polizeimeister Bastian und Tante Sofie aus Kardemomme kennen wir schon und freuen uns jetzt auf Karius und Baktus, Klaus Klettermaus und die Abenteuer von Per, der eines Tages zur Kuh wurde.

Den store boken med eventyr (Das große Märchenbuch)

Was den Deutschen die Gebrüder Grimm sind, sind den Norwegen Asbjørnsen und Moe. Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe reisten Mitte des 19. Jahrhunderts durch ihr Heimatland Norwegen und sammelten Geschichten, die ihnen in allen Ecken des Landes erzählt wurden. Wir sind gespannt auf die Abenteuer vom Askeladden, einer der Hauptfiguren. Trolle sollen auch vorkommen, dazu Eisbärkönige, Haus –und Bergmäuse. Hört sich gut an!

Aurora i blokk Z/ Knerten Detektiv og handelsreisende Lillebror (Aurora aus Block Z)/ (Lillebror und der Knorzel)

Beide Bücher sind erst für ältere Kinder, aber ihre Autorin, Anne Cath. Vestly wurde mir ans Herz gelegt. Die Kabarettistin und Schauspielerin begann in den 1950ern Hörspiele für den NRK zu schreiben, die dann zu beliebten Kinderbüchern wurden. Das Familienbild in der Auroraserie war für die damalige Zeit sehr modern: Auroras Vater bleibt zuhause und kümmert sich um die Familie, während die Mutter arbeiten geht. Lillebror und Knorzel beschreibt die Abenteuer von Lillebror, der mit der Familie aufs Land zieht. Dort gibt es für ihn aber keine anderen Kinder zum Spielen. Bis eines Tages Knorzel, ein sprechender Ast, auftaucht.

Heksene (Hexen hexen)

Als auf meine Frage nach norwegischen Autoren der Name Roald Dahl auftauchte, guckte ich verwirrt. Roald Dahl? Der Autor von Charlie und die Schokoladenfabrik und Matilda war doch Brite. Stimmt, geboren ist der Meister des schwarzen Humors in Cardiff, Wales – aber seine Eltern waren Norweger. Dahl erhielt seinen Vornamen nach Roald Amundsen und wuchs zweisprachig auf. Das gilt ja irgendwie schon und dementsprechend viele seiner Bücher finden Gesa und ich in der Bibliothek. Auf unserer Liste steht: Hexen hexen. Es erzählt die Geschichte eines Jungen, der bei seiner Großmutter in Norwegen lebt und von ihr alles über „echte“ Hexen erfährt. So der Klappentext. Wir sind gespannt!!! Die ersten Sätze klingen vielversprechend (wohl eher für mich als für Gesa): „Dieses Buch handelt von echten Hexen. Echte Hexen tragen ganz normale Kleidung und sehen aus wie die meisten Frauen. Sie wohnen in normalen Häusern und haben normale Jobs. Deswegen ist es so schwierig sie zu erwischen.“ Uih!

Auf unserer Liste stand noch ein Name: Alf Prøysen. Seine bekanntesten Bücher handeln von Frau Pepperpot, einer kleinen Frau, die nie genau weiß, WANN sie auf die Größe eines Teelöffels schrumpfen wird. Aber irgendwie habe ich das Buch in der Bibliothek vergessen. Naja, nächstes Mal. Für den Moment sind wir ja gut ausgelastet.

Und Ihr? Welches war oder ist Euer Lieblingskinderbuch? Welches Buch muss unbedingt auch in Gesas Bibliothek? Ich freue mich auf Eure Kommentare und darauf, viele neue Geschichten zu entdecken. Oder alte wiederzuentdecken. Das ist genauso schön!

***

Das war es schon für heute, meine lieben Leser! Wir werden uns jetzt auf unsere Bücher stürzen, das Wetter lädt direkt dazu ein. Ich wünsche Euch allen eine ganz tolle Woche mit Abenteuern, Lachen, neuen Freunden und – viel Schokolade.

Ha det,

2015-01-30 15.00.29

Ulrike

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5 Kommentare zu “Gesas Bibliothek ODER Auf der Suche nach norwegischen Kinderbüchern…..

  1. „Folk og røvere i Kardemomme by“ von Thorbjørn Egner (der auch Karius und Baktus geschrieben hat)
    und wenn sie ein wenig älter ist „Mormor og de åtte ungene“ fra Anne-Cath Vestly

  2. Natürlich Astrid Lindgren, dann als Ostkind: Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt, Hirsch Heinrich.
    Sonst die du schon beschrieben hast. Hakkebakkeskogen ist hier vorallem als Hörbuch beliebt.
    Finja mochte vorlesen nie so richtig, erst jetzt langsam, vorher wollte sie immer erzählen was da in den Büchern ist ;-).

  3. Welche Bücher ich als Kind toll fand, kann ich leider gar nicht sagen, wir haben viele Märchenplatten gehört.
    Als ich dann selbst lesen konnte und wollte, gab es dann zu. B. Die kleine Hexe, Heidi, das doppelte Lottchen, jede Menge Pferdebücher und Abenteuer-Dedektivgeschichten.

  4. Mira Lobe und Susi Weigel: „Das kleine Ich bin ich“ und unbedingt „Die Omama im Apfelbaum“
    Christine Nöstlinger: „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“ und alle anderen Buecher von ihr. Auch die Kochbuecher ;-). Sie hat den 1. Astrid Lindgren Preis, mehr als verdient, gewonnen und ihre Interviews sind einfach zum Niederknien.
    Eric Carle: „Die kleine Raupe Nimmersatt“
    Otfried Preußler: „Der Räuber Hotzenplotz“ Da wuerde ich aber nach einer alten Ausgabe suchen und einfach erklaeren wie man frueher gesprochen hat. Ich finde es immer unverschaemt, wenn Buecher im Nachhinein umgeschrieben werden. Wo bleibt das geistige Eigentum des Autors und Sprache veraendert sich nun einmal.
    Vera Ferra-Mikura: „Die drei Stanisläuse“ Buchserie
    Kate McMullan: „Die DrachenJägerAkademie“ Buchserie
    Lieve Beaten: „Die kleine Hexe“ Buchserie
    Erich Kästner: „Das doppelte Lottchen“
    Leo Lionni: „Frederick“
    Enid Blyton: „Die fuenf Freunde“ oder eine andere Serie
    Janosch: „Komm, wir finden einen Schatz“
    Annette Langen und Constanza Droop: „Briefe von Felix“

    Und wenn ihr noch gute Musik fuer eine Reise sucht: „Lars der Eisbaer“ und „Kleiner Dodo, was spielst du?“

    Viel Spass!

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