Hallo Sommerloch! ODER Worüber schreibe ich bloß????

Hm. Okay, ich könnte…nee, langweilig. Okay. Vielleicht über…neeiiiiinnnn….öde. Hm. Naja, du verbringst viel Zeit mit…och neeeee, das interessiert doch wirklich keinen.

Ohje.

Es ist passiert.

Ich habe kein Blogthema.

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Seit vier Tagen zerbreche ich mir den Kopf, über was ich heute schreiben könnte. Und mir ist nichts wirklich Gutes eingefallen. Seht Ihr, es ist so: Oslo ist in Sommer-modus verfallen. Außer Touristen und ein paar Späturlaubern wie uns ist die Stadt leer. Restaurants und Hotels sind geschlossen, Freunde und Kollegen verreist, Geschäfte haben Sommeröffnungszeiten und es gibt in unserer Straße so viele freie Parkplätze wie sonst nie im Jahr. Und diese ganze Ferienstimmung ist ansteckend. Nun will ich aber den Blog nicht für die nächsten acht Wochen ruhen lassen – dachte ich ganz streberisch und brav.

Tja und dann ging die Themenauswahl los. Ein paar Gedankenblitze hier, ein paar halbgare Ideen dort, aber nicht DIE zündende Idee.

Zum Verrücktwerden!

Da ich aber keine Lust hatte, verrückt zu werden, sind Gesa und ich stattdessen zu unserem Superspielplatz im Frognerpark gegangen, sind gerutscht und geklettert. Davon hatte ich am Ende des Tages zwar auch kein Blogthema – aber eine Menge Spaß! Die Frognerborg ist der wohl coolste Spielplatz in Oslo, ein Kletterparadies mit Rutschen und Sandkasten und anderen lustigen Kindern und netten Eltern. Hier treffen sich der portugiesische Vater auf pappaperm mit der norwegischen mormor, britische Urlaubskinder auf philippinische Au pairs und alle werden beobachtet von einem deutschen Krabbelkind, das einfach nur glücklich ist dort zu sein.

Echt toll dort, aber für den Blog auch nicht sehr hilfreich.

Am dritten Spielplatztag hatten sich mehrere Ideen auf meinem Notizzettel angefunden, aber bevor ich die recherchieren und ausarbeiten konnte, musste ich erstmal ein Eis essen und die Küche re-organisieren und mich mit Freunden treffen und….

@OliverWeiss

@OliverWeiss

„Du hattest doch nicht eine gute Idee.“

Oh nein.

Du schon wieder.

„Hallo.“

Mein Gewissen.

„Wir haben uns lange nicht gehört.“

Uh-hu.

„Und da bin ich wieder.“

Super.

„Wie gesagt: Du hattest nicht eine gute Idee.“

Stimmt, ich hatte MEHRERE gute Ideen. Und wisst Ihr was? Ich werde sie Euch ALLE präsentieren, jawohl, komplett unrecherchiert, mehr so ein…

…ein…

..ein norwegisches Kaleidoskop!

„Interessante Wortwahl.“

Pscht.

„Wer soll dir das denn abkaufen?“

Du fliegst hier gleich raus.

„Wa…?“

Ich schmeiß dich raus.

*schweigt*

Geht doch. Also: Starten wir mit anscheinend alten Neuigkeiten, die ich aber erst Mittwoch gelesen habe. Was die Spice Girls können, können wir schon lange, dachten sich…naaa, wer??? DIE norwegische Band schlechthin, die 1985 für 32 Wochen die US-Popcharts anführte. Und zum 30jährigen Jubiläum entschloss sich die eigentlich 2010 aufgelöste Gruppe, es noch einmal zu versuchen.

@wikia.com

@wikia.com

A-HA_TourAdmat_F.indd

@a-ha.com

Jawohl, a-ha is back!

Ein bisschen Überzeugungsarbeit mussten Morten und Paul wohl üben, bevor sich der zum erfolgreichen Bildhauer gewandelte Ex-Keyboarder Magne „Mags“ entschied mitzumachen, aber nun sind Tourneedaten und neue CD auf dem Weg. Von den angekündigten Konzerten finden 13 in Deutschland statt und keines in Norwegen. Hier hätten sie schon überall gespielt, so die Aussage der drei, aber sie seien natürlich offen für Angebote. Schließlich, so Paul, sei Norwegen ihr Heimatland.

Ich fand „Take on me“ damals toll und auch die anderen Lieder, bin aber kein Fan dieser Rückkehr-Welle. Aber noch schlimmer als eine Band, die zurückkehrt, immerhin mit neuen Songs, sind die „Künstler“, die seit den 80er von einer Nostalgiewelle auf die nächste springen. Ende Juli findet in Kragerø, DEM Urlaubsgebiet für Norweger in Norwegen, das Retro Live Festival statt. Haltet Eure Hüte fest, es treten auf:

UB40, Alphaville, Samantha Fox, The Hooters, Opus, Inner Circle, Katrina and the Waves und…und…und….THOMAS ANDERS!

Ich bekomme eine Gänsehaut beim puren Gedanken, während Martin am liebsten gleich losfahren würde. Nein, nie im Leben, um so ein Festival zu überstehen, müsste ich bösartig betrunken sein.

Was ja hier in Norwegen ein Vermögen kostet. Irgendwann zu Zeiten der Prohibition hat Norwegen beschlossen, den Alkoholgenuss seiner Einwohner staatlich zu regulieren und hat das sogenannte vinmonopolet gegründet, das Wein-Monopol. Nur hier darf Alkohol mit mehr als 4,75% verkauft werden. Bier findet sich auch im lokalen Supermarkt. Die Preise sind in beiden Geschäften absolut absurd – dank sehr hoher Steuern ist Alkohol in Norwegen ein wahres Luxusgut. Wie die Norweger damit umgehen? Tja, entweder wird es achselzuckend ins monatliche Budget eingeplant oder man fährt auf Harrytur nach Schweden oder, noch besser, mit der Colorline-Fähre nach Kiel.

Die staatliche Regulierung ist meiner Meinung nach komplett nach hinten losgegangen: Ich habe in keinem unserer anderen Ländern eine derartig extremes Trinkverhalten gesehen. Und ich habe in Schottland gelebt! In Norwegen trinkt man nicht einfach. Hier wird gesoffen und zwar schon früh. Übelst betrunkene Jugendliche sind an Wochenenden ein normales Bild, bei Weihnachtsfeiern, dem julebord mit kostenlosem Alkohol, sind viele Teilnehmer schon nach der Vorspeise am Boden und angeblich werden junge Norweger nur locker mit genügend Promille im Blut. Damit die auch am besten nur Zuhause trinken, gibt es in norwegischen Bars eine Altersbeschränkung: Unter 21, teilweise auch 23, kommt hier keiner rein. Aber irgendwie hilft das auch nicht.

Norwegischen Modebloggern hat es übrigens nicht geholfen, versteckte Werbung auf ihren sehr populären Blogs zu platzieren. Immerhin haben sie so hochoffizielle Post bekommen – nämlich einen Brief vom forbrukerombudet, einem Verbraucherrat, der die meist weiblichen Bloggerinnen von ihrem (eventuell) illegalen Tun informiert hat. Die Begeisterung über die Post hielt sich in Grenzen, Aftenposten sprach sogar von einer „Hetzjagd“ (jaja, das Sommerloch!). Gelernt habe ich dabei, dass viele dieser Bloggerinnen von ihrem Blog leben – und zwar nicht schlecht. Irgendwie muss ich mal mein Konzept überdenken.

Und wenn ich schon mal am Überdenken bin, fällt mir hoffentlich auch für nächsten Freitag ein tolles Blogthema ein. Das wär doch gelacht!!! Bis dahin danke ich für Eure Geduld, wünsche uns allen eine tolle Woche mit viel Sonne, guten Ideen und ganz viel Spaß.

Ha det bra,

20150717_210748

Ulrike

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5 Kommentare zu “Hallo Sommerloch! ODER Worüber schreibe ich bloß????

    • Als Jugendliche, die 1 Jahr in Norwegen gelebt hat (in Trondhjem, um genau zu sein), kann ich das mit dem Alkohol nur bestätigen. Eine Ergänzung hätte ich aber noch: Meine deutschen Freunde sind nur wenig besser. Aber immerhin etwas. 😉 Doch ich mag angetrunkene Norweger sehr – so offen, freundlich, spontan und herzlich!

      Gruß aus Dtl.

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