Besuch im FreiaLand ODER Ulli und die Schokoladenfabrik

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(Walter von „Walters Mandler“, Erfinder der weltbesten Schokolade!)

Im nächsten Jahr werde ich weniger Schokolade essen. Nein, nicht weniger – gaar keine! Jawohl, totale Schokoladenabstinenz für mich. Stattdessen Karotten, getrockneter Grünkohl und Gurkenwasser. Genau. So mache ich das. Ab Januar.

Und heute?

Heute, da bin ich Ulli Wonka in der Schokoladenfabrik.

Willkommen bei Freia!

Hallo, meine lieben Schokoleser, wie schön, dass wir uns hier heute wieder treffen. Ein Besuch im Freia Schokoladenland stand schon lange auf meiner To-Do-Liste. Im Dezember hat es endlich geklappt. Freundin Jeanette plante für die Teestube der Deutschen Gemeinde einen Besuch und ich durfte mich anschließen. Und nahm gleich meine Mutter mit, die gerade zu Besuch war. Ein Familienausflug in das Herz norwegischer Schokolade – das klang vielversprechend.

Freia ist für Norwegen, was Milka in Deutschland ist (irgendwann muss ich mr dieses product placement mal entlohnen lassen….) und verwöhnt norwegische und nicht-norwegische Leckermäuler mit Köstlichkeiten wie Walters Mandler, Kvikk lunsj oder Kong Haakon. Der Zusatz “…et lite stykke Norge” bringt mich immer dazu, Schokolade als Souvenir mitzubringen. Und nun sollte ich also zur Geburtsstelle meiner kalorienreichen Freunde dürfen, zum kakaolastigen Herzen der norwegischen Süßigkeiten-Industrie, mitten in die Zuckerstube skandinavischer Kariesverbrecher.

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Vor der Tür planten Sebastian und ich unsere Diebestour. Anscheinend hatte der pure Gedanke an einen Besuch in der Fabrik uns in Zuckerschock versetzt, diskutierten wir doch einen Mission Impossible ähnlichen Abstieg am besten mitten in den Schokoladenkessel. – Gut, dass die nette Norwegerin, die unsere Gruppe begrüßte, kein Deutsch sprach. Wir wären bestimmt nicht über die Schwelle gekommen.

Freia, die global involviert zur Monsterkette Mondelez gehört, bietet geführte Touren für alle Alters- und Interessengruppen. Wir bekamen die “Geburtstagsgruppen” – Tour, eigentlich für Kinder gedacht, aber mit einem entscheidenden Vorteil: Wir durften unsere eigene Schokolade gestalten! Nach ein paar einführenden Worten und einigen Treppenstufen gelangten wir in einen Kantinenraum mit Bierzeltgarnituren, in dem noch leichter Würstchengeruch in der Luft lag. Nicht das, was man in einer Schokofabrik erwartete und mein Geruchssinn protestierte. Ein Überbleibsel der Gruppe vor uns sei das, erklärte unsere Führerin.

Und ich dachte schon, Freia experimentiert mit Würstchenschokolade.

Nee.

Also irgendwo gibt es Grenzen.

Mitten im Raum auf einer Art Bar, glänzte ein silberner Hahn. Nachdem wir alle mit Plastikschächtelchen ausgestattet waren, standen wir gierig in der Schlange vor dem Hahn.

Denn das war nicht irgendein x-beliebiger Hahn. Oh nein.

Aus diesem Hahn…

…kam flüssige Schokolade!

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Falls irgendjemand ein Geburtstagsgeschenk für mich sucht: Hier ist es. Die Installation, Wartung und Versorgung eines Schokoladenhahns in meiner Küche!!

Mist, ich hatte ja den Vorsatz für 2016…keine Schokolade…

Ach was, Blödsinn, Schnickschnack, her mit dem Hahn!

Ein Zug am Hebel genügte und meine Plastikform füllte sich mit süßem Gold. Noch ein paar Smarties (in Norwegen: Non Stop) obendrauf und ab damit in den Kühlschrank. Während meine Schokolade fest wurde, durfte unsere Gruppe ihre kreative Seite ausleben und eigene Schokoladenhüllen zeichnen. Aus gegebenem Anlass und dank meiner absolut nicht vorhandenen Zeichenbegabung enthalte ich Euch ein Bild meiner Packung. Sagen wir nur so viel: Freia würde dadurch höchstwahrscheinlich bankrott gehen.

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Bereits in den ersten Momenten der Führung war ich begeistert. Nicht über die Infos zur Schokoladenfabrik, ihrer Geschichte usw. Jaja, ganz interessant, jaja. Viel, viel, viel besser: Es gab dauernd Schokolade. Kleine Täfelchen hier, ein paar Riegel da, probier dies, kennst du das, hier, nimm dies.

Paradies. Jetzt fehlte nur noch Johnny Depp und ich würde hier einziehen!)

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(Freias erstes Schokoladengeschäft mit einer Auslage alter Schokoladenpackungen)

Nach der kreativen Lektion, einer Zeitreise durch die Geschichte der Kakaobohne sowie der Freiafabrik und ein bisschen Sport, gingen wir ins Kino und sahen äußerst unterhaltsame Werbefilme zum Freia-Produkt Japp. Das ist, Ihr erinnert Euch vielleicht, das norwegische Mars und ich frage mich jedes Mal, wie Freia mit diesem eindeutigen Plagiat durchgekommen ist. Es gibt in Norwegen eine Menge deutscher Schokoladen mit anderen Namen und einem ganz gering anderen Geschmack. Aber sie sind eindeutig wiederzuerkennen.

Komisch, oder?

Mit meinem zuckergeschockten Gehirn habe ich aber völlig vergessen zu fragen.

Im Kino versorgte uns die fürsorgliche Führerin mit modisch interessanten Accessoires, die große Heiterkeit auslösten. Bevor wir, hygienisch geschützt, die Arbeitshallen der Fabrik besuchen durften, statt noch ein ganz besonderer Leckerbissen auf dem Programm. Ein kultureller Leckerbissen. Ich hole ein bisschen aus.

(Für die Spannung, Ihr versteht?)

Johan Throne Holst kaufte die Freia Fabrik 1892 und machte sie in wenigen Jahren zur größten Schokoladenfabrik Norwegens (naja, die Konkurrenz war gering.) Das Geschäft lief gut, bald musste die Firma expandieren und mehr Mitarbeiter einstellen. Im Jahr 1919 entstanden drei neue Speisesäle für die Mitarbeiter. Außerdem stand das 25jährige Betriebsjubiläum vor der Tür. Etwas Besonderes musste her, um diesen Anlass gebührend zu feiern.

Wie praktisch, dass Freias Laborchef Georg Dedichen einen guten Jugendfreund hatte: Edvard Munch. Über einer oder mehreren Tafeln Schokolade (nehme ich mal an) schlug er seinem berühmten Freund vor, Bilder für die Säle zu malen.

Munch stimmte zu.

Für 80000 norwegische Kronen lieferte der Maler pünktlich zum Jubiläum wandfüllende Gemälde mit Landschaftsmotiven vom Åsgårdstrand.

Heute hängen sie im Freiasaal. Echte Munchs, mitten in der Kantine der Freia Schokoladenfabrik.

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Das war ein Erlebnis und ich vergaß sogar für einen Moment die Schokolade in meiner Hand und das will etwas heißen. (Übrigens: Sehen wir nicht alle toll aus? Nachher kommt ein noch besseres Foto und ich entschuldige mich an dieser Stelle schon bei meiner Mutter Jutta und Freundin Jeanette. Bitte, habt mich noch gern!)

Weiter ging es ins Herz der Fabrik, hier, wo Sebastian und ich Tom Cruise nacheifern und mitten in den Schokoladenkessel tauchen wollten.

Aber stellt Euch vor: Nicht nur gab es gar keinen Kessel, wir mussten dauernd hinter einer blauen Linie bleiben. Und fotografieren durfte ich auch nicht!!! Ehrlich mal, wie soll man den da kriminell werden? Na gut, guckten wir also stattdessen den unzähligen Schokoriegeln zu, wie sie langsam in kvikk lunsjs verpackt wurden. Die Maschinenhalle war fast leer, das wirkte ein bisschen gruselig, aber auch verführerisch. Da könnte man doch schnell mal….? STOP, blaue Linie!!

Ein letzer Besuch in der nun dunklen Kantine, in der nur die Munchgemälde beleuchtet waren, rundete den Besuch ab. Mir wurde ganz weihnachtlich zumute. Der riesige Freia-Weihnachtsbaum stand im Saal und kündete von den kommenden Feiertagen. Den schokoladenlastigen, zuckerschweren, wunderbaren Feiertagen.

Aber ab Januar sollte Schluss sein mit der Schokolade! Das nahm ich mir ganz fest vor!

***

So, meine lieben Leser, das war es schon für heute. Allen Osloanern kann ich einen Besuch wärmstens empfehlen: Mitten im Herzen von Oslo liegt diese norwegische Institution und freut sich auf Besucher. Die Internetseite bietet alle nötigen Informationen. Führungen werden auf Norwegisch und Englisch angeboten und dauern ca. 2 Stunden.

Tja, nun weiß ich also, wo meine kvikk lunsjs herkommen…Ihr könnt ja mal schätzen, wie lange mein guter Vorsatz für 2016 gehalten hat.

Oslo ist in fester Winterhand und wir gehen am Samstag endlich einen Schlitten kaufen und wachsen die Skier. Das Thermometer ist auf -17 Grad gesunken, aber mit ein bisschen Sonnenschein ist es ganz gut auszuhalten.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche mit hoffentlich friedlichen Nachrichten. Ab nach oben schicke ich Grüße an einen meiner Lieblingsschauspieler: “Bei Graptars Hammer…!”

Hilsen fra Oslo,

 

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(Die drei aus der Schokoladenfabrik!)

 Ulrike

 

 

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4 Kommentare zu “Besuch im FreiaLand ODER Ulli und die Schokoladenfabrik

  1. Ulli, du musst unbedingt nach Peine in die Schokoladenfabrik! Die ist ebenso toll und du kannst sogar 2 x 200g-Tafeln gießen und verzieren! 🙂
    Rausch-Schokolade macht ihrem Namen alle Ehre!

  2. Jaaaa!! Barbro hat Recht. Beim nächsten Besuch fahren wird zu Rausch. Ist wirklich super dort! Und die haben ein Café – olala!!! Aber der Freia-Besuch war Extraklasse und hat viiiiel Spaß gemacht, genau wie das Lesen Deines Artikels. Mutta-Kuss

  3. Das finde ich echt klasse, dass man diese Fabrik besuchen kann. Ich glaube, das ist gar nicht so üblich, zumindest bei uns, oder? Ich glaube, mir würde es allerdings eher den Appetit verderben, wenn man sieht, wie das alles so fabrikativ und in Maschinen hergestellt wird. Vielleicht mein persönliches Ding.. Du schreibst total super, das macht Spaß zu lesen. (-;

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