Norwegen meldet: Lieferschwierigkeiten!

@dpa

Meine lieben Leser aus Nah und Fern, schön, dass wir uns hier wieder treffen! Besonders begrüße ich alle neuen Leser und die, die meinen Blog seit kurzem abonnieren. Schön, dass Ihr alle da seid.

Ich bin es heute nicht.

Also, ich schon, physisch bin ich vorhanden, aber mein Hirn hat Lieferschwierigkeiten und mein Terminplan Koordinationsstörungen. Nun wollte ich aber nicht ohne ein nettes Wort ins Wochenende entlassen und hoffe, Ihr verzeiht mir meine Verspätung und freut Euch auch morgen noch über den Blog.

Wir sehen uns also morgen nachmittag in alter Frische, vergnügt und in Weihnachtsstimmung und ich werde Euch von einer fantastischen Ausstellung im Friedensnobelzentrum berichten.

Bis dahin,

ha det,

Ulrike 🙂

Ich will keinen Winter!! ODER Norwegen, das ist für mich….

summer

Ja, ja, ja, es hat geschneit. Ich hab‘s gelesen. Ja, alle holen ihre Skier heraus, entstauben die Pudelmützen, wienern die Winterstiefel und sind in Habachtstellung. Wann fällt die erste Flocke in Oslo? – Ich? Ich nicht. Wer hätte das jemals gedacht, aber mein erster Winter in Norwegen hat mich zum Sommerfan mutieren lassen. Winter ist schön? Pff.

Hallo, meine lieben schneebegeisterten Leser, schön, dass wir uns hier wiedertreffen. Da ist man sein Leben lang ein begeisterter Fan der weißen, kalten Masse und plötzlich hört das auf. Ein neues Land verändert, erweitert den Horizont, schränkt ihn manchmal auch ein. Erinnert Ihr Euch an meine Liste der Dinge, die für mich Deutschland sind? Heute, ohne besonderen Grund, einfach, weil ich Lust darauf habe, beginne ich eine Liste aller Dinge, die für mich Norwegen sind. Völlig wertungsfrei und offen für Eure Ergänzungen oder Fragen. Ihr müsst gaaaaaanz langsam lesen, damit jeder Begriff die Chance hat, ein Bild in Eurem Kopf entstehen zu lassen! (Und auch, weil der Artikel heute sehr kurz ist und Ihr es dann nicht so merkt…)

Los geht’s…..

Norwegen, das ist/sind für mich:

Winter, Schnee, Skilaufen, hinfallen, Waffeln, heiße Schokolade am Frognerseteren, wunderschöne Ausblicke, Natur, Natur, Natur, im Sommer am See liegen, Paradiesbukta, Birken, Picknick, 17. Mai, Nationalstolz, Ibsen, Nationaltheater, Oslo, Trondheim, Stavanger, Bergen, Tromsø, Touristen-Idylle, Blockhaus, Fjord, Murmeltiere, König Harald, Königin Sonja, Mette Marit, Haakon, NRK, Aftenposten, Kiwi, Meny, Rema1000, Deutsche Gemeinde, Frogner, Majorstuen, 22. Juli, Spitzbergen, Lofoten, Bergenbahn, Rentiere, Wölfe, Lumpen, Türen werden nicht aufgehalten, Englisch, Lutefisk, Jo Nesbo, Katzenjammer, Norwegian Wood, Frognerpark, 100km/h auf der Autobahn, Entfernungen, Freunde, Offenheit und Toleranz, Skiwachs, Gespräche über Skiwachs, T-Bane, „Dørene lukkes“, Vorspiel und Nachspiel, Russ, betrunkene Teenager am Freitagabend, Slow-TV, Stricken, Arne und Carlos, Akerselva, hohe Preise (kommt erst jetzt, ich scheine mich echt dran gewöhnt zu haben), Lässigkeit, Traditionen, Klassenbewusstsein, Demokratie, Monarchie, Kälte, handgestrickte Handschuhe, Sami, Lachs, Kaviar aus der Tube, Grandiosa, Kaffeebrenneriet, Waynes Coffee, Tim Wendelboe, Platz, Ruhe, entspannte Mitmenschen, finanzielle Sicherheit, Polarlicht, Eisbären, Hurtigrute, Hüttentour, Außenklos, Holzhäuser, Segelboote, Color Line, Norwegian, Schach, Skisprung, Biathlon, Moods of Norway, Merinounterwäsche, Wollsocken, sportfanatisch, Ehrgeiz, Valerenga, Dromedar in Trondheim, Sommernächte, Winterabende, Gløgg, Pepperkakehus, lila Adventskerzen, Rømme, NOK, Sirup, bokmål und nynorsk, Det Norske Teater, bamsemums, Monolith, Freia, NACHBARN MIT SCHLECHTEM MUSIKGESCHMACK…..RUUUUUHE!!!!!, viele Deutsche, Trolle, Walfang, Mangel an Vegetariern, 5 Millionen Einwohner, Einwanderungsland, EU-skeptisch, freundlich…..

Eine sehr persönliche Liste, in der bestimmt soviel fehlt, wie überflüssig ist. – Nun bin ich gespannt auf Eure eigenen Eindrücke! Was ist für Euch, als Besucher oder Bewohner, Norwegen?

Meine wöchentlichen Grüße gehen diese Woche nach Hamburg und an wonderful Ines, die nächste Woche nach Oslo kommt! Wir freuen uns auf dich!!! Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche, sucht nach etwas Besonderem im Alltäglichen, freut Euch auf den Winter (ich arbeite noch daran) und plant ein Winterprojekt! Wir haben heute Nachmittag die zweite Probe fürs Krippenspiel an der deutschen Schule – noch immer mit drei Marien und zu wenig Hirten. Am Wochenende ist Christkindlesmarkt in der Kirche und damit die Weihnachtsstimmung in voller Fahrt! Ich werde einen Gløgg auf Euch trinken, meine lieben Leser!

Ha det bra,

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(Kritischer Blick aus der Vergangenheit in die weiße Zukunft………)

Ulrike

Verrücktes aus der norwegischen Fernsehwelt ODER Was bitte ist Slow TV???

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Wehe, es meldet sich morgen jemand zwischen 10.15 und 15.00 bei mir. Da kann ich nicht, da gucke ich Fernsehen. Das Highlight des Jahres bei NRK 1: Die Schach-WM. Live.

Hallo, meine lieben verwirrten Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Heute geht es einmal mehr um mein Lieblingsmedium und dessen Auswüchse hier im Norden. Begleitet mich also auf eine kurzweilige Reise in die Höhen (oder Tiefen?) der norwegischen Alltagskultur.

Bergensbanen, Hurtigrute und Nationale Stricknacht – Das Slow TV begeistert Norwegen

Vor einigen Tagen erreichte mich die Nachricht, dass der norwegische Sender NRK 1, vergleichbar mit ARD, beschlossen hat, die Schach-WM live zu übertragen. „Es ist vielleicht ein bisschen verrückt“, bewertete Programmchef Rune Haug die Idee. Ein BISSCHEN verrückt? Nein, Herr Haug, ein bisschen verrückt ist es, sich die Haare lila zu färben, Trolle zu jonglieren oder in der U-Bahn zu jodeln. Die Schach-WM zu übertragen ist VÖLLIG verrückt. – So verrückt, dass es schon fast wieder kultig ist. NRK hat Erfahrung mit ungewöhnlichen Sendeformaten: In 2009 lief auf NRK 2 die erste Folge der „minutt for minutt“ – Serie, bei der Zuschauer die populäre Bergensbanen auf ihrer Fahrt von Bergen nach Oslo begleiten konnten. Anlass für diese „verrückte Idee“ (NRK) war das 100jährige Jubiläum der beliebten Bahnstrecke. Das wirklich Verrückte war aber das Interesse der Zuschauer: Insgesamt 1,2 Millionen im In- und Ausland verfolgten die Übertragung, die von Samstag 19:55 bis Sonntag morgen 3:15 dauerte. Während dieser Zeit wurden Interviews mit dem Zugführer und mit Passagieren geführt, Bahnexperten kamen zu Wort und Zuschauer hingen fasziniert vor ihren Fernsehern, um ja keinen Moment der Reise zu verpassen.

(Erinnert Euch das an irgendwas? Genau, in Deutschland läuft so ein Programm nachts – es heißt „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“ und wird als Füllmaterial genutzt. Ich stelle mir gerade vor, der NDR würde Samstagabends statt eines Krimis mit der Übertragung einer siebenstündigen Zugfahrt beginnen – was würde wohl passieren?)

Die Norweger liebten das Programm so sehr, dass im kommenden Jahr ein anderes Transportmittel verfolgt wurde: Die Hurtigrute. Diese traditionsreiche und bei Einheimischen wie Touristen beliebte Fährlinie wurde auf ihrer 134-stündigen Reise von Bergen nach Kirkenes LIVE begleitet. NRK 2 war erneut der ausführende Sender, und die Übertragung konnte am TV-Bildschirm oder per Livestream im Internet verfolgt werden – komplett mit englischen und norwegischen Kommentaren. Über 2,5 Millionen Zuschauer begaben sich per NRK mit auf die Reise und an den Häfen, entlang der Küste und auf Brücken sammelten sich Norweger und Urlauber mit Bannern und Blumen, Grüßen an die Familie und der Hoffnung, für einen kurzen Moment im Fernsehen zu erscheinen. Und selbst die königliche Familie konnte sich der Begeisterung nicht entziehen: Als die Nord-Norge nach 134 Stunden den Hafen von Kirkenes erreichte, winkte Königin Sonja zur Begrüßung von der königlichen Yacht.

Warum Slow TV?

Vielleicht gibt es in Deutschland ja ähnliche Sendungen, von denen ich einfach nichts weiß? Wie hier in Norwegen, wo ich vor einer Woche ein erneutes Highlight des sogenannten „Slow-TVs“ verpasst habe: Nasjonale Strikkenatt. Ja, Ihr übersetzt das schon richtig. Die Nationale Stricknacht. 10 Stunden lang konnten interessierte Wollfanatiker alles über Strickmuster, Schafscheren, Spinngeräte und die Geschichte des gestrickten Sockens im Allgemeinen erfahren. Ihr glaubt mir nicht? Hier ist der Beweis: Nasjonale Strikkenatt. (Internationale Leser haben wahrscheinlich keinen Zugang. Sorry. Nicht meine Schuld!) Ich danke an dieser Stelle Jeanette dafür, dass sie mich auf dieses Schmankerl hingewiesen hat. – Fernsehen der Langsamkeit ist also das Wort der Woche. Nach Slow Cinema, Slow Food und Slow Sex nun Slow TV. Die Idee ist nicht neu: Schon 1966 filmte Andy Warhol den Dichter John Giorno sieben Stunden lang beim Schlafen und in den 1980er Jahren startete im britischen Fernseher Video125, bei der Züge auf ihrer Fahrt durch England begleitet wurden (eine Idee, die dann von der Deutschen Bahn übernommen wurde). Das Konzept der Norweger ist aber so erfolgreich, dass es bereits in die USA verkauft wurde und da stellt sich doch die Frage: Warum?

Ich meine, mal ehrlich, wie spannend ist es, einen Zug oder ein Schiff zu beobachten?

Überhaupt nicht, und das scheint der Punkt zu sein. Keine Angst, ich verfalle nicht in abgenutztes Gejammer über unsere schnelllebige Zeit, blablabla. Denn würden wir nicht so schnell leben, wie groß wäre dann die Chance das Slow Food oder Slow TV Erfolg hätten? Na, eben. Auf die Kontraste kommt es an. Auf einmal hat unser Hirn nichts anderes zu tun, als aufs Wasser zu starren, oder auf die vorbeifahrende Natur. Eine Erholung! Und wir gucken sieben Stunden lang einem Zug zu, oder 134 Stunden einem Schiff und werden gaaaaanz ruhig. Ommmmmmmm. Oder beschäftigen uns 10 Stunden lang nur mit Stricken und Wolle. Oder 5 Stunden lang mit Schach.

Abschließende Gedanken zur Schach-WM und virtuelle Diskussion

Nun werden alle Schachfans wahrscheinlich seit Beginn dieses Textes ärgerlich mit den Füßen zucken, denn für sie ist Schach bestimmt eine unglaublich spannende Sportart, die ihren Platz im nationalen Fernsehen mehr als verdient hat. Mal ehrlich, schließlich wird ja auch Fußball übertragen oder…TENNIS!! Und das ist jawohl mindestens so langweilig wie….

Bitte?

…unglaublich öde und…

BITTE?

…pock pock….gäähn….

HALLO??? Das ist mein Blog und bisher habe ich hier keine fremden Stimmen erlaubt und wenn ich das eines Tages zulassen würde, wären es UNTER GARANTIE keine Anti-Tennis-Stimmen. IST DAS KLAR?

…pock…

RAAAAUS!!!!!

*schnauf*

Wo war ich? Nun also kommt die Schach-WM und ich bin gespannt. Der Grund, warum NRK sich zu dieser radikalen Programmgestaltung entschloss, hat den selben Grund, wie die plötzliche Übertragung der Frauen-Fußball-WM im französischen Fernsehen: Nationalstolz. So, wie die französischen Damen unerwartet erfolgreich am Ball waren, schiebt seit einiger Zeit Magnus Carlsen mit Geschick Figuren übers Brett. Der 22jährige Norweger ist die momentane Nr. 1 der Schachweltrangliste FIDE und seine Wertungszahl überstieg im Februar 2013 die von Schachlegende Garri Kasparow. Sein Jahreseinkommen liegt bei geschätzten 1,2 Millionen US-Dollar und dank ihm wächst das Interesse in Schach hier im Land. Mein Interesse an Schach ist gering, was auch daran liegen könnte, dass ich die Regeln nie vollständig begriffen habe. Um mal ehrlich zu sein: Ich spiele derartig schlecht Schach, dass es Partien gab, in denen sich mein König aus purer Verlegenheit ergeben hat.

Aber das wird sich ab morgen alles ändern: 10.15 NRK1. Was nehme ich denn am besten mit vor den Fernseher? Popcorn? Zu gewöhnlich. Chips? Irgendwie die falsche Uhrzeit für Junkfood. Vielleicht brunchen wir einfach gemütlich vorm Fernseher und nicken bedächtig, wenn Magnus eine Figur bewegt. Wie lange dauern denn eigentlich Schachspiele? Die Live-Übertragung endet nach 4 Stunden, was, wenn das Spiel dann gerade so spannend ist und einer kurz davor ist „Uno“ zu rufen?

Nee, Moment.

„Hochzeit“ zu rufen und die Füchse fängt!!

Nee, wartet mal, Schach, das ist das mit den Figuren und den unterdrückten Bauern und da sagt man….

„Remis!“

Jawoll.

Oder so.

Ich habe ja noch ein bisschen Zeit zum Lernen.

Die wöchentlichen Grüße an….

Das war es für heute, meine lieben Leser, für mich war dieser Ausflug ein großer Spaß und ich werde Euch auf dem Laufenden halten über die Ereignisse der Schach-WM, die Ihr in Deutschland ja leider nicht live verfolgen könnt. Tut mir leid! Ansonsten ist hier alles prima, wir erwarten gespannt den ersten Haushaltsplan der neuen norwegischen Regierung und noch gespannter die ersten Schneeflocken. Meine wöchentlichen Grüße gehen in dieser Woche an alle, die, wie ich, keine große Lust auf Schnee haben. Seid Ihr da irgendwo???

Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, haltet die Augen offen für Neuigkeiten, wechselt immer mal wieder das Tempo und vergesst nicht zu lachen.

Ha det bra,

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Ulrike

Monsteralarm in Oslo ODER HAAATSCHIHUSTSCHÜTTEL!!!

Fun germ

Gerade lese ich, Sport solle man treiben, um das Immunsystem zu stärken – ICH glaube, dass die Erkältungsviren hier in Oslo Sport treiben, um besser angreifen zu können! Die, die mich attackiert haben, waren auf jeden Fall fit wie ein Turnschuh.

Hallo meine lieben Leser, schön, dass wir uns wieder treffen. Es ist Erkältungszeit und da ich ja nichts hier in Norwegen verpassen will, schloss ich mich der schniefenden, rotzenden, tropfenden, hustenden Massenbewegung an, die in Apotheken im ganzen Land so beliebt ist. Nun bin ich voller Erkältungsmittel, die hoffentlich rasch wirken…

Oh guck….ein blauer Elefant!!!!!!!

Doof jetzt für Euch, denn ich werde mich stracks zurück auf mein Sofa begeben und den Blog für heute ausfallen lassen – Denken klappt nicht soo toll heute…

Ja, ich weiß, an anderen Tagen auch nicht…

NA, DANKE!!!!!

Ich freue mich also über Eure zahlreichen Genesungswünsche, nehme auch Blumen- oder Schokoladenpräsente bescheiden an (KEINE Nussschokolade, hört Ihr?!) und verabschiede mich  – bis in zwei Wochen. Nächste Woche verweilen wir in der englischen Hauptstadt, um das Altersjubiläum meines Gatten zu begehen (ohje, die Medikamente schlagen an anscheinend….).

Ich wünsche Euch eine schöne Zeit, wehrt Euch gegen Erkältungsattacken, bleibt oder werdet gesund und nehmt alles mit Humor 🙂

Ha det,

(nein, heute kein Foto….zu Eurem eigenen Schutz.)

Ulrike

Hoch sollst du leben, Deutschland ODER Gemeckert wird heute nicht!

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Hoch sollst du leben, Deutschland!

Aus gegebenem Anlass gibt es heute zwei Änderungen: Norwegen wird nur am Rand erwähnt und der Blog erscheint bereits am Donnerstag. Wem das zu früh ist, der kann ihn ja erst morgen lesen. Einfach die Seite schnell wieder schließen!! – Für alle anderen wedele ich mit meiner kleinen Deutschlandflagge und fühle mich dabei ganz allein. Oder wedelt Ihr auch? Es erstaunt mich immer wieder, trotz aller Beachtung der dunklen deutschen Geschichte, wie unterschiedlich Deutschland und Norwegen den Nationalfeiertag begehen. Und nicht nur die Norweger: Kanadier, Schotten, Franzosen – sie alle feiern ihr Land und sich selbst mit Stolz und Freude, Flaggen und Kanonenschüssen.

In Deutschland wedeln die Fahnen bei der WM.

Da sind wir stolz auf unser Land.

Ansonsten? Ich bin mir nicht sicher, aber die Stimmung scheint eher bedenklich zu sein, oder? Klar ist aus der Ferne betrachtet immer alles einfacher. Auch klar, dass viele Menschen in Deutschland mit Problemen zu kämpfen haben, dass es den einen zu gut geht, den anderen zu schlecht und viele sich eben gerade so durchkämpfen. Blickt der Rest der Welt auch beeindruckt nach Deutschland – was wissen die schon? Und selbst wenn auf einmal alles perfekt wäre in deutschen Landen, schliche sich ein kleines genetisches Problem in den Vordergrund und würde attackieren:  das Mecker-Gen.

Wir haben eine Meckerkultur in Deutschland, da müssen wir mal ehrlich sein, das liegt uns irgendwie. Wer meckert, fühlt sich gut.

Ob nun über den Mittagslärm der Nachbarskinder, abstürzende Computer, den verschossenen Elfer von Franck Ribery, Ausländer, steigende Steuern und sinkende Löhne, falsch geparkte Autos, ein Haar in der Suppe, ein Elefant im Porzellanladen – zum Meckern findet sich immer was. Ich spreche da aus eigener, langjähriger Erfahrung.  Meckern verbindet, schafft Aufmerksamkeit, stillt Geltungsbedürfnis und bringt das Blut zum Kochen. Es führt allerdings auch zu hässlichen Falten, Magengeschwüren und Charme-Verlust und schon hat man wieder was zu meckern. Ein teutonischer Teufelskreis. – Doof, irgendwie.

Wir sind nicht alle gleich, wir werden es auch nie sein, aber eines sind wir alle: Wir sind Deutsche. Und das wird jetzt gefeiert!

Wir sind Deutsche. Und das wird jetzt gefeiert!

In der Theatergruppe mache ich zu Beginn immer eine Meditation: Packt alle Eure Sorgen, Probleme, Ängste in eine große Box in Eurem Kopf. Deckel drauf und weg damit, ganz weit hinten in Euer Gedächtnis. Genau das machen wir jetzt auch! LOS! Weg mit dem ganzen Mist! Nur für einen Moment!

Stattdessen fragt Euch: Was liebe ich an Deutschland? Was ist für mich Deutschland? Was vermisse ich in der Ferne?

Erinnert Ihr Euch an die Szene in „Tatsächlich Liebe“, in der Hugh Grant als britischer Premierminister bei einer Pressekonferenz den US-Präsidenten Billy Bob Thornton verbal angreift: „We may be a small country, but we are a great one too … Shakespeare, Churchill, the Beatles, Sean Connery, Harry Potter, David Beckham’s right foot… David Beckham’s left foot.“ (Premier David Cameron versuchte das gestern im britischen Parlament und erntete Spott und Hohn – aber das nur nebenbei,)

So was mache ich jetzt auch und lade Euch herzlich ein, mitzumachen!

Deutschland, das ist oder sind für mich:

Fachwerkhäuser, Kartoffelpuffer, Theater, Goethe, Schiller, Rilke, Dalli Dalli, Nappo, Streuselkuchen, Strand, BMW, Mercedes, Brandenburger Tor, Neuschwanstein, Bodetal, Harz, Wiedervereinigung, Weiße Rose, Oberweserdampfschiffahrtskapitänmützenverein, Harzer Käse, Pumpernickel, Demokratie, Sozialstaat, Freiheit, Sesamstraße, Caspar David Friedrich, documenta Kassel, Nordseeküste, Ostseeküste, Alpen, Adventskranz, Dinner for One, Multikulti, Traditionen, Kegeln, Geocaching, Strandkorb, Hasenbrot, Brunch, Bratkartoffeln, Brot, Stollen, Lebkuchen, Weihnachtsmarkt, Johannes Gutenberg, Martin Luther, Bier, Otto Lilienthal, Conrad Röntgen, Mensch ärgere dich nicht, Siedler von Catan, Albert Einstein, Melitta Kaffeefilter, Mitropa Duschhaube, Hape Kerkeling, Heinz Erhard, Heinz Rühmann, Feuerzangenbowle, HARIBO, Otto Hahn, Konrad Zuse, Currywurst, Herbert Grönemeyer, Reinhard Mey, Adidas, Clara Schumann, Hannah Arendt, Joachim Gauck, Helmut Schmidt, Steiff-Kuscheltiere, Neues aus Büttenwarder, Dialekte, Plattdeutsch, James Krüss, Schullandheime, Kettenkarussell, DUDEN, Ostfriesische Inseln, Atomausstieg, Tatort, Winnetou, Manieren, Höflichkeit, Pünktlichkeit, Effizienz, Organisation, Service, Doppelkopf, Recycling, Prilblumen, Ebbe und Flut, Knödel, VW-Käfer, Sendung mit der Maus, J. S. Bach, Hildesheim, Kultur, Stadttheater, Bundesliga, Autobahn, Glühwein, Wiederaufbau, Trümmerfrauen, Brötchen, STERN, Riesling, Bremer Stadtmusikanten, Brüder Grimm, Milka-Schokolade, Brezeln, Weißwurst, Vaterland und Muttersprache, Freunde und Familie.

Das alles (und viel viel mehr) macht mein Heimatgefühl aus, meine Kultur und meinen Nationalstolz. Und wenn ich das nicht heute, am deutschen Nationalfeiertag, feiern kann – na, wann denn sonst?? Also, her mit der Fahne! Schönen 3. Oktober Euch allen, wo immer Ihr auch seid.

Ich freue mich auf Eure Kommentare und wünsche mir für heute, dass wir uns auf die schönen Seiten von Deutschland konzentrieren und dann sagen: Tolles Land!

Bis zum nächsten Mal, dann wieder über Norwegen,

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Ulrike

Dies und das und jenes…ODER Frost? Ich will keinen Frost!!!!!

Gestern Morgen war es soweit. Ich hörte, wie Martin sich fertig machte für die Arbeit. Plötzliches ein glückliches Juchzen. Nun ist mein Mann nicht gerade ein begeisterter Frühaufsteher und Juchzen ist ihm um diese Uhrzeit eher fremd. Kurze Zeit später kam er mit einem strahlenden Lächeln ins Schlafzimmer und verkündete: „Wir haben Frost!!!!!!!“

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Hallo meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Es ist also wieder soweit. Nach einem kurzen, viel zu kurzen, Ausflug in den Wärmebereich des Thermometers, geht es nun wieder abwärts.

ICH.WILL.DAS.NICHT! Hörst du, Wetter? Ich will keinen Frost, keinen Schnee, keine Kälte! Wahrscheinlich wird mein Wunsch nicht beachtet und deshalb habe ich heute offiziell die kalte Jahreszeit eingeläutet.

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Toll, oder? Dank der hilfreichen Facebook-Gruppe „Where in Oslo“ erfuhr ich heute morgen von einem guten Deal beim Sportladen XXL, die angeblich drei Paar Merinosocken für den unglaublichen Preis von nur 19 NOK anboten. Nichts wie hin da! Das super Angebot war leider schon ausverkauft – habe ich eben pro Paar 19,- bezahlt und gleich noch Unterwäsche dazu erstanden. Soooo sexy! Egal – Hauptsache warm, die Tangas lasse ich im Winter den H&M-Mädels :). Und weil ich schon mal so dabei war, wanderten auch gleich die wohl kuscheligsten Hausschuhe der Welt in den Korb. Der Winter kann kommen!

Viel habe ich Euch in dieser Woche leider gar nicht zu berichten. Bei textbroker ist ein neues Verkaufsteam am Werk und die sorgen für ordentlich Aufträge, was natürlich toll ist, aber die kurzen Deadlines lassen nicht viel anderes zu, als am Schreibtisch zu sitzen.

NEIN! Ich beschwere mich nicht…ich wollte nur erklären, warum heute nichts Spannendes von diesem Blog zu erwarten ist.

Ich würde also verstehen, wenn Ihr jetzt gelangweilt wegklickt.

Ehrlich.

No hard feelings.

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Ihr seid aber hartnäckig. Ok! Nach meinem Kransekake-Desaster von vergangener Woche habe ich die Formen nicht mehr angerührt, stattdessen aber köstliche Muffins und einen veganen Käsekuchen gebacken. Und der war so richtig lecker. Seidentofu, Tofu und Brombeeren waren eine himmlische Mischung und das Rezept war absolut einfach. Momentan versuche ich, soviel Milchprodukte wie möglich zu ersetzen, leider schmecken die veganen Brotauflagen nicht gut. Lecker ist allerdings veganer Überbackkäse, das war eine echte Entdeckung. Das Angebot ist in Norwegen eher begrenzt, einen der größten Bioläden haben wir hier glücklicherweise fast um die Ecke und gerade hat Helios auch umgebaut und vergrößert – Hurra!

Eine gute Alternative für ökologische Lebensmittel und Milch von glücklichen Kühen sind die Bauernmärkte oder „bondens marked“. Bauern aus der Umgebung bieten an Ständen so ziemlich alles an, was die Scheune und die Felder hergeben. Gerade am Sonntag haben wir per Zufall einen Markt auf dem königlichen Bauernhof entdeckt (nein, die Kühe tragen keine Kronen!). An einem wunderbaren Gemüsestand wanderten Rote Beete, Mörder-Karotten und Sellerie in meine Tasche und der Geruch von fast frisch geerntetem Gemüse begleitete uns auf dem Weg nach Hause. Am nächsten Tag habe ich alles zu einer vegetarischen Borscht verarbeitet – es schmeckte wie Herbst!! Dank der roten Beete und der Karotten hatte der Eintopf tolle Farben und schmeckte dazu einfach toll. Herbst ist fürs Kochen einfach die allerbeste Jahreszeit! Neben Gemüse bieten bondens marked auch Eier, Rentierfleisch, echt gelungene Kransekake, Honig oder Kräuter an.

Das Wetter will mich anscheinend gerade milde stimmen, die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel und lockt mich nach draußen. Heute habe ich meine ersten Kastanien gefunden. Wir haben das Ritual, die erste Kastanie des Jahres zu behalten, sozusagen als Glücksbringer für den Winter. Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber ich kann an den braunen, glänzenden Früchten einfach nicht vorbei gehen. Hier in der Sorgenfrigata stehen mehrere Kastanienbäume und heute haben sie endlich mit mir geteilt. In Compiegne standen ab Mitte Oktober immer die Straßenverkäufer mit gerösteten Esskastanien am Marktplatz und auch wenn ich kein großer Fan von Esskastanien bin, war es doch sehr gemütlich, sich an dem kleinen Stand die Finger aufzuwärmen.

Hier in Norwegen wärmt uns bald wieder der Kamin, denn noch ein Zeichen der nahenden Kälte: Unser Kiwi-Supermarkt verkauft wieder Holz und wir werden am Wochenende die ersten Vorräte anlegen. Vielleicht wäre es jetzt auch mal an der Zeit, den Keller zu entrümpeln, um statt alter Umzugskartons lieber Holz zu stapeln.

Braucht jemand ca. 100 Umzugskartons? Noch super in Schuss!!!

Ich gucke also der Kälte gefasst ins Auge und werde mich im Notfall am Schreibtisch warm tippen. Diese Woche war das Themenangebot echt unterschiedlich. Ich schreibe ja über fast jedes Thema, denn bis auf abgefahrene Sachen wie String-Theorie oder Dialekte im Himalaya lautet mein Motto: (Fast) Alles kann recherchiert und beschrieben werden. Diese Woche lernte ich also viel Neues über Brunost, den braunen Norwegerkäse, kann Euch eine Menge über Chrysler, Mitsubishi und Lexus erzählen und war gedanklich in Marseille und Nantes unterwegs. Langweilig wird es nie und jeden Tag kommen neue Aufträge. Die aktuellen entführen mich weiter nach Südfrankreich und gleichzeitig weg von diesem Blog. – Vorher werde ich mir wahrscheinlich noch kurz die Haare abrasieren. MAAANNNN!! Wisst Ihr, was passiert, wenn frau sich die kurzen Haare wieder länger wachsen lassen will? Nein? Es kommt der Moment, wo es einfach nur noch s*****e aussieht. Da bin ich jetzt! Wie schaffen es diese kurzgeschorenen Hollywood-Stars selbst im Übergangsstadium noch gut auszusehen? Rasieren werde ich wohl nicht, denn Hilfe ist nah: Meine Freundin Britta, als hätte sie es geahnt, hat mir im Mai eine wunderschöne Mütze gestrickt. Die werde ich ab jetzt aufsetzen und erst wieder absetzen, wenn die Haare auf Kinnlänge sind. So in 4 Monaten etwa.

Mit diesem Entschluss verabschiede ich mich für heute. Ich wünsche Euch allen eine wunderbare Woche, packt Euch warm ein, holt Kekse, Tee und ein gutes Buch oder den Lieblingsfilm hervor und macht es Euch gemütlich! Meine wöchentlichen Grüße gehen heute mal an meinen Stiefvater Dieter, einen treuen Blogleser! Wir sehen uns im Dezember 🙂

Ha det bra,

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Ulrike

Außer Betrieb in Oslo II

…

Ich stelle mich selber in die Ecke und werde sehr streng mit mir reden. Morgen gibt es kein Eis für mich und um 19h ist Schlafenszeit.

Versprochen.

2 Wochen ohne Blog.

SCHANDE!!

Aber ich hab schon ein ganzes tolles Thema, ehrlich!!!

Bleibt mir treu liebe Leser, denn als nächstes fahren wir mit der U-Bahn nach Grönland!

Seid gespannt!

Ha det bra 🙂

Ulrike

Heute: Außer Betrieb in Oslo

Hallo meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Ich wollte Euch nicht ohne ganz allein ins Wochenende gehen lassen. Nett von mir, oder? Da aber seit gestern meine Mutta zu Besuch ist, die Sonne strahlt, wir nachher noch zu einem Sommerfest eingeladen sind und wir abends ein Aquarium samt Fischen bekommen, muss der Blog verschoben werden.

Auf morgen oder übermorgen.

Oder Montag.

Spätestens Dienstag!

Ich wünsche Euch einen tollen restlichen Freitag, zürnt mir nicht, werte Leserschaft! Wir sehen uns bald.

Ha det bra,

SAMSUNG

 

Ulrike

Zurück in die Zukunft oder Es war alles nur halb so schlimm!

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(Danke Mutta :)…)

Blumen umgepflanzt, auf Vulkan geklettert, Holzfußboden auf Balkon verlegt, Stadtführung übersetzt, gebadet im See, Shakespeare gelesen, Fenster geputzt, Freunde besucht, durch Schlamm gewandert und im Wald verlaufen…was man nicht alles schafft in einer Woche!

Ein jubelndes und strahlendes HALLO an diesem verregneten Vormittag meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen, ich habe Euch vermisst!

Mit zittrigen Fingern begann ich am Sonntagabend meine internetfreie Woche begleitet von herzlichen Wünschen, skeptischen Wahrsagungen und gutgemeinten Ratschlägen. „Dann bis morgen!“ riefen die Skeptiker. „Ohje ohje!“ schnieften die Gläubigen. Ein kurzer Knopfdruck und mit dem verglimmenden Monitorlicht begab ich mich auf die Reise ins Mittelalter. Ade, geliebte Welt, vergiss mein nicht…

…

…

…

Seufz.

…

…

SO EIN QUATSCH!! Es war überhaupt nicht so dramatisch, ehrlich, ich frage mich, warum wir das nicht alle mal machen! Zugegeben, es fing etwas kompliziert an, nämlich damit, dass ich vergessen hatte, die Telefonrechnung noch vorher online zu bezahlen und dafür extra zur Bank musste. Kein Problem, dachte ich.

Schlange! In der Bank! Vor der Kasse! 11 andere Kunden. Es war Montagmorgen und Bine und ich waren auf dem Weg zum Holmenkollen und ich wollte „nur mal schnell bei der Bank reinspringen.“ Nach 5 Minuten war gerade ein einziger Kunde abgearbeitet worden. So nett die Norweger auch sind, sie sind kein Dienstleistungsvolk und der persönliche Kontakt mit einem Bankangestellten erinnert mehr an eine Audienz von Königs Gnaden. Dauert aber länger.

Nach 10 Minuten verließ mich die Geduld und ich beschloss einen erneuten Versuch am Nachmittag. Diesmal gab es keine Schlange! Juchhuuu!

Dafür war das Computersystem zusammengebrochen.

Warum ich denn nicht Internetbanking nutzen würde, fragte man mich. Mein Internet sei gerade unterbrochen, erwiderte ich und erntete mitleidige Blicke.

Am nächsten Tag war ich endlich erfolgreich und Telenor, die norwegische Version von T-Online,  um einige norwegische Kronen reicher. An dieser Stelle muss ich zugeben, ganz am Thema vorbei, dass ich immer noch umrechne. Immer noch! Nach über einem Jahr stehe ich also wie damals, in den ersten Tagen, an der Supermarktkasse und überschlage im Kopf, was ich gerade bezahlt habe. Oder im Geschäft, ob ich das wirklich bezahlen will. Die Kronen und ich haben es nicht leicht miteinander. Momentaner Umrechnungskurs ist 7,92 was klasse ist für unseren kommenden Trip nach Hamburg, da ist unser Geld ordentlich was wert. (Stimmt doch, oder? Nee, wieder falsch! IHR müsstet hierher kommen, das lohnt sich gerade. Für uns ist es eher teuer…oder? Ich bin eine derartige Null bei diesen Währungsumrechnungen. Bankkaufleute und Wirtschaftsnerds bitte melden!)

Nach nur drei Anläufen war die Rechnung also bezahlt, eine Aufgabe, für die ich im Internet nur einige Minuten gebraucht hätte. Ähnlich unpraktisch war der ständig ins Hirn poppende Gedanke: „Das muss ich später mal googlen!“ oder „Das google ich mal schnell!“, gefolgt von dem selbstkontrollierenden Gedanken: Ach nee. Aber wenn ich mal ganz ehrlich bin, sind 9 von 10 Dingen in Wahrheit nicht so wichtig wie sie im ersten Moment erscheinen und können guten Herzens für immer ungegooglet bleiben. Ich verstricke mich beim Suchen immer derartig, dass ich nach Stunden im Netz gar nicht mehr weiß, was ich eigentlich wollte. Zeitverschwendung, ganz massiv.

Stattdessen habe ich in der vergangenen Woche das schöne Sommerwetter in Oslo genutzt und bin gewandert. Das wunderbare Buch „På tur i Oslomarka året rundt“ (Ganzjährig unterwegs in der Oslomarka) lockte mit Zielen und Strecken. Ich kletterte also mit 20 Kindergartenkindern als zufälliger Begleitung auf den Vettakollen, schwamm mit Entenküken im Bogstadvannet und verlief mich ganz gewaltig auf dem Weg zur Tryvannstua und endete ratlos auf einem kaputten Holzsteg mitten im Sumpf. Ein Hoch an dieser Stelle auf den norwegischen Sommer. Er ist nicht oft da, aber wenn, dann wunderschön. Als ich auf der Wiese am Bogstadvannet lag und in Himmel schaute, musste ich einmal ordentlich seufzen vor Wonne: Hellblauer Himmel mit ein paar Wattewolken, ein leichter Wind, der die Birkenblätter über mir zum Rauschen brachte und eine strahlende Sonne, die das klare Seewasser glitzern ließ. Mein norwegischer Sommer. Wunderschön.

Leider schon wieder vorbei, es regnet seit Tagen in Strömen. Da hatte ich letzte Woche einfach verdammtes Glück. Plötzlich hatte ich viel mehr Zeit, was natürlich auch daran lag, dass ich nicht arbeiten kann ohne Internet. Statt also Artikel für Ebay oder Hapag-Lloyd zu schreiben, stürzte ich mich auf die noch ausstehende Übersetzung für Freund Ben, aber auch das war ohne meinen guten Kollegen Leo.org schwierig. Überhaupt erschien die Welt wieder viel größer und schwieriger zu erforschen. Gut, es gab Nachrichten und Fernsehen im Allgemeinen, aber die schnelle, problemlose Recherche ist darüber nicht möglich. Für die meisten Artikel habe ich eine ein- bis zweitägige Abgabefrist und da brauche ich die Informationen schnell und gleich und am besten schon gestern. Das Leben wird langsamer ohne Internet. Der Mensch muss also geduldiger werden.

Nicht gerade eine meiner Stärken.

Trotz dieser Tempoverschiebung hatte ich mir die Sache schlimmer vorgestellt. Manche Kontakte finden zwar nur im Internet statt und es war beruhigend zu sehen, dass es auch sozialen Kontakt in der realen Welt gibt. Eine Woche ist vielleicht auch zu kurz, um die Cyberkontakte in Realweltkontakte umzumünzen. Will man das aber auch? Dann wird der Kontakt so …naja….real? Wie dem auch immer sei, ich könnte ohne Facebook leben, das habe ich in der Woche festgestellt. Sofern ich dann eben auf andere Art und Weise Kontakt zu meinen Lieben hätte. Ich sei also noch therapierbar, meinte ein Freund mit Hoffnung in der Stimme.

Klar bin ich als erstes vorgestern auf die Seite von Facebook um zu sehen, was ich verpasst hatte…logisch!!!! Hallooooo? Ich bin es, an-therapiert aber noch nicht umgepolt!

Was kann ich also, für mich ganz persönlich, nach einer Woche internetfreiem Leben sagen?

Es geht nicht ohne.

  1. Beispiel: Emails sind eine derartig selbstverständliche Art der Kommunikation, dass sie nicht zu lesen wäre, als würde man den Briefkasten im Treppenhaus nicht regelmäßig kontrollieren. Geht nicht.
  2. Beispiel: Informationen.
  3. Beispiel: Kontakte.
  4. Beispiel: Will nicht ohne, weil es lustig ist und außerdem einfach, weil es da ist. (Ein Zitat, das ich in der letzten Woche gelernt habe in einer Dokumentation über den Mount Everest. Auf die Frage, warum man den Berg besteigen sollte, antwortete George Mallory: „Weil er da ist.“)
  5. Aber ich verstehe auch alle, die es nicht benutzen. Auch wenn Ihr das jetzt nicht lesen könnt, weil Ihr meinen Blog ja nicht kennt.
  6. DER BLOG! Und Ihr meine lieben Leser…obwohl….ich könnte ihn auch mal mit der Post schicken, was denkt Ihr? Wer das möchte: Her mit den Adressen!

Das waren also meine Erlebnisse in der internetfreien Woche. Irgendwie hatte ich auf mehr Drama gehofft, tut mir leid. Das kommt vielleicht wirklich erst nach einem Monat oder einem Jahr ohne Internet.

Aber ich bin doch nicht verrückt.

Das war es schon wieder für heute meine lieben Leser, schön, dass wir Zeit miteinander verbracht haben. Morgen früh starten Martin und ich Richtung Hamburg, wo wir bis Montag bleiben werden. Drückt am Samstag ab 15 Uhr die Daumen, 3000 Powerfrauen joggen durch den Stadtpark von Hamburg beim diesjährigen Women’s run, ich mitten unter ihnen. An dieser Stelle schon mal die Grüße der Woche an meine Berliner Lieblingsstudentennichte, die Samstag Prüfung hat anstatt mit ihrer Tante durch den Stadtpark zu joggen. Meli, wir drücken dir feste die Daumen!

Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, klettert mal auf irgendwas nur weil es da ist, macht Cyberkontakte zu realen Kontakten und tanzt eine Runde im Regen mit mir!

Ha det bra,

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(für die wichtigen Dinge im Leben….Wimbledon 2013 nur bei liveticker und Radio)

 

Ulrike

 

Achtung, Achtung: Pause bis 24. Juni ODER Wie überlebe ich sieben Tage zu Hause ohne Internet??

No-internet

Hallo meine lieben Leser und schön, dass wir uns hier wieder treffen. Allerdings nur für eine Ankündigung…Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein.

Es gibt heute keinen Blog.

Also, naja irgendwie schon, weil ich ja gerade was schreibe.

Aber eigentlich eben auch nicht.

Versteht Ihr????

Und nächste Woche….

…gibt es auch keinen Blog. Da bin ich nämlich im Off-Modus und entdecke die Welt ohne Internet. Falls da eine ist. Ab kommenden Montag gehen das Internet und ich getrennte Wege. Es gibt einige wenige, die mir die Abstinenz nicht zutrauen (verstehe ich gar nicht!!!) und bis jetzt ist mir noch kein Weg eingefallen, wie ich Euch beweisen kann, dass ich offline bin. Für Ideen bin ich dankbar! Ansonsten bin ich gespannt was passiert und werde darüber Montag, den 24.6. berichten. HIIIILFEEE!!!!!!!!! Im Urlaub, ja okay, da kann ja jeder ohne Internet leben…aber hier zu Hause…im normalen Lebensumfeld….OHNE…..mir wird ganz schwummerig…was mache ich denn bloß??

Vielleicht eine Therapie, das scheint angemessen.

Schreibt mir, liebe Leser….allerdings bitte keine emails, das wäre unsinnig. Aber vielleicht…Briefe!! Genau, oder Karten…Telegramme? Meine Adresse ist bekannt? Falls nein, hier:

Ulrike-ohne-Internet Niemann, Mittelaltergasse, Oslo.

Ich werde stark sein. Sind ja nur sieben Tage. Wie beweise ich Euch nur, dass ich offline bin????? Mal gucken!

Für heute verabschiede ich mich also von Euch, Freundin Sabine und ich wollen raus in die Sonne. Wir haben das nötig.

ullibinebunt

Für alle Osloer Freunde: Morgen ist Hausfest in der deutschen Gemeinde, kommt in Scharen, das Programm ist einfach genial und das Essen auch!!!

Und nun finally: Ihr werdet mir fehlen, liebe Leser, vergesst mich nicht!! Ich wünsche Euch eine tolle Woche, genießt die Sonne, macht den Rechner einfach mal aus und geht feiern! Meine Grüße gehen in dieser Woche an meine tollen Theaterleute Isabella, Daniela und Friedbert und an alle, die uns geholfen haben. TOI TOI TOI für morgen, wir lassen es krachen!

Ha det,

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Ulrike