Skandal am Königshaus wegen Schulwechsel ODER Wer will schon immer gleich sein?

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Kurz vor dem alle Jahre wiederkehrenden, umsatzschwachen Sommerloch fiel der norwegischen Presse noch eine Sensationsmeldung auf die Schreibtische: Kronprinz Haakon und Gattin Mette-Marit ließen verlauten, ihre beiden Kinder werden ab Herbst 2014 Privatschulen besuchen.

Privatschulen????

Skandal!!!

Hallo meine lieben adelstreuen Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. ENDLICH mal ein Blog über die Königsfamilie! Gleichzeitig aber auch ein Einblick in die norwegische Seele, das norwegische Schulsystem und die Macht der Presse. (Dies als Köder für alle, die beim Thema Königsfamilie gelangweilt wegklicken wollen.)

Fangen wir am Anfang an. Da ist bekanntlich das Wort, in diesem Fall: Folkelig. Das ist ein schwer zu übersetzender norwegischer Begriff und bedeutet, grob gesagt, volksnah. Wer folkelig ist, ist wie alle anderen. Und DAS ist gut so. Besonders von der Königsfamilie wird erwartet, dass sie folkelig ist. Immerhin ist die gesamte Monarchie vom Volk beschlossen worden und da darf man jawohl erwarten, dass die im gelben Schloss sich nicht soviel auf ihren Status einbilden.

Gleichheit mag vielleicht ein Recht sein, aber keine Macht vermag sie in die Tat umzusetzen.

Honoré de Balzac (1799 – 1850), französischer Philosoph und Romanautor

Nun gibt es aber ein Paradox: In §5 des norwegischen Grundgesetzes steht, dass der König heilig ist („Kongen er hellig.“). Und da kann ein Heiliger noch so volksnah sein, heilig bleibt er trotzdem und schwebt damit, metaphorisch ausgedrückt, ein paar Meter über dem Erdboden.  Ein anderes Paradox ist, dass die Königsfamilie selbstverständlich in einer Welt voller Privilegien lebt, Privilegien sowohl sozialer als auch ökonomischer Natur. Und damit sind sie nicht allein, denn so sehr die Norweger auch vom Janteloven – dem Gleichheitsgesetz – träumen, gibt in Realität natürlich immer Leute, die reicher sind, besser vernetzt, angesehener. Und damit weniger gleich. Die Königsfamilie versucht seit Jahrzehnten, die Balance zwischen sozialer Vormachtstellung und Volksnähe zu schaffen. Unvergessen die Straßenbahn-Fahrt von König Olav 1973 während der Ölkrise. Wie Ole Nordmann (der gewöhnliche Norweger) saß das Staatsoberhaupt neben seinen offensichtlich begeisterten Untertanen und zückte seine Geldbörse, um ein Ticket zu kaufen. (Dass er die übrigen Jahrzehnte seines Lebens in Luxuskarossen durch die Weltgeschichte oder Norwegen fuhr, blendete das Volk damals scheinbar aus.)

Quelle: Dagbladet, 18.6.14

Quelle: Dagbladet, 18.6.14

Ähnliches gilt seit Jahrzehnten für den Schulbesuch der königlichen Sprößlinge.  Sowohl Kronprinz Haakon als auch seine Schwester Prinzessin Märtha Louise besuchten die öffentliche Schule in Smestad, in der bereits ihr Vater nach dem zweiten Weltkrieg die Schulbank drückte. Königin Sonja begann ihre Schulkarriere in einer Privatschule, wechselte aber dann ebenfalls zur Smestadt Schule und erreichte 1954 an der Realschule von Ris ihren Abschluss. Und bis zu diesem Sommer traf diese volksnahe Schulwahl auch auf die Kinder des Kronprinzenpaares, Thronfolgerin Ingrid Alexandra und ihren Bruder Sverre Magnus, zu. Beide besuchten – laut Königshaus ohne nennenswerte Probleme – die Jansløkka Schule in Asker bei Oslo.

Foto: Eivind Griffith Brænde

Ingrid Alexandras erster Schultag in Asker. Foto: Eivind Griffith Brænde

Der sie heute, am letzten Schultag, „Ha det“ gesagt haben.

Denn ab Herbst wird Ingrid Alexandra nach dem Willen ihrer Eltern die Internationale Schule Oslo besuchen, Sverre Magnus die Montessori-Schule Oslo. Diese Meldung wirkte wie ein Stich ins Wespennest. „Fjerner seg fra folket!“ titelte das linksfreundliche Boulevardblatt Dagbladet. Das Kronprinzenpaar entferne sich vom Volk – sei also, kurz gesagt, nicht mehr folkelig. Dabei sei es eine lange Tradition in Norwegen, dass das Königshaus Bescheid wisse über das Alltagsleben der Norweger. Mit dieser Entscheidung zur Schulwahl entferne man sich von dieser Tradition, so Torgeir Knag Fylkesnes von den Linken. Martin Kolberg von der Arbeiterpartei sah in der Entscheidung gar einen Schritt Richtung Ende der Monarchie. 100.000 norwegische Kronen koste allein die Internationale Schule pro Jahr, jaulte die Zeitung weiter, und was denn so schlimm wäre am weiteren Schulbesuch in der öffentlichen Schule in Asker?? Das Königshaus reagierte gelassen und begründete die Wahl für Prinzessin Ingrid Alexandra damit, dass sie „grundlegende Fähigkeiten erlangen soll, in Englisch zu denken, zu sprechen und zu schreiben.“ Die ironische Antwort von Politiker Fylkenes ließ nicht lange auf sich warten: „Man sollte glauben, dass Ingrid Alexandras Aufgabe als Prinzessin und spätere Königin von Norwegen sei, auf NORWEGISCH zu denken und zu sprechen.“

Die Fronten sind also verhärtet, an der Situation ändert sich aber nichts. Die norwegischen Königskinder gehen auf die Privatschule. Dem Willen ihrer Eltern gemäß.

Ich finde diese ganze Diskussion sehr spannend. Nicht, weil sie das Königshaus betrifft, aber weil sie einen Einblick in die norwegische Seele ermöglicht: Man kann gerne reich oder mächtig sein, aber das hat man gefälligst für sich zu behalten. Wie aber lässt sich dieses Ideal vereinbaren mit dem Wunsch der Eltern, für die bestmögliche und am besten geeignete Ausbildung ihrer Kinder zu sorgen? Mit diesem Wunsch stehen Haakon und Mette-Marit ja nicht allein da. 30% der Schüler der Internationalen Schule Oslo sind norwegische Kinder (neben Kindern von Botschaftsangestellten und anderen ausländischen Angestellten hier in Oslo) mit norwegischen Eltern. Sie alle wollen eine international geprägte Ausbildung für ihre Kinder. Eine Ausbildung, die es so an norwegischen Schulen nicht gibt.

Und ja, dafür muss man dann eben bezahlen.

Und nein, das können nicht alle Eltern in Norwegen, auch wenn sie es gerne würden.

Und doch, das widerspricht dem Ideal der Gleichheit.

Deshalb kann all die Kritik, die seit Mittwoch durch die Foren der Onlineausgaben von Dagbladet oder Aftenposten schwirrt, in denen Mette-Marit als „snobistischer Emporkömmling“ bezeichnet wird, die allein verantwortlich für die elitäre Schulwahl ist; in denen die Monarchie als „auf dem absteigenden Ast“ bezeichnet wird  und in denen die öffentlichen Schulen gepriesen werden obwohl (oder gerade weil) sie „anscheinend für privilegierte Königskinder nicht geeignet sind“ – all diese Kritik könnte genauso gut den anderen norwegischen Eltern gelten, die diese Wahl für ihre Kinder getroffen haben. Sie alle sind nicht mehr folkelig.

Aber stimmt das? Sind sie nicht gerade dadurch volksnah, dass ihnen, wie allen norwegischen Eltern, das Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt? Dass sie eine Entscheidung treffen, ohne auf die Kritik der Umgebung zu achten, weil sie das Beste für ihre Kinder wollen? Und geht es bei der Schulwahl wirklich um Prestige oder vielleicht doch eher um Qualität? Und wenn das so ist, warum verlieren die öffentlichen Schulen dann? Fehlt es diesen Schulen eventuell an individueller Betreuung und ausreichendem Personal? Vielleicht wird das Gleichheitsprinzip auch in den öffentlichen Schulen zu sehr in den Mittelpunkt gestellt. Aber es gibt nun einmal intellektuelle Unterschiede zwischen Schülern, so ist eben das Leben, und diese Unterschiede nicht zu beachten zugunsten eines abstrakten Gleichheitsprinzips – das ist doch hirnrissig. Ich muss mich damit näher befassen: Ein Blog zum norwegischen Schulsystem wird also folgen.

Die Diskussion wird hier in Norwegen weitergehen und ich werde Euch auf dem Laufenden halten. Für den Moment sind die Fronten etwas verhärtet, an der Situation ändert es aber nichts. Und das ist auch gut so, denn wer will schon ein Königshaus, das sich zu sehr nach den Wünschen und Beschwerden seines Volkes richtet? Denn schließlich, um Ebba D . Drolshagens Buch Gebrauchsanweisung für Norwegen zu zitieren: „Ist sie (die Königsfamilie) zu normal, macht sie sich schnell entbehrlich…“ – und das wollen wir ja auch nicht!

***

Das war es für heute, meine lieben Leser, mit unserem Ausflug in die norwegische Seele. Euch allen wünsche ich eine tolle Woche und meine wöchentlichen Grüße gehen mal wieder an Euch, meine Leser. Toll, dass Ihr da seid! Und besonders toll, wenn Ihr mich im Supermarkt ansprecht und mir erzählt, dass Ihr den Blog lest. Darüber freue ich mich den ganzen restlichen Tag! Macht es also gut, viel Spaß in den Ferien, bei der WM, im Garten, mit Freunden oder wo auch immer Ihr die Zeit verbringt.

Ha det bra,

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Ulrike

 

Willkommen in Oslo, Herr Bundespräsident ODER Entschuldigung, wieso dürfen wir hier nicht rein??

publik.verdi.de

publik.verdi.de

Im Ausland wird der Mensch patriotisch. So komisch es klingt, so wahr ist es doch. Jedenfalls für mich. Ob die deutsche Nationalmannschaft im Curling in Kanada, ein deutscher Weihnachtsmarkt in Edinburgh oder deutsche Würstchen auf dem Markt in Oslo – ich bin gleich über alle Maßen begeistert.

Hallo, meine lieben patriotischen (?) Leser, schön, dass wir uns wieder treffen. In dieser Woche erlebte ich eine Deutsche, die mit Kopfschütteln und Leidensmiene verkündete, sie wäre „nicht gerade glücklich, Deutsche zu sein.“ Ja, das ist natürlich schlecht. Reisende soll man aber bekanntlich nicht aufhalten und so schlage ich statt unterwürfiger Reue im Ausland einen Wechsel der Staatsbürgerschaft vor. Fertig! Aber das nur nebenbei. Weiter zu Joachim Gauck: Während der Bundespräsident und die First Lady heute nach Trondheim reisen, berichte ich Euch von der offiziellen Begrüßung am Mittwochmorgen vor dem königlichen Schloss.

Die begann sportlich. Wie das bei Menschen so üblich ist, siegte am Mittwochmorgen der Gruppentrieb: Auf der nördlichen Seite des Schlosses hatten sich um 9.20 Uhr die ersten Deutschen mit deutschen Flaggen und guter Stimmung versammelt. Das reichte als Zeichen für weitere Gruppenansammlung. Neben den ca. 100 Schülern der Deutschen Schule warteten also noch weitere Deutsche auf Einlass zu den Publikumsplätzen. Jeder, der eine solche Einladung vorweisen konnte…

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… durfte extra nah ran an den Mann.

Oder das Schloss.

Auf jeden Fall weg vom gewöhnlichen Gafferpöbel.

(Ja, blaue Einladungskarten vom Königlichen Hof machen arrogant. Was soll ich tun?)

Um 9.30 sollte der Einlass beginnen. Froh gelaunt knipsten wir die ankommende Königliche Garde, die berittene Polizei und uns gegenseitig. Die Sonne strahlte, die halbe Stadt war mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und Blumenkästen dekoriert und unsere Laune war prächtig.

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Bis zu dem Moment, als um 9.30 Uhr die beiden Polizistinnen das verschlossene Absperrgitter öffneten und nur die Schüler und Lehrer der Deutschen Schule einlassen wollten.

„Wie? – Was??? – UND WIR????“ jaulten wir anderen los. Ja, das wüsste sie jetzt auch nicht, zuckte die blonde Polizistin die Schultern und schloss das Gitter wieder. Stände denn nichts auf der Einladung? Pff, tolle Idee, auf der Einladung!  Das hätten wir wohl gesehen, wenn da was stände, wir können ja schließlich lesen, oder was wolle sie damit andeuten und….

Oh…

Guckt mal, auf der Rückseite ist eine Karte. Also, die Schulkinder stehen rechts vor dem Schloss und wir anderen sollen…ach guck…nach links…zum südlichen Eingang…also genau auf die andere Seite.

Ratlos blickten wir auf die Absperrgitter vor uns, die sich hübsch glänzend vom Schloss aus die gesamte Karl Johan Gate hinunterzogen. Ich kalkulierte meine Fähigkeit mit dem dicken Bauch über das Gitter zu klettern: Gering, sehr gering. Außerdem wohl auch nicht gern gesehen bei den streng blickenden Sicherheitsleuten.

Ein entschlossener Mitarbeiter der Deutschen Botschaft hatte einen Plan: „Auf der Hälfte der Auffahrt stehen Polizisten, wir fragen, ob sie uns auf die andere Seite lassen.“ Ein Plan, endlich! Es folgte der stramme Marsch einer Gruppe Deutscher, die in geballter Entschlossenheit kurze Zeit später vor drei norwegischen und ahnungslosen Polizisten stoppte. Unsere Entschlossenheit auf die andere Seite zu kommen (und zwar schnell), traf auf höfliches Desinteresse. Bei den Polizisten. Nicht bei den umher stehenden Touristen, die uns neugierig betrachteten. Nach energischem Wedeln mit blauen Einladungskarten, ein paar gewechselten Sätzen ins Walkie-Talkie und aufgrund der generellen Gutmütigkeit der Norweger geschah es: Zum zweiten Mal an diesem Tag öffnete sich ein Absperrgitter vor uns. Diesmal durften wir durch!

Hätte das Königspaar in diesem Moment aus einem Schlossfenster geguckt, was hätten sie wohl von der Gruppe Deutscher gehalten, die gerade quer über die abgesperrte Auffahrt joggte? Wir werden es nie wissen und wir hatten auch keine Zeit darüber nachzudenken, denn nun mussten wir die Auffahrt wieder hinauf, um dann endlich, endlich, am richtigen Platz zu landen. Keuch, keuch. Warum wir nicht einfach hinter den Schulkindern her auf die linke Seite gehen durften, ist ein Rätsel, das wir nicht lösen konnten. Stattdessen zuckten wir unsere Pässe und wappneten uns für eine gründliche Kontrolle. Zu der nur so viel: Dass kein Attentat auf König oder Bundespräsident verübt wurde, kann man nicht den beiden Sicherheitskräften verdanken, die uns hineinließen. Ins Parlamentsgebäude durfte ich nicht einmal ein Taschenmesser mitnehmen, aber ich hätte problemlos zwei Staatsoberhäupter samt Gattinen beim Staatsempfang auslöschen können. Weder mein Pass noch meine Tasche hat irgendwen interessiert. Nun gut, ich bin harmlos, da haben sie nochmal Glück gehabt.

Die Sonne brannte vom Himmel, als wir vor dem Schloss unsere Stehplätze einnahmen. Uih, so nah dran am Geschehen!

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Mitleidig fiel mein Blick auf die Garde, deren Mitglieder seit über 25 Minuten bewegungslos in der Hitze standen. Natürlich in voller Uniform und mit Hut. Von links erschien nun eine norwegische Delegation, von denen ich nur den Osloer Bürgermeister Fabian Stang erkannte. Brav nahmen die VIPs Aufstellung am roten Teppich. Wenige Minuten später erschien das Königspaar, er in voller Uniform, sie im cremefarbenen Ensemble mit passendem Hut. Die Glücklichen stellten sich im schattenspendenden Pavillon auf Position, den einige der schwitzenden Gardemitglieder wohl nur zu gern gestürmt hätten. Während Königin Sonja im Schatten bleiben durfte, nahm der König die Parade ab, dann begrüßten beide die VIP-Delegation und nahmen schließlich am anderen Ende des roten Teppichs Aufstellung.

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Mir war warm und einen Stuhl hätte ich auch gern gehabt. Jammer, jammer. Aber ich riss mich zusammen: Neben mir stand die hochschwangere Christina und wenn die nicht jammerte, dann musste ich Bauchküken mich auch zusammennehmen. Mal ehrlich!

Uh, Achtung, eine Wagenkarawane näherte sich!! Nach zwei weißen Polizeiwagen folgte die schwarze Staatskarosse und hielt genau vor den Füßen des norwegischen Königspaares. Die Türen öffneten sich und unter lautem Jubel entstiegen Joachim Gauck und Daniela Schadt. Kronprinz Haakon, der die beiden offensichtlich abgeholt hatte, schloss sich der gutgelaunten Gruppe an, die sich gleich viel zu erzählen hatte.

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Im schützenden Schatten angekommen, erklangen die beiden Nationalhymnen. Warum singen wir Deutschen eigentlich nicht mit? Oder machen wir es nur, wenn wir in großen Gruppen sind? Oder nur beim Fußball? Oder wie oder was? An diesem Morgen hörte ich um mich herum auf jeden Fall nur Stille. Komisch. Ob die beiden Ehrengäste sangen, konnte ich leider nicht erkennen. Nach dem letzten Ton wiederholte sich die Prozedur, die vorher der König allein unternommen hatte: Abnahme der Garde, Begrüßung der VIPs. Dann lenkte der König seine Gäste zu den wartenden Schulkindern, die in begeistertes „Hipphipphurra“ ausbrachen. Der Bundespräsident zeigte sich ebenfalls begeistert, ließ sich auf Selfies mit den Schülern ablichten, fragte und erzählte und nahm sich Zeit.

Dann ging er mit dem König gemeinsam ins Schloss.

Äh…

Hallo??…

Herr Gauck? Joachim?? Jojo?? Wir sind auch noch da, hier links auf der anderen Seite.

Hatte er etwa gehört, dass wir die Hymne nicht mitgesungen hatten? War er einfach müde und wollte raus aus der Sonne? Was immer es war, der Bundespräsident ging ohne weitere Wort hinein und ließ uns stehen.

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Aber wozu hat man eine First Lady? Und eine Königin? Daniela Schadt und Königin Sonja erwiderten unsere Grüße mit guter Laune und netten Worten, bevor sie sich ihren Männern anschlossen und endlich, endlich wieder in den Schatten durften.

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Immerhin!

Nur wenige Minuten später rollten Mitarbeiter den roten Teppich wieder ein und zwei Gardemitglieder sanken in eine gnädige Ohnmacht. Der ganze Zauber war vorbei. Aber – es hatte sich gelohnt.

***

Das war es schon für heute, meine lieben Leser! Ich finde es immer wieder toll, was man hier in Oslo so erlebt. Euch allen wünsche ich ein tolles Wochenende und viel Spaß bei der WM. Schon wieder eine Chance, patriotisch zu sein und so werden wir am Montag vor der Akershus Festung beim public viewing die Jungs von Joachim Löw lautstark anfeuern. Nach dem fast skandalösen Start gestern hoffe ich auf einen guten Schiedsrichter und natürlich ganz viele deutsche Tore. Allen Nicht-Fußballfans wünsche ich für die kommenden vier Wochen starke Nerven – immerhin gibt es dieses Mal keine Vuvuzelas.

Ha det bra,

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(keine Ahnung, warum ich so schmerzverzerrt grinse…..)

Ulrike

Norwegische Nationalgerichte aus Ulrikes Küche ODER Heute gibt es Rømmegrøt!

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Schweigen am anderen Ende der Leitung. Dann folgt ein bestimmtes: „Gut, dann esse ich Brot heute oder hol‘ mir eine Pizza.“ Martin, mein unerschrockener Partner in allen kulinarischen Lebenslagen, lässt mich im Stich. Und das nur, weil ich angekündigt hatte, ein neues Rezept auszuprobieren.

Hallo, meine lieben hungrigen Leser und willkommen in meiner Küche! Schön, dass wir uns hier wieder treffen. Der Blog geriet ein bisschen sehr persönlich in den letzten Wochen und da ich vermute, dass sich viele nicht unbedingt für Neues vom Mammayoga sondern für Neues aus Norwegen interessieren, musste mal wieder ein typisch norwegisches Thema her. Dachte ich so. Nur was? Die Auswahl ist so groß! Wie immer, wenn ich mich nicht entscheiden kann, esse ich eine Kleinigkeit, das hilft ungemein beim Denken und so komme ich nach nur drei Erdbeeren auf die Idee, mal wieder ein norwegisches Nationalgericht zu kochen.

Gesagt, getan. Mein erster Weg führt mich also in die Majorstuen-Filiale der Deichmanske Bibliothek auf der Suche nach meinem Lieblingsbuch…

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…das ich mir aus unerfindlichen Gründen immer noch nicht gekauft habe. Ich blättere also durch die bekannten Seiten auf der Suche nach einem unbekannten Gericht. Auf Seite 90 werde ich fündig:

Rømmegrøt!!!

Ich habe immer nur davon gehört, es aber weder selbst gegessen noch gekocht, aber es scheint das zu sein, was ich suche, denn mein Buch schreibt: „Rømmegrøt hører til blant de norske nasjonalretter.“ Die weiße Masse gehört also zu den Nationalgerichten des Landes. Zwei Rezepte werden angeboten: Eines aus dem südlichen Trøndelag, wo meine Lieblingsstadt Trondheim liegt…

und eines aus dem südlicher gelegenen Sogn und Fjordane…

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…an der Westküste mit dem Namen Rømmegrøt aus Sogn und Fjordane.

Der Unterschied zwischen den beiden Rezepten besteht darin, dass im Trøndelag nur Rømme, Milch und Mehl verwendet werden, an der Westküste werden noch gryn (Hartweizengrieß) und Ei zugegeben. Hm. Hört sich vielversprechender an, finde ich und entscheide mich für das zweite Rezept. Guter Dinge verabschiede ich mich aus der Bibliothek und mache mich auf den Weg zum Supermarkt. Meine Einkaufsliste ist kurz, aber ungewöhnlich:

Hartweizengrieß

Eier

Milch

Rosinen

Schinken

Zimt

und natürlich Rømme.

(An dieser Stelle ein dickes Danke an meine Freundin Eva, die mir gestern dern Trick verraten hat, wie ich auf einer deutschen Tastatur das norwegische „ø“ tippe. Alt plus 155. Genial. Gerade heute, wo ich gefühlte 1000 Mal Rømmegrøt schreibe. DANKE!!!)

Rømme also.

„Himmel, was ist denn dieses Zeug, von dem sie die ganze Zeit schreibt??????“, höre ich Euch Nicht-Norweger genervt rufen.

‚Tschuldigung.

Da muss man ja nicht gleich so laut werden.

Ich bin sensibel.

*schmollt*

HätteschonnocherklärtwasRømmeististjawohlklaraberesgehtjnichtimmeralles-

sofortsoeinArtikelfolgtjaaucheinemrotenFadendenmussmanbeachtenmenno.

*schmollt*

Ok, fertig geschmollt!

Rømme gibt es nur in Norwegen und kann am ehesten mit Creme fraîche verglichen werden, aber das trifft es genauso wenig wie das norwegische Kesam und deutscher Quark dasselbe sind. Die weiße Masse wird aus Sahne oder einer Mischung aus Vollmilch und Sahne hergestellt, die dann mithilfe von Baktierenkulturen angesäuert wird. Normale Rømme hat einen Fettgehalt von 18-20%, die sogenannte Seterrømme liegt bei hüftfreundlichen 35%.

Ratet, welche ich verwenden werde?

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Was sonst?

Rømme hat eine dicke Konsistenz und riecht säuerlich-frisch. Ähnlich wie Creme fraîche wird es in unterschiedlichen Rezepten verwendet, aber gern auch als Dip oder auf Waffeln. Anders als Creme fraîche dient es in Norwegen aber auch als Grundlage für eine komplette Mahlzeit. Als ich das erste Mal davon hörte, stellten sich meine Nackenhaare auf. Warme „Creme fraîche“ mit Mehl und Milch???

Nein, danke.

Aaaaber, Ansichten ändern sich ja und nun stehe ich also in meiner Küche und breite meine Schätze vor mir aus.

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Das Rezept ist mehr als einfach. Seterrømme in den Topf, drei Minuten kochen lassen, Hälfte des Mehls dazu, kräftig rühren. Fünf bis zehn Minuten weiter kochen lassen, bis sich eine Schicht flüssiges Fett absondert. Die abschöpfen und warm stellen. Ei und Milch verrühren. Zusammen mit dem Hartweißengrieß und dem restlichen Mehl in den Topf und auf schwacher Hitze für eine Stunde köcheln lassen. Mit Rosinen, Zucker, Zimt, gehacktem Ei, Schinken und flatbrød (superdünnes Knäckebrot) servieren.

Es schüttelt mich ein bisschen.

Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Zaudern ist der Dieb der Zeit und überhaupt…los jetzt!

Nach einigen Minuten blubbert die Rømme fröhlich im Topf und ich füge „1 dl Mehl“ hinzu. Witzig, oder? Die Skandinavier messen Mehl in Deziliter und um das auch abmessen zu können, gibt es ein Set von kleinen Löffeln. Hatte ich mir vor Monaten gekauft, aber noch nie benutzt. Nun ist es dran. Ab mit dem Mehl in die Blubbermasse und aufs Fett warten.

Kennt Ihr das? Man wartet darauf, dass Wasser kocht oder Nudeln gar werden oder die Pizza schön golden braun und je länger man zuguckt, umso langsamer scheint es zu gehen. So auch diesmal. Die Masse blieb weiß. Deckel drauf, mein Reh auf 7 Minuten gestellt und stattdessen Ei gepellt. Nun ein guter Tipp von mir: Habt Ihr jemals Rømme und Mehl zusammen in einem Topf lasst es nicht – ich wiederhole: NICHT! – für mehrere Minuten unbeaufsichtigt.

Interessanter- und unerwarterterweise brennt das verfluchte Zeug nämlich an.

Fluchend wechsle ich Töpfe und lasse die Blubbermasse nicht mehr aus den Augen.

Aber dann ein Erfolg: Ein kleines Fettrinnsal zeigt sich am Blubbermassenrand. Eureka!!!! Ich warte noch einen Moment und schöpfe den Fettfluss dann mit einem Löffel ab. Das heben wir auf für später! Der Geruch aus dem Topf ist….sagen wir es höflich….ungewöhnlich. Aber ich mache weiter. Die restlichen Zutaten in den Topf und schwach köcheln lassen für eine Stunde.

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Eine Stunde? Pffffff….was mache ich denn eine Stunde lang?

Zuerst die Küche aufräumen. Ich hasse unordentliche Küchen oder Arbeitsflächen. Im Harbour House Restaurant in Kanada und in einem meiner Lieblingsanimationsfilme Ratatouille habe ich gelernt: „Always keep your work station clean!“ Es gibt Leute, die kochen und schaffen es hinterher zu essen, obwohl die Küche aussieht wie nach einem Wirbelsturm. Kann ich nicht. Putz, putz. Widerstrebend entsorge ich den Milchkarton in der Altpapiertasche. Daran werde ich mich hier in Norwegen nie gewöhnen: Getränkekartons sollen ins Altpapier! Aber der Deckel, der kommt in den gelben – hier in Norwegen blauen – Sack. Unsinnig.

Ich rühre um und etwas Erstaunliches passiert: Ich bekomme Appetit, die Blubbermasse zu probieren. Hilfe! Schnell wieder Deckel drauf. Noch 45 Minuten.

Mein Magen gluckert. Um mich abzulenken, greife ich zum Strickzeug – auch hier bin ich gerade ganz norwegisch und stricke aus dem Buch meiner Lieblingsstricknorweger Arne und Carlos Strikk fra Setesdal. Himmel, bin ich heute häuslich – das scheint die Nestphase zu sein! Ran an die Nadeln und weiter am Bein gestrickt:

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Plötzlich klingelt mein Reh.

Ich gucke verwirrt.

Meine Reh-Küchenuhr scheint ins Wochenende zu wollen, denn es können unmöglich schon 60 Minuten vergangen sein. Doch, laut Reh schon. Ich werde misstrauisch und stelle das Reh auf 15 Minuten.

5 Minuten später klingelt es mir freundlich entgegen.

Hilfe, mein Reh ist kaputt!!! Das war eine Tchibo-Sonderedition, das bekomme ich nie mehr, das geht doch nicht!!! Ich stelle es in eine dunkle Ecke zum Beruhigen und hoffe auf ein Wunder. Die Blubbermasse sieht nicht viel anders aus als zu Beginn. Ok, noch 30 Minuten, entscheide ich. Whatever. Rühr, rühr, Magen knurr.

30 Minuten später hat der Strickbär ein zweites Bein und ich habe richtig Hunger. Das Rømmegrøt-Zubehör steht bereit…

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und ich werfe einen letzten Blick auf das Foto im Rezeptbuch.

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Blubbermasse auf den Teller, warmgestelltes Fett an den Rand, gehacktes Ei darüber, Rosinen verteilen und abschließen mit Zucker und Zimt. Auf einem extra Teller: Schinken und flatbrød.

Mein Magen schweigt plötzlich stille und skeptisch sitzen wir gemeinsam vor unserer Kreation. Immerhin sieht es aus wie auf dem Foto. Schluck.

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Here goes nothing, denke ich. Und: Geronimo!

Ich greife entschlossen nach dem Löffel und beginne zu essen. Meine Geschmacksnerven reagieren verwirrt auf die ungewohnte Mischung, trauen sich aber weiter raus, werden mutiger, beginnen zu entdecken und dann:

LECKER!!!!!!

Der säuerliche Geschmack der Rømme zusammen mit dem Ei und den Rosinen ist köstlich! Mit einem Stück Schinken wird es sogar noch besser. Und das flatbrød nimmt den Fettgeschmack ein bisschen weg! Das gibt es doch nicht, das ist richtig, richtig, richtig lecker!!

Für ungefähr 6 bis 8 Löffel voll. Dann schlägt das Fett zu und mein Magen sendet Bitte um Nothalt. Ich bin schon satt. Aber ganz glücklich. Was für eine Entdeckung. Nächstes Mal koche ich eben die nur die Hälfte. Ich stelle den Rest vom Rømmegrøt später in den Kühlschrank – neben die Fischbuletten, die Martin heute Abend bekommt.

Ich bin ja kein Unmensch 🙂

Vielleicht habt Ihr Lust bekommen, das norwegische Nationalgericht nachzukochen. Hier das Rezept:

1 l seterrømme

2 dl Mehl

5 Esslöffel Hartweizengrieß (gryn)

1 Ei

½ l Milch

Beilage: Rosinen, gehacktes Ei, geräucherter Schinken, Zimt und Zucker, flatbrød.

Zubereitung: Seterrømme in den Topf, Deckel schließen, drei Minuten bei kochen lassen, Hälfte des Mehls dazu, kräftig rühren. Fünf bis zehn Minuten weiter kochen lassen (Deckel drauf!), bis sich eine Schicht flüssiges Fett absondert. Die abschöpfen und warm stellen. Ei und Milch verrühren. Zusammen mit dem Hartweißengrieß und dem restlichen Mehl in den Topf und auf schwacher Hitze für eine Stunde köcheln lassen. Mit Rosinen, Zucker, Zimt, gehacktem Ei, Schinken und flatbrød (superdünnes Knäckebrot) servieren. Vel bekomme!

***

Das war es für heute, meine lieben Leser! Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche mit viel Sonne, neuen Eindrücken und ganz viel Lachen. Und immer daran denken: Nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht“ zu leben, verhindert vielleicht die leckersten Überraschungen.

Ha det bra,

Rommegrot

Ulrike

 

 

 

 

Ein typisches Picknick im Park ODER Wer hat die Lumpen mitgebracht?

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Die Sonne hat es bis nach Oslo geschafft – Hipphipphurrah! Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen zu entdecken, passiert, was jedes Jahr passiert: Das Outdoor-Leben beginnt. Biergärten und Restaurantterrassen, Wiesen und Strände, Balkone und Veranden sind plötzlich so bevölkert, als gäbe es kein Morgen mehr (und bei dem norwegischen Wetter ist das auch gar nicht verkehrt). Das rasige Grün im Frognerpark verschwand letzten Sonntag unter sonnenhungrigen Körpern.

Doch was braucht ein echter Norweger für den perfekten Sonntag im Park?

Hallo, meine lieben sonnigen Leser, der schönste Monat des Jahres hat begonnen und sehr vielversprechend dazu. Bis auf 22°C ist das Thermometer schon geklettert – Hochsommer in Oslo. Packt also Eure Fahrradtaschen oder ähnliches und macht Euch auf in den Park. Unbedingt dabei sein müssen:

1. Engangsgrill

Ökologisch fragwürdig, gehört dieser plastikfolienverpackte Einmalgrill doch zur Standardausrüstung für einen Nachmittag im Park. Die schwarze, rechteckige Packung ist in verschiedenen Größen in jedem Supermarkt für wenig Geld zu erstehen. Folie ab, Drahtgestell ausklappen, die Kohlen in der Aluschale anfeuern und los geht der Grillspaß. Effizient gepackt, passen 10 bis 12 kleine Würstchen auf die Grillfläche, an den beißenden Geruch der vorbehandelten Kohlen gewöhnt man sich auch irgendwann. Am nächsten Morgen begrüßen gebrauchte, ordentlich gestapelte Aluschalen die Parkbesucher neben den riesigen Mülleimern. Auf den Rasenflächen zeugen braune Brandstellen von Grillunfällen. Aber trotz aller Kritik: Ohne Engangsgrill fehlt was beim Picknick im Park.

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2. Pølser und Lumpen

Bei meinem ersten Picknick im Park in 2012 antwortete mir meine Freundin Daria auf die Frage, wo denn Christian, ihr Mann, sei: „Der holt noch schnell Lumpen.“ Ich war unglaublich irritiert, traute mich aber nicht zu fragen, wofür er Altkleider zum Grillen brauchte, und schwieg stille. Kurze Zeit später lernte ich, dass „Lumpen“ kleine Teigfladen sind, in die die Pølser (Würstchen) gewickelt werden. Dieses Outdoor-Nationalgericht, garniert mit getrockneten Zwiebeln und Ketchup, darf auf keinem Picknick fehlen. (Natürlich gibt es vegetarische Würstchen zu kaufen. Macht aber kaum jemand.) Das Essen ist nicht nur entsetzlich nährstoffarm, sondern auch äußerst günstig. Und das ist in Norwegen wirklich selten.

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3. Beste Freunde, Partner, Kommilitonen, Familie, Kindergartenbuddies, Schulfreunde…

Niemand geht allein zum Grillen in den Park. Logisch! Von der romantischen Zweierverbindung am Plastikgrill bis zum ausufernden Familienfest das zwei Wiesen einnimmt, ist im Park alles vertreten. Schnell lassen sich die Touristen (auf Bänken mit Fotoapparat) von den Einheimischen (auf Rasen mit Würstchen) unterscheiden. Was aber tun gerade oder auf längere Zeit sozial alleinstehende Menschen mit Wunsch nach Grillgut? Die „wedding crasher“-Methode könnte angewendet werden: Scheinbar selbstverständlich packt man die eigene Decke samt Engangsgrill an den äußeren Rand eines großen Familienpicknicks und robbt langsam näher. Strahlendes Winken über die Menge, familiäres Nicken nach allen Seiten und schon ist man mittendrin in der ahnunglosen Familiengruppe. Bei romantischen Zweiergrillgruppen ist von dieser Methode abzuraten.

4. Wikingerschach

Hier in Norwegen als „Kubb“ bekannt. An mir geht die Faszination für dieses Rasenspiel komplett vorbei, was vielleicht auch daran liegt, dass ich grottenschlecht im Stöckchenwerfen bin. Zwei Mannschaften treten gegeneinander an und versuchen durch gezielte Würfe, stehende Holzstäbe in ca. fünf Meter Entfernung umzuwerfen. Sind alle Holzstäbe am Boden muss der große Holzblock in der Mitte erlegt werden. Die Mannschaft, die das als erster schafft, ist Sieger. Kein sonniger Sonntag ohne Wikingerschach im Park! Und besonders viel Spaß macht es, wenn man die vermaledeiten Stäbe auch trifft anstatt nach dem Wurf suchend im Gebüsch herumzukrabbeln.

5. Bikinioberteil, rote Latzhosen

Die Norweger sind, dessen bin ich mir mittlerweile sicher, von der Natur anders thermatisch ausgestattet als der Rest der Welt. Wo ich, bekanntermaßen kein Frösteköttel (für alle Nicht-Norddeutschen: Ein Mensch, der leicht friert), noch in Jacke und langer Hose rumlaufe, entblättern sich die Norweger bereits. Ein schüchterner Sonnenstrahl und weg mit Pullovern, langen Hosen, hin zur Freikörperkultur. Noch nie habe ich im April so viele freie Oberkörper gesehen wie im Frognerpark. Und: Nicht immer war das ein schöner Anblick! Norwegische Mädchen werfen sich in Bikinis und Shorts, während mir schon vom Hingucken Kälteschauer über den Rücken laufen. Von Mitte April bis zum 17. Mai heißt eine weitere Kleidungsalternative: Latzhose. Meistens rot, aber auch schwarz oder blau. Jawoll, die „Russ 2014“ sind da. Der diesjährige Abiturjahrgang zeigt sich noch harmlos, aber warten wir mal ab. Große Gruppe bevölkern den Park und erheben das Picknick zur neuen Lebensform.

6. Regensachen

Gut, das ist vielleicht meine pessimistische Ader, aber das Wetter in Oslo kann sich fix ändern und wer sitzt schon gern im Nassen? Andererseits habe ich im Wald auch schon Norweger beim Regenpicknick beobachtet, immer getreu dem Motto: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Im Park habe ich bei Nieselwetter allerdings noch keine standhaften Picknicker zu Gesicht bekommen. Stadtschinken, Weicheier! Ich bin trotz allem lieber vorbereitet und trage eben Regenjacke und Regenhose mit zum Grillplatz. Auch Schirme tun hier ihren Dienst.

So ausgerüstet seid Ihr bestens gewappnet für ein typisches Frognerpark-Picknick an einem gewöhnlichen Tag. Für besondere Anlässe sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und von Picknickmöbeln, über Salate, Bowlen, Lichterketten, Kerzen, Silberbesteck, Champagnerkühlern bis hin zu Strandstühlen kann alles in den Park gebracht werden.

Nur typisch, das ist es dann eben nicht mehr!

Das war es schon für heute, meine lieben Leser. Das Schreiben über Picknicks hat mich hungrig gemacht, Euch auch? Okay, dann alles raus jetzt und losgepicknickt. Und macht Fotos und schickt sie mir! Das beste Picknickfoto gewinnt ein Wikingerschachspiel!! Jaha! Schickt also Eure Foto bis nächsten Freitag an ulrike_niemann@yahoo.no

Meine wöchentlichen Grüße gehen an meine Schwiegermutter Helga mit lieben Grüßen und weiterhin Gute Besserung!!!

Genießt den Mai in vollen Zügen,

Ha det,

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(Regenpicknick 2012 im Folkemuseum mit Catharina und Steffen)

 

Ulrike

 

 

Oslo Ghost Walk ODER Ich weiß jetzt, wo die leichten Mädchen stehen

Am Mittwochabend waren wir unglaublich mutig. Wir haben im Kafe Celsius am Christianiatorv gegessen. Und das war nicht deshalb mutig, weil das Essen dort von zweifelhafter Qualität wäre oder die Bedienung miserabel – oh nein. Das war unglaublich mutig, weil…es dort spukt!

Ein schauriges Hallo meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen! Heute wird es gruselig im Blog, denn ich habe am Mittwoch mit Martin, Eva und Stephan am Oslo Ghost Walk teilgenommen und kann nun nicht nur berichten, in welchem Haus in Oslo es spukt. Oh nein.

Ich weiß auch, wo die Nutten stehen.

Jaha. Das sind doch mal Infos, das muss man doch wissen, das lohnt sich bestimmt nochmal.

Zurück zum Ghost Walk.

In den letzten Wochen habe ich die Krimistadtführung von Freund Ben ins Englische übersetzt und war neugierig, ob es eine derartige Führung auch in Oslo gibt. Krimi gab’s nicht – aber Geister gibt es. Nun ist das strahlende Sommerwetter nicht ideal für eine Gruseltour („Hier in diesem Teil des Gartens – wo gerade Blumen blühen und Vögel zwitschern – hier spuuukt es gaaaanz gewaltig!“ – „Tirilii, tirilliiiii!“), aber anscheinend werden die Touren auf Englisch nur im Sommer angeboten, also hin da.

Bei 22° und strahlendem Sonnenschein treffen wir am Christianiatorv, einem Platz in der Nähe von Aker Brygge, auf Karianne, unseren Guide. Trotz ihres schwarzen Samtumhangs sieht sie wenig gruselig aus, aber wehe, wenn sie losgelassen! Aus der sympathischen blonden Frau strömen Schreckensgeschichten von Exekutionen, Galgen und einem Henker, der nach seinem Tod sein altes Terrain nicht verlassen wollte und dort nun weiterhin wohnt. In transparenter Rauchform. Direkt am Christianiatorv, im heutigen Kafe Celsius. Mitleidig betrachte ich die Gäste auf der Terrasse, die sich völlig ahnungslos der Gefahr aussetzen und vielleicht statt des Nachtischs eine paranormale Erscheinung haben werden. Aber bitte mit Sahne!

Wie die Menschen heutzutage am Christianiatorv in den Restaurants und Biergärten säßen, erzählt Karianne gutgelaunt, so wären sie vor vielen hundert Jahren auf den Platz geströmt, um zu picknicken und die gebotene Unterhaltung zu genießen: Exekutionen. Ja, damals wusste man noch zu feiern.

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Mit gemischten Gefühlen wandere ich über den Platz und folge der Gruppe zum alten Rathaus, dem Gamle Radhus, in dessen Keller früher Kerker waren. Deren unglückliche Bewohner rächen sich bis heute an allen, die ihre Gemächer betreten. Och schade, in dem heutigen Restaurant hätte ich gern mal gegessen. Aber wenn einem dann ein Geist die eiskalte Hand auf die Schulter legt? Dann doch lieber drüben im Irish Pub Dubliner in der Küche arbeiten: Dort lebt anscheinend ein wahrer Don Juan unter den Geistern, der weiblichen Angestellten in der Küche gerne mal an ihr Hinterteil fasst. Ob man einem Geist eine Ohrfeige geben kann?

SAMSUNG

Karianne erzählt wunderbar witzig, ihre Augen rollen und der lange Vorhang fliegt nur so bei der einen oder anderen Geschichte. Auf dem Weg zum Bankplatz wundern wir uns über die Frauen, die verteilt am Bürgersteig stehen. Aber meine Aufmerksamkeit ist zu sehr von Geistern gefesselt, um wirklich darauf zu achten. In schönstem Sonnenschein erreichen wir Akershus Festung und nach Kariannes Aussagen spukt es hier an jeder Ecke. Wir sollten uns aber nicht sorgen, denn seit der Brücke, die wir überquert hätten, wären wir in Begleitung unseres Schutzgeistes.

Ach, guck.

Wie nett.

Ich gucke mich vorsichtig um, aber…

…da unten stehen auch so viele Frauen. HIER stehen die Nutten von Oslo? Ich würde gern Karianne befragen, die aber nicht wirkt, als könne sie auf eine derartige Frage Auskunft erteilen. Eva kommentiert trocken, das wäre wie in Nürnberg, da ständen die Damen auch an der Burg.

Ist das nicht toll, was Ihr hier lernt?

WIR lernen auf dem weiteren Weg, dass es in einer der wunderschönsten Ecke auf der Festung von Akershus ganz fürchterlich spukt. Nämlich hier:

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Habt Ihr schon Angst? Jaja, Ihr denkt bestimmt, wie hübsch es hier ist und kuschelig. Denkt nochmal: Hier geht „malus canis“ um – der böse Hund. (Ich hoffe, das stimmt jetzt so, Lateiner vor!) Irgendwann im Mittelalter sollten irgendwelche Götter gebauchpinselt werden, um Oslo vor dem Angriff der Schweden zu schützen. Ein Opfer musste her und da menschliche Freiwillige nicht Schlange standen, griff man sich einen ahnungslosen Hund und mauerte ihn lebendig ein.

Das fand der nun nicht so toll. Nachdem alles Kratzen und Jaulen vergeblich war, hauchte das arme Tier seinen letzten Atem und verstarb. Und dann ging es los. Als rotäugiger Riesenhund mit langen Krallen jagt er seitdem durch die Festung auf der Suche nach Rache. Wer von dem Monster gebissen wird, stirbt innerhalb von drei Monaten an einem schrecklichen Unfall. Ich bin dann mal schnell weiter, drei Monate wäre jetzt doof, wir haben gerade unseren Oktobertrip nach London gebucht.

Noch weitere Schauergeschichten strömen aus Karianne, die mittlerweile zum begehrten Fotoobjekt japanischer Touristen mutiert ist. Ich beschließe, die Festung in den Abend- und Nachtstunden von jetzt ab zu meiden und sehe Blut, Galgen und Geister an jeder Ecke des gewaltigen Mauerwerks. Gut, dass die Sonne scheint. Auf dem Weg zu unserem finalen Besichtigungspunkt klärt sich die Frage nach den Damen am Rinnstein auf: Die dünnste und blondeste der anwesenden Frauen steigt nach kurzer Diskussion und einigen Augenaufschläge in den VW eines älteren Herren, dem wohl nicht nur die Vorfreude im Gesicht steht. Auf einer Bank am Platz sitzt eine dunkelhaarige Schönheit erschöpft nach getaner Arbeit und wir diskutieren kurz die Anforderungen des Gewerbes.

Also nicht sie und ich.

Eva und ich.

Wissen wir das nun also auch und hören uns die letzte Geschichte von Karianne an, die mich für einige Zeit davon abhalten wird, Tiefgaragen zu betreten. Sogar die Ghostbuster hätten sich dort nicht hineingetraut! Ich sage nur so viel: Kommt nach Oslo, aber übernachtet nicht im First Hotel Grims. Hui-Buh!!!!!!

Nach knapp zwei Stunden ist unsere Tour zu Ende, ein toller Spaß war es! Nun haben wir vor allem eines: Hunger und Durst. Wohin, wohin? Wir wandern zurück Richtung Christianiatorv, als unser Blick auf das gelbe Haus an der Ecke fällt. Das Henkerhaus. Das Haus, in dem Lichter wie von Geisterhand an- und ausgehen, Kassen durch die Luft fliegen und Kellnerinnen erschreckt werden.

Oh lecker, die haben hier Fischsuppe!

Entschlossen blicken wir vier uns an. Who ya gonna call?

Und gehen hinein.

Auf dem Innenhof findet sich noch ein Tisch, nahe am Eingang und so werden wir unmittelbar Zeuge, wie eine Kellnerin stolpert und ihr Messer auf den Boden fällt!!!

Hui-buh!!!!!!

Ja, mehr ist dann nicht passiert. Das Essen war lecker (leider nicht für Martin, denn unser Bruscetta schwamm in Balsamico-Essig 😦 ), der Abend mild und kein Geist wagt sich in unsere Nähe. Gut, das nächste Mal gehen wir im Gamle Radhus essen, vielleicht passiert da was. Wer zweifelt, dem erscheinen sie, meinte Karianne. Warten wir es ab!

Das war es für heute meine lieben Leser. Ich hoffe, Ihr hattet schaurigen Spaß an unserer Tour, guckt doch mal, ob es so eine Führung in Eurer Stadt nicht auch gibt. Plötzlich sieht man Häuser, an denen man immer achtlos vorbeiging, in ganz neuem Licht! Ich werde diesen Text jetzt gleich ins Englische übersetzten, denn eine meiner kanadischen Freundinnen und ich haben uns bei facebook wieder getroffen. Sharon ist ein Fan von Spukgeschichten und hat bestimmt viel Spaß an diesem Artikel. Damit gehen meine wöchentlichen Grüße auch nach Victoria, BC, Kanada zu Sharon: Schön, dass wir wieder Kontakt haben!

Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, genießt die Ferien, kommt gut ans Ziel und erzählt mir, ob Ihr an Geister glaubt oder vielleicht schon mal welche gesehen habt???

Ha det bra,

SAMSUNG

„Who ya gonna call?“

Ulrike

Von sommerlichem Schlafmangel, städtischen Hitzeattaken und einem tierischen Gardemitglied.

Guten Moooooooooooooooorgen, meine lieben in 7er Gruppen schlafenden Leser!!

Guten Moooooooooooorgen!!!!

http://www.youtube.com/watch?v=Mgx6b1Q3Ipc&feature=fvwrel

Ich bin hellwach!!

So richtig putzmunter, quietschfidel und ausgeschlafen! Ist ja auch schon 4.23 Uhr.

So ein verdammter Mist. Ich will noch schlafen. Ich will wieder in mein kuscheliges Bett und schlafen. Geht aber nicht. Bösartig und ungefiltert schießt das Tageslicht in unser Wohnzimmer und ich habe nur eine Frage: WARUM? Warum musste ich vor 10 Minuten auf den Tigerthron? Blase, wir hatten eine Vereinbarung: Im Sommer nicht vor 6 Uhr, weil ich sonst nicht mehr einschlafen kann! 6 UHR!!! Nicht 4 Uhr!!

Wie wir alle wissen, gehört Norwegen zu den merkwürdigen Ländern, in denen es im Sommer teilweise 24 Stunden hell ist. Das hört sich in der Theorie ja ganz schick an, aber die Wahrheit ist: Es kann nerven. Weil, ganz ehrlich, wie oft können ein Mitternachtspicknick oder ein nächtlicher Schwimmausflug spannend sein? Zwei Mal? Drei? Und danach? Danach muss man um 4 Uhr aufs Klo, kann nicht mehr einschlafen, weil es zu hell ist und denkt: So ein Schrott.

Ich bin alles andere als ein Morgenmensch und zitiere gern die Wise Guys: „Würde ich gern früh aufstehen, wäre ich Bäcker geworden.“ Manche sagen, dass Frühaufstehen vorbildlich ist. Quatsch, sage ich. Das ist nichts weiter als ein verzweifelter Versuch, die eigene Unfähigkeit zum Ausschlafen zu vertuschen. Dysfunktionaler Biorhythmus. Tragisch eigentlich. „Morgens bekomme ich aber immer sooo viel erledigt“, zwitschern die Early Birds. „Bleib‘ abends einfach länger wach, dann schaffst du genauso viel“, sage ich.

Kann ein heller Tag noch heller werden? 5.16 Uhr mittlerweile. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels: Wir haben die Sommersonnenwende bereits hinter uns, die Tage werden also kürzer. Momentaner Stand der Dinge: Sonnenaufgang 4.04 Uhr, Sonnenuntergang 22.38 Uhr. In Oslo wohlgemerkt. In Longyearbyen, ganz weit oben in Norwegen, sieht es anders aus: Sonnenaufgang: 19. April. Sonnenuntergang: 25. August. Worüber beschwere ich mich eigentlich????

Himmel, ist das hell. Was mach ich denn jetzt? Lesen, TV gucken, joggen? Oh, ich könnte Martin wecken. Ha, das wär ein Spaß! „Rise and shine!!!! Guten Morgen! Es ist 5.30 Uhr und ich bin waa-hach!!!“

Soll ich?

Soll ich??

SOLL ICH???

Ich bin doch nicht lebensmüde.

Der Sommer war übrigens auch da. Gestern, ganz kurz, aber heftig. Wir haben ja bereits gelernt, jeden Sonnenstrahl hier in Oslo zu nutzen. Das setzt ein hohes Maß an Flexibilität bei uns selbst und anderen voraus: „Machen Sie den Mund bitte weit auf und sagen Sie „Ahh“, bitte!“ – „Oh, Sonne!!! Und tschüss!“ Gestern hat der Sommer alles gegeben. 28° Grad, behauptete das Thermometer. 50°, behaupte ich. Der Asphalt dampfte und wir mit ihm. Aber schließlich stand Sightseeing auf unserem Programm, davon sollte uns ein bisschen Höllenhitze nicht abhalten. Schließlich entschieden wir: Die beste Lösung, um abzukühlen, besteht darin, sich Menschen zu suchen, die viel mehr schwitzen müssen.

Wir sahen uns also die Wachablösung am Schloss an.

Das Markenzeichen dieses seit über 140 Jahren bestehen Garderegiments ist der gefiederte Bowlerhut, dessen Tragen bei 28° Grad Celsius eine wahre Freude sein muss. Vielleicht hat die königliche Garde aus diesem Grund einen schottischen Pinguin zum Ehrenmitglied ernannt. Als mentales Kühlmittel sozusagen.

http://nachrichten.t-online.de/norwegen-koenigliche-garde-schlaegt-pinguin-zum-ritter/id_15905850/index

Meine lieben Leser, das war es für heute. 5.28 Uhr und schon sooo viel geschafft!

Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche, freut Euch am Sommer, genießt die Nachtruhe  und schlagt mal jemanden zum Ritter!

Ha det bra,

Ulrike

Von tropfenden Sommergefühlen, spanischen Tennisschocks und innovativen Sprachattacken

Junigrüße aus Oslo, meine lieben Leser!

Der Sommer ist da!

Es regnet weniger.

SUPER!!!!!

Von mir aus kann der Sommer ab dem 23. Juli auch nur nachmittags stattfinden, denn…

…ich habe mich endlich zum Sprachkurs angemeldet. Hallelujah! 4x wöchentlich von 8.45 bis 12h!

Seit drei Monaten bin ich am Überlegen, wo und wann die norwegische Sprache und ich aufeinander prallen sollten, und immer wieder hielten mich gute Gründe vom Treffen ab:

  • Ein Sprachkurs ist teuer.

Keine große Überraschung, dass der Geldfaktor an erster Stelle auftaucht. 5800,- NOK sind eine stattliche Summe: 170 Tafeln Freia „Walters Mandel“-Schokolade könnte ich davon kaufen! 170 Tafeln!!!! 170 TAFELN!!!!! Stattdessen bekomme ich 48 Stunden Norwegisch-Unterricht.

Mal ehrlich……

  • Im Kurs werden nur drei Kapitel aus dem Lehrbuch „På vei“ unterrichtet.

Wie kann man in drei Wochen nur drei Kapitel unterrichten? Was genau machen wir mit dem Rest der Zeit? Trolle jagen? Waffeln backen?

Mal ehrlich….

  • Ich besitze einen Selbstlern-Kurs mit CD, der mich bis auf Niveau B2 bringen soll.

Das ist ein ganz toller Kurs. Sue, eine Engländerin, reist nach Norwegen mit ihrem Freund Arne. In Oslo kommt es zum Streit zwischen den beiden Liebenden und Sue macht sich aus dem Staub mit Jan und dann….Keine Ahnung, was dann. Es mangelt mir an Selbstdisziplin und obwohl ich die fast shakespearischen Geschehnisse äußerst spannend fand, habe ich nach Kapitel 6 immer wieder bessere Dinge zu tun gehabt: Fenster putzen, Bügeln, Müll sortieren.

Mal ehrlich…

  •  Das alles andere schlagende Argument ist aber: Alle Norweger sprechen Englisch.

OK, zugegeben, ich übertreibe. Sagen wir so:

Alle Norweger, DIE ICH GETROFFEN HABE, sprechen Englisch.

Nicht, dass sie es unbedingt gerne sprechen. Ich wende mittlerweile drei Offensiven an, abhängig von der lokalen Situation:

  • An von Touristen häufig frequentierten Orten starte ich den direkten Angriff. Ohne größere Entschuldigung oder Erklärung beginne ich die Konversation in Englisch. Reaktion vom norwegischen Gegenüber: Keine, professionell wird auf Englisch geantwortet.
  • In Geschäften, beim Friseur, am Blumenstand erfolgt die abgemilderte Englisch-Version. Mit einem entschuldigenden Lächeln wende ich mich an Verkäufer/Friseuse/Blumenhändlerin und erkläre auf Englisch, dass ich leider noch kein Norwegisch könne. Reaktion vom norwegischen Gegenüber: Mildes Lächeln und schnelle, seltenst zögernde, Antwort in der von mir vorgeschlagenen Sprache.
  • Bei staatlichen Institutionen, Finanzamt, Post: Hier verwende ich immer noch meine älteste Sprachattacke, die sich allerdings im alltäglichen Leben in Norwegen als nicht sehr brauchbar herausgestellt hat. Mit einem freundlichen Lächeln (das nach 2 Stunden Wartezeit auch mal verrutschen kann) trete ich dem Sachbearbeiter/Postangestellten gegenüber und erkläre: „Jeg snakker ikke norsk. Kan vi snakke engelsk?“ Reaktion vom norwegischen Gegenüber: Variierend. Im schlimmsten Fall verschwindet das professionelle Lächeln nach meinem ersten Satz und wird von einem etwas eisigen Lächeln, begleitet von hochgezogener Augenbraue begleitet. Dann wird, sehr gnädig, auf Englisch geantwortet.

Diese Reaktion verblüfft mich immer wieder, ja sie irritiert mich geradezu. In Frankreich wurde jeder Versuch Französisch zu sprechen, mit teilweise überwältigender Begeisterung begrüßt. Tennisfans erinnern sich nur an die diesjährigen French Open, als eine erstaunliche Anzahl ausländischer Tennisprofis plötzlich begann, die Sprache der Grande Nation zu benutzen. Jedes „Bonjour“ aus dem Mund von Djokovic, Sharapova oder Nadal wurde mit ekstaseartigem Applaus belohnt! (Ich stoppe an dieser Stelle. Tennis ist momentan ein wunder Punkt. Rafa hat gestern in Wimbledon v e r l o r e n…. Ich bin in Trauer. Wtf is Lukas Rosol?)

Zurück zum Thema…

…völlig unbekannter tschechischer Tennisspieler.

ZURÜCK ZUM THEMA.

…No. 100 auf der Weltrangliste!! 1 0 0 !!!!!

Pscht…

…Noch nie in Wimbledon gespielt. Ausgeschieden bei allen großen Turnieren!!!

PSCHT!!!

…Verdammtes schieres Glück hat er gehabt, wird gegen den Deutschen in der nächsten Runde 6:0 in drei Sätzen verlieren!!! Ehrlich!

RUHE, SCHLUSS, AUS!!

*******

Wo war ich? Sprache, genau. In der Landessprache sprechen, auch wenn man sie nicht beherrscht, um höflich zu sein. In Norwegen klappt das nicht. Niemand ist von meinem kläglichen Versuch Norwegisch zu sprechen auch nur ansatzweise angetan. Glücklicherweise sind Termine bei Behörden o.ä. rar. Ich überlebe also fein mit Versionen 1 und 2 bisher, doch ich sehe ein: Das ist auf Dauer keine Lösung und deshalb besuche ich also ab dem 23. Juli für drei Wochen die „Folkeuniversitet“, um wenigstens einen Einstieg zu bekommen. Ich freu mich drauf. Und Ihr, meine lieben in 7er Gruppen versammelten Leser, könnt Euch auch freuen. Das werden lustige Blogs!

Das war es schon wieder fast für heute.

Jetzt kommt was Wichtiges!

Ich möchte Euch allen an dieser Stelle ganz herzlich danken, dass Ihr seit drei Monaten diesen Blog lest und kommentiert. Das ist mir eine große Freude. Ohne Euch säße ich hier ganz allein und so gern ich auch über mich selber lache, wäre es doch sehr langweilig.

DANKE! YOU ROCK!!

Ganz liebe Grüße sende ich an dieser Stelle an Julia, die unverschämter Weise gestern mit Christoph und Jonathan auf die Fähre nach Kiel gestiegen ist. Du wirst mir fehlen, jawoll. (Übrigens habe ich die bunten Kissen wirklich iiirgendwo verloren *lach*)

Für alle, die noch Kraft zum Weiterlesen haben: Ich hänge Fotos vom St. Hans-Fest an, das wir gemeinsam mit Catharina und Steffen im Norwegischen Volksmuseum gefeiert haben.

Bei teilweise strömendem Regen.

Ist ja schließlich Sommer.

Hier schließt sich der Kreis des heutigen Blogs. Ich kann noch nicht versprechen, mich nächsten Freitag zu melden. Meine wunderbare Mutter kommt Mittwoch zu Besuch (mit Gummistiefeln!) und wahrscheinlich sind wir viel zu beschäftigt mit Klönen, Wandern, Shoppen und Lachen. Aber wer weiß….

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende meine lieben Leser, sprecht hin und wieder eine neue Sprache, lasst Euch nicht von tschechischen Tennisspielern unterkriegen und sagt Euren Freunden mal wieder, wie toll sie sind.

Ha det bra,

Ulrike

*********ANHANG***********

St. Hans-Fest oder auch Fest zur Sommersonnenwende

(Danke an Catharina für die tollen Fotos!)

Sonne gab es nicht, aber…

…dramatische Maibäume…

…Räucherung am Gemeinschaftsgrill….(das sind NICHT meine Würstchen!)

…eine Kollektion hübscher Schirme, Regenkleidung und lecker Essen…

Nicht unterkriegen lassen :)

…und Tanz um den Maibaum. Norwegen aus dem Bilderbuch!

Bis bald!

Von einem verpatzten Rendezvous, einer tollen Aussicht und der heilenden Kraft von Kaffee.

Hallo meine lieben Leser und Segel los!

Wie versprochen, habe ich mich heute Morgen auf den Weg zur Aker Brygge gemacht, um den Start der größten norwegischen Regatta zu beobachten. Bei meiner Ankunft begann eine Musikkapelle schwungvoll zu spielen, was ich nicht nur ungemein nett mir gegenüber fand, sondern irgendwie auch passend. Immerhin: Die größte Regatta. 1000 Boote und Segelschiffe!

Nach ca. 10 Minuten guter Musik begann ich mich zu fragen, warum die am Steg versammelten Ehrengäste immer in Richtung des kleinen, geschmückten Schiffs der Rettungswacht blickten, das am Kai vor sich hin dümpelte.

Und wo waren überhaupt die wettbewerbsbereiten Segelboote?

Und was reden die hübsch angezogenen Menschen auf der kleinen Bühne?

In dem Moment, als eine der hübschen Mädchen eine Sektflasche in die Hand nahm und auf das Schiff zielte, wurde mir klar:

Hier bist du falsch.

Der Meinung war mittlerweile auch Julia, die ich mit der Ankündigung „Das ist die größte und tollste Regatta im ganzen Land!“ an die Aker Brygge gelockt hatte. Nachfragen bei umliegenden Kiosken und Reiseveranstaltern erhellten die Situation nicht wirklich. HAAALLLOOO??? Wo bitte ist diese tolle, bekannte Regatta, die der König um 12h eröffnen soll?

Es war fünf vor 12.

Wir wanderten also Aker Brygge entlang und näherten uns dem bescheidenen Yachthafen. Und, oho, Lautsprecherdurchsagen waren zu vernehmen. Ganz entfernt, doch klar und deutlich. Noch immer keine Boote in Sicht.

Ok, ok, KEINE ist übertrieben.

Aber wo waren die anderen 997?

Fast am Ende der Aker Brygge fanden wir die Quelle der Lautsprecherdurchsagen, die Streifen am Horizont, unsere Führer im Nebel, die Orakel der Regatta. Zwei ältere Herren saßen, windgeschützt, in einem Zelt und hörten sich geduldig meine Fragen an. Doch, doch, die Regatta würde in 20 Minuten starten. Ja, ja, der König würde auch teilnehmen. Die königliche Yacht würde in der 10. Gruppe starten.

Um 15.15.

UM 15.15???????

Majestät Harald, nun mal bei allem Respekt: Ich winke und singe und lobe die Monarchie seit ich in Ihrem Herrschaftsgebiet angekommen bin und nun werde ich VERSETZT???? Sie sitzen eventuell noch beim Frokost-Kaffee, während ich hier am Wasser warte?

Ich bin enttäuscht.

Catharina, auch sie war meinem Ruf gefolgt, und Julia nahmen mich behutsam in die Mitte und führten mich in eine koffeinversprechende, schwimmende Bar am Wasser und peppelten mich mit braunem Lebenselixier wieder auf. Dort genossen wir den Anblick der um 12.30 Uhr startenden Segelboote, die langsam durch die Bucht Richtung Süden zogen. Ein wirklich toller Anblick!

Die Sonne schien, wir hatten Spaß und irgendwie war es nicht so schlimm, dass ich die beiden rund 3 Stunden zu früh zur tollen Regatta bestellt hatte. Hoffe ich.

Um 15.15h hätten wir sowieso alle keine Zeit gehabt.

Eure Majestät: In Zukunft sprechen Sie doch bitte Ihre Termine etwas besser mit uns ab! Wirklich! Wir haben ja schließlich auch noch andere Dinge zu tun! Trotz allem wünschen wir Ihnen Schiff ahoi und allzeit eine steife Brise! Mast- und Schotbruch!

Das war es schon, meine lieben, in 7er-Knoten segelnden Leser. Ich hatte Spaß und die ganze Bucht voller Schiffe zu sehen, war eine tolle Sache!

Nächste Woche entfällt der Blog, da einer der „Originalen 7 Leser“ mitsamt Gattin nach Oslo kommt und ich vermutlich aufgrund exzessiver Besichtigungen und Verköstigungen keine Zeit zum Bloggen haben werde.

Ich wünsche Euch ein tolles Wochenende, segelt gut durch steife Brisen und lasst Euch nicht versetzen.

Ha det bra,

Ulrike

Von Promis, Einweggrillen und der besten Zeit, die Müllabfuhr zu treffen

Hallo und Willkommen meine lieben Leser! Heute erscheint der Blog mal am Donnerstag…Surprise!! Zusätzlich erscheint er am Freitag, dann mit Liveberichterstattung von der größten Regatta Norwegens, der Færer Regatta, die aus über 1000 Segelbooten besteht.

Heute dreht sich alles um das Leben in der Großstadt und Promis, denn Oslo ist hip…anscheinend. Für Osloaner gilt diesen Sommer: Zückt Eure Autogrammkarten, putzt die Objektive oder verlasst die Stadt!

Wie ich reagiere?

Nun ja,….

Es hat ja bekanntlich immer alles zwei Seiten. Der Stau, in dem man endlich Zeit findet, in Ruhe mit der besten Freundin zu telefonieren. Der nervige Nachbar, der ohne zu zögern beim Umzug mit anpackt. Der witzige Kinobesuch, der durch Popcorn-schmatzende Nachbarn zum Alptraum wird. Hier in Oslo habe ich in den letzten Wochen auch einige, zweiseitige, Erfahrungen gemacht.

Nummer 1: Wohnen in der Nähe einer Sehenswürdigkeit.

Wie ich bestimmt schon erwähnt habe, wohnen wir im Stadtteil Majorstuen, direkt am Frognerpark. Super Lage, alles prima, alles grün, wir lieben es. Nun gibt es ein Problem: Der Frognerpark (oder Vigelandpark) ist DIE Sehenswürdigkeit der Stadt. Das hat mich im ersten Monat gar nicht groß gekümmert. Das Wetter war noch kühl, der Park relativ leer, problemlos konnten wir unsere Lieblingsecken durchwandern und die langsam erwachende Natur bewundern. Schön! So ein Park, fast für uns, wie ist das nett. Abends hieß es: „Wollen wir nochmal in den Park? Bisschen rumwandern?“

Seit Mai ist damit Schluss.

Ich weiß nicht, wo all diese Touristen, Schulklassen, Familien, Jogger, Hundebesitzer, Bettler, Hare-Krishna-Jünger, Kunsterzieher, Rugbymannschaften, Schauspieler, Waffelbäcker, Frisbeewerfer, Würstchengriller, Müllwerker, Kindergärten, Yogamattenträger, Portraitfotografen und Bikinischönheiten herkommen, aber sie sind da.

Der Park ist dicht.

NICHT FAIR!

WAS WOLLEN DIE DENN DA??

Ja, ja, ja, tolle Statuen, wichtiger norwegisches Künstler, schöne Parkanlage, einziger großer Stadtpark…JA JA JA!

Gut, dachte ich, dann brauche ich eben einen Zeitplan. Es muss doch eine gute Zeit geben, um in den Park zu gehen.

Hier meine Ergebnisse:

7.00: Verschlafene Jogger, gähnende Hundebesitzer, schnarchende Bettler. Fazit: Müde.

8.30: Die Müllabfuhr fährt ein. Die Grillmülleimer werden geleert. Ein schwarzer Nebel wabert darum über den Park. Fazit: Atemlos und dreckig.

10.00: Die ersten Reisebusse kommen. Vereinzelte Touristen, die amüsiert, irritiert oder, im Fall einer japanischen Schülerin beim Anblick einer Statue mit einem mächtigen Gemächt, schockiert, durch den Park wandern. Wenig Jogger. Fazit: Erträglich.

12.00: Die Touristen-Apokalypse gemischt mit dem Aufmarsch der Kindergärten. Von beiden Seiten wird der Park nun von fotowütigen Reisenden eingenommen. Der besseren Koordinierung halber in Gruppen eingeteilt, schieben die Massen durch den Park und kämpfen um die schönsten Ecken und Fotomotive. Die gewaltigen Reisebusse verstopfen die Haupteingänge und ein gebrülltes Sprachgewirr rauscht durch die Bäume. Zwischen die Touristenmassen schieben sich die rotgelben Kinderwägen mit ihren jungen Passagieren, die quengelnd und quäkend zur Park-Kakophonie beitragen. Fazit: HILFE! WEG HIER!

14.00: s. 12.00 nur ohne Kinder. Fazit: HILFE!

16.00: Immer noch Touristen, nun vermehrt unterstützt von Roma, die harmlose Ziehharmonikas quälen und dadurch Geld machen, dass Leute sagen: „Hier sind 50 Kroner. Hör auf zu spielen!“ Die Schule ist aus und der Park wird von lümmelnden Jugendlichen eingenommen und die Wiesen verwandeln sich in Frisbee-/Volleyball-/Fußballplätze. Fazit: NEIN, ICH GEH HIER NICHT WEG. DAS IST MEINE WIESE.

17.30: Zeit zum Abendessen. Raus mit den Einweggrills. Die gefährlichste Zeit im Park, ohne Atemgerät schwer zu überstehen. So müssen sich Touristen auf Mallorca am Ballermann fühlen. Choreographie des Parks: Handtuch, Grill, Handtuch, Grill, Handtuch, Grill. Fazit: *Hust*

22.00: Ruhe kehrt ein. (Wochentags) An den Mülleimern stapeln sich die ökologisch wertvollen Einweggrills. Die Romas igeln sich ein und verbringen eine weitere Nacht auf der Wiese. Die Fontäne beendet ihr Treiben und der Park kommt zur Ruhe. Fazit: Nee, NUN hab ich auch keine Lust mehr zum Spazierengehen.

Ach, meine lieben in 7er-Gruppen versammelten Leser, nehmt mich nicht Ernst: Es ist schon genial, am Park zu wohnen. Irgendwann wird’s ja auch wieder leerer sein.

Nummer 2: Promis in der Stadt

Wie jede Hauptstadt wird Oslo gern und häufig im Sommer von Hauptdarstellern der Yellowpress und tatsächlichen Prominenten besucht. In Paris oder Berlin wird davon zwar Notiz genommen, aber irgendwie verläuft es sich in solchen Millionenstädten auch wieder schnell.

Oslo hat 560.000 Einwohner.

Hier verläuft sich nichts.

Hier stockt alles.

Mir beispielsweise der Atem, als ich letzte Woche die Hauptnachrichten auf NRK 1 einschalte und mir ein nett lächelndes Mädchen entgegenblickt. Ihrem Akzent nach Kanadierin. Sie sitzt in einem Hotelraum und gibt ein Live-Interview, steht dann lachend auf, öffnet das Fenster und blickt nach draußen: „JUSTIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!“ brüllt es aus Hunderten von Mädchenkehlen, deren Besitzerinnen sich auf der Straße versammelt haben. Justin Bieber ist in der Stadt. Keiner weiß genau warum, keiner weiß genau wo, es gibt Gerüchte um ein Konzert auf dem Dach der Oper, die Presse goes crazy, die Mädchen erst recht, im Endeffekt 40 Verletzte bei chaotischen Bedingungen vor der Oper.  Dass Hillary Clinton zeitgleich den amerikanischen Botschafter besucht hat, erfuhr ich am nächsten Tag über facebook.

Justin Bieber ist der Pionier der diesjährigen Promi-Riege, die sich in der norwegischen Hauptstadt ein Stelldichein gibt. Kiss und Rihanna singen am Holmenkollen, obwohl ich es unterhaltsamer fände sie würden springen statt singen. Bryan Ferry, Kaizers Orchestra und Sting treffen sich zum Bahnenziehen im Frognerbad, was genial weil gleich bei uns gegenüber ist. Auch George Clooney hat seine Liebe zu Norwegen entdeckt und überrascht die norwegischen Fernsehzuschauer im DNB-Bankcommercial.

WOW, oder? Dabei wussten die meisten von denen bestimmt nicht einmal, wo Oslo genau liegt. Ist ja auch nicht so einfach. Und man hat so viel Wichtigeres zu tun als Promi. Fazit: Zieh dich warm an, Berlin, Oslo zieht hinterher und wird bald einen regelmäßigen Platz in der Yellowpress bekommen. Dann wird die Stadt vielleicht auch etwas cooler mit kreischenden Mädchen, halbseidenen Stars und dem Niveau der 20h-Nachrichten umgehen. Ich bin gespannt.

So, meine lieben Leser, für morgen heißt es: Backbord voraus, Land in Sicht, Leinen los und Anker frei. Ich freu mich und hoffe, dass das Wetter mitspielt.

Bis dahin wünsche ich Euch einen tollen Nachmittag, betrachtet immer alles von zwei Seiten, findet die beste Tageszeit und zieht Euch warm an!

Ha det bra,

Ulrike

Vor dem Nationalmuseum