Guten Moooooooooooooooorgen, meine lieben in 7er Gruppen schlafenden Leser!!
Guten Moooooooooooorgen!!!!
http://www.youtube.com/watch?v=Mgx6b1Q3Ipc&feature=fvwrel
Ich bin hellwach!!
So richtig putzmunter, quietschfidel und ausgeschlafen! Ist ja auch schon 4.23 Uhr.
So ein verdammter Mist. Ich will noch schlafen. Ich will wieder in mein kuscheliges Bett und schlafen. Geht aber nicht. Bösartig und ungefiltert schießt das Tageslicht in unser Wohnzimmer und ich habe nur eine Frage: WARUM? Warum musste ich vor 10 Minuten auf den Tigerthron? Blase, wir hatten eine Vereinbarung: Im Sommer nicht vor 6 Uhr, weil ich sonst nicht mehr einschlafen kann! 6 UHR!!! Nicht 4 Uhr!!
Wie wir alle wissen, gehört Norwegen zu den merkwürdigen Ländern, in denen es im Sommer teilweise 24 Stunden hell ist. Das hört sich in der Theorie ja ganz schick an, aber die Wahrheit ist: Es kann nerven. Weil, ganz ehrlich, wie oft können ein Mitternachtspicknick oder ein nächtlicher Schwimmausflug spannend sein? Zwei Mal? Drei? Und danach? Danach muss man um 4 Uhr aufs Klo, kann nicht mehr einschlafen, weil es zu hell ist und denkt: So ein Schrott.
Ich bin alles andere als ein Morgenmensch und zitiere gern die Wise Guys: „Würde ich gern früh aufstehen, wäre ich Bäcker geworden.“ Manche sagen, dass Frühaufstehen vorbildlich ist. Quatsch, sage ich. Das ist nichts weiter als ein verzweifelter Versuch, die eigene Unfähigkeit zum Ausschlafen zu vertuschen. Dysfunktionaler Biorhythmus. Tragisch eigentlich. „Morgens bekomme ich aber immer sooo viel erledigt“, zwitschern die Early Birds. „Bleib‘ abends einfach länger wach, dann schaffst du genauso viel“, sage ich.
Kann ein heller Tag noch heller werden? 5.16 Uhr mittlerweile. Es gibt ein Licht am Ende des Tunnels: Wir haben die Sommersonnenwende bereits hinter uns, die Tage werden also kürzer. Momentaner Stand der Dinge: Sonnenaufgang 4.04 Uhr, Sonnenuntergang 22.38 Uhr. In Oslo wohlgemerkt. In Longyearbyen, ganz weit oben in Norwegen, sieht es anders aus: Sonnenaufgang: 19. April. Sonnenuntergang: 25. August. Worüber beschwere ich mich eigentlich????
Himmel, ist das hell. Was mach ich denn jetzt? Lesen, TV gucken, joggen? Oh, ich könnte Martin wecken. Ha, das wär ein Spaß! „Rise and shine!!!! Guten Morgen! Es ist 5.30 Uhr und ich bin waa-hach!!!“
Soll ich?
Soll ich??
SOLL ICH???
Ich bin doch nicht lebensmüde.
Der Sommer war übrigens auch da. Gestern, ganz kurz, aber heftig. Wir haben ja bereits gelernt, jeden Sonnenstrahl hier in Oslo zu nutzen. Das setzt ein hohes Maß an Flexibilität bei uns selbst und anderen voraus: „Machen Sie den Mund bitte weit auf und sagen Sie „Ahh“, bitte!“ – „Oh, Sonne!!! Und tschüss!“ Gestern hat der Sommer alles gegeben. 28° Grad, behauptete das Thermometer. 50°, behaupte ich. Der Asphalt dampfte und wir mit ihm. Aber schließlich stand Sightseeing auf unserem Programm, davon sollte uns ein bisschen Höllenhitze nicht abhalten. Schließlich entschieden wir: Die beste Lösung, um abzukühlen, besteht darin, sich Menschen zu suchen, die viel mehr schwitzen müssen.
Wir sahen uns also die Wachablösung am Schloss an.
Das Markenzeichen dieses seit über 140 Jahren bestehen Garderegiments ist der gefiederte Bowlerhut, dessen Tragen bei 28° Grad Celsius eine wahre Freude sein muss. Vielleicht hat die königliche Garde aus diesem Grund einen schottischen Pinguin zum Ehrenmitglied ernannt. Als mentales Kühlmittel sozusagen.
Meine lieben Leser, das war es für heute. 5.28 Uhr und schon sooo viel geschafft!
Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche, freut Euch am Sommer, genießt die Nachtruhe und schlagt mal jemanden zum Ritter!
Ha det bra,
Ulrike


































