Werbung für norwegische Süßigkeiten ODER Ich liebe Walter!

Die Waage habe ich nach ganz hinten unter den Badezimmerschrank geschoben. Aus den Augen, aus dem Sinn. Ach, wenn es so einfach wäre. Denn auch wenn ich nicht wirklich Gewichtsprobleme habe, merke ich doch, dass die Hosen enger werden. UND WESSEN SCHULD IST DAS???? Also meine nicht. Die Übeltäter kommen harmlos daher, und schlagen dann erbarmungslos zu. Ihr Name: Smash!

Hallo, meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen! Heute dreht sich alles um norwegische Süßigkeiten und ich kann Euch sagen, sie sind gefährlich. Man kann nämlich nicht aufhören, sie zu essen, bis die Tüte leer ist. Das kennt Ihr bestimmt alle! Manche sind nach Chips süchtig, andere nach Schokolade, wenige Glückliche können nicht von gesundem Obst lassen und ignorieren das kalorienhaltige Knabberkram.

Bei mir sind es im Moment Smash, diese wunderbar widerwärtigen Maishörnchen in Schokolade. Eine große Tüte ist keine besondere Anstrengung für mich, das mache ich mit links, da zucke ich nicht der Wimper, da wird aufgerissen und losgegessen bis nichts mehr da ist. Hier mal ein Bild.

Also von den Smash.

Nicht von mir beim Essen.

Das ist kein schöner Anblick.

Hier also…tatarata……SMASH!

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Ich habe sie das erste Mal im Kino kennengelernt und seitdem sind wir Kumpel. Gut, ich vernichte sie hemmungslos, aber das ist ja auch ihr Zweck, und so sind alle glücklich mit der Beziehung. An dieser Stelle meinen uneingeschränkten Dank an die norwegische Schokoladenfirma Nidar. Well done!

Aber es sind nicht nur die Maisschokohörnchen, die meine Jeans ächzen lassen, Skandinavien bietet eine Menge interessanter Köstlichkeiten.

Bamsemums beispielsweise. Das ist jetzt keine norwegische Kinderkrankheit, sondern bedeutet ungefähr „Bärenmampferei“. Ein Marshmellow-Inneres ist mit Schokolade überzogen und wird in Bärenform gebracht. Eine wunderbar klebrige Angelegenheit. Nach drei Bamsemums ist mir gewöhnlich übel, worauf ich noch drei esse und es besser wird.

Hm, ob ich wohl Werbegelder für mein Product Placement beantragen sollte? Das wäre doch toll, dann würde ich mir davon säckeweise von der nächsten Köstlichkeit kaufen. Hierbei handelt es sich Laban Seigmenn, süß-saure Weingummimänner, die batallionsweise in meinem Magen einmarschieren. Irgendein genialer Norweger hat dafür eine Konsistenz erfunden, die nicht so sehr an den Zähnen klebt wie andere Weingummisorten. Ein ganz wunderbare Köstlichkeit aus dem norwegischen Süßigkeitenregal.

@nidar.no

@nidar.no

Kommen wir nun zu meinem langmonatigen Dauerpartner, ein Typ, ohne den mein Küchenschrank ganz einsam wirkt.

Männer im Küchenschrank! höre ich Euch ausrufen. Wilde Sitten da oben in Norwegen. Aber ich muss ihn immer um mich haben. Es geht nicht anders. Und Martin findet ihn auch lecker.

Sein Name: Walter.

Walter Huber kam in den 1960er Jahren aus der Schweiz nach Norwegen, und arbeitet seit 1971 als Schokoladenerfinder. Eines Tages ritt ihn eine Idee und er schmiss ein paar Mandeln in die köstliche Schokolade seines Arbeitgebers, des norwegischen Schokoladenmonopols Freia,  und zack – Walters Mandler war geboren. Hier ist Walter.

http://www.freia.no/om-freia/freia-walter-artikkel/738?#section_2

Und hier ist seine Kreation:

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Danke. Wir lieben dich.

Soweit also zu meinen absoluten norwegischen Lieblingssüßigkeiten. Aber alles hat ja immer zwei Seiten und es gibt auch einige Zuckerkreationen, die mich zu einer Größe 34 werden ließen, hätte ich nichts anderes zu essen.

Als erstes wäre da ein Schokoladenriegel mit dem harmlosen Namen Hobby. Ich würde ihn eher „Bananenhorror“ nennen. Umhüllt von einer Schicht Schokolade kämpft eine Schicht weiche Marshmellowcreme mit einem darüber liegenden Bananen-Gel. Die Schaumcreme ist weich und glibberig, das Gel ein bisschen körnig und das ganze Ding schmeckt nach Banane. Nein, danke.

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Danke an dieser Stelle an die Blogger von Little Norway, die auch schon was über norwegischen Süßigkeiten geschrieben haben und alles hübsch fotografiert haben. Tusen takk!

Unschlagbar ist aber ein anderer Schokoladenriegel, der von vielen als wahre Delikatesse angesehen wird. Ich schüttele mich beim Verzehr. Die angebliche Delikatesse heißt Trioka und, alle Blitzmerker vermuten es schon, es handelt sich um eine dreigeteilte Süßigkeit. Eine harmlose Schicht Marzipan wird von einer Schicht Schokoladencreme überwältigt, die wiederum unter einer Schicht Himbeergelee zu leiden hat. Ich weiß, dass sich das lecker anhört.

Ist es aber nicht.

Irgendetwas stimmt nicht mit der Konsistenz des Fruchtgelees. Sehr schade.

Kommen wir nun noch zu einer Abteilung im Süßigkeitenregal, für die die Skandinavier eine ganz besondere Vorliebe haben. Lakritz! Weiches Lakritz, süßes Lakritz, scharfes Lakritz, saures Lakritz, Lakritz mit harter Schale und pulverigem Inhalt, das mir die Haare zu Berge stehen lässt. Eigentlich nicht viel anders als deutsche Katzenpfötchen, Katjes, oder Salinos. Aber irgendwie ist die Lakritze hier oben schärfer und reinigt die Speiseröhre. Lakritze muss sein! Für die Skandinavier. Ich esse es mal, ja, okay, aber nicht auf Dauer.

Und nun zu einem Bereich norwegischer Süßigkeitenkunst, die eindeutig …aber seht selbst…

@freia.no

@freia.no

Kvikklunsj

@freia.no

@freia.no

@freia.no

@freia.no

Na?? Was denkt Ihr?

Also mal ehrlich, wer denkt da nicht sofort an Mars, Kitekat, Smarties und Treets? Aber der Firma, die mir Walter’s Mandel gebracht hat, verzeihe ich das gerne. So ähnlich die Leckerheiten auch aussehen, sie schmecken immer ein ganz bisschen anders als das Original. Kvikk Lunsj schmeckt besser als sein Original, die Schokolade ist weniger süß . Bei Japp hingegen wünsche ich mir immer, ein echtes Mars zu haben. Gibt es ja auch hier in Norwegen, so ist es ja nicht. Aber Freia ist eine Art nationales Heiligtum und wirbt mit dem Slogan „Et lite stykke norge.“ – „Ein kleines Stück Norwegen“ und deshalb greife ich auch hin und wieder zum Japp. Et lite stykke Norge. Ist doch einfach schön. Aber nichts, rein gar nichts, kommt gegen meine momentanen Favoriten an, den Alptraum aller Waagen und Jeanshosen, die maisige Versuchung Smash. Gerade bemerke ich, dass nur noch fünf kleine Schokohörnchen in der Tüte sind!!! HILFE! Schnell zum Supermarkt und Nachschub kaufen!!!

Das war es schon wieder für heute, meine lieben in 7er-Gruppen-Schokolade-genießenden Leser! Wer gerne mal eine der norwegischen Köstlichkeiten probieren will, schreibt mir einfach und ich schicke was los. Oh, oder noch besser und ganz kulturpädagogisch wertvoll: Wir machen einen Wettbewerb!! Wer also ein kleines Osterpaket bekommen möchte, dichtet ein paar Zeilen, sagen wir maximal drei Strophen, zum Thema „Norwegische Süßigkeiten“ und postet es als Kommentar. Nächsten Freitag starte ich dann eine Abstimmung und der Sieger erhält ein Päckchen! Cool! Ha! So machen wir das!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Dichten, habt eine tolle Woche, genießt Köstlichkeiten aller Art, auch wenn Fastenzeit ist und dieser Artikel zu einer wirklich unpassenden Zeit kommt. Nun ja, mir fiel kein anderes Thema ein. *lach* Nächste Woche bin ich für drei Tage in Stavanger und werde im nächsten Blog davon berichten! Lass es Euch bis dahin gut gehen!

Ha det,

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Ulrike

Fotosafari Oslo Teil 2: Ein Spaziergang auf Bygdøy ODER Ich bin reif für die Insel

Plötzlich ist es ruhig um mich herum. Der Lärm, der von der vierspurigen Autobahn kam, ist kaum noch zu hören. Stattdessen lautes Vogelgezwitscher. Ich klettere die vereiste Anhöhe hinauf, biege um die letzte Kurve und da liegt sie vor mir: Bygdøy. Sommerresidenz der Königsfamilie, vielbesuchte Museumsinsel und ländlicher Zufluchtsort mit Badestränden. Vor mir auf der Wiese wälzt sich ein Hund wohlig im Sonnenschein und ich kann mich gerade noch stoppen, es nicht auch zu tun. Ein Nachmittag auf Bygdøy ist wie ein Tag Urlaub.

@Kontik-Museum

@Kontiki-Museum

Guten Morgen, meine lieben Leser, schön, dass Ihr da seid. Und nein, verschwindet jetzt bitte nicht sofort ins Wochenende, weil Ihr denkt: BLOG! 14.30! Und tschüß!!

STOP!

Es ist 9 Uhr! Noch nicht Wochenende! Außer, Ihr gehört zu den glücklichen Menschen, die nicht mehr arbeiten müssen oder gerade Urlaub haben. Alle anderen: Weitermachen!

Ich entschuldige mich für die zeitliche Verwirrung, die daran liegt, dass ich heute nachmittag verabredet bin. Mit einem Pferd. Jawohl, ich werde heute mal das Glück der Erde suchen und hoffe, dass ich es wirklich auf und nicht unter dem noch ahnungslosen Tier finde. Oder neben ihm. Oder wo mich die Erdanziehung so landen lässt. Bevor ich aber zur Kavallerie wechsele, kehren wir zum eigentlichen Thema zurück.

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Bygdøy ist die Halbinsel im Süden Oslos. Neben schicken Villen mit schönen Gärten finden sich hier die bekanntesten Museen der Stadt:

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Am schönsten ist Bygdøy von Mitte März bis Mitte Oktober zu erreichen, wenn Fähren von Aker Brygge aus übersetzen. Den Rest des Jahres kann man den Bus Linie 30 benutzen, der vom Stadtzentrum knapp 30 Minuten benötigt.

Oder man geht zu Fuß. So wie ich.

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Eine Wanderung über Bygdøy dauert für mich ungefähr 2 Stunden und ich nehme Euch jetzt mit, schweige und lasse die Bilder sprechen. Viel Spaß!

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Der erste Blick, wenn man die Autobahn hinter sich gelassen und die erste Anhöhe überwunden hat. Ich war ganz überrascht, gezogene Loipen zu finden. Endlich mal eine Langlaufstrecke, auf der es keine fiesen Abhänge gibt. Hier muss ich nochmal mit Skiern hin. Schnell allerdings, denn es wird von Tag zu Tag wärmer.Weiter geht der Weg übers Feld, außer mir sind nur noch wenige Menschen unterwegs. Toll! (Ach so, ich wollte ja eigentlich schweigen….pscht!)

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So lässt es sich wohnen, oder?

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1880 wurde das Seebad auf Bygdøy eröffnet und bis heute findet sich hier einer der beliebtesten Strände auf der Halbinsel.

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Gerade vielleicht etwas zu kalt zum Baden. Obwohl Eisbaden in Norwegen beliebt ist. Heute wollte aber anscheinend niemand.

Vorbei an dicken Eisschollen geht der Weg hinein in die Wälder von Bygdøy.

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Kleine Lichtungen mit Bänken sind wunderbare Rastplätze.

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Endlich! Mein absoluter Lieblingsplatz auf Bygdøy: Paradiesbukta, die Paradiesbucht.

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Einfach wunderschön. Und auch überraschend:

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Weiter geht der Weg rund um die Insel und bald kehren wir zurück in die Zivilisation: Willkommen in Huk.

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Auf der anderen Seite dieser wunderschönen Villa liegt das Wikingermuseum, ein Höhepunkt, den man nicht verpassen sollte! Hier sind die am besten bewahrten Wikingerschiffe weltweit zu sehen. Sie stammen aus dem 9. Jahrhundert und beeindrucken mich bei jedem Besuch.

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Oh oh meine lieben Leser, die Zeit rast. Ich muss loooooos. Was machen wir denn nun? Aufhören und später weiter? Oder kommentarlos Fotos posten? Meine Zeitplanung ist nicht gut.

Ok, Fotos ohne Kommentar. Stummfilm.

Weiter: Eindrücke Bygdøy!

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Das kennt Ihr schon, richtig?? Das Norske Folkemuseum! Erinnert Ihr Euch? Ich wollte Bäuerin werden nach meinem ersten Besuch!

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Wir nähern uns der königlichen Sommerresidenz! Übt den Knicks und die Verbeugung!

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Huch, keiner da.

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Seit 2007 nutzt die Königsfamilie die Sommerresidenz erst wieder regelmäßig. Davor? Tja, irgendwie wollte nach König Olavs Tod 1991 dort niemand Zeit verbringen. Aber nun wieder. Sieht ja auch sehr schön aus, oder?

Ein Blick auf die königlichen Stallungen, samt königlichem Wappen. Natüüürlich!

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Unser Rundgang neigt sich seinem Ende zu. Hier die Wiese vom ersten Foto nun von der anderen Seite. Im Hintergrund Blick auf Skoyen und Majorstuen. Da muss ich wieder hin. Puuh. Bus? NEIN! Weiter marsch, marsch!

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Für dieses Mal verabschiede ich mich von Bygdøy, kehre dem edlen Landleben den Rücken zu und werfe mich wieder in den Rachen der Großstadt!

Ich hoffe, die Fototour hat Euch gefallen!

Für mich ist es Zeit, die Stiefel anzuziehen, den Mut einzupacken und mich auf den Weg zu meiner speziellen Verabredung zu machen.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche, geht raus und entdeckt Unentdecktes, zieht die eigenen Füße alle anderen Transportmitteln vor und genießt den kommenden Frühling!

Ha det bra, stor klem,

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Ulrike

Are you serious, Damien Hirst? ODER Mein Besuch im Astrup Feanley Museum in Oslo

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Manchmal wünsche ich mir, meinen Charakter wie einen alten Mantel ausziehen zu können. Oder unnütze Teile kurz deaktivieren zu können. Aber trotz aller technischen Fortschritte ist das leider (noch?) nicht möglich.  Also stand ich gestern, charaktertreu, im Astrup Fearnley Museum in Oslo vor einer Kuh in Formaldehyd und war geschockt.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Diesmal meine ich das mit noch mehr Enthusiasmus als gewöhnlich: Ich habe die ganze Woche Texte über Provinzen in Kanada geschrieben und heute zum ersten Mal das Gefühl, ein bisschen loslassen zu können. Einfach mal drauflos zu rabbeln und nicht auf jede Formulierung achten zu müssen. Schön ist das! Da kann ich einfach mal so kuckiduckiloresdoressabbelbrabbeltitt schreiben und niemanden stört es!

Ach doch, wirklich?

Dann lies die Kolumne im STERN, da passiert sowas nicht!

Ehrlich mal…manche Leute…*grins*

Ich war also im Museum, meine lieben in 7er-Gruppen-Wochenend-bereiten-Leser. Im Neubau des Astrup Fearnley Museum in Tjuvholmen in Oslo, einem architektonisch wunderschönen Gebäude mit riesigen Glasfronten direkt am Oslofjord.

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@UlrikeNiemann

Innen ist alles hell und hoch und das Verhältnis zwischen Raum und Ausstellungsstücken ist in wunderbarer Balance.

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@UlrikeNiemann

Da stand ich also inmitten einer Gruppe lustiger Norwegerinnen und nahm die ersten Eindrücke auf. Ich bin ein Fan moderner Kunst, aber auch völlig ahnungslos. Ich lasse mich gern von verrückten Ideen unterhalten, von ungewöhnlichen Techniken überraschen und je witziger ein Kunstwerk ist, umso angetaner bin ich. Mein Blick fiel auf eine riesige Leinwand, die mit pastellfarbenen Streifen und Klecksen überzogen war.

@UlrikeNiemann

@UlrikeNiemann

Tolle Farben, dachte ich und trat näher ran. „Don’t judge a book by its cover“ lautete der Titel (grob übersetzt: Lass dich nicht von Äußerlichkeiten beeindrucken) und gerade als ich das frühlingshafte Kunstwerk betrachtete und mich fragte, was wohl mit diesem Titel gemeint ist, ertönte neben mir: „Tyggegummi!“ Ich blickte zum Boden, um nicht auch aus Versehen in das Kaugummi zu treten, von dem meine Nachbarin angewidert berichtete. Sie blickte allerdings nicht nach unten. Sie starrte das frühlingsfarbene Kunstwerk vor mir an. „Don’t judge a book….“ Das fröhliche Frühlingskunstwerk verwandelte sich in eine bakterienüberladene Gesundheitsgefährdung als mir klar wurde, dass die rosa, gelb und lindgrünen Farbspritzer in Wahrheit durchgekautes Kaugummi waren. Wie lange, um Himmels Willen, hat hier jemand Kaugummi gekaut? Hatte der Künstler, Dan Colen, dafür Assistenten? Ich war sprachlos und trat erst mal einen Schritt zurück.

Und musste grinsen.

So mag ich das.

Das nächste Bild von Dan Colen, „Miracle on 34th street“, betrachtete ich also schon mit einem gewissen spaßigen Misstrauen. Eine große Leinwand mit braun-oliv-schwarz-weißen Farbspritzern.

Miracle on 34th Street by Dan Colen

Ehrlich gesagt: Es wirkte wie eine riesige Ladung Vogelmist.

Ich überprüfte die Materialangaben, aber zu meiner Erleichterung bestand das Gemälde wirklich nur aus Farbe. Trotzallem beschloss ich, dass meine Verbindung von Vogelmist als Wunder der 34. Straße richtig war. Überprüfen konnte ich meine Vermutung nicht, denn das technik-verliebte Norwegen gestattete nur Besitzern von Smartphones das Nutzen der Audio-Führungen.

Dann eben nicht.

Ich könnte es mal schnell googlen. Also jetzt hier, in Livezeit am Schreibtisch.

Moment.

Jawoll. Bingo.

“While his large paintings may resemble abstract expressionistic paintings, representing the hey-day of American modernism, they are, in reality, portrayals of bird shit, “action paintings” made from chewing gum with all its connotations of artificiality, carelessness and purposelessness.” (http://afmuseet.no/en/samlingen/kunstnere/c/dan-colen/miracle-on-34th-street)

Besonders die Worte “portrayals of” beruhigen mich jetzt irgendwie. Nur porträtiert ist der Vogeldünger. Irgendwo hat ja auch jeder seiner Grenzen.

Weiter geht die Reise vorbei an Richard Prince, einer unangenehm realistisch wirkenden Statue von Frank Benson hin zu der Frage von Gilbert and George: „War Jesus heterosexuell?“ und der heiteren Aufforderung: „God loves fucking. Enjoy!“

Auf der oberen Etage erwartet mich nicht nur ein Blick auf den Fjord und ein unglaublich kompliziert wirkendes Kunstwerk von Tom Sachs mit dem Titel „London Calling“ sondern ein weiterer Blick in die Prioritäten der ausgestellten Kunst, die mit so fröhlichen Begriffen wie „violated, tortured, mutilated, sodomized…“ die ganze Bandbreite körperlicher Misshandlungen abdecken. Liegt das nur an mir oder gibt es hier keine Schönheit? Schönheit im klassischen, konservativen, gute-Stimmung-verbreitenden Sinne? Natürlich gibt es Schönheit im Hässlichen und viele der Kunstwerke imponieren durch genau diesen Gegensatz, aber gibt es denn niemanden..niemanden…der schön als schön darstellt? Das frage ich mich und betrachte die dreckigen Waschbecken vor mir, deren Titel „Venezianische Brunnen“ mir rätselhaft bleibt.

Trotz aller Kritik: Ich habe Spaß. Aber wo ist denn nun dieses Kunstwerk mit der Kuh, von dem alle erzählen? Das, das ich Euch letzte Woche angekündigt hatte, erinnert Ihr Euch?

Aha, im zweiten Gebäude. Kurzer Weg über eine kleine Brücke und ein schneller Blick zum Fjord, auf dem Eisstücke schwimmen und Möwen sich faul treiben lassen und hinein in die Welt von Damien Hirst.

Manchmal wünsche ich mir, nicht nur meinen Charakter ablegen zu können, sondern auch meine Faulheit in den Griff zu bekommen, die mich davon abgehalten hatte, mich vor dem Museumsbesuch genauer zu informieren. Über Damien Hirst beispielsweise. Den britischen Multimillionär, dessen Kunstwerke seit den 1990er Jahren die Kunstszene im Königreich schocken und den Begriff „BritArt“ etabliert haben.

Und der es für Kunst hält, eine Kuh und ihr Kalb der Länge nach aufzuschneiden, in Formaldehyd zu packen und das Ganze „Mutter und Kind, getrennt“ zu nennen.

(Davon möchtet Ihr ein Foto? Dann müsst Ihr googlen. Ich setze es hier nicht rein. PROTEST!)

Ich war angewidert und entsetzt und, meinem Charakter entsprechend, nicht gerade schweigsam über meine Empfindungen. Schade eigentlich. Manchmal wäre ich wirklich gern so cool und abgebrüht wie die Besucher um mich herum, die sich nicht im Geringsten von den Tierleichen stören ließen. Die sich volllullen ließen von den Ausführungen über die bildgewaltige Kunst des Briten, der neben den beiden Kühen auch Schafe gekreuzigt und Haie eingelegt hat.

Im Gegensatz zu meiner Ankündigung war es also NICHT spaßig, durch die aufgeschnittenen Hälften einer ehemals lebendigen Kuh zu gehen.

Was natürlich nicht die Schuld von Damien Hirst ist.

Sondern meine.

Ich kann halt nicht gegen meinen Charakter.

*räusper*

Adrenalingeladen ging ich durch den Rest der Ausstellung, ließ mich aufheitern von Jeff Koons „Michael Jackson with Bubbles“,

Jeff Koons

Photo © Douglas M. Parker Studio, Los Angeles

betrachtete Fotos deutscher Künstler wie Thomas Struth und Andreas Gunsky, ignorierte ein weiteres Kunstwerk von Damien Hirst und beendete meinen Museumstag, ohne den Souvenir-Shop betreten zu haben.

Das will etwas heißen.

Das ist nämlich ganz uncharakteristisch für mich.

Das war es schon für heute, meine lieben Leser. Besucht das Astrup Fearnley Museum und schafft Euch einen eigenen Eindruck. Oder besucht einfach mal wieder ein anderes Museum in Eurer Nähe und lasst Euch von Schönheit oder Hässlichkeit, von Mut oder Dummheit, von Ideen oder Stereotypen unterhalten.

Oder aufregen.

Kommt auf Euren Charakter an.

Der Schnee in Majorstuen ist langsam auf dem Rückmarsch und ich bilde mir ein, mehr und mehr Vogelstimmen zu hören. Vor meinem Fenster hängt ein Meisenknödel, der tatsächlich eine benachbarte Meise angelockt hat, die mir regelmäßig den Vormittag verschönt. Dieses Wochenende wird ruhig und das ist auch gut so, noch ist die Grippe/Erkältung nicht ganz aus meinen Knochen, während es bei Martin gerade erst loszugehen scheint. Warten wir mal ab.

Ich wünsche Euch allen eine schöne und gesunde Woche, überprüft mal wieder Euren Charakter, lasst Euch in fremde (Kunst-)Welten treiben und seid albern. Einfach mal so. Meine Grüße gehen diese Woche an Freund Chris in Hildesheim mitsamt einem dicken TOI TOI TOI für den neuen Job!

Ha det bra,

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Ulrike

Janteloven, das moralische Gesetz in Norwegen ODER Willkommen bei den Borgs?

„Petter Nordhug: Ich scheiße auf Janteloven!“ titelte das Online-Magazin abc nyheter Ende Januar.  Zwar hat die Kreativität der Journalisten viel zu diesem angeblichen Zitat des norwegischen Skiläufers beigetragen. Aber vielleicht ist doch etwas Wahres dran? Vielleicht? Das wäre ja unerhört! Ein Norweger, der das moralische Grundgesetz der Nation verachtet! Skandal!

Willkommen meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Ich bin nicht so ganz auf dem Damm (danke an die- oder denjenigen, dessen Viren sich in gerade munter in meinem System tummeln) und werde mich etwas kürzer fassen. Aber wie sagt man hier in Norwegen so schön: Kortfattethet er sjelen av vidd.

In der Kürze liegt die Würze.

Zurück also zu Petter und seiner fäkalen Aussage zu Janteloven, den Zehn Geboten Skandinaviens, die aber meist als Einheit betrachtet werden und im Grunde nichts anderes sagen als:

Denk bloß nicht, du bist was Besonderes.

Na, das sitzt erstmal.

In unserer ruhm-geilen Welt voller DSDS, Youtube und facebook scheint eine derartige Aussage völlig fehl am Platz. Gerade das Gegenteil ist uns wichtig: Wir SIND was Besonderes. Wir überbieten uns mit abenteuerlichen Geschichten, erlebten oder erfundenen Krankheiten, Lobtiraden vom Chef/Kollegen/Kunden, neu gekauften Autos oder smartphones, ja sogar mit Hilfeleistungen oder verteilten Freundlichkeiten versuchen wir zu konkurrieren.

Denk bloß nicht, du bist was Besonderes.

Wer gerade zustimmend nickt, sollte nochmal kurz und scharf nachdenken.

Nur vorsichtshalber.

ICH kann von MIR nur sagen:

Natürlich halte ich mich für etwas Besonderes. Hallo???? Was denn sonst?

Anscheinend bin ich dafür im falschen Land.

Vielleicht sollte ich in die USA auswandern?

Nun mal halt, ganz langsam. Bevor ich anfange, die Koffer zu packen, sollten wir uns Janteloven genauer angucken.

Das vom dänischen Schriftsteller Aksel Sandemose 1933 beschriebene Moralkonzept besteht aus zehn Geboten. Here they are:

  1. Du skal ikke troe at du er noe. – Glaube nicht, dass du etwas bist.
  2. Du skal ikke tro at du er like så meget som oss.- Glaube nicht, dass du so bist wie wir.
  3. Du skal ikke tro du er klokere enn oss.- Glaube nicht, dass du klüger bist als wir.
  4. Du skal ikke innbille deg du er bedre enn oss. – Bilde dir nicht ein, dass du besser bist als wir.
  5. Du skal ikke tro du vet mere enn oss.- Glaube nicht, dass du mehr weißt als wir.
  6. Du skal ikke tro du er mere enn oss.- Glaube nicht, dass du wichtiger bist als wir.
  7. Du skal ikke tro at du duger til noe.- Glaube nicht, dass du irgendetwas gut kannst.
  8. Du skal ikke le av oss. – Lach nicht über uns.
  9. Du skal ikke tro at noen bryr seg om deg.- Glaube nicht, dass sich irgendwer um dich sorgt.
  10. Du skal ikke tro at du kan lære oss noe. – Glaube nicht, dass du uns etwas lehren kannst.

So, das lassen wir erst mal sacken. Hurra auf das WIR! Es lebe das WIR! Ich fühle mich an die Borgs aus Star Trek erinnert. An die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking.  Mal ehrlich: Im ersten Moment hört sich das alles sehr entmutigend an. Das Janteloven fordert eine permanente Selbstkritik von mir; es unterbindet Originalität und Aus-der-Reihe-tanzen.  Es zerhackt meine Selbstachtung wie ein norwegischer Bauer sein Holz im Winter.

Auf der anderen Seite fördert es Gleichheit und Fairness. Es macht die Gesellschaft zum Zentrum, zur wichtigsten Einheit. Es behauptet, dass jeder seinen Teil tun muss, damit das Ganze funktioniert. Aber sich darauf dann nichts einbilden soll. Nicht ohne Grund sind die skandinavischen Länder Vorreiter in der Gleichberechtigung der Geschlechter. Und mancher leistungs- und profilorientierten Gesellschaft könnte ein Schuss Janteloven gut tun.

Konformität gegen Originalität. Vielleicht war das Jantelov in seiner Entstehungszeit ein Mittel zum Überleben. Wie anders sollte eine kleine Gemeinschaft funktionieren, als dass jedes Mitglied den gleichen Regeln folgte? Früher war die Familie oder das Dorf die Garantie um zu überleben.

Ich bin verwirrt.

Und irgendwie passt es auch nicht zu dem, was ich hier tagtäglich um mich herum erlebe. Hier wird geprotzt mit neuen Autos, Rädern, smartphones, dem allgemeinen Reichtum des Landes. Das nervt mittlerweile selbst die skandinavischen Nachbarn. Es wird gewetteifert im Sport und im alltäglichen Leben. Im Fernsehen laufen US-Serien, die dem Jantelov höhnisch ins Gesicht lachen. Aber vielleicht sitzt es trotzallem ganz tief drin in den Norwegern und allen, die hier länger leben.

Wer weiß, vielleicht ist es ja auch schon in mir drin??

Obwohl, nein, ich scheine mit dem Anti-Jantelov übereinzustimmen, das da lautet:

  1. Du er enestående. – Du bist einzigartig.
  2. Du er mere verdt enn noen kan måle. – Du bist mehr wert, als andere messen können.
  3. Du kan noe som er spesielt for deg. – Du kannst etwas Besonderes.
  4. Du har noe å gi andre.- Du hast anderen etwas zu geben.
  5. Du har gjort noe du kan være stolt av.- Du hast etwas gemacht, auf das du stolz sein kannst.
  6. Du har store ubrukte ressurser. – Du hast große, ungenutzte Reserven in dir.
  7. Du duger til noe. – Du bist zu etwas nutze.
  8. Du kan godta andre. – Du kannst andere akzeptieren.
  9. Du har evner til å forstå og lære av andre. – Du hast die Fähigkeit, andere zu verstehen und von ihnen zu lernen.
  10. Det er noen som er glad i deg. – Es gibt jemanden, der dich liebt.

Vielleicht ist eine Mischung beider „Gesetze“ die Lösung!

Was denkt Ihr?

Das war es schon wieder für heute, meine lieben in 7er-Gruppen erstaunt guckenden Leser. Ja, irgendwie haben die Viren den Blog heute etwas seriöser gemacht.

Tut mir ja jetzt leid.

Nächste Woche geht’s hier wieder lustiger zur Sache!! Jawoll. Dann war ich nämlich im Astrup Fearnley Museum für Moderne Kunst und bin durch eine aufgesägte Kuh gegangen. Das hört sich doch nach Spaß an.

Nun gehen die Viren und ich aber erst mal wieder aufs Sofa.

Euch allen wünsche ich eine tolle Woche, überprüft mal Eure Moral, lasst Euch nicht unterkriegen aber fliegt auch nicht zu hoch und vergesst nicht: Ich finde Euch alle toll!

Ha det bra,

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Ulrike

Norwegisches Fernsehen im Selbstversuch oder Wer ist Albus Humlesnurr?

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Der Weltrekord im Dauerfernsehen liegt bei 86 Stunden und 37 Minuten und wurde 2012 von zwei Amerikanern aufgestellt, die sich über vier Tage lang Folge um Folge der Kult-Serie „The Simpsons“ ansahen.

Mein TV-Marathon dauerte nur 11 Stunden, aber es war norwegisches Fernsehen.

Das zählt dreifach.

Guten Morgen, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Gestern war also Fernsehtag. Mein Ziel: Euch das norwegische Fernsehen nahe zu bringen. Was passiert in Norwegen den Tag über? Welche spannenden Ereignisse werden live übertragen? Worüber spricht, lacht und wundert sich die Nation? Kein Medium ist besser geeignet ein Land zu verstehen als Fernsehen.

Wir verfügen über die ungeheure Anzahl von 18 Sendern. Davon scheiden einige aus: National Geographic, Discovery Channel, CNN, eurosport, MTV und travel channel sind als internationale Sender raus aus dem Rennen. Bleiben noch 12. Davon fallen einige weg, weil sie von morgens bis abends US-amerikanische Serien zeigen.  Am Ende blieben mir: NRK 1, TV 2, NRK 2 und NRK Super, der Kinderkanal. NRK 3 sendet erst ab 19.30.

Eine überschaubare Auswahl.

Kaffee und Brötchen, Fernbedienung, TV-Zeitung und ich machen es uns gemütlich.

Seid Ihr bereit?

Uuuuund losgezappt:

Es ist 9.13 Uhr und auf NRK 1 laufen die „Morgennytt“, die Frühnachrichten. Eine englisch-sprechende, knallhart wirkende Dame im roten Oberteil erklärt vor einer Versammlung von Presseleuten: „We will catch you!“

Wie, was, wen denn bloß?

Schnitt auf Jacques Rogge, NOC-Präsident und Wladimir Putin, Russen-Präsident, die gemeinsam die Olympiastadt Sotchi besichtigen. „Schakal im Strickpullover“-Putin geht davon aus, dass alles pünktlich fertig wird.

Schnitt auf Frau in Rot. „We WILL catch you!“

Ok, es scheint um Sport und irgendwen zu gehen, der mal wieder böse war.

AHA! Licht am Ende des Tunnels: In Australien soll der Drogengebrauch im Sport mittlerweile normal sein. Und die Rot-Toppige will alle Sünder finden.

Viel Spaß.

Weiter geht es sportlich! Das jährliche Rennen auf das Dach der Empire State Buildings in New York fand statt. Irre. Habe ich mal drüber geschrieben.

Die AP und Høyre, also SPD und CDU Norwegens, liegen bei den Umfragen gleichauf mit jeweils 30,2 %.

Ich schalt mal um. Zapp.

Oh süß, auf NRK Super reden gerade zwei gezeichnete Nilpferde miteinander. Das ist doch viel netter als öde Nachrichten. UND lehrhaft, denn alle NRK-Sender bieten ihren Zuschauern Untertitel. Das nenne ich mal Bildungsfernsehen.

Zapp.

Ohhhhh, Jackpot auf TV 2: Norwegian Idol! Nicht, dass ich das jemals geguckt hätte, aber diese auf der ganzen Welt vorkommenden Talentshows üben einen unglaublichen Reiz auf mich aus. Kaum habe ich es mir gemütlich gemacht, kommt die Enttäuschung: Ist gar keine Wiederholung von Norwegian Idol. Ist Frühstücksfernsehen, und die beiden ausgeschiedenen Kandidaten sind zu Besuch.

Kein Wunder, dass die ausgeschieden sind. Haben die etwa so gesungen, wie sie gerade reden?? Der Norwegerpullover des Moderators ist außerdem beängstigend.

Zapp.

OHJE!

„The Real Housewives von New Jersey“ auf TV Norge.

Fünf gebotoxte Frauen und ihre muskelgestärkten Ehemänner grillen am Strand. Ich brauche fünf Minuten um herauszufinden, ob das eine Parodie ist oder eine Art Reality-TV. Zu meinem Schrecken muss ich feststellen: Es ist Reality-TV.

Zapp.

NRK 2 sendet Radioprogramm.

Zapp.

Auf Zebra 2 spielt Ashton Kutcher „Versteckte Kamera“, nennt es „Punk’d“ und bringt Schaupieler Zac Braff beinahe dazu, einen 10jährigen zu verprügeln, der Braffs Porsche angesprüht hat. Das waren noch Zeiten, als Paola und Kurt Felix ihre Späße trieben.

Zapp.

So geht es nicht weiter, ich brauche ein System. Dieses Rumgezappe bringt doch nichts. Ein Blick in die Fernsehzeitung und ich bin irritiert. Hier scheint ein Druckfehler vorzuliegen. Bei NRK 1 lese ich: 11.45 Ut i naturen. 12.00 NRK nyheter. 12.15 Nesten voksen 12.55 Ut i naturen. 13.00 NRK nyhter. 13.05 Planeten vår 13.55 Ut i naturen. 14.00 NRK nyheter.  Das ist ja mal eine Abwechslung.

TV 2 will mich mit der World Snowboard Tour erfreuen. TV Norge mit Will and Grace, Cougan Town oder Friends. TV 3 punktet mit Oprah und Dr. Phil. Ich entscheide mich für NRK 1, TV 2 und NRK super, den Kinderkanal. Damit fange ich mal an.

Und lerne gleich ein neues Wort:  „promper“.

Pupsen.

Das ist doch mal hilfreich und wird meine norwegischen Gespräche bereichern. „Hvordan har du det?“ – „Ja, takk, jeg promper.“ Wunderbar. Außerdem lerne ich von der witzigen, brünetten Moderatorin, dass nachts NICHT alle Katzen grau sind. I mørket er alle katter grå, sagen dazu die Norweger. Schon wieder was gelernt. Hier bleibe ich.

Nächstes Thema: SCHLANGEN!

Zapp.

NRK 1 kündigt „Ei stund i naturen“ an. Ich erwarte Bilder von Norwegen und bekomme: Yellowstone Nationalpark. Auch hübsch. Es geht um Wapitihirsche, die die Wälder verlassen und sich auf dem Parkplatz vor dem Besucherzentrum des Parks aufhalten. Na logisch, ist ja auch viel sicherer da. Keine Jäger, keine Bären. Würde ich auch machen. Sieht komisch aus, wie die Hirsche so über den Zebrastreifen wandern. Nach 10 Minuten ist die Sendung zuende. Hallo?? Ich dachte „ei stund“! Typischer Fehler eines deutschen Hirns: „Stund“ ist Augenblick, Moment….

Zapp.

Ein blondgefärbter Mann im pinken Pulli steht vor einem roten Holzhaus und redet komisch. Die Sendung heißt „Strömsö“ und die beiden Umlaute verraten es sofort:

Wir sind in Schweden.

Es folgen 15 Minuten zwischen selbstgemachtem, schwedischem Ketchup und einer Trommelgruppe aus Ghana. Außerdem lerne ich, wie man aus Maschendraht einen hängenden Blumenkorb basteln kann. Toll.

Zapp.

Awwww, auf NRK Super springen gerade die gepunkteten Küken einer Ente aus einer Höhle im Stamm gen Boden und watscheln hinter der Mutter her ins Wasser. Süüß!

Und auf NRK 1 jagt ein Seeteufel Beute. Auf Norwegisch heißt der Breiflabben. Tolles Wort.

Es ist mittlerweile 13.00 und ich habe Mittagshunger.  Ich tue es dem Breiflabbe gleich und gehe auf Beutejagd. Im Kühlschrank werde ich fündig und genieße schon meinen Salat, während mein Unterwasser-Mittagspartner immer noch hungrig wartet. Vom Dach tropft es auf den Balkon und die Bäume verlieren ihre weiße Zuckerschicht. Kommt etwa der Frühling?

In Japan spielen sie menschliches Domino. Über 200 an Matratzen gepresste Menschen lassen sich umwerfen und liegen sich hinterher lachend in den Armen.  Es kann so einfach sein. Der Rekord in „human dominoes“ wurde 2012 in China aufgestellt. Mit 1001 Teilnehmern.

Zapp.

Mir ist langweilig. Ich gönne mir eine Pause von der Dauerberieselung und plane das Abendprogramm. Ich habe die Auswahl zwischen einer Live-Debatte über die geplanten Ölbohrungen vor den Lofoten, der norwegischen Spielshow „Oppgrader“, der Geschichte des Skispringens, Dr. House oder der norwegischen Realityserie „Hjelp, han pusser opp!“.

Dr. House kenne ich schon, und US-Serien wollte ich auch vermeiden. Geschichte vom Skispringen oder Skifahren ist nicht so spannend und die Lofoten-Debatte lasse ich mir auch entgehen. Ich bin ein Entertainment-Junkie. Bring the games on!!! „Oppgrader“ und danach „Hjelp han pusser opp!“, in dem ein Ehemann mit zwei linken Händen selbstständig eine komplette Wohnung renovieren will. Na, das muss ich gucken!

Zufrieden zappe ich noch ein bisschen weiter im TV rum und lasse meine Gedanken schweifen. Fernsehen ist eine wirklich gute Art und Weise etwas über ein Land zu erfahren. Vorausgesetzt, man erwischt landeseigene Sendungen. Was beschäftigt die Leute? Wie sieht es in anderen Teilen des Landes aus? Worüber reden die Leute? Wer ist gerade populär und warum? Günther Jauch, „Danke Anke“, „Ich bin der Meinung, das war….“, Wum und Wendelin, „Licht aus, Spot an“, Biene Maja sind nur ein Bruchteil von TV-Erinnerungen, die in Deutschland zum Gemeingut gehören. Eine gemeinsame TV-Kultur.

Abends beschließe ich von jetzt an einen Tag der Woche dem norwegischen TV widmen. Schaden tut es nicht, im Gegenteil. Ich habe zahlreiche neue Wörter gelernt, weiß mehr über die Ölbohrungen vor den Lofoten als bisher und konnte fast alle Fragen beim „Oppgrader“-Quiz beantworten. (Wann wurde das norwegische Grundgesetz unterschrieben? Wie hieß der „Rektor“ im ersten Harry Potter? Wer war englische Königin von 1558 bis 1603? Welche norwegischen Fußballfans nennen sich „Tornekratter“? – Der „Rektor“ heißt natürlich Dumbledore. Dachte ich. Aber nicht in Norwegen. Hier heißt er: Albus Humlesnurr. Meine Antwort zählte trotzdem. Fand ich. Oder?)

Morgen lege ich aber einen fernsehfreien Tag ein. Ich glaube, meine Augen sind zu kleinen Quadraten geworden. Fazit des Tages: Ohne die amerikanischen TV-Serien bestände das norwegische Fernsehen wahrscheinlich aus 3 Sendern, die über Natur, Sport oder Tagesneuigkeiten berichten würden.

Und vielleicht würde das sogar reichen.  Einer Statistik der Universität Bergen zufolge verfolgt der größte Teil der Fernsehzuschauer die Sender NRK 1 und TV 2. Mir reicht es für heute auf jeden Fall. Ich muss jetzt noch mein Faschingskostüm basteln. Euch allen schon mal ein kräftiges Helau! In der deutschen Gemeinde sind morgen die Narren los und ich mittendrin. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Woche mit tollen Erlebnissen, ob nun im Fernsehen oder vor der Haustür sei Euch überlassen, genießt den restlichen Winter und haltet immer die Augen offen!

Ha det bra,

fernsehblog

Ulrike

EILMELDUNG+++EILMELDUNG+++

Meine lieben Leser, es gibt tolle Neuigkeiten!

Das Goethe-Institut Norwegen hat Euren Lieblings-Norwegen-Blog (also DIESEN hier, falls jetzt irgendwie Unsicherheit aufkam) entdeckt und will „Neues aus Norwegen“ mit der offiziellen Internetseite des Instituts verlinken!

TUSCH!

Danke an das Institut und Frau Danzer!

So, nun habt noch eine schöne Restwoche,

bis Freitag,

klem

Ulrike

Norweger…..verzweifelt gesucht! Teil 1 oder Hei, vil du være vennen min?

Eigentlich finde ich Vorsätze fürs neue Jahr unsinnig. Meistens man macht ja gute Vorsätze, bei denen klar ist: Das wird nichts. Oder man entscheidet sich für harmlose Vorsätze, deren Erfüllung jedem Pfadfinder nur ein schwaches Gähnen entlockt.

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Dabei ist die Auswahl der Vorsätze vielfältig: Nett sein zu Mitmenschen, mehr oder überhaupt Sport treiben; das Rauchen/Trinken/Spielen/Schokoladeessen/ etc. aufgeben; einen Baum pflanzen, ein Haus bauen UND ein Kind zeugen; angefangene Projekte beenden; glücklich sein.

Dieser repräsentativen Auswahl füge ich meinen guten Vorsatz für 2013 hinzu:

Ich will Norweger kennenlernen.

Ich sehe Eure Blicke, meine lieben Leser!  Ich höre Eure Stimmen! „Da lebt sie in Norwegen und will Norweger kennenlernen. Geht’s noch?“

Nein, es geht eben nicht. Norweger kennenzulernen ist nicht so einfach wie Ihr denkt. Ehrlich gesagt, habe ich mir hier in Oslo ein fast vollständig Norweger-freies Umfeld geschaffen. Am Samstag bei unserer Einweihungsparty fiel es mir auf: Außer den zehn deutschen Freunden saßen dort zwar zwei wunderbar nette Dänen….von Norwegern aber keine Spur. In den letzten Tagen verbrachte ich meine Zeit abwechselnd in der deutschen Gemeinde, dem deutschen Goetheinstitut und der deutschen Schule, kurz unterbrochen von einer Verabredung mit einer deutschen Freundin, die mich, dem Thema verhaftet, zu deutschen Käsespätzle einlud.

Das letzte Mal, dass ich so viel Deutsch gesprochen habe war in…Deutschland.

Ich übertreibe. NATÜRLICH habe ich auch Kontakt zu Norwegern. Gerade eben sprach ich mit Jens am Telefon.

Er ist Kundenberater beim Stromversorger NorgesEnergi und sehr nett.  Und dass, obwohl ich kein Abo wollte. Außerdem habe ich täglich Kontakt mit Stine, meiner freundlichen Kassiererin im Kiwi-Supermarkt und Kira, die Bibliothekarin in der Deichmanske Bibliothek plaudert immer wieder nett mit mir.

Aber niemand von denen würde ich zu meiner Einweihungsparty einladen! (Und selbst wenn, würden sie kommen?)

Nun stellt sich die Frage, woher dieses Norwegerfreie soziale Umwelt kommt. Ich habe so meine Vermutungen:

  1. Ich arbeite von Zuhause aus oder in der deutschen Gemeinde. Beide Orte sind überwiegend frei von Norwegern (vor allem unsere Wohnung, außer Hausmeister Björn muss etwas reparieren).
  2. Das Goetheinstitut, die deutsche Schule oder die deutsche Gemeinde sind ein Zuhause in der Ferne: Alle, die sich dort treffen sprechen die gleiche Sprache, haben dieselbe oder eine ähnliche Kultur, viele Anknüpfungspunkte und gemeinsame Geschichten. Dort zu sein fühlt sich so schön sicher an. (Dieser Absatz ist allen gewidmet, die sich über die Ghettobildung von Immigranten in, z.B., Deutschland beschweren. Wer das noch nie erlebt hat, kann es nicht im Geringsten verstehen und noch weniger verurteilen.)
  3. Huch, ich bin heute so ernst.
  4. Entschuldigung.
  5. Schnell ein Witz.
  6. Treffen sich zwei Rühreier, sagt das eine: „Hach, ich bin heute ganz durcheinander.“
  7. (Über den lache ich seit 5 Tagen.)
  8. (Ja, ich hab einen einfachen Humor. Lucky me.)
  9. Also zurück zu den Gründen, warum ich keine Norweger kenne.
  10. In Oslo bieten sich unzählige Angebote auf andere Ausländer zu treffen, die sich in Oslo niedergelassen haben und verstehen , wie es sich anfühlt, im Ausland zu leben. Gerade hier in Frogner und Majorstuen wimmelt es von Europäern und Amerikanern, hier findet man englische Pubs und amerikanische Cafés, hier kann man mexikanischen Totentag feiern und Halloween.
  11. Und nun zum entscheidenden Grund: Ich versuche nicht stark genug, Kontakt mit Norwegern zu bekommen. Dabei bin ich so neugierig auf ihre Kultur, ihre Sprache und Geschichte, ihre Ansichten zu Gott und der Welt. Aber eine ernsthafte Suche hat noch nicht stattgefunden.

Doch das werde ich ändern. Ich werde mir neue, norwegische Freunde suchen. Oder Bekannte. Wenigstens das. Auf geht es!

Es geht dabei natürlich auch um Integration. Gelungene Integration besteht aus Annäherung, gegenseitiger Auseinandersetzung und Kommunikation, Finden von Gemeinsamkeiten und Akzeptanz von Unterschieden (behauptet wikipedia). Früher wurde gesagt, Integration bestehe aus Erwerbstätigkeit, sozialem Kontakt und Beherrschen der Landessprache. Das alles ohne die eigene kulturelle Identität aufzugeben. Da stellt sich bei uns Nomaden natürlich die Frage: Wie sehr wollen wir uns integrieren? Läuft es nicht alles prima so wie es ist?

Nee, nicht so 100%. Mein guter Vorsatz steht also fest: Ich will Norweger kennenlernen! Ich werde Euch über meine Erfolge oder Misserfolge auf dem Laufenden halten. Ist doch selbstverständlich! Mal sehen, was so passiert.

Enden möchte ich heute mit der angekündigten Geitost/Brunost-Vernichtungsaktion, die Mitte Januar im nördlichen Norwegen stattfand:  27 Tonnen des karamellisierten Höllenprodukts gingen im Brattli Tunnel am Tysfjord in Flammen auf. Fünf Tage loderte das Feuer im schwer beschädigten Tunnel. Die Kombination von Fett und Zucker führte dazu, dass der Käse „wenn er heiß genug wird fast wie Benzin brennt“, erklärte der verantwortliche Polizeibeamte Viggo Berg. Kjell Bjoern Vinje vom Norwegischen Straßenbauamt fasste seine Überraschung so zusammen: „Ich wusste nicht, dass Brunost so gut brennt.“

So.

Na, das ist ja was.

Räusper.

Hihi.

Pscht.

Hehe.

PSCHT!

Hahahahahahahaha!!!!

27 TONNEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Gut gemacht!

Der unverletzte LKW-Fahrer ist sich keiner Schuld bewusst und auch ich muss hier alle Schuld von mir weisen, aber wer immer es war:

DANKE! Mein Bruder oder meine Schwester im Geiste, ich vernehme deine Botschaft!

WEG MIT DEM BRUNOST!

Hm.

Tja.

Ob das nun ein erfolgsversprechender Ansatz ist, um Norweger kennenzulernen, wage ich zu bezweifeln…..

OH! ICH WEISS!

Ich werde nach Norwegern suchen, die KEINEN Brunost oder Geitost mögen!

Problem gelöst.

Das war es schon wieder für heute, meine lieben in 7er-Freundschaftsgruppen zusammensitzenden Leser. Morgen steht ein Kreativtag mit meiner tollen Theatergruppe auf dem Programm und am Sonntag wollen wir wieder hinaus in den Schnee. Martin hat sich Schneeschuhe angeschafft und die wollen ausprobiert werden.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche, trefft auch mal schwierige Entscheidungen, vor allem, wenn ihr wisst dass sie richtig sind ; guckt Euch um und schätzt die tollen Menschen, die in Eurem Leben sind und lacht jeden Tag aus vollem Herzen!

Ha det bra,

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Ulrike

Auf den Spuren von Langlaufstar Bjørn Dæhlie oder Warum ist die Erdanziehungskraft so sauer auf mich?

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Der Schrecken des Anfängerhügels @MartinNiemann

Vorsicht.

Vooorsicht.

Voooooooors……

Plumps.

Skifahren macht so viel Spaß.

Besonders den Leuten, die gerade um mich herumstehen und grinsen.

Na und, grinst doch, ich stehe flink wieder auf und dann geht es weiter wie der Blitz.

Es ist nur….wie mache ich denn….wieso ist denn das so schwierig….ARGH!!!!!!!!

PLUMPS.

Hallo meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen! Wie Ihr bestimmt bereits gemerkt habt, geht es im Blog heute um Wintersport. Ich werde Euch die schonungslose Wahrheit über meinen ersten Langlaufausflug erzählen.

Seid Ihr bereit? Hüllt Euch in dicke Mützen und Handschuhe und schnallt Euch an!

SCHNEE, WIR KOMMEN!

Schon bevor unser erster Norwegenwinter seine Flocken nach Oslo geblasen hatte, stand unser Entschluss fest: Wir wollen auf die Skier! Nun ist aber das Anschaffen von Skiern nicht gerade eine finanzielle Kleinigkeit und wollte gut überlegt sein. Woher also Skier leihen? Noch bevor ich die Skileihsituation in Oslo recherchieren konnte, kam Rettung von unvermuteter Stelle. Die Langlaufskihochburg Lehrte in Niedersachsen meldete sich: Schwager und Schwägerin boten an, ihre alten Skier beim nächsten Besuch mitzubringen. Na super! Gesagt, getan. Danke nochmal dafür!!

Die erste Hürde war also gemeistert.

Wir hatten einen fahrbaren Untersatz.

Die Skier gehörten zwar fast ins Osloer Skimuseum, wo sie bei alten Skilaufhasen Tränen der Nostalgie hervorlocken würden – ABER: Es waren Ski! Dazu natürlich auch Stöcke und Schuhe. Das sportliche Ensemble war komplett, die erste Ski-Verabredung stand, es konnte also losgehen. Martin beschloss, aus Sicherheitsgründen nicht mitzulaufen und schob seiner sehr unkooperativen Schulter die Schuld zu, aber die Wahrheit sah anders aus: Statt mit Skiern bewaffnete er sich mit der Kamera, um auch wirklich keine der vielen peinlichen Situationen zu verpassen, in die ich mich mutig stürzen würde. Schulter! PAH! Ich durchschaue das!!!

Bepackt wie alpine Rettungshunde oder nordspanische Lastenesel machten wir uns am letzten Sonntag auf den Weg.

Mit dem Stadtbus.

Das ist in Oslo einfach wunderbar: Mit Skiausrüstung beladen, stehen die Menschen an Bus oder T-Bane-Station und fahren in den Schnee. Mit ihrer regulären Monatskarte einfach mal kurz ins Skiresort. Super finde ich das. Und sehr absurd.

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Mit dem Stadtbus auf die Loipe @MartinNiemann

Uns brachte die Linie 45 von Majorstuen Richtung Røa, wo der Bogstadvannet ein für Anfänger wie mich ideales Terrain böte, meinte Freund Christian. Nun ist „Vannet“ das norwegische Wort für „See“…

Ist irgendwer schon irritiert?

Also ich war es und fragte mich insgeheim, ob das wirklich eine gute Idee war. Ein See? Ich soll auf einem See fahren? Ok, es ist kalt, ok, das Eis ist bestimmt dick. Aber was, wenn gerade auf dem Stück, wo ich wie der Blitz dahingleite, ein winziger Riss ist und dann kracht es und dann liege ich da und dann…

Oh, da war schon unsere Haltestelle.

Mein erstes Trainingsgelände befand sich nicht weit von der Haltestelle entfernt. Ich warf alle Sorgen über Eisdicke und Ertrinken über Bord, zog meine Skischuhe an und nach wenigen Augenblicken und hilfreichen Tipps zur Fahrtrichtung war es soweit: Ich stieg auf meine Skier, zog die Handschuhe über, gab mir selbst einen kleinen Schwung und fuhr los!

Sofort riss der enorme Fahrtwind an meinen Haaren, rötete die eisige Kälte meine Wangen, stoben die nostalgischen Skier mit mir obendrauf durch den lockeren Ski und ich, ich wollte nur jubeln: FREEEEIIIHEIIIIT!!!! Jodeldihu!!!!

Naja.

Also so ähnlich.

Um ehrlich zu sein, rutschte ich mit wackeligen Knien einen winzigen Hügel hinunter und versuchte Skier, Stöcke, Füße und den Rest meines Körpers davon zu überzeugen, in dieselbe Richtung zu fahren. Bis dahin wusste ich noch nichts von der grundsätzlichen Abneigung meiner beiden Füße gegeneinander. Der linke Fuß wollte absolut nicht dorthin wo der rechte war und umgekehrt. Ein Problem, dessen Lösung bald in Form einer Loipe kam, in die die beiden Streithähne fluchtunfähig gesteckt wurden. HAH! Und nun vorwärts! Wie der Sturm.

Hauch. Leichte Brise. Lüftchen. Anders kann man mein Tempo nicht beschreiben, aber immerhin fuhren jetzt alle Teile von mir vorwärts und fingen an, Spaß zu haben. Bald hatte ich einen Rhythmus gefunden und wagte mich an ein gehobenes Tempo. Doch dann erhielt ich die zweite anatomische Lehrstunde des Tages: Verliert der Körper unten seine Balance, versucht der Oberkörper dies auszugleichen und mitten in den Balancestreit der beiden Körperhälften mischt sich dann der Hintern, der einfach keine Lust mehr hat und sich fallen lässt.

Mit dem Rest des Körpers hinterher.

PLUMPS.

Da saßen also mein angekratztes Ego und ich gemeinsam auf der Loipe und wurden zur menschlichen Hürde für alle, die nach uns kamen.

Ich schwöre, dass ich aufstellen wollte. EHRLICH!

Aber die Erdanziehung hat mich nicht gelassen!

Nun weiß ich nicht, was ich getan habe, um die Erdanziehungskraft derartig zu verärgern, aber nach einigen sehr uneleganten Aufstehversuchen gab ich einfach auf. Sollten doch die anderen über mich drüber fahren.

Schnief.

(An dieser Stelle sei vermerkt, dass Martin Fotos schoss und Christian mitsamt Felix auch irgendwie verschwunden war. Da zieht frau mit 3 Männern in den Schnee und wird dann in der Not allein gelassen.)

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Erdanziehung – Ulrike 1:0 @MartinNiemann

Schnief.

Plötzlich streckte sich ein kleiner Skistock von links vor mein Auge und eine Mädchenstimme fragte, ob ich Hilfe bräuchte. Ich blickte das blonde Kind dankbar an, verglich aber kurz ihr Gewicht mit meinen 60+ Kilo und hielt ihr Angebot, rein physikalisch gesehen, für keine gute Idee. Lächelnd schüttelte ich den Kopf und erhielt ein mitleidiges Lächeln zurück. Wir wirkten beide hilflos. Ratlos. Rettungslos.

Doch Rettung kommt immer in den Momenten, in denen man sie am wenigsten erwartet.

So auch bei mir.

Noch ehe ich wusste wie mir geschah, schoben sich zwei gewichtsmäßig starke Arme unter meine Achseln und ein anonymer Ritter liftete mich hoch in die Luft und setzte mich, nun wieder in gewohnter Höhe, auf der Loipe ab.

„Huch!“ war mein ganzer Text in dieser Szene und als ich mich, vorsichtig, umdrehte, blickte ich in das freundliche Gesicht meines Mittvierziger-Norweger-Langlaufski-an-den-Füßen-habenden-Retters, der anscheinend der Vater meiner ersten Samariterin war und nach seiner Rettungsaktion ohne weiteren Kommentar davonfuhr.

Mein Held!

Naja, vielleicht wollte er auch einfach die menschliche Barriere von der Loipe haben.

Danke trotzdem!

Als hätte mein Körper am Hinfallen Gefallen gefunden, stürzte ich noch drei weitere Male im Verlauf des Nachmittags, aber man gewöhnt sich ja an alles. Viel wichtiger war: Ich hatte Spaß! Und zwar riesigen Spaß. Was für ein toller Moment auf dem dick zugefrorenen See anzukommen und über die im Sommer zum Baden einladende Wasserfläche zu rutschen. Wie super, sich anstrengen zu müssen, aber gleichzeitig die wunderschöne Landschaft genießen zu können! Wie lustig, von Martin über den See gezogen zu werden und im Licht der untergehenden Sonne Kokoskekse zu knuspern.

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Auf dem Bogstadvannet @MartinNiemann

Ich fand tatsächlich eine Art Laufrhythmus und kam vorwärts. Nicht sehr schnell, aber stetig. Nach zwei Stunden war uns allen kalt, ich war nicht die Einzige, die kaputt war und der Himmel wurde langsam dunkel und beendete mein erstes Langlauferlebnis. Schön wars. Ich habe mich mit Ober- und Unterkörper, meinen Füßen und der Erdanziehungskraft geeinigt: Das machen wir wieder. Mit neuer Ausrüstung und neuem Spaß geht es diesen Sonntag wieder los. Ich hoffe, dass Kathrin und Maik nach Lesen dieses Blogs nicht plötzlich ihre Pläne mit uns ändern! Ich freue mich auf jeden Fall. Und fühle mich auch gleich ein bisschen mehr norwegisch.

Das war es für heute meine lieben in 7er-Gruppen-langlaufenden Leser! Ich hoffe, wir sehen uns nächste Woche wieder, wenn ich Euch über brennenden Geitost erzählen werde: Ein unbekannter LKW-Fahrer scheint sich nämlich meiner Anti-Geitost-Kampagne angeschlossen zu haben und hat seine ganz eigene Vernichtungsaktion gestartet!

Bis dahin wünsche ich Euch eine schöne Woche, probiert mal wieder was Neues aus, seid, meinem neuen Lieblingszitat folgend „wagemutig, frech und einfach wunderbar“ und genießt den Winter in vollen Zügen!

Ha det bra,

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@MartinNiemann

Ulrike

Frohes, glattes Jahr aus Oslo oder Bin ich ein Youtube-Eisrutsch-Star?

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Godt nytt år!!!

Hallo, meine lieben Leser, was für eine Freude, dass wir uns hier wieder treffen! Fast schon unverzeihlich lange war es still in diesem Blog, aber ab heute kehren wir zur Normalität zurück!

Seit wir uns das letzte Mal gelesen haben, waren Martin und ich in Deutschland und sind hier in Oslo umgezogen, weshalb ich Euch heute, erstmalig, ein Hallo aus der Sorgenfrigata zuwerfe. Oder der Sorgenfrigaten.  Jaha, hier in Norwegen, da hat man nämlich manchmal die Auswahl.

WARNUNG:

Es folgt eine kleine Grammatik-Episode!

ACHTUNG!

Im Norwegischen gibt es, wie im Deutschen, verschiedene Artikel. Aus unerfindlichen Gründen hat sich die weibliche Form oder hunkjønn nicht wirklich durchgesetzt. Im Norwegischkurs hieß es dazu: „Ja, die gibt’s, aber die kann fast immer durch die männliche Form ersetzt werden.“ So wird das Buch von boka zu boken, aus dem Fluss wird elven statt elva und aus der Sorgenfrigata eben die Sorgenfrigaten.

Aber nicht bei mir! (Obwohl ich die Einladung für die Einweihungsparty noch vermännlicht habe. Aber ab JETZT: Nie wieder! Gata it is!)

Statt der männlichen Endung SorgenfrigatEN, benutze ich also, weiblich solidarisch, ab sofort SorgenfrigatA!

GRAMMATIK ENDE!

Hat doch gar nicht weh getan, oder?

Wir fühlen uns auf jeden Fall wohl im neuen Zuhause, haben den Kamin angefeuert, die Aussicht auf die Zahnarztpraxis genossen und Martin ist bereits sehr effektiv im Fahrstuhl steckengeblieben.

Wir leben uns ein.

Der Frognerpark ist nun ein Stück weiter entfernt und bei den momentan vereisten Bürgersteigen steht er nicht mehr so häufig auf dem Programm. Dass Oslo derartig lax mit dem Winter umgeht, erstaunt mich zutiefst: Die Sorgenfrigata ist vereist, jeder Schritt gefährlich, aber bis auf ein paar gestreute Kiesel passiert nichts, um die Unfallgefahr zu verbannen. Mittlerweile laufe ich immer auf der Straße, denn die ist frei. Ein harmloser Winter sei es dieses Jahr, höre ich von allen Seiten, aber mir reicht es schon: Wie ein Huhn auf Stöckelschuhen wackele ich durch die Straßen und meine, bisher, geglückten Sturzabfangmanöver sind eine eigene Fotoserie wert. Mit offenem Mund beobachte ich Jogger, die in gemächlichem Tempo über das Eis laufen, entspannt mit sich und der Natur.

HALLOO????

Bestimmt sehen mir alle an, dass ich ein Oslo-Winter-Anfänger bin. Wer weiß, wie oft ich heimlich gefilmt und nun unter „Hahaha…guck dir das an!“ bei Youtube zu finden bin. Hoffentlich hat mich niemand gesehen, als ich mich auf dem Weg zur Kirche am Zaun bergab gehangelt habe.

Entwürdigend ist das! Ich erwarte freie Bürgersteige! PROTEST!

Vielleicht sollte ich doch Spikes kaufen. Das Ding ist nur….Ich sehe hier Spikes im Laden aber nie an Füßen. Meine nächsten Tage werde ich damit verbringen, die Geh-Technik der Osloaner zu beobachten. Und zu lernen! Huhn ade!

Dabei wollte ich wieder mit dem Joggen anfangen, denn der nächste Wettbewerb steht auf dem Programm: Die 10km beim Hannover Marathon im Mai. Davor vielleicht noch der Centrumslauf hier in Oslo. Außerdem will ich endlich Langlaufski fahren!

So viele Pläne!

Habt Ihr Vorsätze gefasst für 2013?

Und wenn ja, welche?

Wir wollen dieses Jahr endlich in Norwegen herumreisen und planen eine große Tour im Sommer.  Im Frühling steht endlich die versprochene Bergbesteigung auf dem Programm und bis dahin wollen wir den, wenn auch harmlosen, Winter genießen. Alle Welt verbringt die Wochenenden mit Skifahren, Rodeln, Eislaufen…an uns ist das bisher noch vorbeigegangen, aber wir sind auf dem Weg!

Freut Euch also auf amüsante Bilder von mir auf, neben und untern den Langlaufskiern.

Ich wünsche uns allen ein glückliches, entspanntes und krisenarmes 2013 mit vielen neuen Geschichten und Erlebnissen. Vergesst nicht zu lachen und neugierig zu sein, dient nicht immer nur, sondern lebt auch mal und rutscht gut und sicher durch die kommenden Monate!

Ha det bra,

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Ulrike

Ode an die Freude oder Entschuldigung, wo ist die Streumaschine?

Es ist 1:54 Uhr, vor dem Fenster zwitschert ein schlafgestörter Vogel, während hier drinnen Nacht zum Tag wird und ich mir eine Pause vom Wäsche falten gönne.

Hallo meine lieben Leser, schön, dass wir uns hier wieder treffen. Letzten Freitag habe ich Euch im Stich gelassen, was unverzeihlich, aber auch unvermeidbar war. Familienbesuch war da und wir hatten viel zu tun. Wir mussten zum Beispiel Farmarbeit verrichten…

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…und den Schnee genießen…

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Es schneite nämlich ganz gewaltig am Samstag. Während Ihr in Deutschland bereits tagelang in Schneemassen versunken seid, konnte Oslo nicht eine einzige Flocke bieten. Doch Donnerstag kam die Wende, Freitag kam der Schnee und Samstag wurden wir mit dem wunderschönsten Weihnachtswunderwetter belohnt.

Sonntag taute es dann.

Montag war fast alles weg.

Geblieben ist Eis. Und zwar überall.

Erinnert Ihr Euch an das Video „Radiatoren für Norwegen“? Vergesst es. Ich starte eine neue Aktion: Streumaschinen für Oslo!

DAS hätte mal Sinn.

Ich weiß, ich weiß, in Deutschland wird auch nicht immer überall gestreut und der Nachbar X vergisst mal Schnee zu schippen und Eis zu kratzen. Ja, ja, ja.

Ihr habt ja keine Ahnung!

Hier ist alles vereist. Ich habe ernsthaft überlegt, ob es nötig ist, das Haus zu verlassen und ob mir meine Knochen nicht wertvoller sind, als jede noch so wichtige Verabredung. Es ist mörderisch da draußen gewesen. Unvorstellbar, wieviel sich die Norweger bieten lassen. Ich war kurz davor einen Protestmarsch gegen vereiste Straßen und Wege ins Leben zu rufen.

Aber wer wäre schon gekommen? Ist ja viel zu glatt.

Glücklicherweise war die Stadt am 10. Dezember noch eisfrei. An diesem Montag erhielt die EU den Friendensnobelpreis. Ab 10h morgens berichtete NRK live, interviewte Politiker und Künstler (Jostein Gaarder war sehr sympathisch!), Rathausangestellte und Hofpersonal. Die Ankunft von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der deutschen Delegation am Flughafen Gardermoen konnten wir live mit verfolgen und einen der drei offiziellen Preisträger, Martin Schulz, bei einer Veranstaltung der Kinderschutzorganisation „Redd Barna“ begeistert zu „We are the world“ mit den Armen schwenken sehen.

Überhaupt entwickelte sich der Präsident des Europäischen Parlaments zur Partykanone des Tages und es hat mich betrübt, dass er, im Gegensatz zu Barroso und van Rompuy, während der offiziellen Verleihung des Nobelpreises keine Rede halten durfte. (Wäre es nach mir gegangen, hätten sie Herrn Jagland nach zwei Minuten mithilfe eines Überfallkommandos vom Rednerpult entführen können und stattdessen den lustigen Martin rangelassen. Ich weiß nicht, wem die englische Aussprache von Komiteevorsitzendem Jagland peinlicher war: Königin Sonja oder mir. Gelitten haben wir beide.)

Die offizielle Feierstunde verlief davon abgesehen in schönster Harmonie.

Gut, ich musste umschalten, als François Hollande und Angela Merkel sich siegesbewusst dem applaudierenden Publikum zuwandten und damit die Lobhudelei auf Deutschland und Frankreich ihren Höhepunkt erreichte.

Sehr unangenehm.

Aber der Rest war schön. Feierlich. Bewegend. Würdevoll. Die Rede von Ratspräsident Herman van Rompuy ohne Konkurrenz.

Und abends waren wir dran! Der traditionelle Fackelzug zu Ehren der Preisträger war von den EU-kritischen Organisatoren gestrichen worden. Organisiert vom Oslo International Club, mehreren EU-freundlichen Parteien und Clubs fand er dann trotzdem statt. Ab 18.15 Uhr wanderte ein Lichterzug aus 2000 Europäern und Nicht-Europäern vom Hauptbahnhof Richtung Grand Hotel, wo die Ehrengäste und Preisträger traditionell übernachten.

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@MartinNiemann

Vor dem Hotel erwarteten wir, trotz eisiger Kälte, geduldig das Öffnen der Balkontüren und den Auftritt der Preisträger. Fast wären wir dabei ins deutsche Fernsehen gekommen: Eine Troika des NDR schritt auf uns zu, vorneweg ein kleiner, frierender Reporter, der uns auf Norwegisch um Auskunft bat. Wir seien Deutsche, erklärten wir begeistert, fipselig auf unsere 15 Minuten Ruhm. „Och nee, schon wieder Deutsche, nee, das haben wir schon.“ Sprach der Reporter und zog von dannen.

Ruhm…pah…eh völlig überbewertet.

Da öffneten sich die Balkontüren in der ersten Etage des Grand Hotels. Zum Jubel der Massen traten die drei offiziellen Preisträger auf den Balkon. So nah und so glücklich werden sich die EU-Spitzen und Teile des EU-Volkes nie wieder treffen. Vergessen waren unübersichtliche Verwaltungsapparate, unermessliche Finanzpakete und unverständliche Auslandseinsätze. Heute war ein Feiertag! Wir feierten den Frieden in Teilen Europas, wir feierten uns als Europäer, wir feierten Europa als unser Zuhause.

Pathetisch?

Ja, sicher.

Ehrlich?

Ja. Sicher.

Plötzlich erklangen die ersten Töne der „Ode an die Freude“ und bald schallte  ein textunsicherer, aber begeisterter „La-la“-Chor aus 2000 Kehlen, vom Balkon aus enthusiastisch dirigiert. Martin Schulz gab das Tempo vor, Herman van Rompuy postete ein Livebild via twitter und José Barroso strahlte wie ein Kind unter dem Christbaum. Was für ein Augenblick. Die paar norwegischen Gegendemonstranten gaben sich geschlagen und trollten sich von dannen.

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@https://twitter.com/euHvR

Nach knapp 10 Minuten war alles vorüber. Die EU-Spitze zog sich vom eisigen Abendwind zurück in die Wärme des Luxushotels und die 2000 Fackelträger wärmten sich mit einem Glühwein am nahen Weihnachtsmarkt oder machten sich auf den Weg nach Hause.

Es war ein tolles Erlebnis, meine lieben Leser, und ich habe bemerkt: Ich bin Europäerin. Ich bin stolz auf unseren Kontinent, der sich „von einem Kontinent des Kriegs zu einem Kontinent des Friedens“ entwickelt. Nicht ohne Probleme, Beschiss und Betrug, aber mit der richtigen Einstellung im Herzen. Neben all der Meckerei und Unzufriedenheit, gilt es doch wirklich einmal festzuhalten: Ein Krieg zwischen den alten Feinden Deutschland und Frankreich beispielsweise ist ein unvorstellbarer Akt. Die Freiheit in großen Teilen Europas erlaubt es mir, mich im Ausland niederzulassen, Arbeit und Wohnsitz zu finden. Unsere Kulturen und Traditionen vermischen sich immer mehr und bilden ein großes, gemeinsames europäisches Kulturgut. Das ist toll. Und die Miesepeter an ihren Stammtischen und an ihren Esstischen, die immer was zu meckern haben, sollen von mir aus weiter meckern. Das darf man in Europa nämlich auch: Meckern. Verdirbt mir trotzdem nicht die Freude.

Ich bin ein Fan von Europa. Jawoll.

Das war es schon wieder, meine lieben Leser. Mittlerweile ist es 2.47, der schlafgestörte Vogel scheint ein gemütliches Nest gefunden zu haben und das werde ich auch mal tun.

Der Blog und ich gehen jetzt in Weihnachtspause, aber nicht, ohne uns vorher bedankt zu haben: Bei Euch.  Toll, dass Ihr da seid! Für 2013 versprechen wir weitere Geschichten aus dem Norden, die Besteigung des Galdhøpiggen, eine Rundtour mit dem Wohnmobil im Sommer, weitere Eskapaden aus dem norwegischen Alltag und und und…

Ich wünsche Euch von ganzem Herzen Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Lasst es Euch gut gehen, besinnt Euch auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben und lacht mal wieder richtig laut.

Ha det bra,

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Ulrike