Die Suche beginnt…ODER Ein Kindergarten für Gesa Teil 1

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Ich stehe staunend vor dem riesigen Fenster und gucke in den Park. Es wirkt, als säße ich draußen. Toll, hier will ich einziehen. “Nein”, lacht Elin, “das geht leider nicht.” Schade. Aber vielleicht hat Gesa Glück und darf ab August jeden Tag hierher kommen. Ab August geht die Motte nämlich in den Kindergarten. Wo? Das entscheidet die Stadtverwaltung Oslo.
Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Noch vor ein paar Monaten war ich mir felsenfest sicher: Gesa geht in den Deutschen Kindergarten Oslo. Der ist hier gleich in der Nähe, ich habe davon nur Gutes gehört, dort arbeiten nette und fähige Erzieher, alles ganz prima. Und wo und wie, fragte eines Tages eine Stimme in meinem Kopf, soll Gesa eigentlich Norwegisch lernen?
Hm.
Mein Kopf spielt mir manche Streiche und stellt auch viele dumme Fragen, aber die hier war berechtigt. Bestimmt sprechen sie im Deutschen Kindergarten auch Norwegisch und da sind bestimmt auch norwegische Kinder und da wird sie das schon irgendwie lernen.
Ja, aber sicher, sicher bist du dir da nicht? Und wie, fuhr mein Kopf fort, soll das mit Eurer Integration eigentlich klappen, wenn Ihr immer in der deutschen Blase bleibt?
Himmel hilf, Fragen über Fragen.
Wir dachten also nach. Fragten Familie und Freunde, Großeltern und Paten und hörten irgendwann von Freund Kai: “Gesa ist in Oslo geboren. Die muss doch Norwegisch lernen!”
Das stimmte mit unseren Gedanken und den Meinungen der meisten Befragten überein. Im Kindertreff fragte mich die norwegische Erzieherin dann: “Antworte ganz spontan: Was willst du?”
Tja und dann zogen wir vor Weihnachten die Anmeldung am Deutschen Kindergarten zurück und seitdem läuft das Projekt: Norwegischer Kindergarten. Wer nun denkt, easybeasypillepalle, der täuscht sich. Ich habe keine Ahnung, wie das momentan in Deutschland läuft, aber als ich Kind war, lief es so: Alle Kinder gehen in den Kindergarten, der in ihrer Nähe liegt. So funktionierte es jedenfalls in der kleinen Großstadt Hildesheim.
Der Kindergarten, der in der Nähe liegt. Hm.

Hier in Frogner/Majorstuen haben wir auf einem Radius von einem Kilometer 32 Kindergärten. Kommunale und private Kindergärten, Familienkindergärten, Betriebskindergärten, Uni-Kindergärten. Wir haben also die Qual der Wahl. Wie sollten wir eine Auswahl treffen? Irgendwann kamen wir mit einer Art Liste weiter:

– Pädagogisches Personal
– Lage und Außenareal
– Intuition aka „Bauchgefühl“
Die Stadt Oslo bietet eine fantastische Übersicht aller Kindergärten der Stadt, die sich dort mehr oder weniger ausführlich präsentieren. Wir schränkten die Auswahl auf die 32 Kindergärten in unserer Umgebung ein. Ein hoher Prozentsatz ausgebildeten Personals war mir wichtig – und damit möchte ich engagierten und guten Mitarbeitern in Kitas nicht zu nahe treten. Mir war es einfach wichtig. Ein großes Außenareal mit Spielgeräten kam mit auf die Wunschliste. Das “Bauchgefühl” ist nicht zu unterschätzen: Stimmt die Chemie nicht, wollen wir unser Kind dort nicht hinschicken. Logisch. Das kann am Gebäude liegen, am Spielplatz, an der Präsentation auf der Seite der Stadt Oslo.
Naja, irgendwie muss man von 32 auf 5 kommen.

Wie jetzt, 5?

Wir dürfen uns bis zu fünf Kindergärten aussuchen, unsere persönliche Wunschliste angeben und dann hoffen, einen Platz in einem der fünf zu bekommen. Gesa ist mit zwei Jahren dann schon bevorzugt, da sie ja im norwegischen Sinn, schon seit einem Jahr im Kindergarten sein sollte und sozusagen “Wartesemester” hat.

Gucken wir mal.
Von unseren fünf Kindergärten haben wir bisher zwei besucht, hoffentlich klappt es bei den anderen drei bis Ende Februar auch noch. 1. März ist Stichtag für unsere Anmeldung bei der Stadt Oslo. Es ist ein komisches Gefühl in einem Kindergarten zu stehen und zu denken: Nächstes Jahr ist das vielleicht Gesa, die da im Schlamm matscht. – Aber das geht bestimmt allen Eltern so.
***
So, meine lieben Leser, das war es für heute – ein kurzes, persönliches Update hier aus Oslo. Hier unsere Kindergartenliste, gerne dürft Ihr kommentieren, falls Ihr die Kindergärten kennt, dort selber Kinder habt oder ähnliches:
Tørtberg Kanvas
Fagerborgmenighets barnehage
Gydas vei barnehage
Stallen barnehage

Und plötzlich sind es nur noch vier, lese ich doch gerade, dass der Hedgehaugens Kindergarten ab Sommer nur noch Kinder von 1 bis 3 Jahre aufnimmt. Na, dann suche ich mal weiter….Ich halte Euch auf dem Laufenden!
Euch allen wünsche ich eine tolle Woche mit viel Lachen, gutem Essen und viel frischer Luft! Wir haben gerade Familienbesuch und werden heute das Technische Museum unsicher machen. Mehr darüber nächste Woche!

Ha det,

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Ulrike

Besuch im FreiaLand ODER Ulli und die Schokoladenfabrik

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(Walter von „Walters Mandler“, Erfinder der weltbesten Schokolade!)

Im nächsten Jahr werde ich weniger Schokolade essen. Nein, nicht weniger – gaar keine! Jawohl, totale Schokoladenabstinenz für mich. Stattdessen Karotten, getrockneter Grünkohl und Gurkenwasser. Genau. So mache ich das. Ab Januar.

Und heute?

Heute, da bin ich Ulli Wonka in der Schokoladenfabrik.

Willkommen bei Freia!

Hallo, meine lieben Schokoleser, wie schön, dass wir uns hier heute wieder treffen. Ein Besuch im Freia Schokoladenland stand schon lange auf meiner To-Do-Liste. Im Dezember hat es endlich geklappt. Freundin Jeanette plante für die Teestube der Deutschen Gemeinde einen Besuch und ich durfte mich anschließen. Und nahm gleich meine Mutter mit, die gerade zu Besuch war. Ein Familienausflug in das Herz norwegischer Schokolade – das klang vielversprechend.

Freia ist für Norwegen, was Milka in Deutschland ist (irgendwann muss ich mr dieses product placement mal entlohnen lassen….) und verwöhnt norwegische und nicht-norwegische Leckermäuler mit Köstlichkeiten wie Walters Mandler, Kvikk lunsj oder Kong Haakon. Der Zusatz “…et lite stykke Norge” bringt mich immer dazu, Schokolade als Souvenir mitzubringen. Und nun sollte ich also zur Geburtsstelle meiner kalorienreichen Freunde dürfen, zum kakaolastigen Herzen der norwegischen Süßigkeiten-Industrie, mitten in die Zuckerstube skandinavischer Kariesverbrecher.

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Vor der Tür planten Sebastian und ich unsere Diebestour. Anscheinend hatte der pure Gedanke an einen Besuch in der Fabrik uns in Zuckerschock versetzt, diskutierten wir doch einen Mission Impossible ähnlichen Abstieg am besten mitten in den Schokoladenkessel. – Gut, dass die nette Norwegerin, die unsere Gruppe begrüßte, kein Deutsch sprach. Wir wären bestimmt nicht über die Schwelle gekommen.

Freia, die global involviert zur Monsterkette Mondelez gehört, bietet geführte Touren für alle Alters- und Interessengruppen. Wir bekamen die “Geburtstagsgruppen” – Tour, eigentlich für Kinder gedacht, aber mit einem entscheidenden Vorteil: Wir durften unsere eigene Schokolade gestalten! Nach ein paar einführenden Worten und einigen Treppenstufen gelangten wir in einen Kantinenraum mit Bierzeltgarnituren, in dem noch leichter Würstchengeruch in der Luft lag. Nicht das, was man in einer Schokofabrik erwartete und mein Geruchssinn protestierte. Ein Überbleibsel der Gruppe vor uns sei das, erklärte unsere Führerin.

Und ich dachte schon, Freia experimentiert mit Würstchenschokolade.

Nee.

Also irgendwo gibt es Grenzen.

Mitten im Raum auf einer Art Bar, glänzte ein silberner Hahn. Nachdem wir alle mit Plastikschächtelchen ausgestattet waren, standen wir gierig in der Schlange vor dem Hahn.

Denn das war nicht irgendein x-beliebiger Hahn. Oh nein.

Aus diesem Hahn…

…kam flüssige Schokolade!

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Falls irgendjemand ein Geburtstagsgeschenk für mich sucht: Hier ist es. Die Installation, Wartung und Versorgung eines Schokoladenhahns in meiner Küche!!

Mist, ich hatte ja den Vorsatz für 2016…keine Schokolade…

Ach was, Blödsinn, Schnickschnack, her mit dem Hahn!

Ein Zug am Hebel genügte und meine Plastikform füllte sich mit süßem Gold. Noch ein paar Smarties (in Norwegen: Non Stop) obendrauf und ab damit in den Kühlschrank. Während meine Schokolade fest wurde, durfte unsere Gruppe ihre kreative Seite ausleben und eigene Schokoladenhüllen zeichnen. Aus gegebenem Anlass und dank meiner absolut nicht vorhandenen Zeichenbegabung enthalte ich Euch ein Bild meiner Packung. Sagen wir nur so viel: Freia würde dadurch höchstwahrscheinlich bankrott gehen.

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Bereits in den ersten Momenten der Führung war ich begeistert. Nicht über die Infos zur Schokoladenfabrik, ihrer Geschichte usw. Jaja, ganz interessant, jaja. Viel, viel, viel besser: Es gab dauernd Schokolade. Kleine Täfelchen hier, ein paar Riegel da, probier dies, kennst du das, hier, nimm dies.

Paradies. Jetzt fehlte nur noch Johnny Depp und ich würde hier einziehen!)

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(Freias erstes Schokoladengeschäft mit einer Auslage alter Schokoladenpackungen)

Nach der kreativen Lektion, einer Zeitreise durch die Geschichte der Kakaobohne sowie der Freiafabrik und ein bisschen Sport, gingen wir ins Kino und sahen äußerst unterhaltsame Werbefilme zum Freia-Produkt Japp. Das ist, Ihr erinnert Euch vielleicht, das norwegische Mars und ich frage mich jedes Mal, wie Freia mit diesem eindeutigen Plagiat durchgekommen ist. Es gibt in Norwegen eine Menge deutscher Schokoladen mit anderen Namen und einem ganz gering anderen Geschmack. Aber sie sind eindeutig wiederzuerkennen.

Komisch, oder?

Mit meinem zuckergeschockten Gehirn habe ich aber völlig vergessen zu fragen.

Im Kino versorgte uns die fürsorgliche Führerin mit modisch interessanten Accessoires, die große Heiterkeit auslösten. Bevor wir, hygienisch geschützt, die Arbeitshallen der Fabrik besuchen durften, statt noch ein ganz besonderer Leckerbissen auf dem Programm. Ein kultureller Leckerbissen. Ich hole ein bisschen aus.

(Für die Spannung, Ihr versteht?)

Johan Throne Holst kaufte die Freia Fabrik 1892 und machte sie in wenigen Jahren zur größten Schokoladenfabrik Norwegens (naja, die Konkurrenz war gering.) Das Geschäft lief gut, bald musste die Firma expandieren und mehr Mitarbeiter einstellen. Im Jahr 1919 entstanden drei neue Speisesäle für die Mitarbeiter. Außerdem stand das 25jährige Betriebsjubiläum vor der Tür. Etwas Besonderes musste her, um diesen Anlass gebührend zu feiern.

Wie praktisch, dass Freias Laborchef Georg Dedichen einen guten Jugendfreund hatte: Edvard Munch. Über einer oder mehreren Tafeln Schokolade (nehme ich mal an) schlug er seinem berühmten Freund vor, Bilder für die Säle zu malen.

Munch stimmte zu.

Für 80000 norwegische Kronen lieferte der Maler pünktlich zum Jubiläum wandfüllende Gemälde mit Landschaftsmotiven vom Åsgårdstrand.

Heute hängen sie im Freiasaal. Echte Munchs, mitten in der Kantine der Freia Schokoladenfabrik.

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Das war ein Erlebnis und ich vergaß sogar für einen Moment die Schokolade in meiner Hand und das will etwas heißen. (Übrigens: Sehen wir nicht alle toll aus? Nachher kommt ein noch besseres Foto und ich entschuldige mich an dieser Stelle schon bei meiner Mutter Jutta und Freundin Jeanette. Bitte, habt mich noch gern!)

Weiter ging es ins Herz der Fabrik, hier, wo Sebastian und ich Tom Cruise nacheifern und mitten in den Schokoladenkessel tauchen wollten.

Aber stellt Euch vor: Nicht nur gab es gar keinen Kessel, wir mussten dauernd hinter einer blauen Linie bleiben. Und fotografieren durfte ich auch nicht!!! Ehrlich mal, wie soll man den da kriminell werden? Na gut, guckten wir also stattdessen den unzähligen Schokoriegeln zu, wie sie langsam in kvikk lunsjs verpackt wurden. Die Maschinenhalle war fast leer, das wirkte ein bisschen gruselig, aber auch verführerisch. Da könnte man doch schnell mal….? STOP, blaue Linie!!

Ein letzer Besuch in der nun dunklen Kantine, in der nur die Munchgemälde beleuchtet waren, rundete den Besuch ab. Mir wurde ganz weihnachtlich zumute. Der riesige Freia-Weihnachtsbaum stand im Saal und kündete von den kommenden Feiertagen. Den schokoladenlastigen, zuckerschweren, wunderbaren Feiertagen.

Aber ab Januar sollte Schluss sein mit der Schokolade! Das nahm ich mir ganz fest vor!

***

So, meine lieben Leser, das war es schon für heute. Allen Osloanern kann ich einen Besuch wärmstens empfehlen: Mitten im Herzen von Oslo liegt diese norwegische Institution und freut sich auf Besucher. Die Internetseite bietet alle nötigen Informationen. Führungen werden auf Norwegisch und Englisch angeboten und dauern ca. 2 Stunden.

Tja, nun weiß ich also, wo meine kvikk lunsjs herkommen…Ihr könnt ja mal schätzen, wie lange mein guter Vorsatz für 2016 gehalten hat.

Oslo ist in fester Winterhand und wir gehen am Samstag endlich einen Schlitten kaufen und wachsen die Skier. Das Thermometer ist auf -17 Grad gesunken, aber mit ein bisschen Sonnenschein ist es ganz gut auszuhalten.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Woche mit hoffentlich friedlichen Nachrichten. Ab nach oben schicke ich Grüße an einen meiner Lieblingsschauspieler: “Bei Graptars Hammer…!”

Hilsen fra Oslo,

 

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(Die drei aus der Schokoladenfabrik!)

 Ulrike

 

 

Dr. Who, Kleinkindspiele und Schneeverwehungen ODER Auf der Suche nach einer Ausrede

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BBC.co.uk

Hallo meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns auch in 2016 hier wieder treffen. Zuerst ein dickes Bravo an alle, die das Quiz beantwortet haben! Ich habe mich sehr über Eure Emails gefreut. Einige haben mir auch geschrieben, warum sie Norwegen so mögen, wie sie auf den Blog gekommen sind und ähnliches. Vielen Dank auch dafür, ich liiiiiieeeebe es, von und über Euch zu lesen.

Mehr davon, bitte!!!

Tja.

Mehr kommt heute nicht und das obwohl ich Euch immer noch vom Besuch in der Schokoladenfabrik erzählen will.

Aber jetzt kommt ein Bekenntnis: Nach 12 Stunden Kinderbespaßung, Kinderwagenschieben durch den Schnee und Haushalt will ich heute nur noch eines: Auf mein Sofa. Mit Dr. Who – und Martin :)))

Alle Mehrkindmütter werden vielleicht ungläubig lachen, aber unser 16monatiger Wirbelwind fordert im Moment alle Aufmerksamkeit und jeder Versuch, mich tagsüber an den Computer zu setzen, scheitert. Wie Mütter von mehr als einem Kind den Alltag meistern, ist mir gerade ein Rätsel :)…

„Jammere nicht rum!“

Ich jammere gar nicht, versuche nur zu erklären, warum statt Schokoladenfabrik heute „Aus dem Leben einer Mutter“ hier im Blog erscheint!!!

Um nicht ganz un-norwegisch zu enden, hier noch ein paar Notizen aus der Woche in Oslo:

– Am Mittwoch jauchzte halb Oslo über Nordlichter, die sonst fast nie über der Hauptstadt zu sehen sind. Bald kamen erste Zweifel auf und am nächsten Morgen war klar: Keine Nordlichter, nur ein Wetterphänomen aufgrund der Kälte.

– Die Tour de Ski lässt Norwegerherzen höher schlagen: Im langrenn sind meine Landsleute unschlagbar (naja, fast) und so hoffen, nein glauben, alle an einen norwegischen Sieg. Da ich den führenden Sundby total unsympathisch finde, hoffe ich auf eine erneute Sternstunde des norwegischen enfant terrible, Petter Northug, jr. – Die Ergebnisse der Frauen weiß ich gar nicht. Hm.

– Im norwegische Staatshaushalt fehlen etliche Milliarden. – Also, ich habe sie nicht.

– Statoil versucht, Angestellten mit großzügigen Abschiedskonditionen die Frührente schmackhaft zu machen. Mit Erfolg. Durch den sinkenden Ölpreis verliert der Konzern täglich momentan 30 Millionen Dollar. Ja, da musste ich auch schlucken.

– Eine wunderbare Buchentdeckung ist Bienes historie von der norwegischen Autorin (Achtung!) MAJA Lunde. Ein Roman über (nicht nur) die Auswirkung des Bienensterbens und das Verhältnis von Eltern und ihren Kindern. Unbedingt lesen!

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute. Meine wöchentlichen Grüße gehen an Imke, Katharina, Stefanie, Sabine, Elisabeth und meine Mutter Jutta 🙂 Post macht sich bald auf den Weg!!
Ich wünsche uns allen eine tolle Woche, genießt den Winter irgendwie, lacht viel, vor allem mit- statt übereinander. Wir brauchen viel Lachen!

Hilsen og jeg ønsker dere et godt nytt år!

Ulrike

Das Blogjahresquiz 2015 ODER Wer will Post von mir?

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Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns am letzten Tag des Jahres hier treffen. 12 Monate haben wir zusammen verbracht und ich schicke Euch allen, jedem einzelnen Leser, ein riesiges DANKE. Ihr seid toll und ich freue mich über jeden Abonnenten, jedes „Gefällt mir!“, (fast) jeden Kommentar. Sehr gerne würde ich gerade Euch unbekannten Leser auch mal persönlich treffen – mal sehen, vielleicht schaffe ich das bei dem einen oder der anderen ja in 2016.

Und bis dahin ist es nicht mehr lange, höchste Eisenbahn also für das Jahresquiz!

And now, without any further ado…Das Quiz!!

1. Was essen Norweger am Freitagabend?

2. Wen traf ich im Juni im Færder Nationalpark?

3. Was ist kakelinna?

4. Was durfte ich im September 2015 zum ersten Mal in Norwegen?

5. Wie heißt das neue Strandbad in Oslo?

6. Wie heißt die bekannteste Köchin Norwegens und Herausgeberin des „karierten Kochbuchs“?

7. Nach welchem Motto leben die Norweger? Slapp av, det….

8. Was ist åpen barnehage?

9. Wo fand meine weltweit erste Live-Bloglesung statt?

10. Wieviele Feigen gehören ins köstliche Feigenbrot?

11. Welches in Norwegen beliebte Zusatzernährungsmittel habe ich im Januar widerwillig probiert?

12. Welche seltenen Beeren haben wir beim Orientierungslauf entdeckt?

So, das war es für heute, meine lieben Leser. Viel Spaß beim Raten und Nachlesen, ich freue mich auf Eure Emails. Antwortet schnell und per Email an ulrike_niemann@yahoo.no.
Die ersten drei richtigen Einsendungen bekommen im Januar Post von mir! Also, wenn das nicht ein bisschen Anstrengung wert ist!!!

***

Der letzte Tag des Jahres ist halb vorbei, in Sydney feiern sie bereits das neue Jahr und wie jedes Jahr sind die Köpfe voller guter Pläne und Vorsätze für das neue Jahr. Mein Vorsatz: Zum Oktober 2016 Arbeit finden. Gesa kommt im August in den Kindergarten und rechnet man die Eingewöhnungsphase ein, bin ich spätestens im Oktober einsatzbereit. Leider liegen die Jobs nicht auf der Straße rum, wenn Ihr also wen kennt, der wen kennt, der wen kennt…na, Ihr wisst schon.

Und Ihr so? Was für gute Vorsätze habt Ihr gefasst? Schreibt sie mir, ich bin doch so neugierig!!

Ich wünsche Euch allen, wo immer Ihr auch seid, einen guten Rutsch und ein wunderbares 2016. Bleibt mir treu und begleitet mich auf Reisen in die Telemark, Kochexperimenten und Abenteuern in der Welt norwegischer Kindergärten und Arbeitssuchen.

Bis dahin,

ha det bra,

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Ulrike

Von Schokoladenkönigen und Backwetter ODER K wie Weihnachten

Es gibt im Norwegischen wie im Deutschen tolle Wörter, die mit K beginnen: koselig, kyss, Kardamomme By oder Katze, kuscheln und Krümelmonster. In dieser Woche habe ich zwei neue norwegische K-Begriffe gelernt, die ich Euch nicht vorenthalten will. Tatarataaaa: Kong Haakon und Kakelinna.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Die Adventszeit neigt sich ihrem Ende, die Weihnachtsstimmung steigt und ich habe, danke Hiltrud, eine wunderbare, norwegische Weihnachtsköstlichkeit entdeckt:

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Wow, oder? Freia, der größte Schokoladenfabrikant im Land, at its best. Über den Preis der kalorienreichen Köstlichkeit legen wir einen zuckrigen Mantel des Schweigens. Immerhin ist Weihnachtszeit, der Dezember brachte ein Gehalt mit nur 50% Steuerabzug, also nicht lange zögern, ab mit dem Pralinenkasten in den Wagen. Seit 110 Jahren produziert Freia jedes Jahr ihren Kong Haakon. Warum Kong Haakon, fragt der geneigte Blogleser? Heißt der norwegische König nicht…äh…Carl-Gustaf?

Ja, genau und Oslo ist die Hauptstadt von Schweden.

(Musste Martin sich tatsächlich auf einer Konferenz in Deutschland anhören und nicht nur das: Auch sein Namensschild sagte: Dr. Martin Niemann, Oslo, Schweden. – Well, nobody is perfect.)

Kong Haakon also. Der Grund ist einfach: 1905 erhielt Norwegen die langersehnte Unabhängigkeit von Schweden. Es folgte eine Volksabstimmung über die zukünftige Staatsform und mit 259563 zu 69264 Stimmen entschied sich das Volk für die Monarchie. Nun hatte Norwegen aber keinen eigenen Adel. Ein Ausländer, repräsentativ ansprechbar und willig, musste also her. Das Parlament entschied sich für den dänischen Prinzen Carl. Der wiederum entschied sich für den Namen Haakon und ging als Haakon der 7. in die norwegischen Geschichtsbücher ein.
Freia feierte diesen denkwürdigen Anlass mit einer köstlichen Pralinenmischung.

Prima Sache!

12 Pralinensorten bietet uns Freia, eine köstlicher als die andere: Orangentrüffel, Mandelnougat, Mokka, Walnussmarzipan, um nur einige zu nennen.
Den roten Deckel der Packung anzuheben, sich nicht entscheiden zu können, dann doch eine Praline zu nehmen und zu genießen – das wird ab diesem Jahr eine unserer Weihnachtstraditionen.

K wie Kong Haakon.

***

„SCHNEE!!!!“ jubelte es vor einigen Tagen auf Facebook, der Straße und hier in unserem Wohnzimmer. Na, endlich, der norwegische Winter beginnt, dachten wir. Aber Pustekuchen, aus den Minusgraden wurden Plusgrade, der Schnee tropfte von den Dächern und die Weihnachtsstimmung lag in Pfützen geschmolzen auf der Straße. Dank Christine kenne ich seit heute auch den Namen dieses Dezemberphänomens:

Kakelinna.

Kake, fragt die norwegischsprechende Blogleserin, Kuchen?

Ja, genau.

Früher begründete man das warme Wetter kurz vor Weihnachten nämlich so: Im ganzen Land wird so viel gebacken, dass die unzähligen heißen Öfen das Wetter beeinflussen. Kurz vor der Tomasmesse, am 21.12., wenn das Backen sich dem Ende neigt, sinken auch die Temperaturen wieder.

Eine wunderbare Erklärung, finde ich, viel schöner als natürlich auftretende Hochdruckgebiete oder ähnliches.

K wie kakelinna.

***

Es sind diese kleinen Geschichten, die uns in einem Land heimisch machen. Wie eine Art Geheimcode lerne ich immer mehr über norwegische Traditionen. Oder sie werden mir erzählt, worüber ich mich immer freue!

Kos deg ist ein dritter norwegischer Begriff mit K und bedeutet soviel wie „Hab Spaß! Mach es dir gemütlich! Genieß es!“ – und das werde ich jetzt tun. Ich wünsche Euch allen, liebe Leser, ein wunderschönes, friedliches, lustiges, feierliches, leckeres, tannenduftendes Weihnachtsfest. Ich melde mich Ende des Jahres noch mit dem alljährlichen Blogjahresquiz.

Genießt die Zeit bis dahin,

kos dere,

jeg ønsker dere en riktig god jul,

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Ulrike

Oh Feigenbrot, oh Feigenbrot! ODER Ab in die Marketingfalle….

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Wie bringt man Kunden dazu, in einem bestimmten Supermarkt einzukaufen? Preisaktion wie “3 kaufen, 2 bezahlen” – vielleicht. Ständige Niedrigpreise bei Alltagswaren wie Windeln oder O-Saft. Ja, möglich. Mein Supermarkt gegenüber hat mich für immer an sich gebunden mit – Kochrezepten.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Kochrezepte also. Jawoll. Alle drei bis vier Monate überrascht KIWI seine Kunden mit einem neuen, kostenlosen Rezeptheft – passend zur Saison. Das erste Mal habe ich nur halb interessiert zugegriffen, mehr nach dem Motto: “Es gibt etwas UMSONST in Norwegen? Mitnehmen!!!”
Mittlerweile warte ich auf das neueste Heft mit aufgeregter Vorfreude. Vor zwei Wochen war es dann soweit: Das Weihnachtsheft war da! Unter dem Motto “Alle har sin jul” (Alle haben ihr (eigenes) Weihnachtsfest) finden sich auf 90 Seiten die allerköstlichsten Köstlichkeiten aus Norwegen und dem Ausland. Gepackt in idyllische Weihnachtsstimmungsfotos, die in mir nur einen Wunsch aufkommen ließen: Ab in die Küche!!!

Die Entscheidung fiel schwer (außer für Vegetarier oder Veganer): Pinnekjøtt, Lutesfisk, Ribbe, Medisterkake, Truthahn, eingelegter Hering, selbstgebackenes Knäckebrot, Weihnachtswurst, Lebkuchen-Eis-Nachtisch, Feigenbrot, Milch…

Feigenbrot???

Ok, die Entscheidung war gefallen!

Das Foto sah soooo verlockend aus, dass ich am liebsten sofort mit dem Heft in der Hand wieder zurück in den Supermarkt galoppiert wäre. Jahaaa und schon hat die Strategie der KIWI gezogen: Denn natürlich kaufe ich die Zutaten für das Feigenbrot in dem Supermarkt, der mir das Rezept gebracht hat. Und schon bin ich in die Falle gegangen!!

Mir doch schnurzpiepsegal. Ich stehe solchen offensichtlichen Marketingstrategien gleichgültig gegenüber und gebe auch meine Daten weiter, um dadurch 50% bei der Apotheke zu sparen oder einen lustigen Filzhut im Kinderladen zu ergattern. Da bin ich schmerzfrei. In Norwegen wissen eh alle alles. Transparente Gesellschaft. Mir ist egal, wieviel meine Mitmenschen verdienen – aber es wäre nicht schwierig, genau das im Internet herauszufinden.

Aber zurück zum Feigenbrot. Guckt doch nur mal….

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Das wollt Ihr auch backen? Lebt aber in Deutschland, KIWI-los und damit auch ohne Rezept?
Na, wofür habt Ihr denn mich? Ich bin doch da für Euch!!!

Feigenbrot

25g frische Hefe
3 dl lauwarmes Wasser
1 Tl Salz
1 dl Haferkleie
1 dl brauner Zucker
75 g Walnüsse oder Haselnüsse oder Mandeln
150g getrocknete Feigen
400g Weizenmehl

Die Feigen in Stücke schneiden oder auch ganz lassen, um ein spannendes Muster im Brot zu erhalten. Die Hefe ins lauwarme Wasser einrühren. Salz, Kleie, Zucker, Feigen und Nüsse dazugeben und gut verrühren. Mehl dazu und alles gut durchkneten.

Teig zugedeckt 45 Minuten gehen lassen.
Danach den Teig in eine gefettete Kastenform geben und nochmal 30 Minuten gehen lassen.
Dann 10 Minuten bei 225° und 35 Minuten bei 150° backen.

Abkühlen lassen, aus der Form stürzen und genießen 🙂

Legt das Brot in eine rustikale alte Backform, verziert mit einem Band oder legt es in einen Leinenbeutel und verziert es mit kleinen Tannenästen. Ein beliebtes Geschenk!

Ich habe es mittlerweile zweimal gebacken und zwar problemlos – das will bei mir etwas heißen! Aber das KIWI- Heft bietet soooo viel mehr. Als nächstes werde ich wohl den Milchreis mit Kokosmilch und Preißelbeeren probieren!

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So, meine lieben, nun hungrigen, Leser, das war es für heute. Hat Euch die Backlust gepackt? Hier findet Ihr das gesamte Heft – auch prima zum Norwegisch lernen. Ich werde gleich eine Scheibe Feigenbrot genießen – zusammen mit meiner Mutter, dank der ich heute so ganz in Ruhe den Blog schreiben konnte 🙂

Ich wünsche uns allen ein ruhiges, schönes und leckeres Wochenende mit viel Lachen, in Zeiten wie diesen brauchen wir das.

Ha det bra,

Ulrike

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Ein Winterspaziergang im Park ODER Hilfe, ist das kalt!

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Wollenes Unterhemd, wollene Unterhose. Langärmeliges Shirt, Mariusgenser. Gefütterter Winteranzug, Socken, Schuhe. Schal, Mütze, Handschuhe. Fertig! In der Zeit, die ich brauche, um Gesa anzuziehen, fliegen andere in den Urlaub. Und das kann nur eins bedeuten: Der Winter ist da!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Ja, der Winter ist da, mit -8 Grad und glatten Bürgersteigen. Beim legevakt, dem norwegischen Notarzt, fanden sich vor einigen Tagen bereits bis um 11 Uhr 150 Patienten mit Winterleiden. Der Pinguingang hilft eben doch nicht immer. Aber der Winter hat natürlich auch seine wunderschönen Seiten. Kommt mit mir in mein zweites Wohnzimmer, den Frognerpark, der sein Aussehen zum vierten Mal in diesem Jahr verändert hat.

 

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Schön, finde ich, ist so ein Winterspaziergang. Hoffentlich bietet uns der kommende Winter viele schöne Tage, mit Zeit zum Schlittschuhlaufen, Kakao trinken, Schneemann bauen, Schlitten fahren, Skilaufen und und und. Ich freue mich darauf!

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So, das war es schon für heute, meine lieben Leser. Genießt die Tage, macht es Euch gemütlich und lasst Euch nicht vom Weihnachtsstress anstecken.

Ha det,

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Ulrike

 

Marius ist da! ODER Ein Strickerfolg…

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Auch wenn das mit der Sprache IMMER noch nicht klappt, mein kransekake misslingt, wir keine hytte in den Bergen haben und auch das Skilaufen noch geübt werden muss – heute ist mir etwas echt Norwegisches gelungen:

Mein erster Mariusgenser ist fertig!

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Bereits vor ein paar Monaten war das sogenannte Marius-Muster Thema in einem Blogeintrag. Damals hatte ich mich an ein paar Topflappen gewagt, die auch heute noch meine Küche zieren. Aber mein großes Ziel war DER klassische Strickpullover, der Rolls Royce unter den norwegischen Wollprodukten, der Mariusgenser.

Der Plan ist halb gelungen: Da ich momentan pro Tag nicht mehr als zwei bis drei Runden stricken konnte, schied ein „großer“ Pullover schon mal aus. Ich wollte ja nicht drei Jahre an dem Ding sitzen! Wozu hat man aber eine fast 15-monatige Tochter?

Genau, zum Bestricken!

Gesagt, getan. Im Marius-Strickbuch fand ich eine passende Anleitung, der Wollladen gegenüber der Majorstuen T-bane-Station versorgte mich mit Wolle und Nadeln und los ging es.

Ich liebe es, zu stricken. Man sitzt, hat etwas um die Hände und kann die Gedanken schweifen lassen. Naja, wenigstens in der ersten Pulloverhälfte. Norweger stricken alles klassisch rund, das macht es einfach, eine rechte Masche folgt der nächsten. Dann aber beginnt das Mariusmuster und es wird etwas komplizierter. Wer zählen kann, ist hier klar im Vorteil. Auch mit zwei Farben gleichzeitig zu stricken, musste ich erst einmal geduldig üben. Aber es ging. Bald lagen die beiden Ärmel und das Hauptteil vor mir, ich versuchte alles auf zwei Nadeln zu bekommen und zählte Maschen.

Und zählte nochmal.

Und nochmal.

Warum waren auf meinen Nadeln 30 Maschen mehr als vorgesehen?

Nun ein kleiner Vokabelkurs: Das norwegische Wort „felles“ bedeutet „gemeinsam“ und damit in einer Strickanleitung „zusammenstricken“. Es heißt nicht, ich betone NICHT, „zunehmen“.

DAS heißt „øke“.

Statt 30 Maschen ab- hatte ich 30 Maschen ZUgenommen. Auch schön. Wieder etwas gelernt. Dabei war ich so stolz gewesen, wie problemlos die norwegische Strickanleitung und ich zusammengearbeitet hatten.

Pustekuchen.

Ein paar Flüche und zahlreiche Minuten später war alles repariert. Ab jetzt durfte mich niemand mehr beim Stricken ansprechen, ich verfiel in wollige Meditation und murmelte nur noch: „Zwei weiß, zwei blau, zwei weiß, eine blau…“ Tja, und irgendwann war mein Strickdiagramm am Ende, die Fäden vernäht, das fast 15-monatige Kind angezogen und….

SÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜSSS!!!!!!

Ich finde mich ja eh ziemlich klasse, ein echter Persönlichkeitsfehler, den ich Gesa hoffentlich nicht weitergebe, aber ich kann es nicht ändern, manchmal bin ich einfach top und gerade da, in diesem bestrickenden Moment, war ich stolz wie Bolle und wäre am liebsten mit meiner Motte sofort in den Supermarkt oder eine ähnlich vielversprechende Menschenversammlungsstelle gegangen.

Es war schon ein bisschen spät dafür – aber, Zuckerberg sei Dank, es gibt ja Facebook!

Für alle, die das Mariusmuster auch gern probieren möchten, finden sich im Internet Anleitungen oder Ihr sagt mir Bescheid und ich schicke Euch meine. Es ist wirklich nicht soo schwierig, besonders das Stricken in der Runde sorgt dafür, dass das Muster schön ordentlich erscheint. Also, ran an die Nadeln!

Marius

***

Das war es für heute, meine lieben Leser! Ich wünsche uns allen ein ruhiges, erfreuliches Wochenende mit viel Lachen, Liebe und Musik. Feiert, wo immer Ihr könnt!

Hilsen,

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i. A. Ulrike

Elektronische Einräder erobern Oslo ODER La det rulle…..

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Wisst Ihr, was ich gesagt habe, als die ersten Handys auftauchten? „Die setzen sich nie durch! Es gibt doch Telefonzellen!“ Ja. Genau. Deshalb werde ich jetzt keine Zukunftsaussagen treffen, sondern nur sagen: Elektrische Einräder. Oho.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Seit einigen Monaten werde ich im Frognerpark oder auf dem Bürgersteig von, meistens jungen, Norwegern auf Einrädern überholt. Wer jetzt an Zirkus denkt, der liegt völlig falsch. Die Einräder, von denen ich berichte, sind kleine, elektrisch betriebene Transportmittel, die aussehen, als hätte Marty McFly sie aus der Zukunft importiert. Auf ihnen steht der hippe Jugendliche und lenkt durch Gewichtsverlagerung. Kurve nach links – nach links lehnen. Kurve nach rechts – na, Ihr ahnt es. Genau, ganz simpel.

In den ersten Wochen hielt ich diese kiloschweren Räder für einen missglückten PR-Gag, der mich an die Standräder von Segway erinnerten – die haben sich auch nie richtig durchgesetzt. In der letzten Zeit ist es aber nicht mehr zu ignorieren: Die Airwheels vermehren sich. Mehrere hunderte Räder pro Woche verkaufe er im Moment, berichtete der Geschäftsführer von Kajakk og Fritid bereits im Juni. Er hatte den Trend als erster richtig eingeschätzt und die britischen Produkte nach Norwegen geholt. Für ungefähr 5000 Kronen kann der Fahrspaß beginnen.

Aber wer Spaß haben will, hat auch Regeln: Erlaubt ist das Fahren der Elektroräder erst ab 16 und die Geschwindigkeitsgrenze liegt bei 20km/h. Bereits nach wenigen Versuchen sollen, so die Aussage von Airwheel, die meisten Nutzer in der Lage sein, das Rad zu bedienen.

Ich mag ja meine Füße.

Ehrlich, bei diesen Airwheeldingern bekomme ich eine Portion Zukunftsangst und sehe eine eh schon bequeme Menschheit NOCH bequemer werden. Wir haben doch schon wunderbare Transportmittel – reichen die denn nicht. Los, Menschheit, die paar Meter von der Haustür bis zur Bushaltestelle, die können wir doch noch zu Fuß gehen. Unsere Füße mögen das. EHRLICH!!!

Das alles interessiert die Osloaner Jugend wenig. Es ist hipp zu rollen. Mehrfach habe ich in den letzten Tagen versucht, einen rollenden Jugendlichen zu fotografieren – aber ohne Erfolg. Whoosch – weg sind sie, lehnen sich nach links und verschwinden aus meinem Blickfeld. Da frage ich mich doch: Wieso können die das alle so gut? Wo sind die wackligen Anfänger, die mehr neben dem Rad liegen als drauf stehen? Gibt es eine geheime, den Blicken der schadenfrohen Außenwelt verborgene, Airwheel-Teststrecke?

Sollte ich irgendwann einen Airwheeler erwischen, frage ich natürlich nach. Bald kommt der erste Schnee – der natürliche Feind des elektrischen Einrads. Aber im Winter steigt die Jugend von Oslo auf Skier um und die Airwheels verschwinden entweder im Keller oder auf Nimmerwiedersehen, denn der Frühling bringt unter Garantie einen neuen Trend.

Bleiben wir gespannt.

***

So, meine lieben Leser, das war es für heute mit einem kleinen Einblick in das technikverliebte, trendbegeisterte (West)-Oslo. Haben sich die E-Einräder auch in Deutschland gezeigt? Seid Ihr die schon mal gefahren, hier oder dort? Ich habe diesen sehr lustigen Erfahrungsbericht eines britischen Journalisten gefunden. Persönlich würden mich keine hundert Pferde auf ein so Rad bekommen– wer schon beim Rollschuhlaufen neue physikalische Gesetze aufstellt, sollte mit so etwas ganz vorsichtig sein. Dabei macht es bestimmt riesigen Spaß!

Ich wünsche uns allen eine tolle Woche, geht mal wieder zu Fuß und zwar mit Begeisterung, rollt Euch höchstens vom bequemen Sofa runter und begegnet dem grauen November mit einem strahlenden Lachen.

Hilsen,

Füße

Ulrike

Norwegischer Fußball ODER Naja, fast ein Artikel über Fußball….

@dagbladet.no

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Es ist der 23. Juni 1998. Sankthansaften – Mittsommernacht. Statt um das Feuer zu tanzen, sitzen die Norweger in diesem Jahr vor dem Fernseher. Und erleben kurz vor 23 Uhr, wie sich Kjetil Rekdal in die Geschichte schießt:

Norwegen schlägt Brasilien bei der WM 2:1.

Davon zehrt das Land noch heute.

Hallo, meine lieben Leser, wie schön, dass wir uns hier wieder treffen. Ganz unentschuldigt habe ich den Blog letzte Woche ausfallen lassen – Freundin Sabine sagt, ich solle ihr dafür die Schuld geben.

Ok. Bine ist schuld.

Nun bin ich aber wieder da. Mit Fußball!!!

Die Highlights des norwegischen Fußballs sind – sagen wir – problemlos zusammenzutragen. Das Land ist erfolgreich in zahlreichen Wintersportarten, aber im Fußball tut man sich eher schwer. Der Sieg gegen Brasilien bei der WM 1998 in Frankreich, der Norwegen ins Achtelfinale brachte, ist laut VG „Das Größte, das im norwegischen Sport geschehen ist.“ Aber vielleicht steht nach 15 Jahren die nächste Sensation ins Haus: Norwegen hat die Qualifikationsrunde zur EM in…FRANKREICH!!!…als Gruppendritter beendet und darf in den Playoffs gegen Ungarn ran.

Norwegen schien davon ähnlich überrascht wie seine Gegner.

Auf nationaler Ebene ähnelt der norwegische Fußball anderen Nationen: Es gibt zwei Ligen, eine erste Liga, die sogenannte Tippeligaen, genannt nach dem Hauptsponsor Norsk Tipping und eine zweite Liga, die OBOS-Liga, genannt nach deren Hauptsponsor. Gerade hat sich Rosenborg Trondheim zum 1000. Mal die Meisterschaft in der Gullserie/Tippeligaen erspielt und ist und bleibt damit DIE norwegische Mannschaft.

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***

Ok, ich habe es wirklich versucht. Ehrlich…ganz, ganz ehrlich!!!  Aber eine rotznasige Tochter in „Mammaaaaaa“-Phase, die alles was nach Computer aussieht SOFORT anfassen muss, hat jetzt einfach gewonnen. Ich frage mich, wie andere Mütter das machen. Anscheinend bin ich völlig unbegabt, was Organisation angeht. Vielleicht sollte ich nachts um 3 Uhr schreiben.

Aber ich schlaf auch gern mal….

Also, meine lieben Leser, sobald ich mich neu organisiert und Schreibzeit in meinem Alltag besser integriert habe, melde ich mich wieder!!!

Spätestens im Sommer 2016.

Da geht Gesa in den Kindergarten.

Ich wünsche Euch allen eine tolle Zeit, ob nun mit Fußball oder ohne und melde mich wieder! Versprochen.

Ha det,

GesaBlog

Ulrike